Vorstellung Epic

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
Martin

Beitrag von Martin » 06.12.2016, 23:59

Hallo Epic,

es gibt sehr viele Menschen die keinen oder nur selten Alkohol trinken.

Ich kenne auch Leute die bei unseren früheren Treffen mal Alkohol getrunken haben

und nach meinem outen in meinem Beisein keinen Alkohol tranken.

Sie brauchen keinen Alkohol und haben ihn nur aus Geselligkeit getrunken.

Was ich sagen will, evtl. kennst du mehr Leute die nicht trinken müssen als du glaubst

und es deshalb auch mal in deiner Gegenwart sein lassen würden.

Dazu müsstest du aber offen mit ihnen reden.

LG Martin

kamarasow
neuer Teilnehmer
Beiträge: 91
Registriert: 20.10.2016, 11:35

Beitrag von kamarasow » 07.12.2016, 10:13

Guten Morgen Epic,
ich habe soeben auch deinen Strang durchgelesen. Dabei habe ich mich in einigen Dingen wiedergefunden. U.a. bei der Meinung über die Gesellschaft und der Spielsuchtanfälligkeit. Nur hier kurz ein paar Anmerkungen zur Gesellschaft: Übe Gelassenheit gegenüber der Gesellschaft und den Menschen. Du wirst sie nicht ändern können. Was die Gesellschaft über dich denkt ist nicht von Belang. Wichtig bist du allein. Wichtig ist, was gut für dich ist. Die Alkoholkrankheit ist nicht gut für dich.
Ferner glaube ich, dass du augenscheinlich zu viele Szenarios gedanklich durchspielst und zu oft im konjunktiv abwägst. Oft weiß man erst, was gut für einen ist, wenn man bestimmte Dinge macht.
Was die Alkoholkrankheit betrifft, muss ich feststellen, dass vieles nicht rational erklärbar ist. Auch auf deine Gefühle ist kein Verlass. Das ist so, als würdest du in der Logikvorlesung sitzen und der Prof erzählt die Mengenlehre mal so mal so. Je nach tagesform. Das ist für einen Logiker bzw. wie dich als Informatiker der absolute Supergau. Auch die if then Schleifen machen was sie wollen. Zumindest muss ich aktuell die Erfahrung damit machen. Was mir halt gibt, ist zu versuchen, die Grundregeln einzuhalten. Und zu warten und zu warten... Bis die Synapsen wieder klarer sehen.

Thalia1913
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3632
Registriert: 27.06.2014, 10:50

Beitrag von Thalia1913 » 07.12.2016, 10:43

Hallo Epic,

erstmal find ich es gut, wie intensiv du dich auseinander setzt.
Epic hat geschrieben:
Thalia1913 hat geschrieben:Hallo Epic,

hattest du denn noch andere Einschränkungen durch dein missbräuchliches Trinken als die Hepatitis/Bauchspeichelentzündung/Magenschleimhautentzündung?

VG Thalia
Ich wusste doch, dass da noch was offen war. Also sonst ist mir nichts aufgefallen. Aber als ich vorhin in den Spiegel geschaut habe (ungeschminkt, da ich ja im Krankenhaus bin), kam mir meine Gesichtshaut schlechter vor. Unreiner, geröteter.
Ich meinte meine Frage allgemeiner, nicht "nur" auf körperliche Einschränkungen bezogen. Die "Einschränkungen", die ich aufgrund meines abhängigen Trinkens hatte, waren bei mir besonders schmerzhaft im sozialen und emotionalen Bereich - mein Selbstwertgefühl war am Boden zum Beispiel. So nicht mehr leben zu müssen ist für mich die Hauptmotivation.

Viele Grüße
Thalia

Epic
neuer Teilnehmer
Beiträge: 31
Registriert: 30.11.2016, 20:25

Beitrag von Epic » 07.12.2016, 20:41

Sunshine_33 hat geschrieben:Aber wieso um Himmels Willen ist Kochen denn mit Alkohol verbunden?? :shock:
Man kann doch auch gemeinsam kochen, ohne das Alk damit auch nur irgendwas zu tun hat.
Ich kenne die anderen noch nicht und habe keine Lust, mich Fremden gleich zu offenbaren. Solange nicht vorgesehen ist, das Alkohol ins Essen kommt, bleibe ich still.
Sunshine_33 hat geschrieben:Und neue Freunde finden kostet Zeit?
Ja und ? Dann wirst Du die wohl investieren müssen. Ist es Dir das nicht mal wert?
So meinte ich das nicht. Das war nur auf die nächste Zeit bezogen. Natürlich sollte man Zeit in den Aufbau einer Freundschaft stecken. Habe nur Angst davor, wo ich gerade ganz frisch alkoholfrei lebe, auch noch alleine zu sein. Speziell auf die Feiertage und den Jahreswechsel bezogen.
Sunshine_33 hat geschrieben:Es wird Dir hier übrigens niemand versprechen, das der Weg in ein trockenes Leben einfach, ohne Hürden und ohne Veränderungen sein wird.
Das erwarte ich auch gar nicht. Ein gleichförmige, geplanter Tagesablauf mit gewohnten Tätigkeiten ist für mich sehr wichtig. Veränderung stört dieses Gleichgewicht. Und dazu bin ich ein Pessimist, obwohl ich mich seit ein paar Jahren als Optimist versuche. Insofern sind Veränderungen bei mir mit Ängsten verbunden. Und dann habe ich es auch noch mit einem Problem zu tun, dass gegen logische Denkansätze resistent ist... für mich ganz schwierig zu handhaben. Aber da muss ich durch, weil ich es will.

Epic
neuer Teilnehmer
Beiträge: 31
Registriert: 30.11.2016, 20:25

Beitrag von Epic » 07.12.2016, 20:57

kamarasow hat geschrieben:Nur hier kurz ein paar Anmerkungen zur Gesellschaft: Übe Gelassenheit gegenüber der Gesellschaft und den Menschen. Du wirst sie nicht ändern können. Was die Gesellschaft über dich denkt ist nicht von Belang.
Das ist einer meiner Wunden Punkte. Ich bin so enttäuscht und sauer auf die Gesellschaft, dass ich ihnen mittlerweile alles zutraue, was schlecht ist. Ich wende mich immer mehr von ihnen ab. Mich auch von ihrer Bewertung meiner selbst zu lösen, habe ich aber leider noch nicht geschafft. Steht aber auf meiner Liste.
kamarasow hat geschrieben:Ferner glaube ich, dass du augenscheinlich zu viele Szenarios gedanklich durchspielst und zu oft im konjunktiv abwägst. Oft weiß man erst, was gut für einen ist, wenn man bestimmte Dinge macht.
Das stimmt auf jeden Fall. Bevor ich handle, gehe ich meistens alle Eventualitäten durch, die mir einfallen. Und natürlich fokussiere ich mich auf die negativen und schreibe Ihnen eine hohe Wahrscheinlichkeit zu. Das sollte ich auf meine Liste setzen und bearbeiten.
kamarasow hat geschrieben: Das ist für einen Logiker bzw. wie dich als Informatiker der absolute Supergau. Auch die if then Schleifen machen was sie wollen.
Ah ja, du sprichst also meine Sprache. Faszinierend! 😉
kamarasow hat geschrieben:Was mir halt gibt, ist zu versuchen, die Grundregeln einzuhalten.
Meinst du die Grundbausteine? Davon habe ich hier schon öfter gelesen. Die sollte ich mir mal näher anschauen.

Epic
neuer Teilnehmer
Beiträge: 31
Registriert: 30.11.2016, 20:25

Beitrag von Epic » 07.12.2016, 21:11

Thalia1913 hat geschrieben:Ich meinte meine Frage allgemeiner, nicht "nur" auf körperliche Einschränkungen bezogen. Die "Einschränkungen", die ich aufgrund meines abhängigen Trinkens hatte, waren bei mir besonders schmerzhaft im sozialen und emotionalen Bereich - mein Selbstwertgefühl war am Boden zum Beispiel.
Ach so, ja ich habe auch schmerzhafte Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht. Stichwort: Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit (oder so ähnlich). Wenn ich volltrunken bin, neige ich dazu, den Menschen ungefiltert etwas an den Kopf zu werfen, das mich stört oder verletzt hat. Dabei bin ich dann vorwurfsvoll, generalisierten und verletzend. Dadurch hätte ich schon fast einen guten Freund verloren. Glücklicherweise hat er mir bereits 2x verziehen. Ich weiß aber, dass dies nun meine letzte Chance bei ihm ist.
Naja, dass ich morgens schon mal Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme hatte, dürfte klar sein. Und dann hab ich mir morgens als nächstes 1 l Energydrink genehmigt...
Ich habe auch gelegentlich weinend im Bett gelegen, weil ich fühlte, dass mir mein Leben gerade entgleitet. Ich hatte Angst und habe mich geschämt.
Da ich auch sehr mitteilungsbedürftig bin, wenn ich getrunken habe, aber regelmäßig Filmrisse hatte, musste ich mir am Morgen danach erst mal alle Chatverläufe ansehen.Das habe ich sehr ungern getan aus Angst davor, was ich schon wieder schlimmes geschrieben habe. Und dieses Gefühl, wenn man dann sieht, was man geschrieben hat, sich aber nicht dran erinnern kann... sehr unangenehm.

Martin

Beitrag von Martin » 07.12.2016, 21:14

Hallo Epic,

hier sind sie, die Grundbausteine

Du brauchst nur anzuklicken   :lol:

LG Martin

Epic
neuer Teilnehmer
Beiträge: 31
Registriert: 30.11.2016, 20:25

Beitrag von Epic » 07.12.2016, 21:15

Dankeschön, eine Bettlektüre kann ich gut gebrauchen.

Antworten