Es ist raus, ich bin froh...

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Citchy
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Es ist raus, ich bin froh...

Beitrag von Citchy » 22.08.2016, 17:23

Hallo,
endlich konnte ich zum Arzt gehen. Ich gebe zu, nicht ganz freiwillig.
Aber, ich habe es ausgesprochen, ich bin alkoholkrank.

Ich bin Citchy, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, und in einem guten Arbeitsverhältnis.
Ich trinke schon lange, immer heimlich. In der Öffentlichkeit konnte ich es gut überspielen. Meine Krankheit ist mir schon lange bewußt, nur konnte ich es nie zugeben, aus Scham. Ich...niemals habe ich ein Problem. Innerlich wußte ich es aber schon lange.

Es gab auch schon längere Zeiten ohne Alkohol, mal 9 Monate, mal 1,5 Jahre. Ich habe das immer alleine mit mir ausgemacht, und dachte...siehst du, geht doch. Aber dann kam irgendwann wieder die Versuchung, und das Teufelchen sagte...komm zier dich nicht, greif zu.

Nun möchte ich nicht mehr. Ich habe eine tolle und verständnisvolle Ärztin. Sie hilft mir. Morgen stelle ich bei der KK den Antrag auf eine Entzugsreha.

Ich werde jetzt öfter hier sein und hoffe auf Unterstützung.

Gruß Citchy

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 22.08.2016, 17:35

Hallo Citchy,

herzlich willkommen hier und Glückwunsch zu deinem Entschluss, ein trockenes Leben anzustreben und zu deiner Ehrlichkeit gegenüber deiner Ärztin.

Ich habe auch etliche Jahre heimlich getrunken und zwischendurch auch heimlich versucht aufzuhören, und bei mir wurde das auch nichts.

Meine jetzige Trocknungsphase begann auch mit einem offenen Gespräch bei meiner Hausärztin, und seit über zwei Jahren lese und schreibe ich auch hier im Forum, um mich regelmäßig mit meiner Krankheit auseinanderzusetzen. So klappt das für mich bisher gut, und das wünsche ich dir auch!

Lies und schreib und frag nach, ganz wie du magst. Hier ist viel Erfahrung vereint, die du für dich als Anstoß nutzen kannst.

Viele Grüße
Thalia

Citchy
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Beitrag von Citchy » 23.08.2016, 16:42

Danke Thalia für deine Aufmunterung.

Heute habe ich den Rehaantrag geholt und gleich zur Ärztin geschafft. Morgen werden wir den gemeinsam ausfüllen. Ich habe wirklich Glück mit der Frau, keine Vorhaltungen, keine bösen Blicke,...nix.

Heute mußte ich auch etwas einkaufen. Auch das habe ich gut gemeistert.
Mir geht es gut, so soll es bleiben.

Lieben Gruß Citchy

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 23.08.2016, 17:28

Hallo Citchy,

das hört sich ja gut an mit deiner Ärztin. Warum sollte sie dir auch "böse Blicke" zuwerfen, du bist nicht "schlecht", sondern krank. (Aber ich weiß noch genau, wie schlecht, schuldig, schrecklich ich mich anfangs gefühlt habe.)

Du schreibst, du warst "nicht ganz freiwillig" beim Arzt.
Magst du dazu noch mehr schreiben?
Oder zu anderen Dingen?
Welche Änderungen hast du bereits in deinem Alltag vorgenommen, um dich abzusichern, gerade jetzt in der ersten Zeit?

Konntest du schon offen mit deiner Familie reden und dir ein alkoholfreies Zuhause schaffen?

Viele Grüße
Thalia

Citchy
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Beitrag von Citchy » 23.08.2016, 20:01

Nunja,

ich bin angetrunken zur Arbeit gegangen. Jemand hat es bemerkt, ich wurde nach Hause geschickt.
Deshalb bin ich zum Arzt. Mein Mann hat mich gefahren. Ich wurde krank geschrieben.
Ich habe aber gleich Klartext geredet, ich wollte es auch so.
Vielleicht mußte es so passieren. Auf jeden Fall bin ich froh darüber.
Ich habe mich immer geschämt das es raus kommen könnte.

Ich war vor paar jahren schon mal in der Suchtberatung. Als es hieß, du mußt zu den AA oder in eine SHG habe ich mich dezent zurück gezogen.
Es ging ja auch manchmal gut, nur nicht lange.
Ich habe eingesehen das ich es nicht alleine schaffe. Und die Ärztin ist echt super. Sie hat mir gesagt das es eine Krankheit ist. Und wenn ich Angina oder Ohrenschmerzen habe, brauche ich mich auch nicht schämen.

Den Alkohol hat mein Mann unter Verschluß. Er trinkt selten bis gar nicht. Mal ein Bier. Wir haben noch Bier, aber das trinkt er nicht in meiner Anwesenheit. Wenn alle wird kein neues gekauft.

Familie...meine Kinder wissen es noch nicht. Sie wohnen etwas entfernt. Aber es ist mir klar, auch diesen Schritt muß ich gehen.

Welche Änderungen im Alltag meinst du? Worauf muß ich speziell achten?

Gruß Citchy

Martin

Beitrag von Martin » 23.08.2016, 22:48

Hallo Citchy,

kennst du schon unsere Grundbausteine   :?:

Da steht vieles drin was wichtig ist.

Lese sie dir mal durch und dann wirst du schon weniger Fragen haben.

Wir beantworten dir aber trotzdem deine Fragen :lol:

LG Martin

Citchy
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Beitrag von Citchy » 25.08.2016, 12:44

Ja Martin, ich habe mir das gründlich durchgelesen.
Fragen bleiben trotzdem, auch wenn mir i.M. keine konkrete einfällt.

Ich habe heute den ausgefüllten Rehaantrag bei der KK abgegeben. Die Dame war etwas speziell zuerst, dann aber sehr freundlich. Und sie hat EILT drauf geschrieben.

Ich hoffe wirklich das ich nicht 6 Wochen warten muß.

Mir geht es gut. Ich denke viel über die Krankheit nach.

Lieben Gruß Citchy

schatzmeister
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Beitrag von schatzmeister » 25.08.2016, 21:16

Hallo Citchy,
Gut gemacht mit dem Rehaantrag.Was die Dame dazu denkt,ist völlig Wurst,denn wichtig ist es geht um Deine Gesundheit und Du bist nicht Alleine mit dieser Krankheit.
Bei mir hat es nicht lange gedauert bis die Reha genehmigt war,kommt bisschen auf die bearbeitende Stelle an und ob was Frei ist.Ich habe nicht mal 3 Wochen gehabt da war es genehmigt,übrigens auch August und Urlaubszeit.
Wichtig ist die Zeit bis dahin gut auszufüllen und Dich zu beschäftigen,abzulenken.
Alles Gute
LG schatzmeister

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