Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Antworten
silten
neuer Teilnehmer
Beiträge: 40
Registriert: 05.10.2017, 19:02

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von silten » 01.05.2020, 21:42

[quote=Aurora post_id=939774 time=1588355698 user_id=60
Der Psychiater erscheint mir echt zweifelhaft! Für mich sieht das nicht so aus, dass er deinen Mann beim Entzug unterstützt! Er hat dich in die Verantwortung genommen, und das geht absolut gar nicht! Was heißt, du könntest die Ambulanz rufen, wenn es dir zu viel würde?
Hallo! Was soll DAS denn? Ein Entzug kann lebensgefährlich sein, da geht es nicht darum, dass es dem Angehörigen mal "zu viel" werden könnte. Dieser Arzt handelt in meinen Augen verantwortungslos..

Danke! Du hast Recht. ich werde mit dem Psychiater noch mal reden!

Linde66
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 19993
Registriert: 08.10.2008, 23:13
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: EKA

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Linde66 » 01.05.2020, 23:19

Wenn das ein reiner Psychiater ist, dann halte ich das für "zu wenig". Denn die Entgiftung sollte von einem Allgmeinmediziner oder Internisten begleitet werden.
Wo kommt der Alkohol her, wenn er eigentlich entgiftet? Das paßt doch alles nicht zusammen...
Ich finde es furchtbar, was dir da aufgebürdet worden ist.

Lia
neuer Teilnehmer
Beiträge: 364
Registriert: 02.04.2020, 19:42
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Alkoholikerin

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Lia » 02.05.2020, 00:03

Für mich hört sich das an wie ein Delir oder ein sogenanntes Präddelir. Ich habe das mal ähnlich bei einer Mitpatientin in der Entgiftung erlebt und würde dir dringend raten einen Krankenwagen zu rufen.
Es ist unverständlich, dass man dir diese Verantwortung aufhältst.
Selbst, wenn es "nur" der Suff sein sollte wird dein Mann vielleicht "aufwachen", wenn er sich im KH wieder findet.
Das ist eine gefährliche Situation, die ganz schnell aus dem Ruder laufen kann und dein Mann braucht dringend Medikamente, wenn es sich um ein Delle handeln sollte.
Das kann niemand von hier aus beurteilen, auch du nicht.
Der Psychiater handelt im übrigen grob fahrlässig!!!!!

LG Lia

Cadda
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1863
Registriert: 04.09.2017, 20:53

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Cadda » 02.05.2020, 06:09

Guten Morgen,

ich sehe es, wie alle Anderen. So eine Verantwortung würde ich niemals übernehmen. Dazu kommt noch, dass man ja überhaupt nicht mehr von Entgiftung oder Entzug sprechen kann, da er ja offensichtlich trinkt. Also ist das eh hinfällig. Ich würde den RTW rufen und die Verantwortung abgeben.

Toivo Ja Voima
neuer Teilnehmer
Beiträge: 13
Registriert: 21.04.2020, 19:48
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Toivo Ja Voima » 06.05.2020, 11:11

Hallo Helmut,
ich habe jetzt (noch) keine konkrete Frage, wollte aber sagen, echt super das du den Beitrag ins Leben gerufen hast.

Obwohl ich selber süchtig war von anderen Drogen, ist Alkoholismus für mich so total unbekanntes Land und so stehe ich hilflos dem Alkoholismus meiner Schwester gegenüber.

Danke für deine Offenheit und die Chance Fragen zu stellen als Angehöriger.

Melina71
neuer Teilnehmer
Beiträge: 15
Registriert: 22.09.2015, 08:41
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Melina71 » 24.07.2020, 23:12

Hallo Hartmut,

ein toller Beitrag, der mir schon die ein oder andere Frage beantworten konnte. Danke dafür!!!

Eine fällt mir aber gerade noch ein: Belügt sich ein Alkoholiker auch selbst oder gezielt nur die Angehörigen um in Ruhe weiter trinken zu können. Also ist es mehr Manipulation oder glaubt er selbst, was er sagt?

LG
Melina

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 3716
Registriert: 25.07.2013, 11:35

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Sunshine_33 » 24.07.2020, 23:44

Hartmut is grad nich da... dürfen auch andere Alkoholiker antworten? :wink:
Belügt sich ein Alkoholiker auch selbst oder gezielt nur die Angehörigen um in Ruhe weiter trinken zu können. Also ist es mehr Manipulation oder glaubt er selbst, was er sagt?
Beides, würde ich sagen.
Man belügt sich schon selbst, weil man die Wahrheit nicht sehen will.
Und Ja, man belügt auch die Angehörigen, um seine Ruhe vor denen zu haben.
Man verspricht auch das Blaue vom Himmel, wenn nötig.

Ich persönlich habe oft versprochen, weniger zu trinken, aber nie, gar nix mehr zu trinken.
Das ist mir übrigens erst neulich so ein/aufgefallen, das es so war. Obwohl ich schon viele Jahre trocken bin.
So habe ich mir natürlich auch immer Hintertürchen offen gehalten.
Wenn dann die Wogen wieder geglättet waren, habe ich wieder mehr gesoffen.

Zu den Manipulationen:
Erstmal: Jedermann manipuliert im Grunde jeden Tag, auch ohne das groß zu merken :wink:
Gezielte Manipulationen sind für mich dann nochmal ne andere Sache.
Natürlich habe ich auch manipuliert, auch wegen meiner Sauferei, ganz klar. Ich wollte aber niemanden damit gezielt schaden, habe es aber sicher trotzdem getan.

Und Ja, ich habe auch oft selbst geglaubt, was ich sage. Auch meinen Versprechungen, das ich weniger trinke.
Insgeheim wollte ich auch aufhören, aber ich habe es nicht geschafft. Die Sucht war immer stärker, und wenn man richtig auf Entzug ist, dann hat das auch wirklich angsteinflössende Symptome, und man trinkt oft auch allein deshalb wieder.
Obwohl man es nicht wollte.
Ich konnte erst aufhören, als ich professionelle Hilfe bekam. Aber dann wollte ich es auch wirklich und auch nie wieder in den Suff zurück.

Melina, ich kann mir ja denken, warum Du diese Fragen stellst :wink:
Dein Partner säuft ja wieder, weil er sich nicht vorstellen kann, sein restliches Leben abstintent zu leben.
Er hat sich so entschieden, und dann kannst Du auch nix machen, dann ist das so, er darf sich ja so entscheiden.
Du darfst aber auch Deine eigenen Entscheidungen treffen.
Bedenke, das es bei der Sucht immer nur bergab geht, wenn man das Suchtmittel (wieder) konsumiert.
Musst Du wissen, ob Du dabei sein möchtest... oder eher aussteigst.

LG an Dich
Sunshine

Melina71
neuer Teilnehmer
Beiträge: 15
Registriert: 22.09.2015, 08:41
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Melina71 » 25.07.2020, 08:20

Hallo Sunshine,

natürlich darf jeder hier antworten und gerade Deine Antworten schätze ich sehr, weil sie immer so offen sind und mir hier schon sehr viel weiter geholfen haben.

Ich habe - wie wohl so viele Cos- immer noch das Bedürfnis, zu verstehen, WARUM es so ist, wie es ist. Vielleicht glaube ich dann besser damit leben zu können. Von dem Gedanken, es ändern zu können, habe ich mich längst verabschiedet...

Mir fällt aber gleich noch eine Frage ein, vielleicht hast Du dazu ja auch eine Antwort. Ich konnte es verstehen, wenn mein Freund 'offiziell' alkoholfreies getrunken hat und sich parallel an meinem Weinschlauch bedient hat. Neulich hat er aber ganz offiziell sein Hefeweizen getrunken und ist trotzdem noch parallel an den Wein gegangen. Das konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Auf meine Frage hin, warum er das mache, ob es denn mittlerweile das Ziel wäre, schnell voll zu werden, kam wie immer nix. Er würde es selbst nicht verstehen... die Standard-Antwort...

LG
Melina

Antworten