Bereitschaft zur Veränderung

Sonstige Suchthilfe und Hilfe zum Thema Lebenshilfe, Alkoholsucht, Umgang mit Alkohol und Alkoholkrankheit, Selbsthilfegruppen für Hilfe bei Alkohol, Alkoholkrankheit bzw. Coabhängigkeit und für Angehörige.
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Karsten
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Bereitschaft zur Veränderung

Beitrag von Karsten » 27.11.2015, 16:20

Hallo,

ich habe gerade bei einer Suchtkrankenhilfe eine Voraussetzung für die in Anspruchnahme dieser Hilfe gelesen.
Unter Anderem stand da dass eine Bereitschaft zur Veränderung vorhanden sein muss.

Ich halte das nicht nur für eine Voraussetzung, sondern für unbedingt nötig, denn sonst macht doch Hilfe überhaupt keinen Sinn, wenn man sich nicht ändern möchte.

Um ein besseres Leben zu erreichen, muss man sich halt ändern und kann nicht nur darauf bauen, seine Umwelt verändern zu wollen.

Gruß
Karsten

Martin

Beitrag von Martin » 19.12.2016, 21:00

Hallo Karsten,

ich bringe das Thema wieder noch oben, denn ich find es wichtig.
Unter Anderem stand da dass eine Bereitschaft zur Veränderung vorhanden sein muss.
Wenn ich so einige Beiträge von "Frischlingen" :lol: lese frage ich mich weshalb sie überhaupt aufgehört haben zu saufen.

Als ich endlich nicht mehr saufen musste kam ich nicht auf die Idee nach zB. 14 Tagen oder 1-3 Monaten

auf Veranstaltungen zu gehen wo Alkohol fließt.

Gerade jetzt vor Weihnachten und dem Jahreswechsel lese ich schon wieder die Pläne,

einige sind aber alles andere als alkoholfrei.

Ich kann nur raten sich ganz genau zu überlegen ob am Anfang eine Feier unter diesen Umständen sein muss :!:

LG Martin

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 19.12.2016, 23:21

Hallo!

So ist es.

Ich erlaube mir auf Bernd Tränhardt zu verweisen: http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic34869.html

Wie sagt er so schön: "Lass das erste Glas stehen und änder dein gesamtes Leben". Nur so wird es was mit der Abstinenz.

Aber so Exemplare, die nach wenigen Tagen leichtester Trockung auf "alkoholgeschwängerte" Veranstaltungen rennen gab und gibt es zuhauf. Ich kann mich nicht entsinnen, dass solch ein Verhalten auf Dauer gut gegangen ist.

Gruß Carl Friedrich

Barthell
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Beitrag von Barthell » 20.12.2016, 16:58

Hallo sehe ich Ähnlich,

der Wille zur Veränderung ist Vorraussetzung, aber kein Garant.
Nur ohne Veränderung wird es ziemlich sicher nix,

haben wir ja meist oft genung vorher probiert und sind auf die Nase gefallen!

Welche Veränderungen es nun genau sind ... da muss man tiefer einsteigen... aber für mich war die Veränderung im Leben, die Bereitschaft etwas zu ändern der wichtigste Schritt bisher.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 03.01.2017, 11:15

Hallo Barthell,

in der Regel versuchen es ja Alkoholiker/innen auch oft selbst, vom Alkohol wegzukommen oder versuchen auch weniger zu trinken.

Wenn man dann erkannt hat, dass es nicht funktioniert, kann es ja nur noch anders funktionieren, als man selbst immer geglaubt hat.

Veränderungen sind natürlich keine Garantie für ein alkoholfreies Leben, aber ohne Veränderungen ist die Chance, die eh schon recht gering ist, noch kleiner.

Gruß
Karsten

Martina02

Beitrag von Martina02 » 09.01.2017, 15:58

Hallo.

Das ist jetzt aber kein lustig machen oder lästern über frisch Abstinente oder?

Ich kann mir vorstellen, das das soziale Umfeld da eine prägnante Rolle spielt. Denn oft sind der Beruf, Kollegen, Freunde, Stammdiskotheken,Familie und Traditionen mit dem eigenen (Trink)Verhalten verknüpft und es wird versucht das Umfeld unter ausschließlich eigener Veränderung so beizubehalten und dazugehören.(da können auch Verlustängste mit einhergehen usw)

...Und genau das macht es schwer bis nicht machbar.
Oder es geht denjenigen noch nicht schlecht genug, was zu wünschen bliebe.

Im Verständnis der Spaßgesellschaft, "was kostet die Welt" und "lebe heute" wird der Ernst der Lage schnell vergessen.

Vielleicht erinnert Ihr Euch ja auch nochmal, wie schwer es schon war mit den Entzugssymptomen klarzukommen und den erschütterten Selbstwert zu restaurieren.
Trockene Einsamkeit ist auch nicht für jeden was.

Kann mir auch vorstellen das Überheblichkeit nach vielen Jahren dann ebenfalls zum Rückfall führen kann - auch wenn schon vieles bewältigt wurde.

Gruß
M.

Martina02

Beitrag von Martina02 » 09.01.2017, 16:07

Martin hat geschrieben: Wenn ich so einige Beiträge von "Frischlingen" :lol: lese frage ich mich weshalb sie überhaupt aufgehört haben zu saufen.
Den Satz find ich wirklich unter aller Sau und dann noch in nem separatem Thread.... :roll:

Martin

Beitrag von Martin » 09.01.2017, 16:26

Hallo Martina,

ich habe kein Problem damit dass du den Satz "unter aller Sau" findest.

Ich bin seit 10 Jahren in unserem Forum und habe oft genug erlebt dass "Frischlinge" sich überschätzen :!:

Erst haben sie keine Probleme mit dies und jenem und dann sind sie verschwunden

oder melden sich nach einem Rückfall wieder.

Mich wundert es auch nicht dass so eine Reaktion kommt, ich dachte nur es würde nicht so lange dauern.

LG Martin

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