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Weg vom Alkohol auch ohne Langzeittherapie?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Sandra P
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Weg vom Alkohol auch ohne Langzeittherapie?

Beitrag von Sandra P » 13.09.2016, 15:41

Ich besuche als Angehörige zur Zeit eine Selbsthilfegruppe. Dort hört man immer wieder heraus, dass die Chancen vom Alkohol wegzukommen ohne eine Langzeittherapie gering sind. Hat jemand mit einer ambulanten Therapie Erfahung gemacht, oder vielleicht nur mit einer Selbsthilfegruppe?

Karsten
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Beitrag von Karsten » 13.09.2016, 17:45

Hallo Sandra,

ich habe keine Therapie gemacht. Weder ambulant noch stationär.
Wenn du jetzt selbst betroffen wärst, würde ich auf die Gedanken kommen, du suchst Gründe um keine Therapie machen zu "müssen".

Da du als Angehörige schreibst, hört es sich so an, als wenn dein Mann keine Therapie machen möchte?

Ich kann es nicht beurteilen, ob er eine Therapie braucht oder nicht.

Gruß
Karsten

Sandra P
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Beitrag von Sandra P » 13.09.2016, 21:35

Hallo Karsten,
mein Mann macht zur Zeit eine Entgiftung im Krankenhaus. Er ist 58 Jahre und hatte das Alkoholproblem schon einmal vor 18 Jahren, hat dann nach einer Entgiftung 17 Jahre keinen Alkohol mehr getrunken. Durch eine Schicksalsschläge und vielleicht auch der Gedanke, dass er nach so vielen Jahren alles im Griff hat, hat er wieder angefangen zu trinken. Das ging dann auch sehr schnell, dass es immer mehr wurde. Es war ein langer Kampf, dass er sich eingestanden hat, dass er wieder ein Problem hat und hat sich vor 3 Wochen für die Entgiftung angemeldet, die zur Zeit stattfindet. Da er selbstständig ist wäre eine Langzeittherapie schlecht machbar. Ich bin der Meinung, dass es sicher besser ist, wenn er in eine Selbsthilfegruppe geht oder psychologische Unterstützung in Anspruch nimmt. Er hat sowieso ein Problem über seine Gefühle zu sprechen und blockt das Thema immer ab. Sein Kommentar ist immer nur, ich weiß dass ich nichts mehr trinken darf und mir wirft er dann vor, dass ich ständig das Thema Alkohol anspreche. Ich muss jetzt mal abwarten, wenn er aus dem Krankhaus kommt, ob er mit dem Suchthilfezentrum Kontakt aufnimmt um eventuell eine Gesprächstherapie zu machen, ich hoffe es zumindest.
Wie hast du es geschafft, ohne Therapie, hast du eine Selbsthilfegruppe besucht?
Viele Grüße
Sandra P.

Karsten
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Beitrag von Karsten » 13.09.2016, 21:54

Hallo Sandra,

ich denke, er muss selbst wissen, welche Art von Hilfe er möchte.
Da spielen deine Wünsche er eine untergeordnete Rolle.
In der Entgiftung wird er auch erfahren, welche weitere Hilfen es gibt. So war das jedenfalls vor 20 Jahren in den Krankenhäusern.

Ich war in einer Selbsthilfewohngemeinschaft und habe dann auch ein paar SHG Gruppen besucht.
Die letzten 12 Jahre habe ich hier meinen Austausch und ein paar gute Freunde/innen, wo wir uns seit 17 Jahren immer treffen.

Es hat aber nichts damit zu tun, was es für Hilfen gibt, sondern welche Hilfe man annehmen kann.
Ich bin ein praktisch bezogener Mensch und vertraue Menschen nicht, die nur eine schulische Ausbildung haben ( Psychologen, Therapeuten usw. ) und eben nicht selbst betroffen sind.

Andere Betroffene sehen gerade in der schulischen Ausbildung den Vorteil und möchten unbedingt eine Therapie machen.

Es kommt immer darauf an, was ich selbst für richtig halte, denn eine Garantie auf dauerhafte Nüchternheit gibt es weder bei einer Therapie und auch nicht bei der Selbsthilfe.

Gruß
Karsten

Martin

Beitrag von Martin » 13.09.2016, 22:41

Hallo Sandra,

ich habe auch "nur" eine Entgiftung gemacht und bin dann später hier in unser Forum gekommen.

Eine Therapie oder so habe ich nie gemacht und konnte trotzdem trocken bleiben.

LG Martin

Chuck81
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Beitrag von Chuck81 » 15.09.2016, 20:43

Ja, 8 Wochen stationäre Therapie, kurze Zeit danach alles beim alten. Mittlerweile noch schlimmer oder zumindest genauso schlimm wie vor der Therapie...

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 16.09.2016, 11:28

Hallo Sandra,
ich habe auch keine LZT gemacht - jedenfalls keine stationäre.
Ich habe zu Hause mit Medikamenten entgiftet, hatte Gespräche mit der Suchtberatung und habe mit dann einen Platz bei einer Psychotherapeutin gesucht.
Es hat bisher gut funktioniert.
Viele Grüße
Calida

Sandra P
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Beitrag von Sandra P » 16.09.2016, 12:18

Hallo Chuck81,
das bedeutet dein Mann hat trotz stationärer Therapie wieder angefangen?
Hat er eine Selbsthilfegruppe besucht?
Ist er aus eigener Überzeugung zur Therapie, oder nur weil du Druck gemacht hast??

Mein Mann war gestern bei der Suchthilfeberatung und ist dabei dort einen Antrag auf ambulante Therapie zu stellen.

Ich habe ihm empfohlen zusätzlich auch eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, aber da ist es auch schwierig eine passende zu finden. Oftmals sind das langjährige trockene Alkoholiker, die in der Gruppe schon jahrzehntelang zusammen sind. In der Entgiftungsstation haben sich auch einige Selbsthilfegruppen vorgestellt, wobei mein Mann mir von den AA geschildert hat, dass das schon sektenähnlich sei, die Guttempler haben ihn da eher angesprochen. Ich kann nur abwarten wie er sich entscheidet und ob er sich vielleicht mehrere Gruppen anschaut.
Viele Grüße
Sandra P

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