Barthell; Kurzvorstellung und Fragen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Barthell
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Beitrag von Barthell » 11.04.2017, 20:31

Hallo Carl Friedrich, Hallo Karsten,


Ja, ich habe mich in den letzten Tagen gefragt ob ich das öffentlich schreiben soll.

Und am Ende: das Internet vergisst nicht, wenn in 10 Jahren jemand sucht weil er sich fragt was er tun kann: hier steht ein Weg.

Der Weg den ich zu meinem jetzigen Stand anderen Empfehlen würde. Und genau die Frage habe ich mir nach der Flasche auch gefragt: was würde ich mir empfehlen?

Zum Andern habe ich gesehen was ein Kalter Entzug anrichten kann, das wollte ich auch noch mal zeigen.

Zudem: Alkoholismus ist eine Krankheit bei der Rückfälle nunmal vorkommen und Offenheit ist ja auch ein Grundbaustein. Wenn ich das nicht geschrieben hätte, hätte ich im Öffentlichen gar nicht mehr schreiben können. Würfe sich falsch anfühlen.

Grüße

Barthell

Karsten
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Beitrag von Karsten » 11.04.2017, 20:52

Hallo Barthell,

zur Einsicht ist es bestimmt ganz wichtig, auch zu den Rückfällen zu stehen.
Sich dann woanders auszutauschen, wäre ja auch eine Art weglaufen.
Ich habe es ja schon mal geschrieben, dass ich mir auch immer wieder von den gleichen Stellen Hilfe gesucht habe, weil ich es richtig fand.
Ein Rückfall ist keine Schwäche, wenn man dazu steht.

Gruß
Karsten
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Slowly
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Beitrag von Slowly » 12.04.2017, 07:14

Hallo Barthell,

ich bin einmal mehr begeistert, wie umsichtig du deine angestrebte Trockenheit verwaltest.

Wenn du den Rückfall mit deinem Psychologen auseinanderklamüselt haben wirst, vielleicht hast du Lust mal hier ganz kurz zu berichten.

Ich glaube ganz fest an dich.

LG Slowly

kamarasow
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Beitrag von kamarasow » 12.04.2017, 11:16

Hallo Barthell,

schön, dass du so offen berichtet hast. Viel Erfolg auf deinem Weg.

Viele Grüße

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 13.04.2017, 18:57

Hallo Barthell,

lese erst jetzt von Deinem Rückfall und kann mich dem Rest nur anschließen...ein Rückfall ist Sche***, keine Frage, aber Du hast richtig und v.a. schnell reagiert (bevor Du wieder in der Spirale landest) und es war definitiv richtig, Dich hier zu outen. Es muß jeder seinen eigenen Weg gehen, wichtig ist, ihn wiederzufinden, auch wenn man ihn kurzzeitig verlassen hat.

Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

Andreas

Barthell
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Beitrag von Barthell » 18.04.2017, 09:15

Ich hatte ja schon in der Geschlossenen geschrieben ;)

Heute Nachmittag erstmal EInzelstunde und dannach Gruppenstunde beim Therapeuten, vielleicht bin ich dann schlauer...

Barthell
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Beitrag von Barthell » 19.04.2017, 15:10

Hallo zusammen,

Ich war heute bei der Sozialberaterin im Betrieb, habe mich auch da noch einmal "geoutet".

Zudem hatte ich ja gestern eine Einzeltherapie sowie eine Gruppenstunde.

Eine Mögliche Ursache: innere unsicherheit, Angst, der Körper macht etwas unkontrollierbares, dazu werde ich "eingesperrt" und im Unklaren gelassen.

Das hat dazu geführt dass ich auf "angelerntes Verhalten" geschaltet habe und die antrainierten Verhaltensweisen (Saufen gegen Stress) haben übernommen.

Als Gegenmaßnahme könnte ich z.B. üben mehr zu Fragen. also in dem Fall ganz konkret, dem Arzt so lange auf den Wecker gehen bis ich ne Antwort habe bzw. irgend nen Anhaltspunkt.
Dieses "ich will nicht Fragen" ist ein ganz tiefer Bestandteil meines Lebens, ebenso wie ich viele Gefühle einfach ünterdrücke/unterdrückt habe.

Im beruflichen Umfeld fällt es mir mittlerweile etwas leichter, im Privaten muss ich daran arbeiten.

Gleichzeitig war ich ja von der Wucht und von der Plötzlichkeit wie es mir in dem Moment vorkam schlicht überwältigt. Auch da kann ich ansetzen. Genau wie ich im "Notfall" jedem raten würde nicht spontan los zu rennen und zu Hoffen irgendwo an zu kommen, erst mal Ruhe bewaren, einen Schritt zurück machen, Tee trinken, Bestandsaufnahme machen.
Im Bereich Überlebenstechniken eine Selbstverständlichkeit für mich.

Ich weiss prinzipiell wie es geht, nur die alten, eingeschliffenen Muster will ich halt erst einmal erkennen und eben umtrainieren.
Das es geht weiss ich. Es gibt genug Sachen wo ich angelernte Reflexe umtrainiert habe.
Im Kampfsport z.B. wenn mir jemand zwischen die Beine treten will. Reflex früher war: Mit den Händen irgendwie dazwischen gehen. Nach etwa 2.000.000 Wiederholungen geht jetzt das Knie dazwischen ...

Oder: wenn ein Messer runterfällt greife ich nichtmehr danach...

Also man kann antrainierte Verhaltensweisen und Reflexe umtrainieren. Und genau daran werde ich die nächste Zeit arbeiten.

Paralell dazu werde mein Gefühlstagebuch wieder aufnehmen bzw. jeden Abend einfach mal 2-3 Sachen aufschreiben die an dem Tag gut getan haben oder die mich gefreut haben.

Für mich persönlich war es vom Kopf her klar, dass ich weiter offen sein muss. Einfach weil ich Lügen und verheimlichen hinter mir lassen will.
Und weil das erste Geheimnis zum 2. führt usw. und ich Ruck-Zuck wieder in alten Verhaltensmustern feststecke.

Barthell
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Beitrag von Barthell » 27.04.2017, 16:14

Noch einmal ein "Mutmacher" für alle Zögerlichen:

Nachdem meine Führungskraft gewechselt hat bin ich heute zu meiner neuen Führungskraft gegangen und habe sie ebenso informiert.

Auch hier schlug mir jetzt kein Hass oder Wiederwillen entgegen sondern eher Zögerlichkeit weil sie nicht weiss wie sie damit umgehen soll, aber im Großen und Ganzen war die Rückmeldung auch hier positiv.

Klar kann man jetzt sagen, dass es in einer großen Firma leichter ist als in einem 2 Mann Betrieb, aber ich muss sagen mir ist es das wert.

Ein Schritt weiter weg von den alten Verhaltensmustern Lügen und verschleieren.

Wie mir im Geschlossenen geraten wurde: "Ich muss nur brutal ehrlich zu mir selbst sein" Das ist wahr, aber es fällt mir persönlich leichter wenn ich zumindest "normal" ehrlich zum Rest der Welt bin. Ein Hintertürchen weniger.

Grüße

Barthell

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