Es ist ein langer Weg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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lalu14
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Beitrag von lalu14 » 17.02.2017, 21:59

Mir geht es gut. Ich lebe abstinent und übe weiter Trockenschwimmen.

Ich lese täglich hier im Forum, draußen und drinnen. In der Geschlossenen schreibe ich zwar mehr und doch ist mir der offene Bereich auch wichtig!

Und mal ganz unter uns Gebetsschwestern: wer, wenn nicht wir, wissen am besten, dass sich das Leben von heute auf morgen ändern kann.
Und dann heißt es erst einmal, auf sich achten, dafür sorgen, dass es einem gut geht. Hilfe holen, Hilfe annehmen.

Und verdammt nochmal darauf bestehen, dass man selbst für eine gewisse Zeit im Mittelpunkt steht und Rücksicht einfordern. Ja!
Und die klugen Ratschläge der Unwissenden mal geschmeidig ignorieren.
Und die tollen Vorschläge der Ahnungslosen milde lächelnd zur Seite legen.
Nur diejenigen, die in der Materie stecken, können ahnen, vielleicht auch wissen, was gerade gut tut, was gerade gebraucht wird, was getan werden muss und was eben völlig daneben ist.

Boah! Bin ich heute kryptisch. :?

Setzt Alkohol ein oder ein anderes Thema. Verstehe meinen Text wer will.
Wenn nicht... auf Nachfrage wird nicht geantwortet, dann ist es eben nur meins.

allen Usern, Rauchern, Nichtrauchern, Saft-, Tee-, Kaffee- und Wassertrinkern eine geruhsame Nacht und einen nüchternen Samstag

lalu

Correns
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Beitrag von Correns » 18.02.2017, 08:25

lalu14 hat geschrieben:...Boah! Bin ich heute kryptisch...
Guten Morgen lalu, Du Trockenschwimmerin,

mir kam Dein Post überhaupt nicht kryptisch vor.
Ich fand ihn eher gut und erhellend.

Ich bringe jetzt selbst auch mal was Kryptisches:

Hier draußen im offenen Bereich tauchen
die unterschiedlichsten Menschen auf.
Und die bringen - das liegt in der Natur der Sache -
ganz unterschiedliche Meinungen mit.
Und auch ihre Vorbildung, was unsere Krankheit betrifft,
ist ganz unterschiedlich.

Immer wieder bleibt ein Neuzugang bei uns "hängen"
und wird zu einem Dauergast.
Und mancher Dauergast entschließt sich für eine Mitgliedschaft
im erweiterten Bereich.

Hier draußen findet die Trockenarbeit statt.
Und drinnen sind die Leute, die das Forum finanziell tragen.

Viele Grüße
Correns

Penta
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Beitrag von Penta » 18.02.2017, 08:38

Guten Tag Lalu,
Und verdammt nochmal darauf bestehen, dass man selbst für eine gewisse Zeit im Mittelpunkt steht und Rücksicht einfordern. Ja!
Und die klugen Ratschläge der Unwissenden mal geschmeidig ignorieren.
Und die tollen Vorschläge der Ahnungslosen milde lächelnd zur Seite legen.
Nur diejenigen, die in der Materie stecken, können ahnen, vielleicht auch wissen, was gerade gut tut, was gerade gebraucht wird, was getan werden muss und was eben völlig daneben ist.
ich setze mal Alkoholismus ein und stimme nicht damit überein, denn es fehlt für mich das Wichtigste, die Bereitschaft, über seinen eigenen Schatten zu springen, sich zu überwinden, Eitelkeiten beiseite zu legen, um am Ende das zu tun, was nötig ist. Beratungsresistenz erschwert die Trockenheitsarbeit.
Ohne nass zu werden, hat sich noch niemand gewaschen.
Das übertrage ich durchaus auch auf andere Situationen meines Lebens.

Schönen Gruß,
Penta

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 18.02.2017, 16:21

Danke Penta und Correns für euren Besuch.

Ich habe mir ein ruhiges Wochenende verordnet, es eigentlich ärztlich verordnet bekommen :roll:

In den letzten Wochen wurde die Belastung auf Arbeit immer mehr, ein Ende nicht in Sicht. Die Wochenenden haben mich immer wieder entspannen lassen. Es ist also der richtige Ansatz. Belastung und Entlastung. Ying und Yang.

Nun kommt noch die Sorge um einen Familienangehörigen dazu. Ich muss und ich werde auf mich aufpassen.

Gerade auch hier lese ich, dass in kritischen Phasen sich zeigt, wie belastbar das eigene System schon ist. Und Pausen, Entspannung, Achtsamkeit wichtig sind.

Ups.... Jetzt kommt der Besuch... Kaffee und Kuchen... na vielleicht komme ich heute noch mal vorbei...

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 18.02.2017, 21:31

Vorbei komme ich noch mal ... mag jetzt aber hier nicht mehr schreiben.

Verkrümel mich in ein interessantes TB und lese ein wenig.

Kann ich wärmstens empfehlen, die Fädchen der alten Hasen zu lesen.
Besser als jedes Buch über Sucht oder Co. weil aus dem Leben gegriffen.

lalu

Gauguin
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Beitrag von Gauguin » 18.02.2017, 22:13

Hallo Lalu,

du klingst nicht kryptisch, du klingst entschlossen.

Einen schönen Leseabend wünsche ich Dir.

Wo kann man Karsten ein gute Besserung wünschen?

Lieben Gruß

Gauguin

Gedankenblatt
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Beitrag von Gedankenblatt » 19.02.2017, 13:29

Hallo lalu14,

in meinem unbeholfenen Versuch, die Gefühlswelt eines Süchtigen zu verstehen, bin ich hier bei Dir hängen geblieben. Ich habe alle Deine Einträge hier im offenen Bereich gelesen, manche mehrmals, und ich bin einfach fasziniert von der Art, wie Du schreibst und wie Du kämpfst.

Ich bin neu hier, ein erwachsenes Kind einer Alkoholikerin, vielleicht (früher?) Co-abhängig, keine Ahnung. Ständig bei dem Versuch, es richtig zu machen und eine Alkoholikerin richtig zu unterstützen. Immer wieder dabei gescheitert. Ich konnte nie verstehen, was in ihr vorgeht, und sie kann nur sehr selten darüber reden. Und wenn, dann ist immer dieses Misstrauen.

Daher muss ich dir jetzt mal ein ganz großes Dankeschön aussprechen. Danke für deine "brutale Ehrlichkeit", danke dass du deine Gedanken auch hier im offenen Bereich teilst, und mir ein Stück weit hilfst, diese Welt zu verstehen.

Was ich an Neuerkenntnissen von dir gewonnen habe, sind besonders die Kleinigkeiten (besser gesagt: was ich für Kleinigkeiten hielt), die Dir den Alltag schwer machen. Einkaufen und am Alkoholregal vorbeigehen. Ich weiß, dass meiner Mutter das auch teilweise schwer fällt. Ich konnte es bis jetzt nur nicht wirklich nachvollziehen. An einem guten Tag hat sie mir einmal erzählt, dass sie den Schnaps schon in der Hand hatte.... und dann hinter dem Regal eine bekannte Stimme hörte, und die Flasche gleich wieder zurückstellte. Das ist vielleicht das Gute daran, wenn man in einem kleinen Ort wohnt, wo fast jeder jeden kennt. Man will nicht "erwischt" werden.

Oder auch das Thema Alkohol in der Öffentlichkeit. Super, dass Du einfach abgelehnt hast! Ich lehne auch oft Alkohol ab (ich bin keine Alkoholikerin, aber ich mag einfach keinen Sekt und keinen Schnaps). Bisher kam nur einmal ein blöder Spruch ("oha, schwanger oder was?"). Aber sowas ist mir egal. Es machen sich deine Mitmenschen sicher sehr viel weniger Gedanken darüber als Du selber. Sie trinkt halt nichts, na und. Deine gedanklich vorliegenden Antworten darauf (Posting vom 23.1.) finde ich super!

Du schreibst auch in einem deiner früheren Beiträge, Alkohol darf absolut nicht griffbereit sein. Das hat mir sehr zu Denken gegeben. Ich wusste nicht, dass die Versuchung so groß ist. Meine Mutter sagt immer, es würde ihr nichts ausmachen, wenn in ihrem Umfeld getrunken wird. Jetzt denke ich, das stimmt nicht. Sie versucht nur, uns gegenüber selbstlos und sozial zu sein. Der falsche Weg, wie ich leider schon oft festgestellt habe. Wie du schreibst, liebe lalu14, "vorsichtiger Umgang mit einem selbst". Das ist wichtig, und das werde ich jetzt im Hinterkopf bewahren und vielleicht, wenn sich die Situation ergibt und meine Mutter und ich einen guten Tag haben, sie einmal darauf anreden. Vorsichtiger Umgang mit sich selbst.

Danke liebe lalu14 für deine aufrichtigen Worte hier, es ist ein langer Weg, aber du gehst ihn konsequent, und ich werde weiterhin mitlesen.

Liebe Grüße und alles Gute weiterhin! :wink:
Gedankenblatt

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 19.02.2017, 18:56

Hallo Gedankenblatt,

Ich habe dir in deinem Fädchen geantwortet.

Eins möchte ich hier aber sagen. Ich kämpfe nicht gegen den Alkohol, den Alkoholismus, meine Krankheit.
Den Kampf habe ganz schnell aufgegeben. Kapituliert. Der Alkohol ist ein Gegner, den es nicht zu besiegen gibt. Aussichtslos.

Gekämpft habe ich anfangs, dann aber konnte ich hier im Forum lesen, das ein Kampf nicht lohnt. Bedingungslos kapitulieren ist der einzige Weg für mich und viele andere. Und so geht es für mich nun bald neun Monate gut... Okay, einen Rückfall im November werde ich nie verschweigen, aber ich habe daraus ganz viel lernen können. (Habe ich bestimmt ausführlich beschrieben hier).

Warum schreibe ich weiter regelmäßig hier?
Ich bin zum Beginn meiner Trockenübungen hier im offenen Bereich gut aufgenommen worden. Und ich habe in den ersten Tagen ganz, ganz viel gelesen. Und konnte so einen ersten schmalen, nebligen Weg finden, den ich dann gegangen bin.
Und somit ist hier draußen ganz wichtig und ich kann heute schon was zurück geben, was ich selbst erhalten habe.
Find ich gut, kann und wird so bleiben. ( :wink: Aurora)

Wenn es das Forum nicht geben würde, dann weiß ich nicht, ob ICH es bis heute geschafft hätte, abstinent zu leben. Nein, ich glaube nicht... ICH hätte es nicht geschafft, weil ich hier soviel Informationen erhalten habe, sozusagen aus erster Hand. Hätte ich nur mit rSHG, Suchtberatung und Büchern nicht annähernd an Wissen und Unterstützung gehabt.

Also kann ich ja heute mal danke sagen an meine Wegbegleiter hier draußen und drinnen.

Habt alle einen schönen und nüchternen Sonntagabend.
Morgen ist ein neuer Tag.

Lg lalu... die ein sehr entspanntes Wochenende hatte :lol:

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