Vertrauen und Mut / Thalia

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
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Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 28.12.2016, 11:26

Hallo Peerless,

schön, dass du mir geschrieben hast. :)

Ja, du hast recht, es ist ein Grund, stolz auf sich zu sein. Das gestehe ich mir irgendwie nicht so richtig zu. Ich lebe halt so mein trockenes Leben, mehrheitlich unter Nicht-Alkoholkranken, und funktioniere so wie alle mal besser, mal schlechter. Und bleibe trocken.

Das für mich selbst wertzuschätzen, dazu hast du mir gerade mal wieder geholfen, Danke dafür. (Und genau das ist für mich auch ein ganz wichtiger Aspekt einer Selbsthilfegruppe wie dieser hier.)

Viele Grüße und auch dir ein paar gute letzte Tage in 2016 und einen zuversichtlichen trockenen Start ins Neue Jahr!

Thalia

Peerless
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rehle Thalia

Beitrag von Peerless » 28.12.2016, 14:05

Schön, wenn ich dir helfen konnte, Thalia.

Darum bin ich: mir wird geholfen ... und ich kann anderen auch helfen,
durch meine Erfahrungen, und das ist gut so.

Ich belohne mich auch manchmal zwischendurch, für etwas, was ich
geleistet habe, wo ich Stolz auf mich bin.
Kauf mir z.B. mal was Schönes oder ich gehe ein Eis essen oder so.

Ich finde das sehr wichtig!
Auch das "sich selbst auf die Schulter klopfen" und sagen: Gut hast
du das gemacht!

Das ermutigt auch, weiterzumachen und dran zu bleiben!

Alles Gute und wir lesen uns hier gewiss noch mehr!

Bin ja noch ganz neu hier!

Peerless

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 31.12.2016, 18:31

Nun ist es wieder soweit. Ein Jahr ist rum. Für mich war‘s ein gutes. Letztes Jahr am 31.12. schrieb ich dies:
Ich freue mich auf das kommende Jahr. Ich habe ein paar Wünsche, und ich bin gespannt, ob ich mich entscheiden werde, Energie in die Umsetzung zu stecken. Ich lass das mal auf mich zukommen.
Ich habe Energie reingesteckt und habe einige ganz wichtige Sachen umgesetzt. Und manches ist dann auch von selbst geschehen, per Zufall (oder auch nicht), und ich bin über vieles froh und dankbar.

Dieses Jahr möchte ich für mich unter das Motto „Frieden“ stellen – Frieden ist für mich: Sein, wo ich bin, und Sehen, was da ist.

Ich möchte nicht auf etwas Gutes gucken und denken „… da könnte man noch … vielleicht wäre es besser, wenn …“, sondern ich möchte sehen, was jetzt da ist. Nur das. Und ich möchte heute hier sein. Das ist vielleicht das Schwerste, aber vielleicht gelingt es manchmal, und das ist dann gut, und das reicht dann.

Ich will es versuchen, in die Ruhe zu kommen. Ich hab irgendwo geschrieben, alles ist immer in Bewegung. Die Ruhe ist für mich der Einklang, die Übereinstimmung der Bewegung innen und außen, und dann bin ich im Frieden.
Und ja, ich glaube, dass die Welt ein friedlicherer Ort wäre, wenn jeder den Frieden in sich selbst findet.

Allen, die vorbeigucken, ein friedliches neues Jahr.

Thalia

Peerless
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Beitrag von Peerless » 31.12.2016, 19:34

Ein Beitrag, den ich liken möchte, wenn ich könnte.
Leider gibt es hier so eine Funktion nicht.

Ich wünsche dir, Thalia, dass dir 2017 gelingen möge, was du dir
vorgenommen hast!

Alles Liebe,
Peerless

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 15.01.2017, 13:29

Wer ich bin - aber auch vor allem, wer oder was nicht Ich bin - das ist eine der Kernfragen. Identitätsmäntel hab ich mein Leben lang angezogen, weil ich mein eigenes Fell nicht spüren konnte. Die haben aber nicht überall gewärmt, oder waren zu eng, so dass ich nicht atmen konnte, oder zu weit, dass ich mich darin verloren hab und die Welt außerhalb nicht mehr sehen konnte. Und sie mich nicht.

Mein eigenes Fell spüre ich jetzt manchmal. Da bin ich dann ganz sicher, dass ich ich bin. Das nehme ich dann mit Staunen wahr. Darin liegt der Schlüssel zur Selbstliebe. Mich sehen. Momentan häufig noch etwas Kleines, bei dem ich ganz sicher bin, dass das zu mir gehört. Dass ich eine bestimmte Musik mag. Oder es mag, Vögel im kahlen Gebüsch zu entdecken. Oder nachmittags schwarzen Tee lieber mag als Kaffee. Mich selbst zu sehen und zu spüren und zu erkennen - da wird Selbstliebe möglich.

Ich kann üben. Zum einen, indem ich darauf achte. Auf diese Momente des Erkennens, des bei mir Seins. Und ich kann Fürsorge für mich üben. Üben, Ja zu mir zu sagen. Nicht Ja aber, sondern Ja. Das finde ich sehr schwer. Aber diese kleinen Momente, in denen ich mein eigenes Fell spüre, die geben mir die Zuversicht, dass ich das kann. Dass ich da bin und dass ich mich auch Stück für Stück erkennen, annehmen und lieben lernen kann.

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 16.01.2017, 14:34

Liebe Thalia,

das hast Du so schön ausgedrückt.
Diese achtsamen Momente, in denen ich mir meiner bewusst werde, sind es bei mir auch, die ein kleines bisschen mehr Selbstliebe erzeugen.

Ich wünsche Dir viele schöne solche Momente der Selbstbewusstwerdung.

Liebe Grüße
Calida

Carl57
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Beitrag von Carl57 » 18.01.2017, 22:15

Hallo Thalia,

danke für Deinen Willkommensgruss.

LG Carl

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 25.03.2017, 00:27

Noch ein Alkoholiker an den Folgen seiner (meiner) Krankheit gestorben. Dieser Alkoholiker hat bis zum Schluss nicht glauben können, dass die Krankheit wirklich stärker ist als er.
Gibt es den Punkt, an dem ein Stop, eine Umkehr nicht mehr möglich ist?

Ich bin erschüttert heute, und traurig, und habe das Gefühl, ich habe in einen Spiegel geschaut, der mir meine Zukunft zeigt. Eine mögliche Zukunft, die immer noch möglich ist.
Auch hierfür dient Selbsthilfe, auch wenn's grausam ist. Zu sehen, zu erfahren, wie die Krankheit Leben zerstört, und letztlich beendet, ohne letztlich alle Erfahrungen selbst machen zu müssen, um was zu begreifen.

Thalia

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