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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Hull
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Beitrag von Hull » 08.04.2018, 07:58

Aliengirl hat geschrieben:Liebe Cadda,
Lustigerweise war ich jetzt schon etwas länger nicht hier im Forum aktiv und habe mich gerade eingeloggt und sehr über Deine Nachricht gefreut.
Mir geht es im richtig gut und ich geniesse mit meinem Kleinen die ersten warmen Tage:) Heute hatte ich allerdings ein sehr einschneidendes Erlebnis: Ich habe meine Mutter mit ihrem Mann zum grillen abends eingeladen. Sie hatten Alkohol dabei, obwohl ich klar geäußert habe, dass der in meinem Zuhause nicht geduldet ist. Dann ist alles eskaliert und er meinte, dass er geht, wenn hier kein Alkohol getrunken werden darf. Das tat er dann auch, weil ich auf mein alkoholfreies Umfeld bestanden habe. Das hatte dann zu Folge, dass mein Mutter total angepisst dageblieben ist. Sie hat mir das als Fehlverhalten ausgelegt und mich als komplett intolerant ect. bezeichnet.....Ein Wahnsinn eigentlich, dass ich mich jetztauch noch rechtfertigen muss, oder? Ich habe die Nerven behalten und sie nach dem Essen gebeten nochmal darüber zu sprechen. Habe ihr nochmal NOCHMAL UND NOCHMAL erzählt, dass ich das nicht aus Intoleranz mache, sondern aus Selbstschutz für mich und meinen Sohn. Das ich eine sehr tolerante Person bin, und nicht aus Boshaftigkeit darauf bestehe, dass hier nicht getrunken wird. Sie war bemüht das zu verstehen, aber angekommen ist nichts. Sie meinte ich müsse mit den Konsequenzen leben, wenn ich mich so in die komplette Isolation begebe. Sie werde eben dann auch nicht mehr so oft vorbeikommen ect, wie mal abends zum grillenoder ähnliches. Ich habe ihr nochmals deutlich aufgedröselt, dass es sich um eine Krankheit handelt, die nur 2 Möglichkeiten hat, Leben oder Tod!! Ich habe ihr deutlich gesagt, dass ich bis zu drei Flaschen Wein abends immer getrunken hat, ob sie sich nicht mehr erinnert, oder das nicht schlimm fand. Sie meinte, dass ich ja immer alles übertreiben muss, das sie das eben nicht hat und ja auch nach einem Glas aufhören kann. Kann sie auch, ich habe ihr dazu gratuliert, das sie das kann. Und ihr gesagt, dass ich esnicht kann und auch niemal können werde....aber angekommen ist es glaube ich trotz aller Mühe nicht wirklich.
Alles sehr traurig.....
Aber ich belasse das jetzt als meinen letzten Versuch mich zu erklären, ich bin es wirklich leid, wenn es nicht verstanden werden will.
Trotzdem geht es mit gut, gerade weil ich eine neue Konfliktsituationen so gemeistert habe, dass ich mich mit meiner Entscheidung und meinem Verhalten gut fühle....

Ich hoffe, dass es Dir auch gut geht, liebe Cadda:) hat mich wirklich sehr bestärkt, dass gerade heute jemand von Euch an mich gedacht hat:)
So ehrenhaft das sein mag, der anderen Person etwas zu erklären - deine Mutter wird dich nur weiter entwerten und die Krankheit als Schwäche auslegen, was in einem gewissen Sinne auch stimmt.

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 08.04.2018, 16:23

Hallo Hull
deine Mutter wird dich nur weiter entwerten und die Krankheit als Schwäche auslegen, was in einem gewissen Sinne auch stimmt[
Wie kann ich das verstehen? Sind Krankheiten für dich eine Schwäche oder reduzierst du es auf die Alkoholkrankheit weil „man“ es stoppen hätte können oder im trockenen Zustand nicht auszuschließen ist das „man“ alleine mit Willen es nicht steuern kann um wieder rückfällig zu werden?

@ Aliengirl , warum tust du dir das an ?

Gruß Hartmut

Hull
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Beitrag von Hull » 08.04.2018, 17:43

Hartmut hat geschrieben:Hallo Hull
deine Mutter wird dich nur weiter entwerten und die Krankheit als Schwäche auslegen, was in einem gewissen Sinne auch stimmt[
Wie kann ich das verstehen? Sind Krankheiten für dich eine Schwäche oder reduzierst du es auf die Alkoholkrankheit weil „man“ es stoppen hätte können oder im trockenen Zustand nicht auszuschließen ist das „man“ alleine mit Willen es nicht steuern kann um wieder rückfällig zu werden?

@ Aliengirl , warum tust du dir das an ?

Gruß Hartmut
Hallo Hartmut,

für mich ist das Leben der Selbstbestimmung und das Leben der Freiheit das höchste Ziel. Dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann, habe ich tausendfach erprobt, also gilt es für mich nun, neue Wege zu suchen. Dabei hat es für mich keinen Vorteil, immer wieder zu sagen, dass ich nichts dafür kann, da Alkoholismus schließlich eine Krankheit ist. Ich sehe im Alkoholismus nichts spezifisches. Für mich hat eine schädliche Sucht immer den gleichen, gemeinsamen Nenner. Ganz gleich, ob dies Alkohol, Nikotin, Heroin usw. ist. Nikotinsucht müsste dann im Prinzip auch mit einer "Nikotinkrankheit" legitimiert werden. (Das Wort existiert bezeichnenderweise nicht.)

Grüße

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 08.04.2018, 19:01

Hallo Hull
Dabei hat es für mich keinen Vorteil, immer wieder zu sagen, dass ich nichts dafür kann, da Alkoholismus schließlich eine Krankheit ist.
bei mir geht es nicht um einen Vorteil sondern um die Akzeptanz (Alkoholkrankheit) eben nicht mehr in allen Lagen die Selbstbestimmung zu haben.
Ich sehe im Alkoholismus nichts spezifisches.
Wenn ich es allgemein betrachte dann ist es wahrscheinlich so aber es betrifft ja mich und damit ist es spezifisch. Nun belastet es mich nicht da ich mit der Krankheit lebe (leben gelernt habe) und mich nicht von der Krankheit leben lasse.

Gruß Hartmut

Aliengirl
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Beitrag von Aliengirl » 08.04.2018, 19:16

@MieLa: ja, ich hatte mir auch mehr verständnisbzw. Unterstützung gewünscht und bin etwas vor den Kopf gestoßen was das betrifft. In der Tat hat der Mann meiner Mutter einen sehr hohen Alkoholkonsum. Und er will definitiv nicht auf Alkohol verzichten. Es ist der dritte Mann meiner Mutter, mein Vater ist Alkoholiker und auch der zweite Mann meiner Mutter war trockener Alkoholiker. Ich denke schon, dass sie definitiv als Co zu werten ist. Sie sieht sich sehr schnell in einer Opferrolle, trinkt allerdings selber auch mit. Wenn auch „nur“ zwei drei Gäser Wein, selten mehr.
Sie hat allerdings wohl über meine Worte gestern nachgedacht und ihren Geburtstag und die alkoholgetränkte Feier auf einem Waldspielplatz und nicht wie geplant bei mir Im Garten umgeplant.....mal ein Anfang:)

@ carl friedrich: das ist in der Tat eine gute Idee mit der Suchtberatung. Ich kann mich dunkel erinnern, dass meine Mutter mich dahin gebracht hat, als sie mich mit 14 beim kiffen erwischt hatte. Das war dann für sie sehr schlimm und sie hat sich ersthaft Sorgen gemacht.....lach:)kurios, oder?

Liebe Grüße von Aliengirl

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 08.04.2018, 20:10

Aliengirl hat geschrieben: @ carl friedrich: das ist in der Tat eine gute Idee mit der Suchtberatung. Ich kann mich dunkel erinnern, dass meine Mutter mich dahin gebracht hat, als sie mich mit 14 beim kiffen erwischt hatte. Das war dann für sie sehr schlimm und sie hat sich ersthaft Sorgen gemacht.....lach:)kurios, oder?
Hallo!

Ja, das wäre kurios. Einen Versuch ist es wert.

Gruß
Carl Friedrich

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Re: auf neuen Wegen

Beitrag von Aliengirl » 09.06.2018, 23:40

Hallo ihr Lieben:)
Wollte nur kurz ein Lebenszeichen hierlassen. Ich bin gerade aus meinem ersten trockenen Urlaub nach hause gekommen. :D War mit meinem Sohn in Südfrankreich und habe die Zeit mit ihm echt genossen. Ich bin komischerweise kaum in aktiven Kontakt mit Alkohol gekommen, vermutlich weil die Anlage überwiegend von Familien mit kleinen Kindern besucht war und es keine Excesse dort gab. Einmal bin ich am Abend an einer Bar angestanden um für meinen Kleinen einen Apfelsaft zu kaufen. Dort wurde überwiegend Alkohol ausgeschenkt. Es hat nichts ausgemacht, war allerdings danach etwas gestresst. Aber wahrscheinlich eher wegen der Warterei, ich will da nichts hineininterpretieren.....
Gedanklich war ich weit weg vom Alkohol, es war zu keinem Zeitpunkt für mich eine Frage, ob ich schwach werde oder nicht. Vermutlich auch weil ich früher anderen Urlaub gemacht habe, der aufs Feiern ausgelegt war und ich jetzt zum ersten mal als alleinerziehende Mutter gereist bin. Vor dem Urlaub habe ich mir allerdings nochmal in Erinnerung gerufen, wo ich vor knapp 6 Monaten war und dass ich mein neu gewonnenes Leben nicht wegen Alkohol aufgeben werde. Das Bewusstsein über die Gefahr in eine Falle treten zu können, ist mitgereist.......

War wirklich schön, bin froh mich für den Urlaub entschieden zu haben.

Euer Aliengirl

Dante
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Re: auf neuen Wegen

Beitrag von Dante » 13.06.2018, 14:16

Weil du anderen Urlaub gemacht hast. Das ist es.
Ein Urlaub mit Sohn im Mittelpunkt läuft anders als einer, wo Ballermann & Oberbayern im Focus stehen.

Andere Lebensführung/Lebensinhalte = gute Basis für ein trockenes Leben :wink:

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