Diskussion: die tägliche Beschäftigung mit dem Alkohol

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Hans im Glück
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Re: Diskussion: die tägliche Beschäftigung mit dem Alkohol

Beitrag von Hans im Glück » 16.11.2017, 17:53

Hull hat geschrieben:Dennoch regt - hier spreche ich nur für mich - die Beschäftigung mit dem Alkohol auch wieder alle Gedanken an die vermeintlich schönen Stunden an und wird somit - im schlimmsten Falle - sogar zu einer Gefahr.
Hallo Hull,

es ist eine Frage der Kapitulation.
Hast du wirklich und endgültig kapituliert?
Tief in dir eingesehen, dass es 'schöne Stunden' mit dem Alkohol für einen trockenen Alkoholiker nicht mehr geben kann?
Oder lauert tief in die die Hoffnung (deines Suchtgedächtnis) irgendwann wieder 'kontrolliert' trinken zu können?

Wenn du kapituliert hast (vielleicht braucht dieser Prozeß ein wenig Zeit), kannst du dich mit dem Thema befassen oder auch tage/wochenweise nicht.

Es ist dann egal.
Weder wirst du getriggert vom Anblick einer Regalwand mit ALK, noch gerät das Thema bei dir ganz in Vergessenheit.
Auch mein hoher Blutdruck ist mir nicht täglich vor Augen, ich weiß aber, dass ich ihn habe.

Wie Pellebär schreibt: auch ich genieße die Freiheit meines neuen Lebens.

Liebe Grüße
Hans

Penta
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Beitrag von Penta » 18.11.2017, 07:20

Hallo Hull,
seit einiger Zeit stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich täglich mit dem Alkohol zu beschäftigen.
für mich macht es keinen Sinn, mich jeden Tag mit dem Alkohol zu beschäftigen. Ich mache das nicht.
Ich brauche ihn nicht mehr und vor allem will ich ihn auch nicht mehr konsumieren.
Alkohol ist der Suchtstoff, der mich sehr wahrscheinlich früh das Leben kostet, sollte ich ihn wieder zu mir nehmen.

Anders sieht es mit meinem Alkoholismus aus.
Die Sucht hat mich dazu gezwungen, mich jeden Tag mit Alkohol zu beschäftigen. Diese Sucht schlummert in mir.
Ich denke, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in irgendeiner Form daran denke, wie schön das Leben ohne den Rausch ist.
Dabei denke ich nicht in erster Linie an den Alkohol, sondern daran, was er fast aus mir gemacht hat und wie frei mein Leben heute ist.
Es gab bisher viele schöne Ereignisse und Phasen in meinem trockenen Leben, in denen ich mich mit Gedanken daran, nicht mehr in den Vollrausch abgleiten zu müssen, sogar noch belohnte.
Aber auch in den schwierigen Phasen denke ich immer daran, dass ich mein Leben in der Hand behalten möchte und nicht abgleiten in den dumpfen Nebel der besoffenen Gefühlsfreiheit, die alles andere als Freiheit ist. Das tut mir gut.
Es macht für mich viel Sinn, mir meine Freiheit immer wieder, auch gern täglich, bewusst zu machen, weil es mir guttut.

Viele Grüße,
Penta

Hull
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Re: Diskussion: die tägliche Beschäftigung mit dem Alkohol

Beitrag von Hull » 19.11.2017, 11:57

Hans im Glück hat geschrieben:
Hull hat geschrieben:Dennoch regt - hier spreche ich nur für mich - die Beschäftigung mit dem Alkohol auch wieder alle Gedanken an die vermeintlich schönen Stunden an und wird somit - im schlimmsten Falle - sogar zu einer Gefahr.
Hallo Hull,

es ist eine Frage der Kapitulation.
Hast du wirklich und endgültig kapituliert?
Tief in dir eingesehen, dass es 'schöne Stunden' mit dem Alkohol für einen trockenen Alkoholiker nicht mehr geben kann?
Oder lauert tief in die die Hoffnung (deines Suchtgedächtnis) irgendwann wieder 'kontrolliert' trinken zu können?

Wenn du kapituliert hast (vielleicht braucht dieser Prozeß ein wenig Zeit), kannst du dich mit dem Thema befassen oder auch tage/wochenweise nicht.
Dass ich nie wieder trinken "kann", ist für mich klar. Hierzu gab es auch einige ähnliche Berichte von anderen Personen in diesem Forum, für die ein Rückfall z. B. den sicheren Tod bedeuten würde.

Im Alltag ist diese Entscheidung angekommen, ich bestelle z. B. in Restaurants ohne zu überlegen ein alkoholfreies Getränk usw.

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