Rückfall upps Peinlich, sag mal nichts.

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
Hartmut
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Rückfall upps Peinlich, sag mal nichts.

Beitrag von Hartmut » 12.02.2018, 20:40

Hallo zusammen,

Nun ist der Rückfall ein Bestandteil der Krankheit ohne das er für Jeden dazu gehört. Das Forum steht bekanntlich für die Grundbausteine die eine höchstmögliche Risikominimierung aus Erfahrungswerte vorgibt.

Das scheint einige User irgendwie zu hemmen das zu schreiben was zu jedem Alkoholiker dazu gehört.

Ängste sich vor einem Rückfall zu melden.
Ängste den abweichenden Weg mitzuteilen.
Scham sich nach einen Rückfall zurück zu melden obwohl ein neuer Abstinenz Versuch im Vordergrund steht.

Oder sind es gar nicht die Vorgaben sondern schon das bewusste Verhalten sich nicht mitzuteilen, damit ja keiner etwas sagen kann und nicht mit Ratschlägen die fern seines Denkens überhäuft wird.
( Verheimlichen, beschönigen, sich in Ruhe auf den Rückfall vorbereiten)

Ich möchte in diesem Thread auch keine Grundsatzdiskussionen des Einzelnen entfachen . Oder das jeder Kommentar zerpflückt wird. Einfach mal was unkommentiert stehen lassen.

Gruß Hartmut

Martin

Beitrag von Martin » 13.02.2018, 13:30

Hallo Hartmut,

ich habe seit gestern darüber nachgedacht.
Ängste sich vor einem Rückfall zu melden.
Ängste den abweichenden Weg mitzuteilen.
Scham sich nach einen Rückfall zurück zu melden obwohl ein neuer Abstinenz Versuch im Vordergrund steht.
Angst sich vor einem Rückfall zu melden habe ich nicht, ich schreibe fast jeden Tag,

da hoffe ich dass es auffällt wenn ich auf dem falschen Weg bin.

Durch das tägliche, ehrliche Schreiben entfällt auch dass ich abweichende Wege verheimliche.

Jetzt kommt aber der Punkt den ich heute nicht beantworten kann, mich nach einem Rückfall zurück zu melden.

Mir ist klar dass das der einzigste, richige Weg ist. Nach 14 Jahren wäre aber mein Ego ganz schön angeknackst.

So wie ich nicht behaupten kann nie einen Rückfall zu haben, weiss ich wirklich nicht was ich machen würde.

LG Martin

Carl57
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Beitrag von Carl57 » 13.02.2018, 13:59

Hallo Hartmut,

ich weiss nicht, wie ich mit einem Rückfall umgehen würde.
Vor sechs Jahren machte ich meinen ersten und einzigen Abstinenzversuch.
Vermutlich würde ich das Vertrauen in mich verlieren und wäre zu einem zweiten Versuch nicht fähig.

Gruss Carl

Penta
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Beitrag von Penta » 13.02.2018, 17:57

Hallo Hartmut,

wenn ich saufen will, werde ich das tun.
Ob ich es hier schreiben würde, hängt davon ab, ob ich mich hier gerade "anhängig" fühle. Derzeit würde ich es vielleicht tun. Vielleicht auch nicht. Das weiß ich wirklich nicht.

Sollte mein Leidensdruck so groß sein, dass ich wieder aufhören will, würde ich mich an Menschen wenden, denen ich zutraue, dass sie mir helfen. Hilfe in dem Sinne, dass sie mir helfen mich selbst zu aktivieren.
Ich sehe es heute u.a. als eine meine Aufgaben an, mir solche Rückfallinstanzen zu schaffen, von wo aus ich wieder starten könnte.
Das mache ich nicht akribisch und immerzu, aber ich rede oder schreibe ab und zu über alles Mögliche und mich und schaffe oder erhalte mir dadurch Vertrauen, dass ich dann (hoffentlich) nutzen kann.
Bisher hatte ich keinen Rückfall. Kann sein, dass die Schaffung meiner Rückfallsicherheit gleichzeitig auch Rückfallprophylaxe ist.
Angst hätte ich dann sehr sicher auch. Vor allem Möglichen.
Aber die hatte ich beim Beginn meiner Trockenheit jetzt auch. Vom Trockenwerden hielt sie mich nicht ab.

Gruß, Penta

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 20.02.2018, 16:02

Hallo und Danke,

nun lese oder höre ich von Rückfälligen das sie den Rückfall selbst als ein Scheitern oder als ein eigens Versagen ansehen. Warum ist das so, wenn ich doch weiß das es sich um eine Krankheit handelt? Wieso kommen diese Gedanken denn noch auf, wenn ich angeblich Alkoholismus als Krankheit akzeptiert habe? Von Krebskranken die zurück in die Krankheit fallen höre ich das nicht.

Den Weg den ich geh ist meine Prophylaxe aber kein Garant nicht rückfällig zu werden. Oder doch ?


Gruß Hartmut

Hans im Glück

Beitrag von Hans im Glück » 20.02.2018, 17:13

Hallo Hartmut,

in meiner anfänglichen Trockenheit habe ich eine Zeit gebraucht, um über die Scham und das Entsetzten hinweg zukommen, tatsächlich Alkoholiker zu sein.
Etwas, was ich niemals glauben konnte, als ich noch getrunken habe.
Da hatte ich doch alles im Griff..... von wegen

Auch wenn ich mich über meine Krankheit belesen habe, war ich doch lange der Überzeugung, schuld zu sein.
Ein schwacher, willenloser Säufer zu sein.

Es gehörte für mich nicht nur dazu, die Krankheit als Krankheit zu akzeptieren, sondern auch die Kapitulation tatsächlich zu vollziehen:

Es gibt für mich keine Möglichkeit mehr, Alkohol zu konsumieren, es sei denn, ich wollte mich umbringen.
Und da gibt es wohl andere Möglichkeiten.

Ob mich das den Rest meines Lebens schützt vor einem Rückfall, weiß ich nicht.

In dem ich hier schreibe, mich weiterhin auseindersetze, verliere jedenfalls nicht den Bezug zum Thema.

Hans

kossi
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Beitrag von kossi » 01.03.2018, 17:17

Hallo Hartmut, oft höre ich in den Gruppen, Rückfall gehört zur Krankheit. Das stimmt ja, aber es kann auch zur Ausrede werden, wenn in kurzen Abständen immer wieder Rückfälle passieren.
Ich finde ein Rückfall beginnt nicht wenn man wieder säuft, sondern schon vorher. Ich habe Betroffene in den Gruppen erlebt die gesagt haben, warum sollen wir Abstinent sein? Wenn dann doch immer wieder Rückfälle passieren.
Natürlich möchte ich das Rückfaller sich in die Gruppe trauen, weil daraus kann der wieder trinkt und die trocken sind von einander lernen.
Drauf hauen geht gar nicht, sonst traut sich derjenige nicht mehr in die Gruppe.
Niemand hat das Recht jemanden der wieder trinkt zu verurteilen.

Grüße Wolfgang

Karsten
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Beitrag von Karsten » 01.03.2018, 19:15

Hallo,

hier spielt natürlich Vertrauen eine große Rolle.
Ich habe mich damals, als ich immer wieder rückfällig wurde, immer wieder der gleichen Selbsthilfe anertraut.
Ich wusste damals schon, dass es nur an mir liegt, dass ich wieder gesoffen habe.
Sie kannten mich, konnten wir besser Tipps geben, damit ich nicht die gleichen "Fehler" nnochmal mache.
Es geht ja um mich und nicht darum anderen zu beweisen, dass ich jetzt gerade wieder nichts trinke.
Sich anderen Selbsthilfegruppen dann anzuschließen, hat für mich irgendwas mit weglaufen und sich selbst etwas vormachen zu tun.
Ich glaube nicht, dass es hier in den vielen Jahren unserer Selbsthilfegruppe, schon mal einen Fall gegeben hat, wo jemand wegen einem Rückfall verurteilt wurde.

Gruß
Karsten

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