Von Rosa und Blauen Elefanten

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Antworten
Florian73
neuer Teilnehmer
Beiträge: 258
Registriert: 14.01.2018, 12:11

Von Rosa und Blauen Elefanten

Beitrag von Florian73 » 16.01.2018, 11:23

Salü miteinander

Hatte soeben meine erste Einzelsitzung beim "Blauen Kreuz".

Habe ihr vom Satz "Es reicht nicht, nicht zu trinken" erzählt... ein toller Satz, im Übrigen. Sagt eigentlich so ziemlich alles.

Die Dame legte mir ein Bild von einem rosa Elefanten hin, und dann ein Bild von einem blauen Elefanten. Der rosa Elefant sei der Alkohol, und der blaue Elefant sei jetzt das, was ich tun müsse. (Neuropsychologie) "Weg vom Alkohol heisst (u.a.) nicht 'ich darf jetzt keinen Alkohol trinken', sondern 'Ich möchte jetzt lieber Orangensaft trinken'. Man soll keine negative Formulierung in welcher Alkohol vorkomme benutzen, sondern eine positive Formulierung. Denn es würde für das Gehirn keinen grossen Unterschied machen ob man etwas nicht macht, woran man denkt. Wenn man also dem Alkohol die Macht im Gehirn wegnehmen will muss man in Alternativen denken (und handeln). So verstehe ich einen Teilbereich dieses Satzes: "Es reicht nicht, nicht zu trinken"....

Blaue Elefanten... sehe da Schwierigkeiten auf mich zukommen.. was ist mit der Band? Da wird Bier getrunken. Muss ihnen wohl sagen dass das zukünftig nicht mehr geht, oder ich muss Bandproben sausen lassen oder gar aus der Band austreten? Wie knallhart muss ich sein?

Auch an Konzerten werden mir blaue Elefanten sehr schwer fallen. Seit Jahrzehnten machte ich alkoholisiert Musik. Heisst das, dass ich mein Bandleben an den Nagel hängen muss, weil's mich zu sehr triggert?

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 14809
Registriert: 13.02.2007, 23:21

Beitrag von Hartmut » 16.01.2018, 11:49

Hallo Flo,

dein Post von gestern
Die Grundbausteine habe ich mir gestern bereits reingezogen. Guter Stoff. Und so einleuchtend korrekt. Ich werde sie leben!
Gestern Euphorie und heute schon die ersten Zweifel ? Alkoholfreies Umfeld ist gerade in der Anfangszeit einer der wichtigsten Bausteine.
was ist mit der Band? Da wird Bier getrunken. Muss ihnen wohl sagen dass das zukünftig nicht mehr geht, oder ich muss Bandproben sausen lassen oder gar aus der Band austreten? Wie knallhart muss ich sein?
Ich weiß das die Sucht ungestoppt tödlich endet . Knallhart oder ?

Im ersten Jahr empfehle ich alles zu meiden was mit Alkohol zu tun hatte. Diese frei werdende Zeiten aber nicht absitzen sondern mit neuen trocken Aktivitäten besetzen. Hast du eigentlich auch Hobbies die nichts mit Alkohol zu tun haben ?


Gruß Hartmut

Florian73
neuer Teilnehmer
Beiträge: 258
Registriert: 14.01.2018, 12:11

Beitrag von Florian73 » 16.01.2018, 11:59

Hm... habe eher Ängste... oder zumindest Fragen. Meine Zweifel bestehen nicht darin, mein Vorhaben abzubrechen, nein. Die bestehen darin, wie weit ich andere damit belästigen soll... ich hab ein Problem mit Verlassenwerden und mit Einsamkeit.. (werd ich therapieren, hab den Termin schon)

Also du empfiehlst, der Band klipp und klar mitzuteilen: lasst Euer Bier zu Hause, oder ich werde nicht in die Probe kommen? Ok, werd ich machen.

Wie ist es mit Konzerten? Schau... Musik ist mein allergrösstes Hobby. Ich muss dieses Hobby irgendwie alkoholfrei bekommen, sonst fehlt mir mein Lebenselixier... aber ich kann nicht alle Konzertbesucher dazu ermahnen dass ich weggehe, wenn ich sie mit einem Bier oder sonstwas sehe... hm.... das muss ich irgendwie mit mir selber aushandeln.. meine Frage: ist sowas realistisch?

Florian73
neuer Teilnehmer
Beiträge: 258
Registriert: 14.01.2018, 12:11

Beitrag von Florian73 » 16.01.2018, 12:03

Hartmut hat geschrieben: Hast du eigentlich auch Hobbies die nichts mit Alkohol zu tun haben ?
Also ein Hobby wie Lesen, Malen, alleine Musik machen... das kann ich sehr wohl ohne Alkohol machen, oder? Also... wenn ich jetzt beim alleine Musizieren ein Bier getrunken habe, liegt es dann drin, dass ich mich insofern umprogrammiere, dass ich halt ne Cola, oder Gummibärchen bereit habe, und trotzdem Klavierspielen darf?...

Was anderes ist es mit Hobbies, welche man nicht alleine durchführt... da muss ich - so Deine Worte, welche ich akzeptiere und umsetzen werde - mein Umfeld sensiblisieren, ehrlich sein, kommunizieren, und durchgreifen, wenn ich nicht auf Verständnis und angepasste Verhaltensweise stosse....

Hartmut
Moderator
Moderator
Beiträge: 14809
Registriert: 13.02.2007, 23:21

Beitrag von Hartmut » 16.01.2018, 12:38

Hallo Floh
Die bestehen darin, wie weit ich andere damit belästigen soll... ich hab ein Problem mit Verlassenwerden und mit Einsamkeit..
in einer gefühlten Einsamkeit kamen mir die besten Ideen die ich nie am Tresen gehabt hätte. Belästigen? Ich denke mal so. Deine Musik hat auch nicht jedem gefallen aber sie war nicht schädlich für dich.

Und Menschen die mir nahe standen/stehen belästige ich nicht, die waren froh das ich nicht mehr Saufen musste. Zudem du am Ende immer alleine bist mit dir. Ohne ein gesunder Egoismus wird es schwer trocken zu werden/ bleiben.

Natürlich sind da auch alte Saufkumpanen die es nicht so ernst nehmen, weil sie ja dann automatisch auch ihr Trinkverhalten überprüfen . Da ist es doch einfacher dir alles madig zu machen ,damit du schön wieder ins Boot zurück kommst.
umprogrammiere, dass ich halt ne Cola, oder Gummibärchen bereit habe, und trotzdem Klavierspielen darf?...
solange ich meine Umprogrammierungen in einem alkoholfreies Umfeld mache dann hat das gepasst. Finde ich gut das du dir Gedanken machst. Ich hatte auch wieder angefangen Sport zu machen . Vielleicht gibt es noch was bei dir, was du bevor du gesoffen hast, gemacht hattest ?

Gruß Hartmut

Florian73
neuer Teilnehmer
Beiträge: 258
Registriert: 14.01.2018, 12:11

Beitrag von Florian73 » 16.01.2018, 12:44

DANKE HARTMUT!! Wollte Dir das zwar per PM schreiben, konnte aber nicht, bin erst Basis-Mitglied.

Ich habe soeben begonnen mein Umfeld zu informieren. Also die Band weiss jetzt seit 10 Minuten was Sache ist. Partnerin wusste es gestern schon. Jetzt kommen dann die Verwandten dran.

Sport... würg... ich war früher mal sportlich... das wäre dann wohl "next level"... sowas wieder auszugraben. Wer weiss, unser neues Dorf (sind umgezogen) bietet eine Vielfalt an Vereinen, und ich fahre gern mit dem Fahrrad.

Barthell
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 996
Registriert: 24.04.2016, 14:36

Beitrag von Barthell » 16.01.2018, 17:22

Hallo Florian,

ich habe früher gerne beim PC Zocken gesoffen... das wollte ich auch nicht aufgeben,

Habe aber ganz klar den Leuten mit denen ich gespielt habe gesagt: wenn ich merke mir wirds zuviel bin ich raus, egal welchen Endgegner ihr grade macht, mein Leben ist mir wichtiger.

hat bisher gut funktioniert, würde ich heute etwas anders formulieren ;)

Wenn du halt merkst dass du beim Klavierspielen Saufdruck verspürst ware meine Empfehlung: "die Situaition verlassen" also aufstehen, eine Runde um den Block oder durchs Treppenhaus, dabei nen Liter Wasser runterspülen und durchatmen, mich dann Fragen ob ich ins Zimmer/ans Klavier zurück will ... (nicht denken, dass ich muss oder ob ich sollte sondern ob ich WILL) und wenn ich will (und mir nicht was anderes einfällt das ich mehr will, dann würde ich wieder zurück gehen.

Das klappt bei mir ganz gut (und auch immer öfter "nur" im Kopf wenn ich grade nicht rausgehen kann)

Barthell
aktiver Teilnehmer
Beiträge: 996
Registriert: 24.04.2016, 14:36

Beitrag von Barthell » 16.01.2018, 17:24

und BTW.

Radfahren ist ein tolles Hobby ;) wie siehts mit "Radpendeln" aus, ich mache seit ich mein neues Rad haben 20km/eine Strecke, jeden Tag (aber nur wenn ich will)...

Hat alles ganz viel damit zu tun auf sich selbst zu hören und sich im kleinen klar zu warden was man eigentlich möchte.

Antworten