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Fragen an einen Alkoholiker

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Melina71
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Melina71 » 26.07.2020, 18:51

Hallo Hartmut, hallo Carl-Friedrich,

ich habe ihm ja jetzt quasi die Pistole auf die Brust gesetzt und ihn zum Auszug aufgefordert, was er letzten Montag ja auch gemacht hat. Ich werde mir jetzt ganz genau ansehen, wie die weitere Entwicklung aussieht und eins hab ich mir fest vorgenommen: Wenn ich mir nicht absolut sicher sein kann, dass er von sich aus trocken werden will, zieht er auch nicht wieder ein.

LG
Melina

Carl Friedrich
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Carl Friedrich » 26.07.2020, 19:44

Melina71 hat geschrieben:
26.07.2020, 18:51
Wenn ich mir nicht absolut sicher sein kann, dass er von sich aus trocken werden will, zieht er auch nicht wieder ein.
Woran machst Du das fest?

Der werte Herr sollte erst mal konkrete Taten sprechen lassen wie z.B. regelmäßiger Kontakt zur Suchtberatung, ggf. eine ambulante oder stationäre Therapie oder der regelmäßige Besuch einer analogen SHG.

Gruß
Carl Friedrich

Melina71
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Melina71 » 26.07.2020, 20:50

Hallo Carl-Friedrich,

genau an den von Dir genannten Dingen. Ganz sicher nicht an bloßen Versprechungen. Ohne Taten geht da nix.

LG
Melina

Nisi
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Nisi » 28.07.2020, 16:52

Hallo ihr Lieben,

Ich hätte auch ein paar Fragen.

Ist es möglich dass man laut Aussage des Alkoholkranken quartalstrinker ist bzw nur alkohol in akuten Stresssituationen trinkt und dann aber mit einem Promillwert von 4,6 ins Krankenhaus eingeliefert wird? Ich denke der Körper hält so einen Wert doch nur aus wenn er regelmäßig an viel und harten Alkohol gewöhnt ist?

Noch eine Frage wäre wie viel Jahre habt ihr euer Alkoholproblem geleugnet und wie lange hat es gedauert bis ihr was dagegen gemacht habt und wirklich trocken wart? Habt ihr seit dem auch wieder mal einen Rückfall gehabt?

Schon einmal vielen Dank an euch

Lg Nisi

Hartmut
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Hartmut » 28.07.2020, 17:20

Hallo Nisi

als Erstes vorweg. Es gibt keine Schablone für einen Alkoholiker oder eine Zeitspanne bis er ein Alkoholiker ist oder rückfällig wird. Jedoch wäre es schon ungewöhnlich, wenn ein Mensch mit 4,6 Promille nicht an Alkohol gewöhnt wäre.
Noch eine Frage wäre wie viel Jahre habt ihr euer Alkoholproblem geleugnet und wie lange hat es gedauert bis ihr was dagegen gemacht habt und wirklich trocken wart
Nun leugnet ein Alkoholiker sein Problem nicht, meist nimmt es als Solches nicht wahr. Und wenn er es wahr nimmt will er es nicht wahr haben und verteidigt solange sein Saufen bis er sein persönlichen Tiefpunkt hat.

Gruß Hartmut

Melina71
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Melina71 » 08.08.2020, 09:59

Ich habe auch noch eine Frage: Was passiert, wenn ein Alkoholiker ein Gericht ist, in dem Alkohol verkocht ist, also z.B. eine Weinsoße oder dergleichen? Reicht das aus, um die Sucht wieder aufleben zu lassen? Oder ist das was anderes, weil es ja kein Trinken ist? Was ist, wenn derjenige gar nicht weiß, dass mit Alkohol gekocht wurde?

LG
Melina

Karsten
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Re: Fragen an einen Alkoholiker

Beitrag von Karsten » 08.08.2020, 10:16

Hallo Melina,

auch solche alkoholhaltigen Soucen sind gefährlich und können das Suchtgedächtnis wieder ansprechen.

Es gibt aber eine weitere Gefahr.
Macht des Betroffenen scheinbar nichts aus, können Zweifel an der eigenen Abhängigkeit aufkommen und Grenzen ausgetestet werden.
Nach dem Motto: wenn mir das nichts ausmacht, vielleicht kann ich ja dann auch mal ein alkoholfreies Bier trinken und dann irgendwann auch mal ein richtiges Bier.
Wenn er nicht weiss, nicht bemerkt, muss auch nichts passieren, kann aber auch.
Hier hat der Betroffene aber auch nicht für sich gesorgt, denn ich nehme keinen unbekannten Speisen zu mir und frage halt nach, ob da mit Alkohol gekocht wurde, wenn ich mal außerhalb essen gehe.
Innerhalb der Famailie und Bekanntenkreis dürfte sowas ha nicht vorkommen, denn diesen Menschen hat man ja von seiner Alkoholabhängigkeit erzählt.

Die Suchtarbeit an sich selbst, sind ja keine vielen kleinen Bausteine, sondern ein sich in sich schließender Kreis, wo eins ins andere greift.

Gruß
Karsten

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