Kontrolliertes-Trinken-Programm

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Isebon
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Kontrolliertes-Trinken-Programm

Beitrag von Isebon » 18.10.2017, 14:45

Hallo,

mein Mann hat jetzt ein Programm angefangen, dass sich "Kontrolliertes-Trinken" nennt. Er wird dabei von einem Psychologen betreut und muss Tagebuch über sein Trinkverhalten führen.

Hat damit schon jemand Erfahrungen gesammelt?


Viele Grüße
Isebon

Hans im Glück
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Beitrag von Hans im Glück » 18.10.2017, 16:12

Hallo Isebon,

ich vermute mal, dass du in diesem Forum für Alkoholiker niemanden finden wirst, der mit 'Kontrolliertem Trinken' Erfahrungen hat.

Für jemanden, der sich klar geworden ist, alkoholokrank zu sein, ist das keine Option.

Ob jemand alkoholkrank ist, dafür gibt es verschiedene Fragebögen und Test's.
Im Zweifelsfalle wäre eine ausreichend lange Trinkpause (12 Monate) ein eindeutiger Test.

Ich selber habe Jahrzehnte damit vergeudet mir vorzumachen, ich hätte meinen Alkohlkonsum 'unter Kontrolle'.


Liebe Grüße
Hans

Shadoww

Beitrag von Shadoww » 18.10.2017, 16:59

Hans im Glück hat geschrieben: ich vermute mal, dass du in diesem Forum für Alkoholiker niemanden finden wirst, der mit 'Kontrolliertem Trinken' Erfahrungen hat.
da kann ich dir nur recht geben.hier gibt es nur entweder oder, ein dazwischen gibt es nicht :wink:

Martin

Beitrag von Martin » 18.10.2017, 19:35

Hallo Isebon,

ein Alkoholiker kann nicht mehr kontrlliert trinken und ein "Nichtalkoholiker" braucht nicht kontrollieren :!:

Da verdient mal wieder jemand Geld mit der Hoffnung dass Alkoholiker nich ganz aufhören müssen :roll:

LG Martin

NNGNeo
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Beitrag von NNGNeo » 18.10.2017, 23:16

hallo isebon

wie meine vorschreiber schon geschrieben haben, gibt es für einen alkoholiker kein kontrolliertes trinken. entweder saufen oder trocken sein das sind die einzigsten 2 möglichkeiten die es für einen alkoholiker noch gibt.

ich habe schon öfter von kontrollierten trinker programmen gehört, und ich könnte mich da jedesmal drüber aufregen. ein nicht alkoholiker braucht nichts zu kontrollieren da er kein problem mit alkohol hat. er kann einfach nach dem 1. oder 2. glas aufhören und gut ist. ein alkoholiker kann genau eben dies nicht mehr da zuvor ein kontrollverlust stattgefunden hat. das heißt ein alkoholiker muss so lange weitertrinken bis er seinen alkoholpegel erreicht hat.
tut er das nicht ist der alkoholiker auf entzug, der wirklich schlimm sein kann.

ich habe über die jahre immer wieder versucht (wie wohl viele hier) kontrolliert zu trinken. weißt du wie oft ich das geschafft habe?
ganze 0 mal. es hat bei mir eher das gegenteil bewirkt, ich habe danach noch mehr gesoffen als zuvor weil ich "ja was nachholen musste".

wenn dein mann wirklich alkoholiker ist, dann kann er entweder nur weitersaufen oder aufhören, alles andere ist nur selbstbetrug.
grüße
NNGNeo

Isebon
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Beitrag von Isebon » 19.10.2017, 08:20

Hallo,

danke für eure Worte.

Genau das, was ihr schreibt, denke ich auch. Aber ich wollte gerne die Meinung von Betroffenen hören.
Wir verstehen uns nicht mehr seit ich ihm vor einem Jahr sehr konsequent klar gemacht habe, dass ich sein Trinken nicht mehr tolerieren werde. Seit dem bin ich die Böse, die ihn vor die Entscheidung stellt: Frau oder Alk.... den Freund Bier wegnehmen will.
Wenn er jetzt mit Tagebuch und psychologischer Hilfe "kontrolliert" trinken will...... dann bin ich immer noch die, die ihn dazu zwingt und damit werde ich meine Rolle der "Bösen" ja trotzdem nicht los. Weil er unterliegt ja dann immer noch einem Zwang. Und Kontrolle ist ja nie etwas gutes.
Ich bin aber froh, dass er überhaupt eingesehen hat, dass er sich Hilfe holen muss. Das KT wird nicht funktionieren, aber danach wird er sich für eine Richtung entscheiden müssen. Und wer weiß, was bei seinen Gesprächen mit dem Psychologen herauskommt.
Er ist mittlerweile ausgezogen (worden) und lebt zur Zeit bei seiner Mutter. Was seinen Leidensdruck ein wenig erhöht...

Ich hoffe nur, dass es für uns dann nicht schon zu spät ist, falls er sich für den richtigen Weg entscheidet. In diesem letzten Jahr sind durch diese ganzen Streiteren viele Gefühle auf der Strecke geblieben. Seit einem Jahr nimmt er vieles von mir (...auch nett gemeinte Aussagen) als persönlichen Angriff wahr. Ich kann ihm dann in diesem Moment auch nicht klar machen, wie meine Aussage gemeint war. Wir streiten dann heftig. Erst später können wir darüber reden. Dann sieht er ein, dass er nicht richtig reagiert hat und entschuldigt sich. Wir können dann die ganze Situation sehr objektiv analysieren. Passieren tut das dann trotzdem immer wieder. Und so ist das vor der "Ansage" nicht gewesen. Das war erst schlagartig danach so..... Kennt ihr so etwas auch?

Liebe Grüße
Isebon

Dante
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Beitrag von Dante » 19.10.2017, 09:05

Soll er seine Erfahrung machen mit dem Tagebuch.

Ich hoffe bloß, sein Psychologe hat ihm erklärt, was daraus folgt, wenn es nicht klappt.

Katrienchen
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Beitrag von Katrienchen » 19.10.2017, 10:25

Isebon hat geschrieben: Und so ist das vor der "Ansage" nicht gewesen. Das war erst schlagartig danach so..... Kennt ihr so etwas auch?
jepp, das war bei mir auch so.
mittlerweile bin ich nur noch die böse, und er hat sich die nächste rausgesucht, bei der er sich auskotzt, über die böse welt...

bin gespannt wann sie es merkt ;)

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