Opfer oder Täter?

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
kossi
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Beitrag von kossi » 04.12.2017, 16:47

Hallo, ich habe nicht die Schweigepflicht verletzt, wir haben darüber diskutiert, ich habe keine Interna preisgegeben. Der Brief um den es geht, ist in der Fortbildung, nach außen freigeben. Außerdem sind das nur zwei Zitate aus dem Brief. Ich gebe nie Gruppengespräche nach außen tragen, aber ich kann sagen was wir diskutiert haben.
Aber Danke, für die Antworten.

LG kossi

kossi
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Beitrag von kossi » 04.12.2017, 17:13

Also ich habe keine Gruppeninternas nach draußen gegeben.
Hier steht nur über was wir diskutiert haben, was der Einzelne gesprochen, ist in der Gruppe geblieben.
Das Zitat fand ich sehr Interessant und der Brief ist Öffentlich.

Thalia, du hast recht, ich habe meine Verantwortung abgegeben.
Nach meinen Entzug hat mir die Opfer rolle geholfen,so hatte ich keine Schuldgefühle. Ich habe eine Persöhnlichkeitsstörung mit Depressionen und deswegen wären Schuldgefühle nicht Hilfreich gewesen.
Heute nach 10 Jahren habe ich meine Vergangenheit aufgearbeitet. Ich weiß ich war auch Täter und habe den Alkohol für meine Wünsche ausgenutzt.

Grüße kossi

Hull
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Beitrag von Hull » 04.12.2017, 18:13

Sunshine,

man könnte nun weit ausholen, allerdings dürfte es nicht zielführend sein und nur weiter polarisieren.

Für mich folgt die Disziplin zur Nüchternheit der Logik, nicht umgekehrt. Früher erschien es logisch, zu Trinken, nun ist es nicht mehr der Fall.

Grüße

Barthell
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Beitrag von Barthell » 04.12.2017, 20:15

...

also ich sehe mich ebenfalls sowohl als Opfer (warum grade ich?) aber eben eindeutig auch als Täter (schließlich habe ICH gesoffen)


macht aber für mich jetzt keinen großen Unterschied im Leben finde ich ...

Slowly
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Beitrag von Slowly » 05.12.2017, 09:36

Hallo miteinander,

dem Alkohol gegenüber habe ich mich nie als Opfer gefühlt, er war da, ich habe ihn benutzt, vielleicht hat er mir auch zum Überleben geholfen, wer weiß das schon.

Wäre da kein Alkohol gewesen, dann hätte es andere Möglichkeiten gegeben ( hat es ja zusätzlich auch ), um das Leben (wie ich es führte) ertragen zu können.

Ich fühlte mich als Opfer meiner Familie und da war ich es tatsächlich auch.

Als ich aber aus ihrem Dunstkreis hinaus trat, konnte ich selbst Verantwortung übernehmen und schaffte es dann schlussendlich auch mit dem Alkohol aufzuhören.

Ich verachte niemanden der Alkohol trinkt, allerdings frage ich mich oft was wäre, wenn die Menschen keine Möglichkeit hätten sich zu betäuben.

Ob die Gesellschaft dann moralischer, liebevoller, freundlicher, ehrlicher......wäre.

Ich glaube ja :).

Da es aber unendlich viele Möglichkeiten gibt sich von der eigenen Verantwortung ( zumindest temporär ) auszuklinken und das Bedürfnis unendlich scheint, werde ich das wohl nie erfahren.

Somit muss es mir reichen mit mir selbst ins Reine zu kommen und da hat ein Opfergedanke nichts mehr verloren.

Liebe Grüße

Slowly

Hull
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Beitrag von Hull » 05.12.2017, 11:57

Slowly hat geschrieben:Somit muss es mir reichen mit mir selbst ins Reine zu kommen und da hat ein Opfergedanke nichts mehr verloren.
Das ist auch meine Intention. Allerdings in allen Belangen, nicht nur beim Alkohol. "Täter" ist natürlich etwas unpassend, da es negativ behaftet ist. Wer Alkohol trinkt, bleibt Opfer. Wer sich davon löst, wird zum Macher. Deshalb die Verachtung für alles Schwache.

Correns
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Re: Opfer oder Täter?

Beitrag von Correns » 05.12.2017, 20:24

kossi hat geschrieben:...für mich ist das sehr wichtig...
Hallo kossi,

ich finde Deine Frage interessant,
wenngleich ich sie nicht für sonderlich wichtig halte.

Als ich noch getrunken habe,
habe ich mich wohl in beiden Rollen befunden.
Jedoch deutlich mehr in der Täterrolle.
Ich habe mich meist sehr bewusst dazu entschieden,
mir heute mal so richtig die Kante zu geben.

Als mittlerweile recht trockener Zeitgenosse,
bin ich natürlich komplett zum Täter geworden.
Trocken wird man nur durch Tat.

Viele Grüße
Correns

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