Ahnung

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Hans im Glück
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Ahnung

Beitrag von Hans im Glück » 18.11.2014, 21:09

Ahnung

Am Anfang nur ein Unbehagen,
dann ein kleiner lästiger Gedanke.
Eine unwillkommene Ahnung schleicht sich ein,
irgendwas stimmt nicht mit Dir.

Du suchst die Antwort auf dem Boden der Flasche, am Rand des Glases.
Du trinkst sie aus, eine nach der anderen, du findest sie nicht.

Du denkst in den klaren Momenten,
aber die Anderen machen es genauso!
Warum soll ich anders sein?

Der Freund hat mich nie betrogen,
er gibt mir Sicherheit, macht mich mutig.
Wenn ich Angst habe, ist er eine Stütze.
Die Langeweile wird irgendwie gefüllt,
du hangelst dich von Glas zu Glas.

Doch die Ahnung verschwindet nicht.
Die Dinge entgleiten dir, du weißt nicht mehr, wer du bist.
Du bist an Orten, an denen du nicht sein möchtest.
Du redest Dinge, die du nicht sagen willst.
Du bist bei Menschen, die du nicht kennst.
Du verletzt die Menschen, die du liebst.

Die Angst wird stärker, sie überfällt dich wie ein reißendes Tier.
Der Freund verlangt sein Recht, er will beachtet werden.
Immer öfter, immer mehr.

Aus der Ahnung wird Gewißheit.
Du versteckst den Freund, er ist dir peinlich.
Du bist dir peinlich, du bist weit weg von dir.

Öffne die Augen! Du hast die Chance!

Er ist kein Freund, er wird dich töten.
Laß ihn hinter dir, wende dich ab, geh einen neuen Weg.

Du wirst keinen Verlust erleiden, im Gegenteil.

Du wirst dein Leben finden.
Dein Leben, nur für dich gemacht: bunt und hell und klar.

Dein Leben will dich wiederhaben.

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