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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Thalia1913
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Beitrag von Thalia1913 » 01.09.2017, 10:03

Hallo Sany,

auch von mir herzlich willkommen hier und Glückwunsch zu deinem Entschluss, ohne Alkohol zu leben.

Ich kann auch vieles von dem, was du schreibst, sehr gut nachvollziehen. Mir ging es auch in ähnlichen Stressituationen anfangs wie dir mit den Gedanken an Wein als Reaktion. Mir hat da akut immer ein großes Glas Sprudelwasser geholfen. Und solche Situationen kann ich benutzen, um mich zu fragen, was mir in dem Moment wirklich fehlt. Damit komme ich mir auf die Schliche .. was brauche ich, das ich nicht habe.

Das führte und führt dann nach und nach bei mir zu kleineren und größeren Veränderungen, die mir mein Leben lebbarer machen.

Wenn es dir heute weiterhin nicht gut geht, geh mal lieber zum Arzt. Du bist ja jetzt noch in der Entzugsphase.

Alles Gute und einen guten Austausch hier!

Thalia

Sany1987
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Beitrag von Sany1987 » 01.09.2017, 10:50

Guten Morgen.

Tag 4.

Gestern war ein brisanter Abend. Das Verlangen war definitiv da und auch heute ist es so. Dazu muß ich sagen dass Freitag immer einer der festen Abende war wo ich getrunken habe und da auch am meisten.

Ich war vorhin Einkaufen und erwischte mich wie ich gedankenlos in Richtung Weinregal gegangen war. Ich hatte aber sofort kehrt gemacht und bin Richtung Kasse.
Nochmal gut gegangen.

Heute ist der letzte Tag meiner Krankenmeldung, Sonntag gehe ich wieder arbeiten.

Seit ich nichts trinke schlafe ich so wenig wie schon lange nicht mehr. Ich hatte schon immer Probleme beim Schlafen, seit ich ein Kleinkind war. Einer der Gründe wieso ich mit Alkohol in der Woche anfing.

Ich bin abends so müde dass ich mich sofort hinlegen könnte,jedoch nicht einschlafen kann. Dann liege ich wach im Bett und die Gedanken kreisen, das versuche ich zu vermeiden.

Mein Notfallkoffer ist auch gepackt.

Was mir gut tut? Hmmm... Gute Frage.
Ich weiss eigentlich gerade nicht mehr so genau was mir gut tut.
Ich habe eigentlich immer nur funktioniert. Zeit mit meinem Sohn tut mir gut, jedoch kann ich ihn nicht abends wach machen. Sonst weiß ich es nicht, darüber muss ich mir mal Gedanken machen.

Hans im Glück
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Beitrag von Hans im Glück » 01.09.2017, 23:39

Hallo Sany,

Herzlich willkommen hier im Forum.
Ich wünsche dir für deinen trockenen Weg viel Kraft und Mut.
Ein persönliches Tagebuch zu führen ist eine schöne Sache, weil wir oft viel zu schnell vergessen und verdrängen.

Denke in den kommenden Tagen und Wochen daran, dass dein Körper sich umstellen muss, das ist anstrengend und erfordert deutlich mehr Kraft im Alltag. Sei dir also bewusst, dass du nicht einfach so weitermachen kannst, wie bisher, nur ohne Alkohol.

Es lohnt sich aber, das trockene Leben.
Bleib dabei.

Hans

Sany1987
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Beitrag von Sany1987 » 02.09.2017, 18:20

Hallo. Ich hatte heute einen wunderschönen Tag. Gestern noch wollte ich fast aufgeben und hätte mir fast ein Wein gekauft, habe aber Tee getrunken und geschrieben nachdem mein Sohn schlief. Heute morgen was es toll.
Kein dicker Kopf, kein schlechter Gedanke, ich war frisch und erholt. Habe Frühstück für meinen Sohn und mich gemacht (Papa war arbeiten), dicke Pfannkuchen mit allem Pipapo. Danach waren wir die ganze Zeit unterwegs. Hatte auch spontan eine Freundin angerufen und mich mit ihr auf nen Kaffee getroffen. Der hatte ich auch alles gesagt und sie war begeistert. Mittags kam der Papa dazu und er hat den Kleinen übernommen, damit ich mich mit einer anderen Freundin noch auf nen Kaffee treffen (war schon länger geplant).

Ich war heute so viel unterwegs und draussen wie seit Jahren nicht mehr, weil ich Energie hatte.

Beiden Mädels hatte ich davon erzählt und sie haben mich nur bestärkt.

So schön ist es also, einer der Tage an denen man es merkt.

Der typische Samstag hätte anders ausgesehen. Müde, ausgelaugt, Pflicht erfüllt und dann Deprimiert sein weil der Wecker am Sonntag wieder um 4 klingelt wegen Arbeit.

Mein Gesicht ist auch wieder hübscher. Der leere Blick ist weg, die Augen nicht verquollen und aufgedunsen.

Heute mag ich den Tag und die Entscheidung die ich getroffen habe.

FuzziJones
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Beitrag von FuzziJones » 04.09.2017, 20:17

Hallo Sany,

wie bist du über das Wochende gekommen?

Hast du deinen ersten Arbeitstag gut und standhaft hinter Dich bringen können?

Beste Grüße
Fuzzi

Sany1987
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Beitrag von Sany1987 » 06.09.2017, 07:37

Guten Morgen.

Hallo FuzziJones.
Danke es geht mir soweit gut. Bis jetzt kann ich 8 Tage ohne Alkohol schreiben.
Das Verlangen ist definitiv noch da und auch gestern war einer der festen Abende, wo ich getrunken hätte. Stattdessen gab es eine dicke Lasagne 😁.

Auf der Arbeit ist mir mal gehörig der Kragen geplatzt, die Kollegin wegen der so viel Stress ist habe ich in 2 Minuten Mundtot gemacht und ab nächster Woche arbeite ich definitiv einen Tag weniger.

Da hatte ich sehr hoch gepokert, letztendlich hatte ich mir aber auch gesagt: Entweder es ändert sich waa, oder ich muss eh gehen, dementsprechend hatte ich auch gefühlt nichts zu verlieren.

Ich bin sehr viel unterwegs mit meinem Sohn und an meinen freien Tagen auch alleine. Die Woche habe ich mir so vielen Freunden und Bekannten verbracht wie seit Jahren nicht mehr.

Auch bin ich erheblich entspannter geworden was meinen Sohn betrifft. Wir haben gerade eine tolle Zeit, trotz bockphase.

Die Erkältung will nicht weg, kaum am arbeiten schon kam es wieder, jedoch nicht so soll es vorher.

Freitag habe ich endlich meinen Termin bei der Suchtberatung, dann sehen wir weiter. Eigentlich wäre er heute gewesen, jedoch hatten die ihn verschoben.

Langfristig muss ich definitiv Hilfe haben, eine Woche nichts trinken ist für mich was ganz tolles aber ich traue mir selbst nicht. Darum ist es mir ganz wichtig.

Cadda
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Beitrag von Cadda » 12.09.2017, 12:57

Hallo Sany,

Du hast ein paar Tage vor mir angefangen, ich hab jetzt erst eine Woche geschafft, aber immerhin ein Anfang.

Wie war der Termin am Freitag bei der Suchtberatung?

Sany1987
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Beitrag von Sany1987 » 16.12.2017, 14:57

Ich habe lange nicht geschrieben. Es gab einen großen Umbruch und eine Menge Stress. Ein Umzug stand an und viel Lauferei wegen Papierkram.
Der Umzug war was sehr positives jedoch brachte mich der Stress auch nochmal komplett aus der Bahn. Ich hatte wieder getrunken. Zuerst einmal in der Woche und dann wieder zweimal.
Ich war zu sehr auf den Umzug und alles Andere fixiert, dass ich die Suchtberatung so ziemlich links liegen ließ und sich der Teufel in meinem Kopf wieder reingeschlichen hatte.
Das ging jetzt gut einen Monat so. Bis es mir körperlich wieder schlechter ging und auch meine Psyche gelitten hatte. Seit 1 Woche bin ich jetzt wieder “frei“. Ich hatte den Fokus komplett aus den Augen verloren, was ein großer Fehler war.

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