Warum möchte ich eine Therapie machen?

Ambulante und stationäre Therapie und Entgiftung bei Alkoholproblemen und Alkoholabhängigkeit durch Psychologen ( Psychologie ) oder Therapeuten, sowie Ursachen der Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit aus medizinischer Sicht.
Außerdem gibt es noch eine Liste mit Hilfsangeboten zum Thema
Karsten
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Warum möchte ich eine Therapie machen?

Beitrag von Karsten » 29.09.2015, 11:10

Hallo,

ich lese hier sehr oft davon, dass jemand eine Therapie machen möchte.

Ich will das natürlich niemanden ausreden, denn das muss jeder für sich selbst entscheiden, aber mich würden mal Gründe interessieren, warum man denn eine Therapie machen möchte?

Gruß
Karsten

Slowly
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Beitrag von Slowly » 29.09.2015, 12:52

Hallo Karsten,

ich würde eine Psychotherapie machen wollen, wenn ich das Gefühl hätte, dass ich meine Ressourcen und Fähigkeiten durch Behinderungen innerhalb meiner Persönlichkeit nicht genug ausleben kann und ich dadurch unglücklich bin oder gar krank werde.

Unterscheiden würde ich vor einem Entschluss zu einer Therapie allerdings, ob ich mit diesen "Behinderungen" eventuell leben kann, indem ich sie als einen Teil von mir akzeptiere und in mein Leben integrieren könnte oder ob sie mich tatsächlich so stark einschränken, dass eine dauerhafte Zufriedenheit und eine Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit nicht oder nur ungenügend vonstatten gehen kann.

Wichtig wäre mir dabei nicht nur mein eigenes Wohlergehen, sondern auch das meiner Mitmenschen, die ja mehr oder weniger mit mir leben dürfen ;).

Bevor ich jedoch den entgültigen Entschluss zu einer Therapie treffen würde, würde ich erst einmal eine Selbsthilfegruppe zum (Problem)Thema besuchen, entsprechende Lektüre lesen oder mit mir nahestehenden Menschen über meine Sorgen und Nöte reden.

Aus Erfahrung weiß ich, dass ich keine Probleme habe mich bei einer Therapie ganz zu öffnen, allerdings auch, dass die Hilfestellungen der Therapeuten endlich sind.

Tun muss man tun oder irgendwie so ;)......von daher kann ich für mich nur sagen, dass ich weiß wo der Hase im Pfeffer liegt und ich selbst meine beste Therapeutin bin, indem ich mir regelmäßig mal einen sanften Tritt ins Popöchen gebe und mein Leben etwas korrigiere.

Liebe Grüße

Slowly

Peters
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Beitrag von Peters » 30.09.2015, 16:19

Hallo Karsten,

ich habe wegen meiner Depression/Somatoformen Störung angefangen zu saufen und so liegt es für mich auf der Hand zwecks Risikominimierung und Rückfallvermeidung eine Terapie , sei es stationär oder ambulant , zu machen.

In meinem Fall stationär da Ich mich so zu 100% auf die Verhaltenstherapie konzentrieren kann.

mfg
Peter,

Syrinx
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Beitrag von Syrinx » 22.10.2015, 17:10

Hallo Karsten!

Gründe, die für eine Therapie sprechen?

Vor vielen Jahren hatte ich eine Depression und habe auch eine Therapie begonnen (leider war die Dame kaputter als ich und ich bin nicht mehr hingegangen). Für mich wäre der wichtigste Grund für eine Therapie die Möglichkeit den blinden Fleck zu verkleinern. Man selbst sieht sich immer anders, als dies andere tun. Durch bestimmte - teilweise auch erlernte - Mechanismen haben wir gerade im Bereich unserer Ängste einen Tunnelblick. So sehr wir uns auch abmühen, wir würden nicht das sehen, was direkt vor unseren Augen ist. Und genau hier kann ein Mensch, der davon Ahnung hat, einhaken und das Problem (vielleicht) identifizieren.
Aus diesem Grund bin ich auch hier im Forum und es hat mir sehr geholfen! Es ist nichts anderes als eine Erweitung meines Horizontes.
Ich stelle mir das mal so wie eine Muskelverspannung vor. Es ist ein Knoten... und ein guter Masseur kann diesen Knoten finden und dabei helfen ihn zu lösen.
Und sie haben Fachwissen, bzw. sollten es. Sie kennen Zusammenhänge, die ich nicht kenne oder deren ich mir nicht bewusst bin.

Es ist aber sehr schade, dass es so wenige wirklich gute Therapeuten gibt. Doch wenn man Glück hat, kann das eine wirkliche Bereicherung sein.

LG Syrinx

Karsten
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Beitrag von Karsten » 22.10.2015, 17:17

Hallo Syrinx,

das man sich selbst anders sieht, stimmt aus meiner Sicht auch.
Wir reden ja hier auch immer davon, sich aus den eigenen Gedanken zu befreien und sie vor allem auch in Frage stellen zu können.
Wenn man immer nur mit Alkohol gelebt hat, kann man ja gar nicht wissen, was ein Leben ohne Alkohol bedeutet.

Ob es eine Therapie oder ein Psychologe sein muss, sollte jeder selbst entscheiden.
Wichtig finde ich aber, dass man sich vorher Gedanken darüber macht, wie du gerade, und nicht nur eine Therapie macht, weil sie angeboten wird.

Gruß
Karsten

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Barthell
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Beitrag von Barthell » 25.04.2016, 15:26

Ohne viel Erfahrung im Bereich Therapie ist meine Überlegung weshalb ich in eine Therapie möchte:

- Ortswechsel! Ich lebe 24/7 mit den gleichen Menschen zusammen, oft über einen Zeitraum von mehrerern Monaten mit einem stark eingeschränkten Freizeitangebot. Ich vermute, dass mir das hilft einen Weg zu finden entweder einen Anderen Ort (oder Job) für mich heraus zu kristallisieren oder zumindest Möglichkeiten aufzeigt wie ich in einem begrenzten Umfeld für mich Ablenkung, Übungen etc. finde die ich dann natürlich selbst ausführen und für mich evaluieren muss.
- Information und praktische Übungen zum Leben ohne Alkohol. Das Angebot an Alkohol im Leben ist nahezu unüberschaubar, hier Herangehensweisen und Infos zu bekommen wie man z.B. etwas vermeiden/verhindern kann, welche Lebensmittel an die man nicht so direkt denkt man vermeiden sollte etc.
- Zeit ... wenn sich nicht massiv etwas ändert habe ich nicht die Möglichkeit zu einer realen SHG zu gehen daher scheint mir eine 6-12 Wöchige Therapie "einfacher" Umsetzbar. (über den Punkt kann man gerne diskutieren je nachdem wo ich in 2 Monaten beruflich stehe)

- Nicht dass mir dort Verantwortung abgenommen wird, die muss ich selbst übernehmen.

Ghiuirgean

Beitrag von Ghiuirgean » 08.07.2016, 06:53

Allo
Wichtig finde ich aber, dass man sich vorher Gedanken darüber macht, wie du gerade, und nicht nur eine Therapie macht, weil sie angeboten wird.
Doch, weil sie angeboten wird. Was genau spricht denn da gegen?

Und welche Gedanken sollen das sein, die man sich machen sollte?
Im Vorstellungsbereich machen sich die Leute Gedanken darüber, ob
sie zum Arzt gehen sollen oder ob sie eine Entgiftung machen sollten.
Mit nem bißchen Pech bin ich gerade mal 3 Wochen nüchtern nach der
Entgiftung und überlege ernsthaft, ob ich weitere therapeutische Hilfe
in Anspruch nehmen möchte?

Lieben Gruß
Ghiuirgean
>> Sorgen Sie dafür, daß es Ihnen gut geht. <<

Karsten
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Beitrag von Karsten » 08.07.2016, 09:28

Hallo Ghiuirgean,

ich könnte ja nur meine eigenen Beweggründe nennen, was bei mir dagegen gesprochen hat und ich die vor ca. 23 Jahren bereits beantragte Therapie dann nicht angetreten habe.

Gruß
Karsten

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