Ein neues trockenes Leben aufbauen - ein harter Weg

Wie ist das Leben nach dem Alkohol ohne Alkohol? Erfahrungsberichte und Lebensgeschichten von schon länger trockenen Alkoholikern im Alkoholforum
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FatFreddy
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Ein neues trockenes Leben aufbauen - ein harter Weg

Beitrag von FatFreddy » 10.03.2017, 00:02

Ich grüße alle Mitforisten/Innen!

Ich möchte mich zunächst kurz vorstellen:

Ich nenne mich hier FatFreddy, Freddy reicht (FatFreddy war ein Comic-Kater), ich bin 54, getrennt lebend, habe eine erwachsene Tochter.

Ich habe bereits 2009/2010 hier im Forum geschrieben, ich weiß allerdings nicht mehr, unter welchem Account. Ist eigentlich auch egal, denn ich war damals nass. In den knapp 7 Jahren seit damals ist viel geschehen.

Ich fange mit der guten Nachricht an: ich bin nun 3 Jahre 3 Monate und ein paar Tage komplett abstinent, ich trinke nicht mehr und ich rauche nicht mehr. Ich habe in den letzten 3 Jahren mein leben und meinen Freundeskreis, meine Ernährung und viele andere Dinge grundlegend geändert. Ich sehe hierin wesentliche Säulen, die mir das trockene Leben garantieren, es mir leicht machen.Ich kann sagen, dass ich trotz allem Leid, welches ich euch schildern werde, heute glücklich bin. Glücklich, frei ja befreit vom Alkohol zu sein (wohl wissend, dass einen jederzeit ein Rückfall erwischen könnte).

Ich habe wirklich großes Glück, dass ich noch lebe, denn im November 2013 war ich bereits tot.

MEINE VORGESCHICHTE

Ich habe praktisch seit meinem 17. Lebensjahr jeden Abend getrunken. Es gab nur wenige Ausnahmen, wenn ich mal 3 Wochen Grippe hatte oder mal eine 8-wöchige Diät für die Leber nach einer Vitamin-A Vergiftung. Wenn ich heute mit klarem Kopf zurück blicke, dann habe ich von Anfang an niemals aus Genuss getrunken, sondern ausschließlich wegen der Wirkung, als Medizin gegen Depression, Ängste, mangelndes Selbstwertgefühl und Unsicherheit.

Die knapp 30-jährige Trinkerei hat mir in den Jahren 2009 und 2010 zahlreiche Entgiftungen beschert. 2009 schaffte ich es sogar, nach einer Entgiftung eine ambulante Langzeittherapie zu beginnen, welche mich so stabilisierte, dass ich körperlich fast 8 Monate trocken war. Leider war ich noch so von der Sucht gefangen, dass ich vieles nicht erkannte und die Sucht völlig unterschätzte. Ich war bzw. ich bin, denn es ist eine chronische Krankheit, der Typus des Spiegeltrinkers. Es ist dabei völlig unerheblich, wie groß die Menge ist, die man zu sich nimmt. Ich habe zwanghaft abends getrunken, im Urlaub auch tagsüber. Die letzten Jahre vor dem Zusammenbruch war es dann in erster Linie ein Antrinken gegen die Entzugsymptome. Die Tatsache, dass ich meistens "nur" eine bestimmte Menge getrunken habe, zu festen Zeiten und am nächsten Tag mehr oder weniger fit auf Arbeit stand gaukelte mir jahrelang vor, dass ich kein Problem hatte. Ich dachte damals, Alkoholiker ist der, der ab dem ersten Tropfen völlig unkontrolliert trinkt bis er umfällt oder bis es nichts mehr zu trinken gibt. Ich dachte: ich bin doch nicht abhängig, ich höre nach ein paar Bier und ein paar Wodka auf

Ich dachte oft, verdammt, schon wieder einen Schnupfen. Heute weiß ich, dass ich tagsüber schon viele Jahre Entzugserscheinungen hatte, ich konnte oder wollte das nicht erkennen. Ebenso habe ich es nicht begriffen, dass ich zwar "nur" einen bestimmten Spiegel getrunken habe, dafür aber völlig unfähig war, auch nur einen Tag abstinent zu leben. Ich schob die Erkenntnis jeweils auf den nächsten Tag.

So kam es, dass ich abends oft für meine Tochter nur physisch anwesend war, dass ich mich von meiner Frau entfremdete, dass meine Gesundheit zunehmend ernsthaft beschädigt wurde. Irgendwann zog meine Frau mit der Tochter aus, ich verlor meinen Job, zum Schluss drohte der Verlust der Wohnung.

Als ich 2009 das erste Mal zwar freiwillig, aber wenig einsichtig in die Entgiftungsstation einer Psychiatrie ging, da merkte ich gleich am ersten Abend, wie sehr ich bereits abhängig war. Nach nur ein paar Stunden ohne Alkohol ging gar nichts mehr. Die Entzugserscheinungen waren extrem heftig und endeten nach 3 Tagen im Delirium.

Ich habe daraus nicht gelernt, war nach zwei Wochen kaum daheim, da verfiel ich wieder in Depressionen und anstatt irgendetwas zu unternehmen, was mir helfen könnte, wurde ich am gleichen Tag rückfällig. Auf weitere Details, wie es dann von 2009-2013 weiterging, möchte ich derzeit verzichten. Fakt ist, ich manövrierte Tag für Tag zwischen Trunkenheit und tagsüber Entzug. Die Liste der Psychopharmaka wurde immer länger, die mir mein Hausarzt verordnete, damit ich keine schwerwiegenden Probleme bekam. Wenn ich nämlich zum Jobcenter , zur Krankenkasse oder zur Institutsambulanz musste, wollte ich dort immer nüchtern hin.

Ich kürze das alles erstmal hier ab, denn eigentlich wollte ich mich ja erstmal nur vorstellen.

Ich habe dann bis November 2013 immer wieder Krankenhausaufenthalte gehabt, weil die Bauchspeicheldrüse und die Galle immer wieder entzündet waren. Es waren unvorstellbare Schmerzen, ich wusste nicht, dass man derartig bestialische Schmerzen haben kann. Ich lief immer wieder komplett gelb an, es wurde zudem ein Umbau der Leber zur Zirrhose festgestellt zahlreiche andere Erkrankungen wie COPD (ich hatte bis 2013 zum Teil bis 80 Zigaretten am Tag geraucht). Man versuchte immer wieder, mich mit Nulldiat bzw. völlig fettfreier Nahrung und zig Infusionen wieder klar zu bekommen. Ich hatte leider das Pech (muss ich sagen), dass ich mich immer sehr schnell erholte. Während ich dann jedesmal im. Krankenhaus aufblühte, aus meiner Einsamkeit herauskam, unter Leute kam, voller guter Absichten war, fiel ich daheim, wo durch den Auszug meiner Frau und meiner Tochter die Hälfte an allem fehlte, in schwerste Depressionen. Zwei Zimmer habe ich so belassen, wie meine Frau sie zurück gelassen hat, habe sie nicht mehr betreten. Oft kam ich aus dem Krankenhaus, saß dann dort und hielt die Einsamkeit nicht stand. Bei jedem neuen Rückfall war ich innerhalb von zwei Tagen wieder im alten Rhythmus mit der alten Menge Alkohol.

Zu dieser Zeit habe ich wie ein Sklave des Alkohols vegetiert. Es ging nur noch darum, dass mir die ausreichende Menge Alkohol täglich zur Verfügung steht und eine Reserve für den nächsten morgen da ist. Richtig gegessen habe ich nur abends, mit der Trinkerei kam der Hunger. Das Essen war auf den Alkohol ausgerichtet, alles fettig und extrem scharf. und natürlich extra Knoblauch, damit man die Fahne am nächsten Tag überdecken kann.

Im November 2013 ging es mir zunehmend schlechter. 14. und 15. November war ich irgendwie völlig apathisch und habe auch tagsüber immer wieder geschlafen, dann folgten 2 Tage, in denen ich vor Schmerzen nur noch zusammengekrümmt liegen konnte, habe wie in Trance vor mich hin vegetiert. Ich konnte weder essen noch ausreichend Flüssigkeit zu mir nehmen. Am 3. Tag habe ich dann früh morgens vor Schmerzen nicht mehr gekonnt und habe einen RTW gerufen. Zunächst wurde ich wie ein Bittsteller belehrt und schlecht behandelt, dann aber zeigten Blutdruck und EKG wohl Auffälligkeiten. Jedenfalls brachte man mich plötzlich mit Blaulicht in die Klinik. Das war der 18. November 2013, der Tag, an dem sich mein Leben grundlegend änderte.

Wie, das verrate ich euch quasi in der Fortsetzung. Wenn es manchmal dauert, bis ich antworte oder weiter schreibe wundert euch bitte nicht. Ich bin durch das, was folgte so geschädigt, dass ich immer wieder tageweise nichts machen kann, entweder wegen Depressionen, die chronisch sind, oder wegen der ganzen körperlichen Einschränkungen.

So, dann hoffentlich bis bald,
Euer Freddy.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 10.03.2017, 14:54

Hallo Freddy,

herzlich willkommen! Der Anfang deiner Geschichte ist schon mal der Hammer, gut, dass du da raus bist aus diesem Strudel. Ich hoffe immer, dass solche Lebensgeschichten wie deine den Menschen die Augen öffnen kann, endlich was zu verändern. Danke, dass du das mit uns teilst.

Liebe Grüße
Aurora

FatFreddy
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Beitrag von FatFreddy » 10.03.2017, 22:43

Hallo Aurora,

danke für deine Worte. Ich wollte heute eigentlich weiter schreiben, aber es ist wieder mal so ein Tag, an dem nicht viel geht. Ich habe so viele Diagnosen, dazu Diabetes, weil von der Bauchspeicheldrüse nicht mehr viel übrig ist. Ich muss leider, um einigermaßen normal leben zu können, 18 schwere Medikamente einnehmen. Dadurch bin ich ständig müde.

Beispiel: heute bin ich um 8 aufgestanden, dann kommt die übliche Prozedur, Zucker messen, Duschen, Kaffee anwerfen, Insulin spritzen, frühstücken. Heute hat mich dann eine Sozialarbeitern abgeholt, weil wir zusammen einkaufen gefahren sind. Da ich ein Bein gelähmt habe kann ich selbst nicht mehr fahren (auch wegen der Medikamente). Außerdem könnte ich mir kein Auto mehr leisten.

Wir sind um 10 los und um 13 Uhr waren wir zurück. Das war es auch schon, ich war danach so kaputt, dass ich den ganzen Nachmittag geschlafen oder an die Decke gestarrt habe.

Manchmal bekomme ich Angst, dass meine restliche Lebenszeit einfach so für nichts verrint. Einige Menschen aus meinem Umfeld lassen mich auch spüren, dass ich, weil ich meine Arbeitskraft den Chefs und Bonzen nicht mehr zur Verfügung stellen kann, überflüssig bin.

Ich denke mir, sie können auch plötzlich krank werden. Es ist ja nicht so, dass alle meine Krankheiten direkt Folgen des Trinkens und/oder Des Rauchens sind. Aber indirekt schon, weil ich durch die Trinkerei nicht zum Arzt gegangen bin.

Und viele Schmerzen, zum Beispiel erhebliche Rückenschmerzen, habe ich das erste Mal nach ein paar Tagen Entgiftung wahrgenommen. Vorher war alles betäubt.

Na, ich will mal zusehen, dass ich am Wochenende jetzt weiter schreiben kann, um euch meinen Wendepunkt darzustellen.

Bis dann, einen schönen Abend an alle,
Euer Freddy.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 10.03.2017, 22:50

Hallo Freddy,

mach immer schöööön in Ruhe, wir rennen nicht weg :lol: .

Ich habe selbst eine chronische Depression und bin seit letztem Jahr berentet. Ich kann das gut verstehen. Durch die Depression bin ich teilweise wie gelähmt. Oder kann nicht richtig denken, mich nicht konzentrieren.

Ja, nicht alle Mitmenschen können verstehen, wenn Mensch nicht mehr funktioniert. Das spüre ich leider auch. In unserer Gesellschaft musst du allzeit bereit, aktiv und braungebrannt sein. Mal überspitzt gesagt. Na, sollen die mal machen, jeder wie er's braucht...

Ein schönes Wochenende
Aurora

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 11.03.2017, 10:42

Hallo Freddy,

herzlich willkommen hier. Schön, dass du hier bist und deine Geschichte mit uns teilen willst.

Ich wünsche dir auch gute Erholung. Und wenn du Kraft hast zu schreiben, werde ich auf jeden Fall lesen! :)

Viele Grüße
Thalia

FatFreddy
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Beitrag von FatFreddy » 13.03.2017, 01:15

Teil 2 - Zusammenbruch und Wendepunkt

Während ich in den Jahren 2009/2010 zwischen Entgiftung und Trinkphasen schwankte, habe ich in den Jahren 2011 - November 2013 in meinem ursprünglichen Trinkschema getrunken. Konkret: ab etwa 16 Uhr habe ich begonnen, immer schlückchenweise Wodka direkt aus der Flasche zu trinken. Das zog sich hin bis etwa 18 Uhr, danach ging ich einkaufen, Nachschub an Wodka und Bier sowie Lebensmittel und Tabak besorgen. Wieder heim, kochen und um 20 Uhr Essen und ab da bis etwa 24 Uhr 2 - 3 Bier trinken und den Wodkakonsum herunterfahren. danach ging ich schlafen, zwischen 10 und 11 Uhr aufstehen, 2 Toast und Kaffee und mit diversen Medikamenten vegegtierte ich bis 16 Uhr.

Das ging so Tag für Tag. Durch diese relative Regelmäßigkeit glaubte ich allen Ernstes, dass ich nicht mehr "so schlimm" abhängig sei und wohl mit ein paar Tabletten jederzeit mit dem Trinken aufhören konnte. Diese grundsätzliche falsche Einschätzung der eigenen Situation, wenn man nass ist, hat mich mehrfach (!) fast das Leben gekostet. Mein Hausarzt hatte Angst, dass mir etwas passierte und verschrieb mir Medikamente gegen Ängste, gegen epileptische Anfälle, zum Blutdruck senken, zum Entwässern, Betablocker, zur Beruhigung und für den Magen, der Therapeut, der KEIN Arzt war, gab mir noch ein Antidepressivum und ein Neuroleptikum, dass ich nicht würgen musste, wenn ich tagsüber nichts trank, vor allem bei Terminen beim Jobcenter usw. Niemanden hat interessiert, ob diese ganzen Mittel erhebliche Nebenwirkungen haben oder Wechselwirkungen untereinander und mit dem Alkohol. heute weiss ich, dass ich ganz einfach hätte aufhören können zu Atmen. Ich nahm erheblich zu, mein Gesicht war rot und aufgeschwemmt. Zusätzlich hatte ich nun das Problem, dass ich zusätzlich zur Organisation von Alkohol, Tabak und Beziehungsproblemen (mit einer Alkoholikerin, eine On-Off-Beziehung) und auch immer für Nachschub an Rezepten und Medikamenten sorgen musste. Ein medikament fehölte mir 1 Wochenende lang, ich hatte Entzugssymptome, die noch heftiger waren als vom Alkohol, ich hatte Halluzinationen.

Es ist ein Trugschluß zu glauben, man kann in dem Wechsel von trinken und Medikamenten leben. Man macht sich nur schneller kaputt. Ich habe während dieser Jahre viele Menschen sterben sehen.

Jedenfalls lief die Zeit wie in Zeitraffer vorbei und ich Depp glaubte, ich komme klar. ich merkte gar nicht mehr, wie ich emotional und geistig immer mehr abstumpfte, gegenüber allem gleichgültig wurde. Dazu kam, dass das Jobcenter mich in eine kleinere Wohnung zwingen wollte. Ich war auf Grund meines körperlichen Zustandes und auf Grund meiner Ängste, Phobien und Depressionen außerstande, eine andere Wohnung zu suchen. Ich schaffte es nicht mal mehr, zur Straßenbahn zu gehen und den Mut zu fassen, mir eine andere Wohnung anzuschauen. Obwohl mir Ärzte und Psychiater bescheinigten, dass ich derzeit zu nichts imstande sei (ich war auch dauerhaft krank geschrieben), kannte das Jobcenter keine Gnade und zahlte nicht mehr die volle Miete. Der Vermieter nutzte die verringerte Miete, die ich nur noch bezahlen konnte, und kündigte mir. Man muss dazu sagen, er hat sich eine ganze Weile hinhalten lassen, wir sind im gleichen Alter und kannten uns. Aber auch er muss sein Leben finanzieren und ein altes Ehepaar suchte dringend diese Wohnung.

Gut, das, was ich nun darstellte, war die Regel. Es gab Ausnahmen: anfangs machte ich eine sehr komplexe Weiterbildung im IT-Bereich. Die erste zeit war ich trocken, dann aber nach 2 Wochen habe ich den Druck nicht mehr ausgehalten und habe wieder abends angefangen zu trinken. Weitere Ausnahmen waren einige Aufenthalte im allgemeinen Krankenhaus, da die Bauchspeicheldrüse jeweils akut entzündet war. Ich war teilweise komplett gelb angelaufen, hatte Schmerzen, die unvorstellbar waren. Die Ärzte prognostizierten mir einen elendigen Tod, wenn ich nicht den Absprung von Alkohol UND Zigaretten (ebenso schädlich!) schaffe. Ich habe auch nach diversen Aufenthalten direkt mit Therapien begonnen, unter anderem habe ich 4 Wochen eine Tagesklinik besucht. In den Zeiten, in denen ich dann trocken war, zheigte sich vor allem eine ausgeprägte Sozialphobie, die es mir fast unmöglich machte, mich in eine Gruppe einzugliedern. Leider sind in diesen 08/15-Therapien nur Gruppengespräche Standard, das ist sehr ungünstig, wenn man über seine Probleme reden will und Leute in der Grußppe sitzen, die nicht freiwillig entgiften, sondern nur, um Knast oder Führerscheinentzug entgehen wollen. Diese Leute stören die Gutwilligen, und das Personal tut gar nichts.

So ging das leben an mir vorbei, bis ich Mitte 2013 wieder erhebliche Probleme mit der Bauchspeicheldrüse bekam. Ich dachte, ich trinke mal 2-3 Tage nur das nötigste und esse nur noch ein paar Bissen trockenen ungetoasteten Toast, dann geht es vielleicht wieder. Aber es wurde schlimmer, ich hatte erhebliche Bewusstseinstrübungen und bekam Fieber. Ich rief am 16.11.2013 abends einen Notarzt, der kannte mich schon, hatte seine Diagnose bereits im Taxi ausgefüllt, rammte mir eine Spritze mit einem Schmerzmittel (ein Opioid) in die Bauchdecke und ging wieder. Ein Arzt, der nur von den Notdiensten lebt.

Ich kann denen von Euch, die das nun lesen und vielleicht noch nicht trocken sind nur sagen: für die meisten Leute seid ihr in einer solchen Phase nur noch Abfall. Mein Bruder wohnte damals im gleichen Haus, glaubt mal nicht, dass er einmal nach mir geschaut hat. Meine Eltern waren täglich in der Gedgend, die waren froh, dass ich sie nie um etwas bat. Dass man nichts zu wollen hat, das hat mein Vater mit Fäusten, Gürteln, Schuhen, Stöcken und anderen Gegenständen in uns Kinder hineingeprügelt. Das prägt. Meine Exfrau wohnte auch in der Nähe, sie hat zwar immer für mich "gebetet", aber wenn ich konkret Hilfe brauchte, war sie nicht da. meine Tochter ebenso, aber das kann ich verstehen. Dazu an anderer Stelle mehr, nicht alles auf einmal.

Am 17.11.2013 habe ich zusammengekrümmt auf dem Bett gelegen, zuerst benebelt von der Spritze des Vorabends, dann zunehmend benommen vor Schmerz und dem Alkoholentzugssyndrom, welches sich langsam, aber sehr kräftig breit machte. Ich habe an diesem Tag gegen 19 Uhr das letzte Mal etwas Alkohol gegen den Entzug getrunken.

Nach einer nacht, in der ich nicht mehr wußte, ob ich tot, im Traum oder in der Realität war, habe ich am nächsten Morgen Todesangst bekommen. Ich hatte das gefühl, dass ich nicht mehr in meinem Körper stecke, sondern irgendwie daneben stehe. Ich weiß es nicht mehr, aber ich glaube, es war 6 oder 7 Uhr morgens, als ich einen RTW anrief. Als die Sanitäter kamen, wurde ich ersteinmal angebrüllt, dass man einen RTW nur im lebensbedrohlichen Zustand rufen darf. Ich erkannte die Besatzung wieder, ich hnatte mit denen bereits öfter für mich und auch meine zeitweilige Freundin zu tun. Ich rauchte eine halbe Zigarette, es war die letzte. Nach dem ganzen Angeschnautze resignierte ich. Glücklicherweise hatten die Kollegen dann doch Erbarmen und machten ein EKG und haben Blutdruck gemessen. Da passte so einiges nicht, sie nahmen meine immer für Notfälle gepackte Reisetasche und fuhren mich mit Blaulicht zur Klinik. Ich erinnere mich nur sehr dürftig an die ersten zwei Stunden in der Notaufnahme. Ich habe wohl verstanden, dass meine Lage sehr ernst war und dass ich mich weigerte, einen Katheter legen zu lassen. Wegen der sehr starken Schmerzen hat man mir wohl ein Morphin gespritzt. Es folgte eine Art grauenhafter Traumwelt, die mir wie eine Ewigkeit vorkam.

Erst viel später las ich in der Akte, dass ich am 20.11.2013 6 Minuten lang reanimiert wurde. Als ich das erste Mal irgendetwas für ein paar Minuten realisierte, bevor ich wieder in die Traumwelt glitt, fragten mich meine Frau und meine Tochter, ob ich weiß, dass Heiligabend ist?

Ich werde das nächste Mal weiter schreiben. Jetzt kommen die ganzen Erinnerungen an Träume und Begebenheiten auf der Intensivstation durch, die mich so belasten, dass das auch in der Therapie lange schon Thema ist. Die Erinnerungen sind für mich fast nicht auszuhalten. Deswegen höre ich erstmal für heute auf

und verbleibe mit lieben Grüßen
der Freddy.

FatFreddy
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Beitrag von FatFreddy » 14.03.2017, 22:37

Teil 3 - der Beginn des trockenen Lebens

Der Beginn meiner Abstinenz, sowohl was Alkohol als auch Nikotin betrifft, war wie bereits beschrieben nicht ganz freiwillig bzw. ich hatte keinen Einfluss mehr auf das Geschehen. Ich selbst erinnere mich bruchstückhaft an die ersten Stunden in der Notaufnahme. Ich muss wohl noch meinen Vater angerufen haben, der will mit mir über meine Verlagerung auf die Intensivstation und ins künstliche Koma gesprochen haben. Ich erinnere mich nicht, beim besten Willen.

Man sagte mir später: am gleichen Tag, an dem ich aufgenommen wurde, musste man mich ins künstliche Koma versetzen, die Bauchspeicheldrüse war so entzündet, dass Teile nekrotisierten, also abstarben, die Galle war entzündet, die Milz, ich hatte eine Bauchfellentzündung sowie eine Sepsis, eine Lungenentzündung und was weiß ich noch alles. Und ich muss wohl im Bett randaliert haben, da ich offensichtlich schwer enzügig war, nicht nur wegen des fehlenden Alkohols, sondern auch, weil man mir meine Medikamente nicht geben konnte. Allesamt machen eben auch abhängig, darum ist es absolut gefährlich im Entzug nur auf Medis zu setzen. Den Entzug von Medikamenten schafft man, wenn man Pech hat, niemals.

Beim künstlichen Koma ist man im Prinzip in einer intensiven langen Narkose. Das Problem bei langjährig Alkoholkranken ist, dass der Stoffwechsel völlig verändert ist und die Medikamente, die einen sedieren und narkotisieren sollen nicht wirken. Es ist sehr schwer für die Ärzte, eine Dosierung zu finden, die auf der einen Seite ihren Zweck erfüllt und den Patienten auf der anderen Seite nicht umbringt. Das letztere war bei mir der Fall, deswegen wurde ich reanimiert. Insgesamt kämpften die Ärzte drei Wochen um mein Leben, bis ich einigermaßen aus der Gefahr heraus war.

Für mich waren die insgesamt 6 Wochen im künstlichen Koma eine endlose Reise in eine grauenhafte Traumwelt, in der meine übelsten Urängste ausgelebt wurden. Da man es nicht immer schaffte, mich richtig zu sedieren, hatte ich mitten in Operationen am offenen Bauch lichte Momente, ich sah Ärzte in ihren grünen Schutzkleidern, sah Blut, hörte Kreischen und bestialische Schreien. Ich sah in anderen Momenten Ärzte und Schwestern von oben, sah mich im Bett liegen, ich sah grauenhaft aus. Man quälte mich, sperrte mich ein, schoss auf mich. Ich arbeite diese ganzen Träume und Halluzinationen derzeit auf, ich will hier nicht mehr schreiben. Dennoch wollte ich euch zumindest ganz grob skizzieren, dass man nicht einfach schläft, sondern das Gehirn und die Sinne arbeiten natürlich weiter.

Auf jeden Fall habe ich in dieser Zeit kein Gefühl mehr für Zeiträume gehabt. Alles kam mir endlos vor. Ich erlebte Ärzte und Schwestern, obwohl ich weggeschossen war. Als ich später langsam zu mir kam erschrak ich oft, wenn ich Personal aus meinen Träumen wieder erkannte und mit ihnen Schlimmes verband.

Sehr schlimm war für mich, dass ich plötzlich sah, dass im Bett neben mir mein Vater lag und ich sah, wie sich sein Brustkorb unter künstlicher Beatmung hob und senkte. Irgend jemand erklärte ihn für tot, ich weinte und war unendlich traurig. Dann sagte ich, solange sich sein Brustkorb bewegt atmet er, dann lebt er. Dennoch war ein (orthodoxer) Priester des und es waren Ikonen aufgebaut. Plötzlich erschrak ich bis ins Mark, denn mein Vater stand plötzlich an meinem Bett, es war halbdunkel, ich erkannte seine typische Jacke und er erzählte mir etwas. Ich gewöhnte mich daran, dass er jeden Tag für tot erklärt wurde und abends wieder lebendig war. Ich habe letztes Jahr erfahren, dass neben mir ein alter Mann lag, der künstlich beatmet wurde. Den habe ich gesehen, weil man davon ausging, dass ich von den Medis weggeballert sei, daher verzichtete man auf die sonst übliche Trennwand aus Stoff. Er war aus Russland und seine Angehörigen hatten Ikonen aufgestellt. Zudem war tatsächlich einmal ein Priester anwesend, weil jemand verstorben ist. Die Schwester, die mir das alles verraten hat, war wirklich erschrocken, was ich alles mitbekommen habe. Ich werde ihr und einer Ärztin die damals dabei war ausführlich berichten, vielleicht hilft es, dass man mit den Patienten anders umgeht.

Meine Exfrau und mein Vater waren jeden Abend da, sie haben an meinem Bett mit mir gesprochen, gesungen, Spass gemacht, als ob ich wach wäre. Ich habe vieles zwar verzerrt in meiner Traumwelt mitbekommen, aber es hat mir geholfen, mich wieder zurück ins Leben zu kämpfen. Denn ich war schon irgendwo im Dunkeln, allein mit all meinen Ängsten und Gedanken, wie in einer endlosen Schleife. Dann merkte ich, dass ich mich immer weiter entfernte. Durch Vater und Frau kam ich zurück. Mir wurde berichtet, dass sich meine Werte schlagartig besserten, nachdem man mich eigentlich aufgegeben hatte.

Sechs lange Wochen war mein Bauch komplett offen, es erfolgten zwölf Operationen, in meinem Rumpf steckten Schläuche, an deren Ende Beutel waren, die das Wundwasser und Eiter aufnahmen. Jedenfalls wusste ich plötzlich, dass meine Frau gleich kommt, als ich sie sah, freute ich mich. Ich bin immer wieder in die Traumwelt gefallen. Aber ich verstand: es ist der 23.12.13 und ich bin im Krankenhaus. Am nächsten Tag, Heiligabend, waren Frau und Tochter da, ich dachte ich hätte gesessen und meine Tochter umarmt, aber ich lag die ganze Zeit. Erst am zweiten Weihnachtstag realisierte ich, dass ich liege, nicht weiß wie ich heiße, unter dem Kehlkopf einen dicken Schlauch stecken habe, ständig Erstickungsanfälle bekomme, dass ich nicht sprechen und nicht richtig hören kann. Dann habe ich irgendwann bemerkt, dass ich gar nichts mehr kann und ich habe meine Arme gesehen. Ich war vollkommen abgemagert, alle Muskeln waren durch das Koma weg. Sechs Wochen vorher wog ich 100 Kilo, nach den sechs Wochen unter 50 Kilo. Ich merkte, dass ich überall, auch im Gesicht, Narben und Verletzungen hatte. In meiner Nase steckte ein Schlauch, durch den ich künstlich ernährt wurde. Ich habe laut den Schwestern mehrfach die Schläuche herausgerissen und mich dabei zum teil schwer verletzt.

Eines war aber gut: ich wußte auch nicht mehr, dass ich mal geraucht und gesoffen habe. Die Erinnerung war zunächst weg. Ich habe auch meine Tochter mit einem falschen Namen angesprochen.

Das Ausmaß der Katastrophe wurde mir nur langsam klar. Durch das langsame Absetzen des Medikamente und das Weaning, also das Entwöhnen von der künstlichen Beatmung, kam es auch zu Halluzinationen, also ich fiel immer wieder in Zustände, die einem Delir ähneln. Das Schlimmste war, dass ich langsam begriff, dass ich nur liegen konnte, nur auf dem Rücken und sonst nichts. Irgendwann kamen dann Krankengymnasten, die rissen an mir herum und versuchten, mich mit zig Kissen hinzusetzen. Dabei sah ich, dass meine Beine und Füße auf das Zigfache angeschwollen waren. Ich wußte teilweise nicht, wie mir geschah, es kamen Ärzte und eine Horde Studenten, die erzählten etwas über mich, was ich so außer Trinken noch so gemacht und auch mal geleistet habe und erzählten etwas von Wunder. Ich konnte zeitweilig immer noch nicht richtig hören, mir war das damals zu viel.

Ich erholte mich kopfmäßig schnell, körperlich nicht. Nun waren die Schmerzen der Narben, den Innern des Bauches, der Beine usw. nicht auszuhalten, ich hatte zudem einen Dekubitus, war also durchgelegen.

Da man auf der Intensivstation nicht richtig schlafen kann, weil grelles Licht und Lärm herrschten, wurde ich langsam ungehalten, je mehr ich klar wurde. nun erinnerte ich mich auch an die Trinkerei, die Probleme und das Rauchen. Die Probleme waren zunächst durch meine Angehöriger unter Kontrolle, Wohnung war geräumt, eine neue Wohnung, die zufällig unter meinen Eltern frei wurde, war für mich vorbereitet. Die katastrophalen Finanzen (man sollte besser nur von Schulden reden) waren ebenfalls vorläufig unter Kontrolle. Zu den Erinnerungen an die Trinkzeit hatte ich kein Verhältnis, es war weit weg und die Erinnerungen widerten mich an. Aber ich hatte zeitweilig das sehr starke Bedürfnis nach Zigaretten. Vor allem roch es auf der Station irgendwie nach Rauch. Aber dieses Verlangen war immer nur sehr wenige Minuten vorhanden.

In der ersten Januarwoche 2014 kam ich dann endlich auf eine Normalstation, wo man sich auf Seite des Personals schon das Maul zerriss über den "Säufer" und seine Keime. Als man mich wegbrachte, sah ich, auf was für einer erbärmlichen Sterbestation ich gelegen hatte.

Es folgte eine Zeit von knapp 7 Wochen Einzelhaft. Ich hatte multiresistente Keime und deswegen legte man mich in ein Einzelzimmer. Mein Vater kam jeden zweiten Tag, den freien Tag kam meine Frau sowie zwei alte Freunde. Die Ärzte sah ich jeden Tag 2 Minuten, Schwestern kamen beim klingeln nach einer Stunde und meistens wurde ich angeschrieen. Es ist so: als Alkoholiker hat man menschlich gesehen im Allgemeinkrankenhaus oft schlechtere Karten. Dennoch: wenn an bereits erhebliche körperliche Schäden hat, ist es immer besser, in ein normales Krankenhaus zu gehen. Ist man noch einigermaßen gesund, fährt man auf jeden Fall in der Psychiatrie besser.

Da ich auf Grund meines schlechten Zustandes und Morphinen völlig genervt war, konnte ich den Fernseher nicht ertragen. Statt dessen dachte ich viel nach, über mich, meine Kindheit, das gestörte Verhältnis zu meinen Eltern, meine gescheiterte Ehe, den Alkoholismus und was nun werden soll. Die Klinik stellte fur mich einen Reha Antrag bei der Rentenversicherung, denn das linke Bein blieb gelähmt, die Polyneuropathie war erheblich sowie viele andere Diagnosen.

Nach Durchsicht der Unterlagen entschied die Rentenversicherung, dass ich eine Reha nicht durchstehen würde und schickte mich unbefristet in Rente. Die Reha gab es nicht. Meine Angehörigen bekamen Angst, Angst, dass sie mich pflegen sollen. Pflegen müssen. Nun stellten sie es so dar, dass alkoholismus keine Krankheit ist und ich alleine schuld bin an meiner Situation. Meine Mutter, die in drei Monaten ein Mal zu Besuch kam, nur, weil mein Vater sie gezwungen hat, faselte etwas von "wenn du bei Bier geblieben wärst statt zu Schnaps zu wechseln wäre alles besser". Was soll es, sie hat mir sowieso oft genug gesagt, dass sie meinen Vater heiraten musste, weil ich unterwegs war und ich ihr das Leben zerstört habe.

Ich fühlte mich wir früher, ungeliebt, nichts wert, unerwünscht. Aber eine Sache war anders: früher bekam ich sofort bei diesen Gefühlen den Drang zu trinken, nun war das komplett weg. Im Gegenteil: bis heute halte ich alle Probleme aus und reflektiere sie.

Ich habe im Krankenhaus mit dem Sozialarbeiter, mit dem Seelsorger und einigen wenigen Ärzten, die sich Zeit nahmen, gesprochen. Auch der Sozialarbeiter, der mich vorher während der nassen Zeit betreute, besuchte mich. Ich traf noch im Krankenhaus einige Entscheidungen, die ich als Basis für mein abstinentes Leben betrachte. Das werde ich nächstes Mal darlegen.

Ich denke, um mich zu verstehen, ist diese Vorgeschichte, die ich dargestellt habe bedeutsam. Bedenkt immer eines: Jeder Trinker ist anders, jede Geschichte ist anders. Aber eine Sache haben wir alle gemeinsam, nämlich ein geringes Selbstwertgefühl.

Ich freue mich, wenn Ihr weiter Interesse zeigt. Ich habe morgen zum wiederholten Male einen Gutachter hier, der sich anmaßt, innerhalb von ein paar Minuten urteilen zu können, ob die Pflegeversicherung Geld raushaut, das ich gebrauchen könnte, damit das Badezimmer so umgebaut wird, dass ich duschen kann und viele andere Dinge. Es ist frustrierend, dass man als eine so kleine Wurst sich vor den Behörden und Stellen quasi ständig nackt machen muss, dass diese Leute in den Schränken und im Klo herumschnüffeln. Komisch, wenn die Zocker in den Banken das Geld ihrer Kunden verzocken, dann macht der Staat Milliarden locker. Aber gut, das gehört Bier nicht her.

Manchmal ist es schwer, nüchtern vieles zu ertragen. Umso stolzer kann man sein, wenn man es denn bewältigt hat.

Bis nächstes mal euer Freddy

Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 14.03.2017, 23:18

Hallo Freddy,

ich habe deinen erschütternden und erschreckenden Bericht gelesen. Du hast schwere Zeiten durchgemacht.

Ich wünsche dir für deinen Termin morgen alles Gute!

Ich glaube dir, dass es schwer ist, manches zu ertragen. Eins fällt mir hierzu jedoch ein: Wenn du nüchtern bist, musst du manches auch nicht ertragen. Weil du nur nüchtern die Möglichkeit hast, Dinge (dein Leben) mitzugestalten.

Viele Grüße
Thalia

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