Am Anfang eines langen Weges

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Marie86
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Beitrag von Marie86 » 05.01.2017, 19:18

Vielen Dank für Deine Zeilen, lb. Calida!

Über Alkoholismus weiß er sehr gut bescheid, da er durch seine Mutter bereits als kleines Kind involviert war und allgemein viel mitbekommen hat.

Danke für Deine Wünsche, wenn er zurückkommt, werde ich in Ruhe mit ihm sprechen.
Reden ist auch für mich ganz wichtig. Ich glaube, für ihn war es einfacher, als ich noch getrunken habe. Dann konnte er stundenlang zocken und ich hab nichts gesagt (schlechtes Gewissen wg. des Trinkens meinerseits).

Aber Du hast vollkommen recht, Spekulieren und Mutmaßen hilft nicht wirklich weiter.

Das Gespräch findet ja demnächst statt und ich werde mich gut darauf vorbereiten.
Meine Ziele formuliere ich auch ganz klar, damit er sie kennt. Ich wünsche mir von ihm, dass er anerkennt, dass ich Alkoholiker bin und dementsprechend handelt.

Einen schönen Abend wünsche ich!

Liebe Grüße
Marie

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 05.01.2017, 20:08

Liebe Marie,
Du hast ja auch geschrieben, dass er Co ist.
Vielleicht ist es deshalb besonders schwer für ihn. Ich kann das nicht beurteilen. Wie gehts einem Co, wenn der Partner aufhört zu trinken? Fühlt er sich nicht mehr gebraucht?
Vielleicht fragst Du mal im Cobereich, falls das wichtig für Dich ist.
Letztendlich gehts aber um Deine Trockenheit. Ich finds gut, Wünsche zu formulieren. Aber ich würde mich nicht davon abhängig machen, ob sie erfüllt werden.
Liebe Grüße
Calida

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 05.01.2017, 22:18

Liebe marie,

Wenn ein Partner trocken wird, ändert sich das ganze Beziehungsgefüge.
Und oft merkt man, das es nicht mehr passt mit dem Partner.
Viele Beziehungen gehen zu Ende, wenn einer trocken wird, und der andere CO bleibt.

Desweiteren gibt es CO`s, die einen auch in einen Rückfall treiben können.
Um das alte Beziehungsgefüge wieder herzustellen.
Das kennt man und das ist von daher relativ berechenbar.
Und Ja, vielleicht fühlt sich der CO nicht mehr so gebraucht, wie Calida schon schrieb.
Denn ein trocken werdender Alkie nimmt normalerweise immer mehr wieder sein eigenes Leben in die Hand.
Das könnte auf den CO durchaus bedrohlich wirken. Und er wird evtl. dagegen arbeiten.
Muss ja nicht unbedingt bewußt geschehen.

Ich würde da zeitnah mit Deinem Freund drüber sprechen.
Denn es gibt auch andererseits viele Paare, wo beide bereit sich, sich zu ändern und an sich zu arbeiten und auch an der Beziehung.
Dann stehen die Chancen natürlich sehr viel besser, das die Beziehung doch hält.
Ich wünsche Dir von Herzen letzteres.

LG Sunshine

Marie86
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Beitrag von Marie86 » 06.01.2017, 13:10

Vielen Dank für Eure Nachrichten, lb. Calida und lb. Sunshine!

"Wie gehts einem Co, wenn der Partner aufhört zu trinken? Fühlt er sich nicht mehr gebraucht?" (Calida)

Keine Ahnung, weil ich was Co-Abhängigkeit betrifft nicht sonderlich informiert bin. Er kennt es eben schon sehr lange, dass Frauen in seinem Umfeld (zu) viel Alkohol trinken, daher habe ich mich auch schon gefragt, ob er sich vllt. deshalb in mich verliebt hat, weil seine Mutter auch so ne olle Saufnase ist...
es ist lächerlich und es macht mich wütend, wenn sie jedem mit ihrer Weinflasche in der Hand angetrunken erklärt, dass SIE auf keinen Fall ein Alkoholproblem hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mein Freund merkt, dass ich eigenständiger werde, mein Auftreten ein anderes wird/ist, ich fühle mich von Tag zu Tag besser und dachte eigentlich, dass er sich für mich freut.

"Desweiteren gibt es CO`s, die einen auch in einen Rückfall treiben können.
Um das alte Beziehungsgefüge wieder herzustellen." (Sunshine)

Das Gefühl habe ich auch, dass er es gerne hätte, wenn ich wieder trinke. Wenigstens ab und zu mal besoffen bin. Ich habe keine Ahnung, warum sich das jemand wünscht.
Fakt ist, dass ich zeitnah mit ihm spreche, wenn er wieder hier ist (er ist diese Woche nicht da).

Mir gefallen auch einige andere Dinge nicht (auch schon in meiner nassen Zeit) und es ist denke ich wirklich an der Zeit, dass wir unsere Beziehung neu definieren.

Ich danke Euch sehr für Eure Zeilen und wünsche allen gute 24 h :)
Liebe Grüße
Marie

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 06.01.2017, 15:01

Hallo Marie,

Du stellst Dir ziemlich viele gute Fragen, wie ich finde. Daß die z.T. unbequem sind, ist nicht zu vermeiden.

Du mußt Deinem Freund auf der einen Seite klarmachen, daß er Dich bei Deiner Abstinenz unterstützen muß und Deine Abstinenz nicht noch torpedieren sollte...

Gleichzeitig mußt Du ihm irgendwo auch zugestehen, daß er sich an eine abstinente Marie erstmal gewöhnen muß - zumal wenn die, wie Du selbst schreibst, inzwischen immer selbstbewußter und auch kritischer wird. Er kennt ja bisher nur die bequeme, nasse Marie.

Beziehung neu definieren...ja, das wird nötig sein. Das ist oft so, wenn einer der Partner aus der Sucht ausbricht und sich in eine andere, bessere Richtung entwickelt. Wenn einer weiterläuft und einer stehenbleibt, ist man eben nicht mehr auf gleicher Höhe...

Veränderung ist für die meisten Menschen erstmal unbequem und negativ. Aber abstinent werden bedeutet nunmal zwangsläufig, sich zu verändern. Das muß auch Dein Freund akzeptieren.

Gleichzeitig solltest Du ihm ne faire Chance lassen, zu Dir aufzuschließen...wegtechnisch, meine ich. Wenn er allerdings lieber stehenbleiben will, dann lauf auch nicht zurück...

Ich finde, Du machst das sehr gut bisher...Daumen hoch :-)

Schönen Gruß und schöne Zeit

Andreas

Carpenter
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Beitrag von Carpenter » 06.01.2017, 15:06

Hallo Marie,

ich kurz nochmal:

Streich die ganzen "mußt" in meinem Text. Du mußt erstmal gar nix...ersetze "mußt" durch "könntest" und dann passt das.

Schönen Gruß und schöne Zeit Dir

Andreas

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 11.01.2017, 10:38

Hallo Marie!
Wie geht es Dir?
Alles klar? Wenn nich, darfst Du auch gerne hier schreiben. Wir sind doch für alles da:-)
Liebe Grüße
Calida

Marie86
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Beitrag von Marie86 » 11.01.2017, 14:53

Danke lb. Calida und Carpenter :)

Ich habe Euch und das Forum natürlich nicht vergessen.

Entschuldigt bitte, dass ich mich länger nicht gemeldet habe. Ich bin gerade etwas im Zeitdruck und emotional ging es mir auch schon besser. Ihr wisst ja selbst, wie gefährlich das ist.

Nacher gehe ich wieder arbeiten und bin froh drum, das lenkt ab ;) ich melde mich schnellstmöglich ausführlich.

Herzliche Grüße und gute 24 h
Marie

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