Das Paradies ist anderswo

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Epic
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Beitrag von Epic » 04.12.2016, 19:36

Ich würde sagen, dass die Gefährlichkeit einer Situation immer vom Individuum abhängt. Ich habe mich nur zu Hause betrunken, weil ich das vor anderen verbergen wollte. In einer Kneipe an der Bar zu sitzen stufe ich demnach für mich als ungefährlich ein. Eine Flasche Wein zu Hause stehen zu haben, wo ich alleine wohne, dagegen schon. Wer sich allerdings bislang in der Öffentlichkeit zu betrinken pflegte, wird sicher in so einer Situation sofort wieder an alte Zeiten erinnert werden. Ob das auf die Dauer gut geht, wage ich aus Erfahrung zu bezweifeln. Ich hatte Jahre lang Alkohol zu Hause, als ich mit meinem Exfreund zusammen gewohnt habe und keinen Tropfen angerührt. Als ich dann alleine wohnte und eine Flasche Wein gekauft hatte, war die schneller leer getrunken, als ich gucken konnte. In der Öffentlichkeit, unter Leuten die sich teilweise sehr betrunken hatten, habe ich aber nie das Bedürfnis gehabt, mit zu trinken.

Letzten Endes würde ich mir aber, egal in welcher Umgebung, niemals zu 100% vertrauen.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 04.12.2016, 19:48

Hallo Epic,

den letzten Satz finde ich sehr wichtig.

Da niemand voraussehen kann, wie er oder sie in riskannten Situationen reagiert, kann man nie sicher sein.

Irgendwie liest sich das auch, wie Wege porbieren von Gauguin.
Wäre ja richtig gut, wenn man mal den Weg probiert, denn viele heute seit Jahren trocken lebende Alkoholiker gegangen sind.
Kan ja nicht falsch sein, wenn man denn eh neue Wege probieren möchte.

Gruß
Karsten

garcia
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Beitrag von garcia » 04.12.2016, 20:40

Hallo,

ich habe auch fast ausschließlich zuhause getrunken - gelegentlich in Restaurants angefangen, im Sommer manchmal draußen -, aber nie in Kneipen. Trotzdem betrete ich die nie und halte sie für Orte die mich triggern könnten. Warum?

Einfach deswegen, weil mir schon der Anblick von Leuten, die sich ein großes Glas Bier hinstellen lassen und das trinken (ich war Biertrinker) ziemlich viel mit meinen damaligen Gewohnheiten zu tun hat. Und das kann mir auch noch eine ganze Zeit später auf die Füße fallen. Für das Suchtgedächtnis ist sowas u.U. Rohmaterial, aus dem sich ein gehöriger Saufdruck aufbauen könnte. (Mal davon abgesehen daß ich in Kneipen eh nichts verloren habe - dies bißchen Abstand sollte eine natürliche Grundhaltung sein, die nichts mit Verzicht zu tun hat).

Klar, jeden Kontakt zu Alkohol in irgendeiner Form radikal vermeiden wird in einer derart alkoholdurchfluteten Gesellschaft wie der diesigen nicht gelingen, aber darum geht es ja auch nicht. Aber darum, auf sich aufzupassen und wachsam zu bleiben. Nach und nach geht das immer automatischer, und dann ist es eher eine Bereicherung, kein Verzicht, so hab ich's erlebt.


LG Frank

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.12.2016, 21:11

garcia hat geschrieben: Klar, jeden Kontakt zu Alkohol in irgendeiner Form radikal vermeiden wird in einer derart alkoholdurchfluteten Gesellschaft wie der diesigen nicht gelingen, aber darum geht es ja auch nicht. Aber darum, auf sich aufzupassen und wachsam zu bleiben. Nach und nach geht das immer automatischer, und dann ist es eher eine Bereicherung, kein Verzicht, so hab ich's erlebt.
Hallo!

Absolut zutreffend. Dem schließe ich mich vollauf an.

Gruß Carl Friedrich

Epic
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Beitrag von Epic » 04.12.2016, 21:44

Ja, ganz kann man sich solchen Situationen jedenfalls nicht entziehen, wenn man noch ein paar soziale Kontakte haben möchte.

Dennoch hat mich der neuliche Besuch einer Geburtstagsfeier meiner Freundin sehr erschüttert. Wie arglos und zügig da die Schnäpse hinunter gekippt wurden von 2 bestimmten Personen. Und dann noch Bowle und Bier dazu. Mir fehlten regelrecht die Worte, weil mich das an meine eigene Gier beim Trinken erinnert hat. Ich dachte: das sind doch hier die gesunden und ich die bin die kranke Person. Mein Bild war irgendwie ins Wanken geraten. Und das sogar während meiner neulichen Phase des Rückfalls.

Gauguin
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Beitrag von Gauguin » 15.12.2016, 21:11

Hallo,

danke für Eure Antworten,

Stand der Dinge ist, ich war heute nach dem Arbeiten essen.
Meine Mitbewohner machen heute Glühweinparty.
Ich sitzte in meinem Zimmer und trinke Smoothies.

Lust auf Alkohol habe ich nicht.

Morgen gehts zum TÜV zur Suchtberatung.

Liebe Grüße

Gauguin

lalu14
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Beitrag von lalu14 » 15.12.2016, 22:51

Hallo,

schön, dass du weiter abstinent bist und weiter zur Suchtberatung gehst.

Bleib dran. Dafür sende ich Dir Kraft.

Lg lalu

Gauguin
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Beitrag von Gauguin » 01.01.2017, 02:52

Willkommen im neuen Jahr,

Weihnachten habe ich bei meinen Eltern verbracht, heute war ich bei Freunden.

Ich bin vielleicht einen Tick schweigsamer, als die letzten Jahre mit Alkohol, schadet aber nichts, es muß auch einer zuhören:-)

ein suchtfreies Jahr 2017 wünscht Euch

Gauguin

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