Wie funktioniert euer Suchtgedächtnis?

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Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 14.09.2015, 18:23

Hallo Trixy,

Dir ist aber schon klar, das Dein Ex-oder Wieder-XY sich selbst um all die Dinge zu kümmern hast, die Du hier abfragst, oder? :wink:
Dein XY ist erstens erwachsen und zweitens selbst für sein Leben, und auch seine Trockenheit, verantwortlich !

Warum möchtest Du Dich so ausführlich informieren?
Um ihm dann zu sagen, wie trocken-werden/bleiben geht?
Ist er Deine Baustelle, weil Du sonst nix beseres zu tun hast?
Oder hast Du ein ausgeprägtes Helfersyndrom?

Ich bin heute eigentlich ganz froh, das sich mein Mann nicht zu arg in meine Angelegeheiten gemischt hat bezüglich trocken werden.
Ich glaube, er wäre mir damit verschärft auffen Zeiger gegangen.
Er muss auch nicht alles über meine Krankheit wissen, muss nicht über alles 100% informiert sein.
Und schon gar nicht muss er sie nachvollziehen können.
Es reicht, das er einfach da ist und das wichtigste über die Krankheit weiß.
Das reicht.
Für meine Trockenheit bin ich selbst verantwortlich.
Das hat mit ihm gar nix zu tun.

LG Sunshine

Trixy
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Beitrag von Trixy » 14.09.2015, 18:42

Danke Sunshine für deine Ermahnung!
Aber nein, ich möchte mich informieren und wissen wie es funktioniert. Findest du das nicht legitim?

Für mich ist es schon wichtig, zu wissen, was da eigentlich passiert. Und ich rede "meinem xy" nirgends rein, bevormunde ihn nicht. Ich habe kein Helfersyndrom und bin auch nur für mich verantwortlich. Und ich habe auch sonst genug zu tun und ein sehr erfülltes Leben! Alles gut!

Vielleicht kannst du ja einfach auch deine Erfahrungen zum Thema schreiben?!

Liebe Grüße
Trixy

Leo Lux
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Beitrag von Leo Lux » 18.09.2015, 00:29

Trixy hat geschrieben:Jetzt sagst du, am Anfang hättest du es nicht so gehalten, Feierlichkeiten/Aktivitäten zu meiden. Wie ging es dir dabei? Bist du auf Grund deines anspringenden Suchtgedächtnisses dazu gekommen, dein Verhalten zu ändern? Wie geht dein Umfeld mit deiner Sucht um, bzw wie gehts du jetzt mit deinem (normal) trinkenden Umfeld um (grade bei Geburtstagen oder Feierlichkeiten)?Trixy
Einerseits tatsächlich durch Symptome vegetativer Art (innere Unruhe, Unwohlsein, Blut schießt durch den Körper), die ich für mich als Suchtdruck definiere, z.B. bei der Fahrt Richtung Stadion nach 4 Wochen Nüchternheit (nachzulesen in meinem Thread). Bei so etwas höre ich auf meinen Körper, auf mein Bauchgefühl, und mache kehrt, haue ab. Andererseits aber auch durch Erfahrungen, Lebenswegen von anderen Alkoholikern mit längerer Nüchternheit. Menschen sind unterschiedlich, es gibt viele verschiedene Wege. Aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten in den Wegen (vielleicht mit Variationen, klar). Jedenfalls hat mich dieses "wenn man keine Ahnung hat, vielleicht einfach erstmal bei denen Zuhören, die Ahnung haben" ab so Mitte Oktober rum mit dazu gebracht, konsequenter meine Lebensgewohnheiten zu ändern.

Geburtstage, Feierlichkeiten, Stadionbesuche, Fankneipe usw. meide ich einfach. Wenn ich mich mit FreundInnen aus dem Fanclub (oder vom Softball, oder überhaupt generell) treffe, dann einzeln oder in kleinen Gruppen, keineR trinkt Alkohol in meiner Gegenwart und wir treffen uns auch nicht in Kneipen, sondern Cafés tagsüber oder irgendwo draussen, wo jetzt nicht gerade drumherum viel gesoffen wird.

Mein Umfeld? Tja - ich kann zwar nicht in die Köpfe reinschauen, aber ich kriege eigentlich von den allermeisten ehrlich empfundenen Respekt und Achtung. Das bedeutet mir sehr viel. Von den wenigen, die meine Sucht nicht Ernst nehmen, verharmlosen, irgendwie - auch nach längerer Zeit - irritiert sind, halte ich mich fern. Wenn Sie mit mir als nüchtern lebender Mensch nichts mehr anfangen können, weil anscheinend der Alkohol die gemeinsame Basis war, kann ich mit denen jetzt auch nichts mehr anfangen, weil Alkohol eben nicht mehr meine Basis ist.

Liebe Grüße Leo

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