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Mir ist ein Licht aufgegangen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Cadda
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Cadda » 10.01.2020, 07:06

Guten Morgen Mila,

ich sehe Dich gerade und wollte Dich fragen, wie es Dir so geht :-)

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 17.01.2020, 18:25

Liebe Cadda,
danke für deine Nachfrage. Neujahr hatte ich meinen zweiten Trockengeburtstag :D Das fand ich großartig und mir ist noch einmal bewusst geworden, wie selbstverständlich ich abends beim Essen im Restaurant ein alkoholfreies Getränk bestelle. Früher habe ich mir Menschen angeguckt, die mit mir zusammen im Restaurant saßen und eine Saftschorle oder Spezi getrunken haben. Mir war klar, dass ich das früher, also vor meiner nassen Phase genauso auch gemacht habe. Aber es war zwischenzeitlich einfach unmöglich geworden. Und ich habe diese Menschen beneidet. Diesmal war ich beim Silvesteressen mit meiner Saftschorle ganz entspannt und glücklich.

Leider ist das neue Jahr dann nicht gut weiter gegangen. Meine Mutter ist sehr krank geworden und ich habe mir zwischendurch sehr große Sorgen um sie gemacht. Jetzt hat sie sich wieder einigermaßen stabilisiert und ist aus dem Gröbsten raus, aber wir müssen sehen, wie es weitergeht. Sie ist schon 86 und ich weiß nicht, ob sie weiter alleine leben kann. Jetzt steht also vermutlich der Umzug in ein Pflegeheim an. Vorher aber müssen Gespräche mit ihr geführt werden. Und das ist, glaube ich, das Schwierigste.
Lieben Gruß
MieLa

Carl Friedrich
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Carl Friedrich » 17.01.2020, 19:23

Hallo MieLa!

Glückwunsch zu 2 Jahren Abstinenz.

Das Problem mit der Mutter lässt sich nüchtern viel besser ertragen und lösen, als zu früheren versoffenen Zeiten, in denen man jetzt einen prima Vorwand gehabt hätte, sich vollaufen zu lassen.

Gruß
Carl Friedrich

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 17.01.2020, 21:23

Hallo Carl Friedrich,
du hast völlig Recht. Alkohol ist mir in diesen sehr aufregenden Tagen nicht einmal in den Sinn gekommen. Darüber bin ich froh. Denn dann hätte ich mich zwar betäuben, mich aber nicht ausreichend um meine Mutter kümmern können.
Lieben Gruß
MieLa

Cadda
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Cadda » 18.01.2020, 01:15

Hallo MieLa,

ich denke auch so, wie Carl-Friedrich. Nüchtern kann man sich deutlich besser um so etwas kümmern. Tut mir leid mit Deiner Mutter und ich drücke die Daumen, dass Du die Gespräche gut mit ihr führen kannst.

2 Jahre sind super. Mir geht es auch so. Es wird immer normaler, einfach keinen Alkohol zu trinken. Man achtet weniger darauf und es geht so in einen über und es fühlt sich irgendwie normal an. Ein schönes Gefühl :-)

Cadda
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von Cadda » 29.07.2020, 07:12

Hallo MiLa,

wie geht es Dir denn so? Wie läuft es mit Deiner Mutter, konntet ihr eine Lösung finden?

Kannst ja mal wieder einen kurzen Bericht geben, würde mich freuen :-)

MieLa
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Re: Mir ist ein Licht aufgegangen

Beitrag von MieLa » 05.08.2020, 09:09

Liebe Cadda,

ja, eine Lösung ist gefunden. Meine Mutter ist gerade noch rechtzeitig vor dem Lockdown in ein Pflegeheim in meine Nähe gezogen. Das war eine gute und die einzige Lösung! Sie ist dort gut versorgt und ich bin ruhiger. Auch die Abriegelung des Heimes hat sie überstanden. Inzwischen dürfen wir uns wieder sehen und sie darf das Haus verlassen. Mal sehen, wie lange diese Offenheit angesichts steigender Zahlen noch funktioniert. Ihre Wohnung ist aufgelöst und ich brauche nicht mehr am Wochenende in eine andere Stadt zu pendeln.

Was mich sehr freut, ist, dass ich in all dieser belastenden Zeit mit meiner Mutter und der Pandemie nicht an Alkohol und Betäubung gedacht habe. Im Gegenteil: Der Alkohol ist sogar noch weiter von mir entfernt als zuvor. Das bedeutet nicht, dass ich mit der Gefahr nachlässiger umgehe. Es ist einfach noch selbstverständlicher geworden, ohne Alkohol zu leben. Als ich letztens mit einer Kollegin, die Geburtstag hatte, mittags in einem Restaurant war, standen plötzlich als Geschenk des Hauses Sektgläser vor uns. Bei mir sind ohne Verzögerung sämtliche Warnleuchten angegangen. Das hat mir gefallen.

Danke, dass du nachgefragt hast :)

Herzliche Grüße
MieLa

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