Wann ist der richtige Zeitpunkt?

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Sunas

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Beitrag von Sunas » 08.08.2006, 14:58

Hallo,

wie sag ich´s meinem Mann?

In letzter Zeit habe ich mich mal wieder, wie schon oft, intensiver mit dem Thema Alkohol auseinandergesetzt.

Fakt ist jetzt für mich: Ich will und kann mit dem Alkoholkonsum meines Mannes nicht mehr. Dieses auf und ab macht mich selber ganz krank.

Ja, aber wie setze ich diese tolle Erkenntnis jetzt um? Trennen möchte ich mich nicht. Lieber würde ich ihn auf dem Weg in die Trockenheit begleiten.

Aber solange er sagt: "Ich kann nicht aufhören" ..... :cry:

Im Moment möchte ich zaubern können, oder eine Wunderlampe haben oder,oder......

Ich weiß, dass es auch an mir liegt. Weils ihm noch "zu gut" geht.


Irgendwie drehe ich mich im Kreis. Was nützt mir im Moment all mein theoretisches Wissen um die Alkoholkrankheit? :?:

Herzliche Grüße - sunas

Karsten
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Beitrag von Karsten » 08.08.2006, 15:10

Hallo Sunas,

Dein Wunsch Deinen Mann in die Trockenheit zu begleiten ist verständlich.
Wenn Du ihm helfen möchtest, rede in einem Gespräch von Dir.
Erzähle von Deinen Träumen, von einem Mann, der dies und das mit Dir macht. Ein Mann, zu dem Du voller Stolz aufblicken kannst, der Dir im Haushalt hilft, bei den Kindern hilft, mit dem Du zu Deinen Verwandten und Freunden gehen kannst und vieles mehr, was Du Dir für die Zukunft in einer Partnerschaft wünscht.

So wie Du Deinen Mann beschrieben hast, wird er merken, dass Du Dir einen anderen Mann wünscht, der er nicht ist.
Dan liegt die Entscheidung bei ihm, ob er sich Deinem Wunschmann etwas nähert oder ob er weiter trinkt.

Wenn er dann zur Einsicht gekommen ist, sollte Dir auch klar sein, dass bei einer dauerhaften Nüchternheit vielleicht ein Mann zum Vorschein kommt, der Dir nicht passt.
Auch ist eine konsequente Lebensveränderung von Dir erforderlich, die ihm hilft und unterstützt.
Dazu gehört ein alkoholfreies Zuhause, auch für Dich. Vermeidung von Sizuationen, wo es nur ums trinken geht, wie Partys oder Ähnliches.
Offenheit und Ehrlichkeit der näheren Umwelt gehören auch dazu.

Es werden viele Dinge auf Dich zukommen und ein ständiger Zweifel bleibt ein Leben lang.

henri
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Beitrag von henri » 08.08.2006, 20:21

Hallo Sunas

Eine Trennung ist immer das letzte Mittel, das man anwenden soll. Rede so mit ihm wie Karsten es dir geschrieben hat. Wenn dein Mann sagt: „Ich kann nicht…“ dann heißt das doch soviel wie, „er will nicht“. Aber, wenn er nicht in der Lage ist, wie er sagt, dann gibt es doch nur die eine Schlussfolgerung, er muss etwas dagegen tun und sich dabei helfen lassen. Es wird also darauf hinauslaufen, dass er eine Entgiftung machen muss und danach möglichst auch eine Therapie. Ich glaube, was da in Frage kommt muss ich dir nicht alles aufzählen, das weißt du selbst.

Wenn dein reden mit ihm alles nichts nützt, erst dann kannst du dir eine Trennung überlegen. Darüber mach dir aber vorerst mal keine Sorgen, sondern probier erst mal mit ihm vernünftig zu reden.

Lieben Gruß
Henri

Diandra
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Re: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Beitrag von Diandra » 08.08.2006, 22:38

Sunas hat geschrieben:
Aber solange er sagt: "Ich kann nicht aufhören" ..... :cry:

Im Moment möchte ich zaubern können, oder eine Wunderlampe haben oder,oder......

Ich weiß, dass es auch an mir liegt. Weils ihm noch "zu gut" geht.


Irgendwie drehe ich mich im Kreis. Was nützt mir im Moment all mein theoretisches Wissen um die Alkoholkrankheit? :?:

Hallo liebe Sunas,

Er sagt: Ich kann nicht aufhören.
Klingt so, als wenn er gerade an dein Mitleid appelliert.

Hast Du schon klar und deutlich gesagt: Ich kann mit Deiner Trinkerei nicht mehr leben; den Geruch nicht mehr ertragen, mag dein verändertes Wesen nicht mehr.

Ich denke auch, an Trennung musst Du noch nicht denken. Aber Du musst ihm klarmachen, dass Du nur dann für ihn dasein möchtest, wenn er nüchtern ist. Damit er wieder dieser tolle Mann wird, den du an deiner Seite haben möchtest.

:D Solltest Du es schaffen zu zaubern oder besagte Wunderlampe finden *hüstel* und *schon.mal.aufzeig* würdest Du mir den Trick raten oder die Lampe weiterreichen :)

Wann der richtige Zeitpunkt dafür ist ? Ich denke wir kennen genügende Situationen die sich immer wieder ergeben, um darauf zu sprechen zu kommen - oder etwa nicht Sunas ? Fass Dir ein Herz und sprich es aus.

*drück.Dich*

Diandra

JARA
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Registriert: 04.06.2006, 04:26

Beitrag von JARA » 09.08.2006, 05:04

hallo sunas
mein mann hatte auch emense alkoholprobleme. er trank manchmal bis zu 18dosen bier am tag.
erblich belastet, hat er auch immer mit diabetis zu tun. durch seinen enormen bierkonsum waren seine zuckerwerte natuerlich einen katastrophe.
ich hatte es nicht fertig gebracht mit ihm ueber sein alkoholproblem zu sprechen, war wie ein riegel davor. einmal hatte ich es versucht und er hatte einen kompletten ausraster, seitdem hatte ich auch angst mit ihm darueber zu sprechen.
nun ja eines tages habe ich mein heil in der frage gesucht was eigentlich seine zucker- und triglizeridewerte machen. es waere an der zeit das sie mal wieder unersucht wuerden.
er hat zwar bockig reagiert aber ist doch zur blutabnahme gegangen. die werte waren komplett eine katastrophe. er war stark herzinfarkt und schlaganfallgefaehrdert.
von dem tag an hat er kein bier mehr angefasst. ihm war wohl bewusst geworden wie schnell das leben zu ende sein kann.
momentan geht es ihm mal gut und mal schlecht. er redet jetzt auch mit mir offen darueber das er alkohoprobleme hat und diese probleme in den griff bekommen moechte. seine leistungskurve sinkt nach dem mittag immer ganz gewaltig ab und er ist wie erschlagen. er meint das das vom alkoholentzug kommt.
ich bin sehr gleucklich das mein mann nicht mehr trinkt, er ist ein ganz anderer mensch geworden. :D
vielleicht versuchst du auch mal diesen weg zu gehen mit deinen mann.
lg jara

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