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Mir ist ein Licht aufgegangen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Hull
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Hull » 01.11.2018, 21:51

Hallo zusammen,

den Beitrag mit der Dankbarkeit habe ich offenbar verpasst. Wie ist das gemeint? Dankbarkeit wem oder was gegenüber? Sich selbst? Einer höheren Macht?

Grüße

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 03.11.2018, 18:31

Hallo Hull,

du hast natürlich recht, was du über den Griff nach dem angebotenen Wasserglas schreibst. Aber das ist nicht das, was mich beschäftigte. Ich lasse mir kein Glas Alkohol in die Hand drücken und fühle mich auch nicht auf solchen Veranstaltungen gefährdet.

Mein Anliegen ist aber, die Versuchung möglichst klein zu halten. Dann brauche ich auch nicht so viel Energie, um gegen das Verlangen anzukämpfen. Ich möchte mich ja mit dem Theaterstück beschäftigen und nicht mit dem Alkohol.

Ich war auch noch gar nicht wieder in diesem Theater. Aber als ich hörte, dass es wieder eröffnet hat und ich mich auf den ersten Besuch dort freute, hatte ich Bilder von meinen letzten Besuchen im Kopf und dazu gehörte das Glas Alkohol vor der Vorstellung und in der Pause. Ich hatte auch sofort das leicht angeschickerte Gefühl im Gedächtnis, dass solche Abende immer begleitet hat (bis ich zu Hause dann die Flasche Rotwein am Wickel hatte).

Ich bin in den letzten 10 Monaten gut damit gefahren, mir Situationen vorzustellen, bevor ich mich in sie begebe und sie in Gedanken schon einmal zu trocknen. Dann bin ich gut vorbereitet. Gelingt mir das Trocknen der Situation nicht, begebe ich mich nicht hinein.

Lieben Gruß,
MieLa

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 03.11.2018, 18:57

Liebe Thalia, liebe Viola,

das mit der Dankbarkeit ist mir erst in den letzten Wochen sehr bewusst geworden. Es ist ein schönes und hilfreiches Gefühl. Dass ihr es als Langzeit-Trockene immer noch fühlt und es euch trägt, freut mich :lol:

Lieber Hull,

du hast geschrieben: "den Beitrag mit der Dankbarkeit habe ich offenbar verpasst. Wie ist das gemeint? Dankbarkeit wem oder was gegenüber? Sich selbst? Einer höheren Macht?"

Nein, nicht mir selbst gegenüber und auch nicht einer höheren Macht gegenüber.

Ich hatte geschrieben:
"Insgesamt geht es mir gut und neben dem Vertrauen in mich und den Weg, von dem ich beim letzten Mal geschrieben habe, ist noch ein weiteres Gefühl für mich sehr präsent und das ist Dankbarkeit. Dieses Gefühl hat langsam die Euphorie ersetzt, die ich am Anfang hatte. Ich bin allen Personen und allen Umständen dankbar, die mir beim Nüchternbleiben eine Hilfe waren und sind. Und das fühlt sich gut an."

Die Dankbarkeit gegenüber Personen ist wohl selbsterklärend. Dazu gehören mein Lieblingsmensch, meine Freunde, die Menschen in diesem Forum, diejenigen, die die Bücher geschrieben haben, die mir geholfen haben, diejenigen, die mit einer Äußerung, einem Satz etwas in mir zum Klingen und zum Verstehen gebracht haben - vielleicht sogar ohne es zu merken.

Die Umstände zu erklären ist etwas schwieriger. Damit meine ich meine (glücklichen) Lebensumstände (z.B. Beruf, Einkommen, Reflektionsfähigkeit und vieles mehr), die es mir ermöglichen, relativ komfortabel ein Leben ohne Alkohol zu lernen und zu führen. Ursache dafür sind nicht nur meine eigene Leistung und die Entscheidungen, die ich getroffen habe, sondern vor allem Menschen, die mir die Möglichkeit geboten haben, mich zu entwickeln und zu lernen.

Liebe Gruß,
MieLa

Penta
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Penta » 04.11.2018, 09:21

Guten Morgen MieLa,

vielen Dank für deine letzten Beiträge hier.
Ich lese gern bei dir.
Ursache dafür sind nicht nur meine eigene Leistung und die Entscheidungen, die ich getroffen habe, sondern vor allem Menschen, die mir die Möglichkeit geboten haben, mich zu entwickeln und zu lernen.
Ich sehe es fast ähnlich. :wink:
Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, wie ich selbst auf das vermeintlich Unpassende gar nicht hätte verzichten können, denn es leistete seinen Beitrag. So kam ich nach und nach zu einem andauernden Sowohl-als-auch.
Alles ist irgendwie Sowohl-als-auch. Mir fällt fast nix ein, das Entweder-oder ist. Außer das Saufen!
Jedenfalls würde ich deinen obigen Satz etwas verändern und auf das "vor allem" verzichten. Denn die wichtigen Menschen sind wichtig. Aber nicht wichtiger als du. Ohne dich und deine Leistung und deine Entscheidungen wäre wohl vieles anders gekommen.
Es ist ein wenig Pfennigfuchserei und vor allem Haarspalterei. Aber ich finde es wichtig.
Ich wollte es nur mal anmerken.

Viele Grüße und schönen Sonntag,
Penta

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 04.11.2018, 09:45

Liebe Penta,
vielen Dank für deine Anmerkung. Du hast Recht. Andere sind nicht wichtiger als ich. So sollte es auch nicht rüberkommen.
Ich wünsche dir auch einen schönen Sonntag.
Lieben Gruß,
MieLa

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 04.11.2018, 10:04

... noch zur Erklärung. Bei den anderen Menschen, die zu meinen günstigen Umständen beigetragen haben, fange ich bei meinen Eltern an, die mich verträumte Kind zu einer guten Schulbildung gedrängt und daran festgehalten haben, obwohl ich es ihnen nicht leicht gemacht habe. Dann haben sie mir ein Studium finanziert, in dem ich viel gelernt habe. Nicht nur Fachliches, sondern auch Abstraktion, Analyse etc.. Das heißt, sie haben sehr viel zu meinen günstigen Lebensumständen beigetragen. Aber natürlich habe ich das irgendwann angenommen und umgesetzt. Vielleicht hätte ich in einem anderen Elternhaus, das mir keine so guten oder gar sehr ungünstige Bedingungen geboten hätte, trotzdem die Fähigkeit erlernt, so über mich zu reflektieren. Vielleicht bin ich damit sogar auf die Welt gekommen. Das weiß ich nicht. Aber für mich fühlt es sich anders an.

Vielleicht ist es jetzt etwas klarer geworden, was ich meine.

Die Eltern und die Erziehung sind ein "großes" Beispiel. Jetzt kommt noch ein kleines. Meine Yogalehrerin fragte Anfang des Jahres, als ich gefühlt in einer Trinkpause war, wie wir uns in dem neuen Jahr fühlen wollen. Da war mir klar, dass ich nur ohne Alkohol fühlen will...

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 08.11.2018, 09:30

Hallo,
diese Deko hängt an prominenter Stelle in der Ferienwohnung, in der ich gerade Urlaub mache.
Deko.jpg
Anfangs fand ich das nur blöd. Inzwischen merke ich aber, dass ich ich immer wieder darüber nachdenke und immer wieder neue Impulse bekomme, mich damit auseinanderzusetzen.

Lieben Gruß,
MieLa
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Feldmaus75
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Feldmaus75 » 08.11.2018, 09:38

Guten Morgen MieLa,

ich kann das Foto leider nicht sehen... kannst du aufschreiben, was draufsteht?

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