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Dantes Weg

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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la vie
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Beitrag von la vie » 30.03.2018, 12:46

Hallo Dante,
wie du deinen Weg zum „gesunden Egoismus“
beschreibst hat mich sehr beeindruckt. Wie du es von einem scheinbaren „Unempath“ geschafft hast deinen „unvernebelten Blick“ auf deine Bedürfnisse zu richten und sie mit denen der Menschen die dich lieben in einen Einklang zu bringen, ohne zu verletzen.
Wie hast du es geschafft zu erkennen, dass du Alkoholiker bist. Das würde mich sehr interessieren.
Wenn ich deine Beizräge richtig verstanden habe empfinde ich deinen Weg bewundernswert, weil du dich ja mitunter als scheinbar nicht therapierbar hieltest oder andere so von dir dachten. Du hast deinen eigenen, individuellen Weg gesucht ihn mit deinem Wesen und Charakter gefunden. Du hast es geschafft, nicht aufzugeben. Chapeau.
Was hat dich bewogen keinen Alkohol mehr zu trinken?
Ein wundervolles Leben weiterhin für dich und deine Familie.
la vie

Dante
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Beitrag von Dante » 30.03.2018, 14:39

Oh, dankeschön! :)

Wo soll ich anfangen? Das ist ja alles schon ziemlich lange her....

Meine Trockenheit geht ja fast synchron mit meiner Partnerschaft, & die hat sehr viel mit meiner Empathiefähigkeit, vor allem aber mit damit zu tun, überhaupt erst in der Lage zu sein, die eigenen Bedürfnisse als solche wahrzunehmen.
Da ich, geprägt durch meine Erziehung, sehr früh gelernt habe, sämtliche Probleme des Lebens mit mir selbst auszumachen, war ich gleichzeitig natürlich nicht in der Lage, andere mit ihrem Gefühlsleben angemessen einzuschätzen. Fast alles wurde dem äußeren Zwang untergeordnet & bewertet; was darüber hinaus möglich war, "gönnte" man sich. Alkohol war beim "Gönnen" das alltägliche & stets verfügbare, & es war scheinbar kein Problem, das Trinkverhalten dem Alltag anzupassen.

Die Ahnung, dass mit meinem Trinkverhalten etwas nicht stimmte, hatte ich schon früh in den 90ern, den Änderungsbedarf erkannte ich etwa fünf Jahre später zum Ende der Dekade. Richtig als Alkoholiker schätzte ich mich seit Anfang des Jahrhunderts ein, & als im Jahre 2006 eine Kollegin mir wegen meiner Alkoholfahne den Dienst nicht übergeben wollte, habe ich diese Zäsur zum Anlass für den Ausstieg genommen.

Eine Therapie hatte ich schon im Jahre 2004, & da war das Thema Alkohol recht bald vordergründig, wenn es sich auch nicht um eine Entwöhnungstherapie handelte.
Die Zweifel an meiner Therapiefähigkeit ist wohl zum einen dem Erfolgszwang zu verdanken, mit dem man so etwas angeht, als auch die schon erwähnte Art, meine Probleme mit mir selbst ausmachen wollen. Daraus resultiert nämlich eine gewisse Ungeselligkeit meinerseits, die ich bis heute nicht so recht abgelegt habe & die mir in der von Gruppendynamik geprägten Entwöhnungstherapie so einiges abverlangte & mich zuweilen verzweifeln ließ. Mein Bezugstherapeut machte dann auch mit mir recht viele Einzelgespräche & spülte mich in Empathiefragen gewissermaßen weich.

Da mein Freizeitverhalten vor allem durch Isolation geprägt war, trat ich einer Kulturlosbude bei, in der mehr oder weniger unregelmäßig zwei Eintrittskarten zu irgendwelchen Veranstaltungen zugelost wurden. Da waren dann auch Opernkarten bei, & so bin ich zu meiner Ehefrau gekommen ( 8) ) - & hatte auf 1x Familie.

Seitdem ist mein Weg mit dem von Aurora weitgehend identisch. Ich habe bis heute ein sehr zwiespältiges Verhältnis zur Familie, merke ich doch recht genau, was das z.B. mit meiner Frau machen kann.
Aber ich bin empathisch geworden & kann dadurch alles in entsprechendem Licht sehen, auch wenn ich sehr dazu neige, mich meiner Frau wegen manchmal ziemlich zu verbiegen. Aber da fängt der "gesunde Egoismus" auf anderer Ebene statt.

Die Baustelle schließt sich niemals, & ich werde wegen meiner Sucht auch immer "emotional behindert" bleiben, aber ich glaube, das bekomme ich meistens ganz gut in den Griff, & wenn nicht, habe ich ja einen Blindenhund in Gefühlssachen. 8)

la vie
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Beitrag von la vie » 30.03.2018, 21:33

Vielen Dank Dante, deine Worte helfen mir sehr auf meinem Weg.
Viele Parallelen kann ich erkennen in den von dir beschriebenen Verhaltensmustern. Es muss verdammt schwer sein, diese zu erkennen, anzunehmen und zu verändern. Gerade für scheinbare „Unempaten“, die alles mit sich ausmachen, sich Erfolgszwängen ausliefern.
Bewundernswerter Weg.
Wenn „er“ es schaffen sollte sich aus eigenem Wunsch für sich noch einmal auf den Weng ohne Alkohol zu machen, dann würde ich ihm deine Beiträge hier im Forum zeigen.
Auch wenn auf meinem Weg bin. Er soll leben und glücklich sein, weil er ein wundervoller Mensch ist.

Eine glückliche Lebenszeit für euch (auch an normal unnormalen Tagen).
la vie

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Beitrag von la vie » 30.03.2018, 21:37

„Unempathen“ sollte es heißen ... und wenn ich auf meinem Weg bin.(sorry 😐)

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Beitrag von Dante » 30.03.2018, 22:48

Tröste dich. In meinem Text wimmelt es auch von Satzbau- & grammatischen Fehlern. Das bleibt nicht aus, wenn man einen langen Text auf die Schnelle hinklatscht & keine Zeit fürs Korrekturlesen hat.

& das ist auch ein gutes Beispiel für die Selbsteinschätzung des eigenen Gefühlslebens: Früher hätte mich das sowas von gewurmt, solche Fehler zu machen. Heute ist das ein klein wenig anders.

Dante
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Re: Dantes Weg

Beitrag von Dante » 15.01.2020, 19:09

Ich möchte meine neue Funktion zum Anlass nehmen, "Dante Weg" aus den Tiefen dieses Teilforums zu holen,
damit ihr wenigstens etwas über mich in Erfahrung bringen könnt, falls ihr Interesse daran habt, wer überhaupt euch hier im offenen Bereich etwas schreibt.

Wenn ihr Fragen habt, tut euch keinen Zwang an. ;)

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Re: Dantes Weg

Beitrag von Correns » 16.01.2020, 10:57

Hallo Dante,

schön, dass Du das Moderatorenteam verstärkst. Das liegt bei Dir wohl in der Familie...

Vielleicht gelingt es Eurem Team ja, den offenen Bereich etwas zu unterstützen. Für eine solche Aktion würde ich Euch die Daumen drücken und gleichzeitig auch hoffen, dass Karsten Euch werkeln lässt.

Viele Grüße oder wie Silberkralle schreiben würde Glück auf!
Correns

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