Anstieg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Tadewi
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Anstieg

Beitrag von Tadewi » 18.11.2014, 11:38

Hallo in die Runde!
Gestern habe ich entschlossen den nächsten Schritt für mich zu gehen und mich hier angemeldet. Ich habe die letzten Jahre einfach vieles laufen lassen und das meist in meine Kehle.
:oops:
Wie ich im Vorstellungsbereich kurz beschrieben habe ist es letzte Woche einfach für mich unerträglich geworden, der hilflose Blick meiner Tochter, während ich mich betrunken mit meinem ebenfalls betrunkenen Mann zoffe, hat mich an meine eigene Kindheit erinnert und so hat es Klick gemacht. Ich habe seit Freitag nichts mehr angerührt und bin nun bei meinem Arzt in Behandlung. Morgen kommen meine Blutergebnisse und ich bin sehr aufgeregt. Es war für mich eine Überwindung zu einem "fremden" Menschen zu gehen und zu sagen: "Ich habe ein Alkoholproblem und dieser Schritt hier fällt mir sehr schwer". Aber ich habe es durchgezogen und darauf bin ich nun MEGASTOLZ. Am Samstag möchte ich zum ersten Mal an einem Treffen teilnehmen, drückt mir die Daumen dass ich das durchziehe.
Alles Liebe und einen schöne Tag

Slowly
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Beitrag von Slowly » 18.11.2014, 11:51

Hallo Tadewi,

du legst ein ganz schönes Tempo vor !

Nicht lange labern, sondern handeln.

Respekt.

Es ähnelt sehr meiner Herangehensweise, die ich am Anfang, als ich mit Hilfe der Menschen hier und vielen anderen, trocken werden durfte, hatte.

Jetzt bin ich 2,5 Jahre trocken. :)

Die Art mit Problemen oder Sorgen umzugehen hat sich nicht geändert, wohl aber mein Leben.

Es ist richtig schön geworden.

Herzlich Willkommen !

Slowly

Tadewi
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Beitrag von Tadewi » 18.11.2014, 12:01

Hallo Slowly,
vielen Dank das tut sooo gut!
Naja Tempo kann man nicht wirklich sagen, dafür hätte das Ganze locker ein paar Jahre früher stattfinden müssen, aber nu hab ich hoffentlich die Energie dazu die es halt dazu braucht und den Mut. !2,5 Jahre! Super ich hab es nur mal ein halbes Jahr geschafft. Aber da hatte ich auch nicht den Wunsch nie mehr zu trinken, vor diesem Gedanken hatte ich Angst, denke das kennst du auch oder? Aber Schluss mit dem was war und rein in das was kommt.
Liebe Grüße :D

Pellebär
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Beitrag von Pellebär » 18.11.2014, 12:58

Moin Tadewi,

herzlich Willkommen.

Als ich vor 6 Jahren hier angekommen bin, machte mir der Gedanke - nie mehr zu trinken - auch Angst. Nie mehr, das war mir viel zu abstrakt, zu unübersichtlich, zu endgültig, also habe ich mir gesagt, ich will heute nicht mehr trinken, später musste ich gar nicht mehr trinken und ich war frei. Ob ich trocken bleibe, weiß ich nicht, ich habe den festen Vorsatz sicher, sicher weiß ich, heute trinke ich nicht.

Bleib am Ball, es lohnt sich.

LG

PB

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 18.11.2014, 13:59

glück auf tadewi
Tadewi hat geschrieben: nur mal ein halbes Jahr geschafft.
gratulation
warum "nur" ?
klopp dir ruhig auf die schulter - n halbes jahr sin ungefähr 15750000 sekunden - du hättest in der zeit fast 16millionen schnäpse trinken können - du bist trocken geblieben :wink:

schöne zeit

:D
matthias

Tadewi
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Beitrag von Tadewi » 18.11.2014, 14:20

silberkralle: Dein "Glück auf" gefällt mir wahnsinnig gut!
und nur ein halbes Jahr weil ich mich danach noch mieser gefühlt habe als vorher.
Aber ich klopp mir jetzt trotzdem auf die Schulter so!
Pellebär: Du hast so Recht ich sollte im Hier und Jetzt leben und mich für jeden Tag freuen in der ich in keiner Abhängigkeit gefangen bin.
So und nu weitermachen muss gleich mit meinen Kindern sprechen. Bis bald und an alle passt gut auf euch auf. :)

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 18.11.2014, 15:37

das wort "nur" stört mich im zusammenhang mit der trockenzeit

grade am anfang is bekanntlich jede sekunde trockenbleiben ne "glanzleistung"
(und auch bekanntlich schaffens viele kaum einen tag)

glück auf

:D
matthias

Tadewi
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Beitrag von Tadewi » 18.11.2014, 23:49

Auf jeden Fall zählt jede Sekunde ohne Nebelhirn! Da gebe ich dir absolut Recht!
Ich habe heute mit meinen Kids gesprochen, ihnen war das Thema ja leider nicht fremd, da wir ja immer wieder Krisen im Hause hatten. Aber beide wussten nicht wie schlimm es um mich stand. Das hat sie doch geschockt, bisher dachten sie mein Mann hätte "nur" die Probleme und ich würde nur etwas mehr mittrinken. Tja leider habe ich ihnen die Illusion genommen, das tat mir sehr, sehr weh. Ich habe mich von der Co-Abhängigen mit und mit zur Abhängigen entwickelt. In meinen Trockenphasen wechselte ich dann extrem wieder zur Co. Ich weiß gar nicht wie lange ich das Ganze schon ertrage. Ich schätze mal da kommen schon 15 Jahre zusammen. Mein eigener nicht kontrollierbare Hype auf Alkohol dauert nun schon ca. 3 Jahre. Meine Vorräte habe ich heute entsorgt und zwar im Abguss dabei habe ich gezittert und geweint ich fasse es nicht!
Die Biervorräte sind im Keller die kann ich ja nicht einfach vernichten wegen meinem Mann.
Wir haben heute gesprochen wie es nun weitergehen soll zumindest die nächsten Tage. Er kann im unteren Wohn/Kellerbereich seine Sucht befriedigen und ich versuche mich hier oben trocken zu halten.
Meine Gedanken kreisen heute nur ums trinken, wer kanns mir verdenken. Morgen geht's zum Doc. Und nun haben wir wieder 22:45 und ich bin mir sicher den heutigen Tag auch geschafft zu haben. Ich fühle mich nicht real im Moment, als würde ich träumen und das werde ich nun auch hoffentlich können. Gute Nacht an Alle da draußen passt gut auf Euch auf!

:D

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