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Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Tomc
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Beitrag von Tomc » 04.03.2018, 13:41

Guten Morgen,
nachdem ich seit ca. vier Wochen still im öffentlichen Bereich mitgelesen habe, habe ich mir heute ein Herz gefasst und mich endlich angemeldet.
Mein Name ist Tom, ich bin 45 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder im Teenageralter.
Ich trinke siet Mitte Dezember letzten Jahres keinen Alkohol mehr.
Der Auslöser war, wie so oft ein Streit mit meiner Frau über das Thema Nummer eins der letzten Monate oder sogar Jahre, meinen Alkoholkonsum.
Ähnliche Gespräche gab es schon oft, ich habe wie immer alles geleugnet oder klein geredet, aber diesmal spürte ich, dass sie die Drohung mich zu verlassen war machen würde.
Getrunken habe ich eigentlich seit meiner Jugendzeit, mal mehr, viele Jahre aber auch weniger oder gar nicht und unregelmäßig.
Problematisch wurde es die letzten zehn Jahre. Anfangs mit 3-4 Bier Freitag und Samstag ,bis zuletzt fast täglich 3 Bier und am Wochenende auch mal 6-7. Getrunken habe ich meistens allein wenn sich die Gelegenheit ergab. Auch das war eins meiner Argumente mir gegenüber, ich trinke ja nur Bier und habe sicherlich kein Alkoholproblem.
Zur Bestätigung machte ich immer wieder Trinkpausen, längsten aber 3 oder vier Tage. Da keine körperlichen Entzugserscheinungen auftraten, bestätigte sich meine Meinung.
Nach unserem Streit hatte ich mich im Dezember in einem anderen Selbsthilfeforum angemeldet, das einen die ersten sechs Wochen begleitet.
Ich war dort und jetzt auch hier wieder überrascht, wie viele Menschen mit den gleichen Problemen kämpfen und wie sich die Trinkkarrieren doch gleichen. Wenn ich jetzt nach über zehn Wochen ohne Alkohol auf mein Verhalten der letzten Jahre zurückblicke, muss ich sagen ja ich bin Alkoholiker.
Ich weiß noch nicht, wie aktiv ich schreiben werde, aber schon allein die Möglichkeit bei Gleichgesinnten mit zu lesen ist mir eine riesen Unterstützung. So, allen die diese Zeilen lesen einen schönen Sonntag und viele Grüße an alle Mitforisten.
Tom

Aurora
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Beitrag von Aurora » 04.03.2018, 13:54

Hallo Tom,

herzlich willkommen!

Ich wünsche dir auch einen schönen Sonntag.

Viele Grüße
Aurora

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.03.2018, 14:53

Hallo Tom!

Willkommen hier im Forum.

So ähnlich lief es bei mir auch ab, nur dass am WE noch Spirituosen dazu kamen.

Der Anstoß, endlich was aktiv gegen die Sucht zu tun, kommt häufig von außen, z.B. der Familie, dem Arbeitgeber, der MPU, der Intensivstation einer Klinik....

Auch mir setzte die Familie die Pistole auf die Brust: Entweder der Suff oder die Familie. Zugleich hatte sie für mich einen Termin bei der Suchtberatung ausgemacht.

Und ich muss eingestehen: Das war genau der richtige Weg für mich.

Hast Du noch weitere Schritte unternommen wie SHG, Kontakt zur Suchtberatung oder Therapie?

Gruß Carl Friedrich

Tomc
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Beitrag von Tomc » 04.03.2018, 18:23

Vielen Dank für eure Wilkommensgrüße,
@Carl Friedrich, nein außer die sechswöchige Online Begleitung habe noch keine weiteren Maßnahmen ergriffen.
Ich habe mit meiner Familie eine Absprache, sollte es sich abzeichnen, dass ich mit diesem Weg die Abstinenz nicht schaffe, werde ich mir sofort zusätzliche Hilfe holen.
Es fällt mir außerdem sehr schwer mich anderen gegenüber als Alkoholiker zu outen. Selbst wenn es Therapeuten oder ähnliche Personen sind. Sogar enge Freunde haben nichts von meinem Trinkverhalten gemerkt. In Gesellschaft anderer habe ich sehr selten übermäßig getrunken. Ich konnte mich echt gut verstellen.
Zur Zeit bin ich mit mir im reinen und ich glaube auf einem guten Weg.

Grüße Tom

Hartmut
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Beitrag von Hartmut » 04.03.2018, 21:24

Hallo Tom,

willkommen im offenen Bereich. Das du krank bist hast erkannt, das du was dagegen machen musst scheint von deiner Familie auszugehen. Outen möchtest du dich auch nicht , was ja drauf schließen lässt das es für dich keine Krankheit ist? Oder hat das was mit Scham zu tun weil Alkoholiker was Anrüchiges, willensschwaches für dich ist ?

Nun da sehe ich einige Steine die du dir selbst in den Weg legst. Was würde denn passieren wenn du heute auf morgen ohne Familie da stehst? Was würde passieren wenn Bekannte und Freunde dir ein Glas hinstellen , da sie ja gewohnt sind das du mit trinkst?

Offenheit zu Einem selbst und Anderen sind für mich sehr wichtige Bausteine. Die andere Bausteine habe ich mir hier im Forum angeeignet.

Grundbausteine , kennst du sie schon?
http://www.forum-alkoholiker.de/grundba ... rnheit.php


Gruß Hartmut

Tomc
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Beitrag von Tomc » 04.03.2018, 21:47

Hallo Hartmut,
danke für deine Nachricht.
Scham beschreibt es vielleicht ganz gut. Aber nicht aus den genannten Gründen.
Der Anstoss kam von meiner Familie das ist richtig, aber die Einsicht in meine Krankheit besteht 100 % und kommt ganz allein von mir.
Wie offen jemand mit seiner Krankheit umgeht, ist denke ich sehr individuell.
Sein komplettes Umfeld einzubeziehen ist sicher die mutigste Variante.
Ich lese hier ja schon eine Weile mit, habe mich auch mit den Grundbausteinen beschäftigt und nehme die an , die für mich zur Zeit möglich sind.
Das ist mein Weg den ich gehen möchte.


Tom

Carl Friedrich
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Beitrag von Carl Friedrich » 04.03.2018, 23:10

Hallo Tom!

Ja, es ist dein Weg und deine Entscheidung. Ob er erfolgreich sein wird, zeigt die Zukunft.

Kleiner Tipp: Beschaffe dir Fachliteratur und zwar sowohl aus Patienten-, als auch Therapeutensicht, um dich für die Komplexität unserer Krankheit und die Themen Suchtgedächtnis sowie Suchtverlangen zu sensibilisieren. Denn diese beiden Aspekte werden dich wahrscheinlich noch betreffen und ggf. piesacken.

Viel Erfolg
Carl Friedrich

Penta
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Beitrag von Penta » 05.03.2018, 06:37

Hallo Tomc,

herzlich willkommen hier.
Ich lese hier ja schon eine Weile mit, habe mich auch mit den Grundbausteinen beschäftigt und nehme die an , die für mich zur Zeit möglich sind.
Mich würde interessieren, welche für dich möglich sind und welche nicht. Verrätst du das?

Viele Grüße, Penta

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