Dantes Weg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
Dante
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3102
Registriert: 05.08.2006, 19:56

Dantes Weg

Beitrag von Dante » 09.08.2006, 01:12

Die Frage nach dem weiteren Weg ist natürlich schwer zu beantworten, weil ich nicht glaube, dass man sein bisherigen Leben nur eben ohne Alkohol weiterführen sollte (so einem das überhaupt gelingt). Viele alltägliche Angelegenheiten haben einzeln für sich oder in Kombination miteinander den Kern des Alkoholmissbrauchs und in der Folge der Alkoholabhängigkeit in sich.
Daraus resultieren für mich persönlich folgende Schritte:

1.
ich lass mir helfen (Sozialbetreuerin meines AG, Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe)
2.
Ich breche aus meiner häuslichen Isolierung aus (ich trank vor allem allein in meiner Wohnung)
3.
Ich gestalte meine Freizeit so, dass ich auch Freunde daran teilnehmen lassen oder die ich nicht alleine machen kann (Internet-Radio, Radtouren, ggf. schwimmen, Tischtennis)

Gerahmt ist das ganze selbstredend von dauerhafter Abstinenz. Das nehme ich mir felsenfest vor & hat ja bis jetzt auch funktioniert.

Petter
neuer Teilnehmer
Beiträge: 361
Registriert: 01.07.2006, 15:51

Beitrag von Petter » 09.08.2006, 22:01

Hallo Dante,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Entschluß und alles Gute auf Deinem neuen Weg!

In den drei Punkten hast Du für Dich eine Art "Fahrplan" gestaltet. Sehr gut! Ich denke, das ist ein richtiger Weg. Ich selber habe zum Beispiel noch nicht die richtige Selbthilfegruppe gefunden - ich weiß aber, daß ich eine brauchen (und finden) werde.

Das Ausbrechen aus der häuslichen Isolierung und damit auch die Gestaltung Deiner Freizeit wird Dir viel helfen: neue Menschen, vielleicht neue Kontakte und so weiter. Geh´wieder durch die Welt und halte die Augen weit auf. Die Welt wird sich ganz sicher auch für Dich freundlicher und offener darstellen. Mir fiel erst mit Beginn meiner Nüchternheit auf, wie sehr und intensiv sich mein Leben ändern wird und ändern muß, wenn ich das mit dem Saufen beeenden will. Vielleicht ist das ja auch ein Grund, warum man es so lange hinausschiebt...

Weiterhin viel Kraft und eine trockene Zeit!

Peter

Peter.Pan

Beitrag von Peter.Pan » 09.08.2006, 22:31

Hallo Dante,du bist auf dem richtigen Weg,pass nur auf,dass dir nicht ein paar Knüppel in den Weg geschmissen werden,gib dann nicht auf,weiter so, ohne Alk ist das Leben wieder ein Leben. Liebe Grüsse

Dante
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3102
Registriert: 05.08.2006, 19:56

Beitrag von Dante » 10.08.2006, 00:29

Mir ergeht es in vielem anders als Wutanfall. Ich fühle mich durch die geplatzte Reha unsicher, unruhig, niedergeschlagen & teilweise gereizt. Heute habe ich bei einer Selbsthilfegruppe voerbei geschaut, die auch in meiner Wohnstraße ist. Diese hat wohl ihren Schwerpunkt in gemeinsamer Freizeitgestaltung, was eigentlich recht schön ist. Aber ich scheine vom Alter nicht in diese Gruppe hineinzupassen. Außerdem habe ich bei meiner Freizeitplanung recht konkrete Vorstellungen. Heute war ich zum ersten Mal beim ESV Lok zum TT spielen. Das ging eigentlich ganz gut an. Ich habe bloß Bange, zu viel und vielleicht auch etwas falsches anzufangen.
Ich bin zur Zeit jedenfalls von sehr vielen Eindrücken benebelt, ich glaube, ich muss das erst 1 x sortieren. Fr in 8 Tagen habe ich den nächsten Termin bei der Sozialbetreuerin meines AG. Bestimmt habe ich da schon etwas zu erzählen.

Dante
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3102
Registriert: 05.08.2006, 19:56

Beitrag von Dante » 15.08.2006, 21:17

Soeben komme ich von meiner ersten SHG-Sitzung. Es ist alles sehr zwiespältig. Irgendwie fand ich, außer dass ich wie alle Anwesenden Alkoholiker bin & abstinent leben will, keine Schnittmenge.
Habe ich falsche Erwartungen? Ich will praktische Hilfe & vorsorgliche Tipps in rückfallgefährlichen Situationen, die ich mir auch gar nicht so ausdenken kann. Wie man sich einen Rückfall "baut", weiß ich gar nicht. Es ist für mich alles nicht greifbar.
Ich weiß gar nicht, ob man mir überhaupt helfen kann. Es ist sehr frustrierend. :(


Joe
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 13.08.2006, 08:16

Beitrag von Joe » 15.08.2006, 21:44

Hallo Dante. Ich kann Dich verstehen. Ich hatte Anfangs auch Probleme mit Gruppen. Allerdings bin ich in den ersten 6 Wochen jeden Abend in eine Gruppe gegangen und habe so viele verschieden kennengelernt. Ich bin auch Berliner, die Auswahl und Gruppen und Verbänden ist ja unerschöpflich. Erstmal ist einfach wichtig, dass Du in Gruppen gehst.

Joe

Dante
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3102
Registriert: 05.08.2006, 19:56

Beitrag von Dante » 19.08.2006, 13:20

Gestern hatte ich meine zweite Sitzung bei der Sozialbetreuerin meines AG. Im Mittelpunkt stand dabei mein ungünstiges Freizeitverhalten resp. die äußerst ungünstige Schichtlage zur Freizeitgestaltung. Das durchzuarbeiten hat eine volle Stunde in Anspruch genommen. Ich brachte dann noch meine abgebrochene Therapie zur Sprache & erwähnte, dass sich an meinem Wunsch danach im Grunde nichts geändert hätte. Schon gab sie mir Tipps, wie ich mit den beiden teilstationären Einrichtungen in Kontakt treten könnte.
Es gibt also bis zum nächsten Treffen in 11 Tagen eine Menge für mich zu tun. Dieses Gefühl, ziellos dahin zu dümpeln ist also erst einmal überwunden. Meine Psychotherapeutin meldete sich mittlerweile auch; bei ihr habe ich am Mo Vormittag den nächsten Termin.

Antworten