Zwischenstand

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
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Katrienchen
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Beitrag von Katrienchen » 05.07.2017, 23:03

weiterhin alles Gute auf Deinem Weg Hans.
Ich freu mich sehr für Dich :)

Hans im Glück
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Beitrag von Hans im Glück » 12.07.2017, 12:25

Vielen Dank Katrienchen.


.....

Wer oder was mich gerettet hat, kann ich heute nicht mehr sagen.

Ich entdecke in meinem Leben immer wieder Abzweigungen und neue Wege, die ich gegangen bin, bzw. gehe.

Wie es dazu kommt, ich weiss es nicht.

Ich bin so demütig und dankbar, anzunehmen, es wird schon zu meinem Besten sein.

Manche Entwicklung kann ich aus heutiger Sicht noch gar nicht beurteilen, weil ich die Auswirkungen und die Tragweite (noch) nicht erkennen kann.

Also meditiere ich über mein Jetzt und mein Heute und versuche, es so gut und bewußt auszufüllen, wie es geht.

Es geht um mich. Ich sorge für mich. Ich vertraue mir.

Das ist viel mehr, als ich vor Jahren noch hätte sagen oder schreiben können

Liebe Grüße
Hans

Katrienchen
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Beitrag von Katrienchen » 12.07.2017, 13:23

Es geht um mich. Ich sorge für mich. Ich vertraue mir.
wunderschöner und so wahrer satz!

Hans im Glück
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Beitrag von Hans im Glück » 03.08.2017, 23:04

Mein neuer Job ist seit dem 1.8. losgegangen und gefällt mir gut.
Ich habe mich für 30 Wochenstunden verpflichtet, weil mir mein privates Leben doch so wichtig geworden ist.

Ich habe in meiner Zeit als selbstständiger schon genug Überstunden angehäuft. Die, dachte ich ja damals, müssen sein. Mussten sie vermutlich, um den Laden am laufen zu halten. Da ich aber die Selbst Ausbeutung nun kenne und auch weiss, wie ich mir dabei das Leben dabei schön getrunken habe, bleibt die Devise : Achte auf dich selbst.


Hat etwas gedauert, was passendes zu finden, war mal wieder eine gute Lektion in Geduld.


Schönen Abend
Hans

NNGNeo
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Beitrag von NNGNeo » 04.08.2017, 19:26

hallo hans

dann mal gratulation zum neuen job, und das du dir prioritäten setzt wegen deinem privatleben finde ich richtig klasse, auch dazu herzlichen glückwunsch :)

ich finde wenn man sein ganzes leben schon viel gearbeitet hat dann darf man sich auch das recht rausnehmen es etwas ruhiger angehen zu lassen.
grüße
NNGNeo

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.08.2017, 22:14

Hallo Hans!

Glückwunsch zum neuen Job. 30 Stunden die Woche sind wirklich genug. Du machst das schon richtig, da habe ich überhaupt keinen Zweifel.

Ich hoffe, das Betriebsklima stimmt. Das ist m.E. enorm wichtig.

Gruß
Carl Friedrich

Hans im Glück
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Beitrag von Hans im Glück » 28.08.2017, 22:21

Danke NNGNeo und Carl Friedrich für euren Besuch hier.

Vor einigen Tagen überfiel mich mal wieder die Erinnerung an meine Eltern.
Mein Vater wurde nur 67 Jahre alt und ist 1989 gestorben.
Manchmal verspüre ich ein dringendes Bedürfnisse, mit ihm zu reden.
Ich habe ihn erst kennengelernt, als ich 18 Jahre alt war.
Viel gemeinsame Zeit hatten wir nicht.
'Dein Vater säuft' war der Kommentar meiner Grossmutter, wenn ich etwas über ihn erfahren wollte. Damit war das Thema erledigt.
Und ich war traurig und wütend, auf ihn, auf mich, wer weiss....

Meine Mutter, die sich von meinem Vater anlässlich meiner Geburt getrennt hatte, wurde auch nicht viel älter und ist auch an den Folgen des Alkohol gestorben.
Ich habe ihr den Schnaps und den Rotwein beschafft, ohne nachzudenken.
Ohne nachzufragen, damit ich meine Ruhe hatte.
Weil ich dachte, sie hätte mich dann lieb.
Meine Mutter hat sich versteckt, wenn unser Hausarzt zum Hausbesuch bei der Oma war. Damit er ihre Fahne nicht roch und das rote Gesicht sah.
Ich glaube aber, er wusste Bescheid.

Völlig unvermittelt werde ich in solche Erinnerungen gerissen und stehe wieder zuhause in der Küche und fühle mich miserabel.
Wunden aus alter Zeit heilen nie ganz. Aber ich kann wieder etwas fühlen, wenn auch schmerz.

Wieviel Schrecken und Trauer der Alkohol verbreitet hat in unserer Familie.....

Ich kann heute mit meinem erwachsenen (naja, fast..) Sohn über meinen Weg in die Sucht und aus der Sucht heraus reden, über meine Krankheit.
Das war ein langer und mühsamer Weg.

Ich wünschte mir, das wäre mir mit meinen Eltern möglich gewesen.
Wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass Offenheit der wirklich einzige Weg ist, dem Teufelskreis aus vertuschen und verheimlichen zu entkommen.
Sich selbst und seiner Familie die Chance zu geben, andeutungsweise zu verstehen, was Sucht bedeutet.

Ich habe auf diesem Weg eine wirklich schöne und tiefe Beziehung zu meinem Sohn aufbauen können und das war viele Jahre alles andere als wahrscheinlich, das das je gelingen würde.
Aber das ist eine andere Geschichte.

So bedeutet vielleicht der Verlust, der Mangel auf der einen Seite, eine Chance, es im eigenen Leben besser zu machen.
Auch wenn ich dazu selbst erst einmal auf die alkoholische Schnauze fallen musste.

Is schon interessant, das Leben....

Hans

silberkralle
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Beitrag von silberkralle » 30.08.2017, 08:46

glück auf hans

abstinenz is nich alles – aber ohne abstinenz is alles nischt

hm so schmerzhafte erinnerungen treffen mich auch manchmal - ich denk dann: hab ich alles aufgeschrieben, bearbeitet und unter "vergangenheit" abgelegt - aber die "schmerzsekunde" is trotzdem unangenehm.

schöne zeit

:D
matthias

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