Am Anfang eines langen Weges

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Marie86
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Beitrag von Marie86 » 18.12.2016, 19:04

@Motek: dankeschön :)

ja, Musik machen ist tatsächlich eine gute Idee, ich fange gerade an, mir das Gitarre spielen beizubringen, Positive Ablenkung ist grad das Beste für mich.

@Linde66: Danke, dann dürfte es ja keine Verwechslungen (mehr) geben! Merci

Viele Grüße Marie

Marie86
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Beitrag von Marie86 » 18.12.2016, 22:06

Heute ist der 12. Tag (fast) geschafft :)

mir geht es gut, auch wenn ich noch verteufelt oft an Alkohol (Wein/Gin Tonic) denke.

Wenn ich die letzte Zeit im Blick habe, ist jeder dieser 12 Tage gut gewesen, ich habe eine Zusage für meinen Traumberuf bekommen, ich war immer "ich selbst" und mein Freund ist riesig erleichtert, dass ich diesmal den Absprung von selbst geschafft habe und kein weiterer stationärer Aufenthalt von Nöten war. Eine Freundin hatt mich auch mal mitten in der Nacht in einem Notfall angerufen und ich war richtig froh, dass ich nüchtern war und ihr gut zugehört habe und klar antworten konnte. Normalerweise hätte ich um die Uhrzeit bestimmt schon 2 Promille gehabt (wenn es reicht)..

Weil mein Freund und ich zusammen wohnen, kann ich mir vorstellen, was er die letzten Wochen (vor meinem Entschluss zur Abstinenz) mitgemacht hat.

Ich bin unausstehlich, wenn ich betrunken bin und weiß am nächsten Tag sowieso nur noch höchstens die Hälfte.

Obwohl ich das weiß, wieviel Leid ich anderen und mir selbst schon zugemutet habe, in wieviele gefährliche Situationen ich mich begab, trotzdem rumoren diese fiesen Stimmen.

Ich hoffe wirklich, dass diese lispelnden Stimmen, die Euch bestimmt wohlbekannt sind, mit der Zeit leiser werden und irgendwann hoffentlich ganz verstummen.

Um mich etwas zu belohnen, hab ich mir ein richtig gutes Buch gekauft. Weil ich ohnehin wieder mehr lesen wollte, freue ich mich jeden Abend auf diesen Roman.

Euch allen einen guten Abend!

Auf die nächsten 24 Stunden :)

Liebe Grüße
Marie

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 19.12.2016, 13:00

Hallo Marie,

Wenn ich einen Suchtgedanken habe, dann sag ich mir ganz ruhig: Das wird vorübergehen. Das ist jetzt so und es ist okay - in fünf Minuten kann ich schon ganz anderes im Sinn haben. Das beruhigt mich.
Wichtig ist, dass Du Deinen Notfallkoffer aktivierst und gleich mal Wasser trinkst oder so.
Hast Du mit Deinem Freund darüber gesprochen, wie er Dich erlebt hat? Vielleicht kann Dir das helfen.
Ich habe mich bei meinem Mann entschuldigt. Und dann wars aber auch Zeit, dass ich mich um mich selbst kümmere. Du darfst Dich auch gerne mal bedauern und liebhaben. Du hast eine Krankheit. Aber Du hast es erkannt und nimmst Dein Leben jetzt in die Hand. Und das ist gut so.
Buchbelohnung find ich toll - das hab ich auch gemacht:-)
Viele Grüße
Calida

Marie86
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Beitrag von Marie86 » 19.12.2016, 13:33

@Calida78
Danke für Deine Zeilen :)
Mein Notfallkoffer wird immer "reicher", er ist mir oft zur Hand und wenn ich das Gefühl habe, es wird echt schwierig, schreibe ich Tagebuch, oder putze (komisch, aber mir hilft das ;)). Sonst gibt es auch noch das Telefon und gute Kontakte, die für mich da sind.

Mein Freund hat selbst eine Mutter, die Alkoholikerin ist (allerdings gesteht sie es sich selbst und keinem anderen ein), seine Kindheit war davon geprägt, eine besoffene Mutter um sich zu haben, die ihn zum Wein kaufen geschickt hat.
Dennoch hat sie sich liebevoll um ihn gekümmert und er ist ein äußerst liebenswerter Mann :)

Er selbst trinkt kaum Alkohol, vielleicht mal zu Silvester ein Glas Sekt. Zum Glück. Ich habe ihn auch noch nie betrunken erlebt, er mich leider gefühlte 1000Mal.

Natürlich habe ich mich entschuldigt. Er ist sehr loyal und hat mich auch in meiner Absturzphase ich selbst sein lassen. (Er käme nie auf die Idee, mir Alkohol aus der Hand zu reißen, o.ä.).
Mir ist aber deutlich bewusst, dass diese Kehrtwende die Voraussetzung ist, dass auch er wieder eine "starke Schulter" hat und nicht eine besoffene Marie, die sinnlos rumheult und durch die Wohnung torkelt.

Heute ist Tag 13 :)
nacher gehe ich mit ein paar früheren Arbeitskollegen auf den Weihnachtsmarkt und ich freue mich darauf.

Furcht vor Alkohol habe ich keinen. Der letzte Weihnachtsmarkt war so ein Horror-Erlebnis, das ich nicht mehr erleben und niemandem zumuten möchte.

Hab einen schönen Tag :-)

Liebe Grüße Marie

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 19.12.2016, 13:57

Hallo Marie,

unterschätz nicht die Wirkung, die der (Geruch von) Alkohol auf dich haben kann, sogar ohne dass du es vielleicht zunächst merkst.

Ich bin jetzt drei Jahre abstinent und passe noch immer besonders gut auf, wenn ich an einem Glühweinstand vorbeigekommen bin.

Als Suchtkranke funktioniert mein (dein) Gehirn in dem Punkt nunmal anders.

Grüße
Thalia

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 19.12.2016, 15:36

Hallo Marie!
Bei Weihnachtsmarkt leuchten bei mir auch die Alarmglocken. Was machen denn die Kollegen da? Trinken die Glühwein? Und was machst Du dann?
Die ersten paar Monate habe ich mich von nasser Umgebung komplett ferngehalten.
LG - Calida

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 19.12.2016, 17:57

Hallo!

Weihnachtsmarkt ist ein ganz heikles Thema: Ich bin nicht der Auffassung, dass eine "leicht Angetrocknete" wie Du dort was zu suchen hat.

Letztes Jahr während meiner ersten abstinenten Adventszeit ging ein solcher Besuch gar nicht. Allein der Duft des Glühweins, der um die Buden zog, machte mich gereizt und unruhig. Das stellte ich fest, als ich einen solchen Markt nur mal am Rande streifte, um schneller durch die Stadt zu kommen.

ich halte den Besuch für einen Anfänger für eine Hochrisikonummer. Selbst wenn man dort unfallfrei wieder runter kommt, kann das Erlebnis derart triggern, dass man später daheim plötzlich starken Suchtdruck verspürt, der einen "umfallen" lassen kann.

Dieses Jahr bin ich gefestigter und habe mir den einen oder anderen Markt unfallfrei zusammen mit meiner Frau angeschaut. Mich hat dieses Jahr nichts getriggert und ich habe dort Kaffee/Tee bzw. heißen Apfelsaft mit Gewürzen getrunken.

Gruß Carl Friedrich, der dir dringend rät, den Besuch um 1 Jahr zu verschieben.

Correns
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Beitrag von Correns » 19.12.2016, 19:51

Hallo Marie,

Du spielst mit dem Feuer!
Aber Du musst natürlich selbst wissen, was gut für Dich ist.
Vielleicht wäre ein besserer Threadtitel:
"Marie - noch immer am Probieren"

Viele Grüße
Correns

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