Hilflos und Angst

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
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Knuffie
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Hilflos und Angst

Beitrag von Knuffie » 11.07.2016, 00:35

Narbend zusammen

Ich fühle mich derzeit sehr ängstlich und mache mir große Sorgen um jemanden den ich sehr liebe. Er hatte am 2.6.16 einen Rückfall für ca. 3 Tage und hat sich dann wieder selber rausgeholt weil er zu einem Vorstellungsgespräch musste und wie er sagte, es sich nicht leisten könne zu trinken. Ich war zu diesem Zeitpunkt zu Besuch und bin nach seinem Vorstellungsgespräch wieder zurück in meiner Stadt. (Wohne 200 km entfernt) Eine weile schien es gut zu gehn und er war trocken. Durch ein fatalen Fehler seines Arztes einfach mal eben die Tabletten zu streichen, die man eigentlich ausschleichen muss, bekam er total mit absetz/entzugserscheinungen zu tun. Um den Druck auszuhalten griff er vor verzweifelung zum Bier...erst nur 5 Flaschen am Tag verteilt...Eine Woche später war es dann Wodka. Das war letze Woche. Er rief mich an und sagte es ginge nicht mehr so weiter und das er in die Klinik muss. Sein Freund würde ihn fahren. Er hatte den Freund auch angerufen und ich hatte derzeit schnell bei seinem Arzt schon mal wegen der Einweisung angerufen.
Jetzt das Problem seit letzter Woche zögerte er es dann immer Tag für Tag raus. Sagte seinem Freund ne heute nicht weil...(immer irgendein Grund) Im Endeffekt telefonierte er am Donnerstag nachts das letzte mal wo er mir sagte er habe Angst vor den Ärzten da sie alle so grob im Verhalten wären und er habe auch Angst vor der Entgiftung im KH da sie dort wohl schlimmer sei. Ich versuchte ihm Mut zu machen auf sachlicher Ebene. Am gleichen Tag bekam ich dann ein Anruf von seinem Freund dass mein Schatzi ihn anrief und ihm sagte er hat Angst vor seinem Freund weil er sehr rabiat und ihn damit Druck macht. Er sagte ihm dann er würde den Krankenwagen selber holen und ins KH. Danach meldete er sich nicht mehr. Ich hatte dann alle KHs abtelefoniert um zu gucken wo er hin ist. Aber er war in keinem aufgenommen worden. Sprich er war Zuhause geblieben. Hat sein Handy abgeschaltet und ging nicht and Telefon. Seine Mutter sagte zu seinem Freund wir sollen uns keine Sorgen machen dass mache er wohl öfter. Der meldet sich schon wieder. Allerdings weiß ich nicht ob der Freund erwähnte das ihr Sohn Rückfällig wurde.
Gestern und heute sah ich ein Lebenszeichen auf meinem Handy, dass er Seins angemacht hatte und dann wieder aus.
Was mache ich denn jetzt...warten bis er sich meldet? Hab Angst dass er sich nicht mehr meldet und ihm in der Zeit was passiert wie Alkoholvergiftung Leber oder so. Aber will auch nicht gleich mit einem Sonderkomando die Wohnung stürmen. Ab wann sollte ich denn tätig werden? Soll ich überhaupt tätig werden?

Lg.
Knuffie

Knuffie
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Beitrag von Knuffie » 13.07.2016, 01:11

Ich wollt kurz mitteilen, dass er gestern Nacht mit demKrankenwagen abgeholt wurde. Er hatte 2,9 prom.
Er ist seit gestern in der Intensiv. Ich habe große Angst um ihn...da er nicht gut aussah leicht geblickt Haut laut Aussage seines Kumpels. Ich hatte noch nie so eine Angst um jemanden wie jetzt. :(

Morgenrot
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Beitrag von Morgenrot » 13.07.2016, 09:51

Hallo Knuffie,

herzlich Willkommen bei uns im Forum.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, das du Angst um diesen Menschen hast.
Wie gehts dir im Moment, kannst du etwas für dich tun, damit es dir besser geht, und die Angst erträglicher wird?

Ich hab mir mal einen Satz herausgenommen, da ich mir sehr gut vorstellen kann, dass du dich vielleicht im Moment mit Schuldgefühlen quälst.
Ab wann sollte ich denn tätig werden? Soll ich überhaupt tätig werden?
Wenn jemand trinkt, und er erkennbar nicht eigen- oder fremdgefährdend ist, hast du ganz große Schwierigkeiten ihn in ein Krankenhaus einweisen zu lassen.
Ganz platt gesprochen: Jeder in unserem Land hat das recht zu saufen, auch wenn es den Tod bedeuten würde.
Ist jemand im Krankenhaus, und möchte gehen nachdem der Rausch verflogen ist, dann geht er.
Die Bereitschaft etwas gegen den Alkoholismus tun zu wollen, muß von dem Betroffenen ausgehen.
Vergiss bitte nicht, du kannst absolut nichts dafür, das es jetzt so gekommen ist. Du hättest auch nichts verhindern können.

lg Morgenrot

Knuffie
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Beitrag von Knuffie » 17.07.2016, 18:11

Hallo
Er hat sich inzwischen Anfang der Woche einweisen lassen. Kam in die intensiv Station. Als er aus der intensiv raus kam, hat er sich selbst entlassen. Und ist zu einem anderen Krankenhaus wo er sich wohler fühlt darf es kennt. Ich war am Samstag bei ihm. Er hat eine Alkoholische Hepatitis sagte mir kurz vor Leberzirrhose. Also darf absolut nix mehr trinken sonst stirbt er. Er nimmt zudem noch Bentodiazipane edit:bitte keine Medikamentennamen die ihm sein Arzt plötzlich verweigerte und er deswegen ebenso im Entzug kam. Am Samstag bat er mir bei seinem Anderen Arzt diese Tabletten am Montag zu holen und Sie ihm zu bringen. Bei ihm zuhause habe ich dann in der Packungsbeilage gesehen dass man die auf keinen Fall nehmen soll bei Leberschäden.
Als ich ihm heute meine Bedenken sagte und ich es nicht verantworten kann wenn er durch mich stirbt wurde er richtig sauer und sagte mir viele Verletzende Dinge. Ich kenne ihn so nicht dass er so krass reagiert. Hat mich verantwortlich gemacht weil es so abgesprochen war und ich nun die Tabletten nicht mehr hole morgen. Hat mir Vertrauensbruch vorgeworfen und gedroht das wenn ich es seiner Mutter oder seinem Kumpel sage es mit uns war. Trotz das ich nix sagte und versuchte ihn zur Vernunft zu bringen sagte er mir leb wohl und alles gute. Bin völlig fertig jetzt...

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 17.07.2016, 22:55

Hallo Knuffie,

es tut mir sehr leid, dass es dir so geht. Ich stelle es mir sehr schwer vor, einem geliebten Menschen dabei zuzusehen, wie die Sucht ihn / er sich zugrunde richtet.

Du weißt ja, dass du das einzig Richtige tust, indem du seine Sucht nicht noch unterstützt. Er ist jetzt im Krankenhaus, wie ich dich verstanden habe. Dort wird für ihn gesorgt. Das ist nicht deine Verantwortung.

Kannst du dir für die nächsten Tage Dinge vornehmen, die dich ablenken? Gespräche mit Freunden?

Wie Morgenrot schon schrieb, du kannst nur dir selbst helfen. Wie kannst du dafür sorgen, dass es dir besser geht?

Alles Gute!
Thalia

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