Camomille stellt sich vor

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Camomilla
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Beitrag von Camomilla » 21.05.2017, 00:18

Danke. Von Herzem Danke.

Aurora
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Beitrag von Aurora » 21.05.2017, 13:33

Hallo Camomille,
Momentan behelfe ich mir mit der Telefonseelsorge. Traurig Auch nicht optimal, weil ich mich immer schäme und denke, dass es andere nötiger hätten,
Du musst dich nicht schämen und auch nicht denken, andere Leute hätten es nötiger! Das sind so die K.O.-Gedanken (kenne ich auch).

Für dich ist dein "Zustand" dringend und schlimm. Was die Anderen für Dringlichkeiten haben soll dir wurscht sein. Denn für dich bist du wichtig. Du nutzt einen Service mit der Seelsorge, der allen bereit gestellt wird, auch dir!

Und hier kannst du auch immer "Hilfe" rufen.

Liebe Grüße
Aurora

Camomilla
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Beitrag von Camomilla » 21.05.2017, 14:55

Liebe alle,

nachdem es gestern echt schwierig war, ist heute ein schöner Tag und langsam fällt mehr und mehr der Groschen. Das ist doch echt ein Unding, was man mit sich selbst so alles anstellt. Bis vor einigen Tagen/Wochen habe ich mich noch für eine absolute Schwerverbrecherin gehalten, heimlich still und leise hier gewaltet und geschaltet. Hab mich von meiner Depression fast erdrücken lassen. Die Traurigkeit nur noch ertränkt, obwohl sie eigentlich gehört, beachtet und akzeptiert werden wollte.

Ein Kommentar hier im Forum hat mir aber sehr, sehr geholfen. Lese ja schon seit einigen Wochen "heimlich" mit. Sinngemäß schrieb sie darüber, dass wir alle hier an mehreren Fronten kämpfen. Und oh wunder, auch bei mir ist das natürlich so. Manchmal weiß man gar nicht mehr, wo man da anfangen soll. Sie beschrieb, dass ihr Weg aus der Sucht die Fokussierung auf den Alkohol/das Leben ohne ihn war. Das war etwas, was sie selbst beeinflussen konnte. Das war der Weg, dass Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Und schließlich oder zumindest für mich war dieser Gedanke ebenfalls der Startschuss. Danke* :

Selbstgemachtes Glück

Der Weg einer Sucht:
Selbstzweifel*Selbsthass*Selbstaufgabe*Selbstwertgefühl*Selbstbewusstsein

Habt alle einen schönen Tag! Ich geh jetzt Vitamin D tanken und danach gibbet Tee

Herzlich

Elly
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Beitrag von Elly » 22.05.2017, 00:33

Liebe Camomilla!

Es wird immer wieder schwierige Tage geben, aber man darf da
nicht schwach werden und nicht nachgeben.

Und Du scheinst ja wirklich sehr stark! -Dranbleiben!

Oft hilft es auch, ganz viel Tee, Kaffee oder Selters, etc. zu trinken! Viel trinken!!!

Zusätzlich gut ablenken und immer mit etwas beschäftigt sein, (auch nur gedanklich) das ist wichtig!
Camomilla hat geschrieben:So, nach gefühlten Stunden hier im Forum habe ich mir jetzt zusätzlich noch eine SHG gesucht. Kann ich erst nächste Woche wirklich klären, aber ich möchte nicht wieder rückfällig werden
Auf Deine Schilderung bin ich gespannt!

LG Elly

PS: Die Traurigkeit wird vom Alkohol verstärkt, so war das bei mir auf jeden Fall!
Ohne kann man viel besser denken und fühlen, es wird alles klarer und ruhiger.

Camomilla
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Beitrag von Camomilla » 22.05.2017, 17:42

Liebe alle,

bis jetzt war mein Tag dicht bepackt mit vielen Dingen, die schon längst hätten erledigt werden wollten. Doch nicht nur das. Ich kann mich langsam wieder konzentrieren und auch ganze Stunden am Stück arbeiten. Das ist mir die vergangenen zwei Jahre kaum noch geglückt. Leider gibt es in meinem Leben sich immer abwechselnde Phasen. Phasen, in denen ich auf Hochtouren laufe, zehn Projekte gleichzeitig steuere, nebenbei lerne, studiere und dann noch Leistungssport mache. Irgendwann kracht es dann immer gewaltig und dann ist er wieder da, klopft "unschuldig" an die Tür, ein scheinbar alter Bekannter - "Willkommen, Herr Suff".

Am Donnerstag habe ich mein Beratungsgespräch hinsichtlich der SHG. Habe heute mit denen telefoniert. Und dort wird das "Überdrehen" ein wichtiger Bestandteil werden. Zur Sicherheit habe ich die nächsten sieben Tage meinen besten Freund bei mir einquartiert, damit ich nicht schwach werde. Es geht weiter! Doch dieses "auf Hochtouren laufen" muss ich wohl langfristig etwas drosseln. Eine Manie oder dergleichen liegt bei mir zwar nicht vor, aber vielleicht könnte man von sogenannten "Schaffensphasen" sprechen. In depressiven Zeiten sammele ich wie eine Irre immer wieder Ideen, die ich dann in diesen Energiephasen umsetzen kann. Gesund ist das nicht! Und deshalb werde ich wohl ein gesundes Mittelmaß finden müssen.

Denn das ist die wirklich Aufgabe. So scheint mir. Das Ausnüchtern - und das damit verbundene Durchhalten - funktioniert. Viel schwieriger ist es aber, die damit zusammenhängenden Verhaltensmuster zu regulieren.

Ich bleib am Ball! Und am Tee! Danke, dass ich hier sein darf! Lasst es Euch gut gehen!

Herzlichst
Camomilla

Calida78
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Beitrag von Calida78 » 23.05.2017, 09:22

Hallo Camomilla!
Herzlich willkommen hier im Forum!
Ich finde, Deine ersten Schritte klingen gut.
Diese Hoch- und Tiefphasen kenne ich auch. Die hatte ich lange kaum und jetzt sind sie wieder da. Es ist aber nicht mehr so, dass in einer Tiefphase immer der Gedanke an Alkohol kommt. Ich kann inzwischen anders damit umgehen.
Was genau soll denn Dein bester Freund machen? Vergiss dabei nicht, dass Du für Dich allein die Verantwortung trägst. Ich dachte das auch anfangs, dass ich jemanden beauftragen könnte zu schauen, dass ich bloß nicht schwach werde und doch trinke. Da haben mir einige hier den Kopf gewaschen. Und heute weiß ich: sie hatten und haben Recht. Niemand kann mir für mich und mein Verhalten die Verantwortung abnehmen. Wenn ich wieder trinke, dann weil ich es will. Wenn man sich vor der Verantwortung drückt und die anderen aufträgt, ist meiner Meinung nach die Gefahr viel größer, dass Du doch wieder trinkst.

Viele Grüße
Calida

Camomilla
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Beitrag von Camomilla » 23.05.2017, 21:43

Liebe Calida,

tja, mein bester Freund soll mich erst einmal vorm Gröbsten bewahren. :-( Ja, er ist nicht dafür verantwortlich. Und ja, ich habe eine eigene Verantwortung für mein Leben. Aber irgendwann braucht man einfach Hilfe, Unterstützung und manchmal auch Kontrolle. Man kann mir auch den Kopf waschen. Das ist mir egal. Ich weiß, dass es mit ihm gerade besser klappt, als ohne. Ich habe ihm auch aus seinen Süchten geholfen. Und, es hat geklappt. Ich verstehe diese Auffassung "Wir müssen bei uns selbst bleiben", aber wenn keiner mehr dem anderen die Hand reicht, dann sehen wir uns nur noch in den Kliniken wieder. Schwer zugedröhnt, verhalten und reserviert.

In diesem Sinne
Herzlich

Sunshine_33
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Beitrag von Sunshine_33 » 23.05.2017, 22:17

Hallo Camomille,
Willkommen hier im Forum.
Aber irgendwann braucht man einfach Hilfe, Unterstützung und manchmal auch Kontrolle.
Ja, das braucht man alles... ausser Kontrolle.
Kontrollieren nützt rein gar nix.
Wer wieder saufen will, wird das auch wieder tun. Ob mit oder ohne Kontrolle, das ist völlig belanglos.
Ich persönlich halte nichts davon, das Angehörige oder Freunde "helfen" sollen, das taugt nichts, sie sind viel zu involviert.
Die Hilfe sollte besser von professioneller Seite kommen.
Hierzu zähle ich übrigens auch SHG.
Unterstützung hingegen habe ich auch gern von meinen Angehörigen und Freunden angenommen.
Mehr sollte man sie aber nicht ins Boot ziehen... das ist meiner Meinung
Ich verstehe diese Auffassung "Wir müssen bei uns selbst bleiben", aber wenn keiner mehr dem anderen die Hand reicht, dann sehen wir uns nur noch in den Kliniken wieder. Schwer zugedröhnt, verhalten und reserviert.
Ich halte es für wichtig, wieder komplett die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
Am Anfang benötigen wir dabei evtl. Hilfe und dann sollte man die auch annehmen.
Es gibt ja genug Möglichkeiten, wo einem Hände gereicht werden.
Das tun wir hier ja auch gern.
Aber ich würde darum keinen Freund bitten wollen, weil der sich dann evtl. verantwortlich für irgendwas fühlen würde.
Und das möchte ich nicht.
Ich habe meinem Partner während meiner aktiven Saufzeit genug Verantwortung aufgedrückt.
Als ich trocken wurde, wollte ich ihn da keinesfalls wieder irgendwie mit reinziehen. Er hat genug Mist mit mir erlebt.
Das ist mein Ding, MEINE VERANTWORTUNG und nicht seine oder sonstwems.
Ich habe ihm auch aus seinen Süchten geholfen. Und, es hat geklappt.
Aha.
Wenn ich sowas lese, sträuben sich bei mir sofort die Nackenhaare.
Wenn jemand tatsächlich meint, er hätte jemand anderen "aus der Sucht herausgeholfen".
Hast Du noch mehr solche Allmachtsphantasien?
Oder "nur" n Helfersyndrom, was Du an ihm ausgelebt hast?

LG Sunshine

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