Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

"Trocken" ??? seit 12 Wochen

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
malo
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 01.04.2018, 18:13

"Trocken" ??? seit 12 Wochen

Beitrag von malo » 01.04.2018, 19:14

Hallo an alle, Ich möchte mich hier kurz vorstellen da ich hier im Forum ein Neuzugang bin. Ich bin 47 Jahre alt und hatte bis zum 07. Januar 2018 ein ziemliches Alkoholproblem. Selbiges versuchte ich mit einem kalten Entzug zu beenden. Das war natürlich das schlechteste was ich machen konnte. Ich konnte zwei Nächte nicht schlafen, schwitzte und hörte in der Ferne Musik die es nicht gab. Ein sogenanntes Delirium also..... Das alles gipfelte dann in einem Krampfanfall.. Folgen: Einlieferung in die Klinik ( 3 Wochen Entzugs Therapie in der geschlossenen Abteilung ) Insgesamt war ich 5 Wochen krank geschrieben. Seit 7 Wochen gehe ich wieder arbeiten. Derzeit arbeite ich mit meinen Suchtberater an einer Langzeittherapie. Antrag ist eingereicht und ich warte noch auf die Zusage der RV.... Trotz allem muss ich feststellen das es mir ohne Alkohol wesentlich besser geht und das auch so bleiben soll. Nur der Anfang war der nicht optimale Weg.. Aber er hat mir die Augen geöffnet....

Tina
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 6415
Registriert: 11.05.2008, 22:47

Beitrag von Tina » 01.04.2018, 22:39

Hallo Malo

und herzlich willkommen hier ! Schön, dass Du den Weg ins Forum gefunden hast. Ich bin mir sicher, dass Deine bisherigen Erfahrungen zumindest ein Mahnmal für andere sein können.

Du wirst dieses Jahr vermutlich viele, viele "erste Male" ohne Alkohol erleben und es wird jedes Mal auf Neue wieder spannend und aufregend sein. Ich wünsche Dir alles Gute dafür !

Grüße
Tina

Hull
neuer Teilnehmer
Beiträge: 229
Registriert: 06.04.2017, 13:12

Beitrag von Hull » 02.04.2018, 14:40

Hallo,

habe zwei Fragen, die mich persönlich immer sehr interessieren.

Wie sah das Trinkverhalten vor dem Entzug aus? Für ein Delirium Tremens musste sicherlich ein langfristig hoher Pegel gehalten worden sein.

Wie kam es zum Entschluss, den Entzug nun durchzuziehen?

Gruß

malo
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 01.04.2018, 18:13

Beitrag von malo » 02.04.2018, 16:00

@ Tina: Vielen Dank erst mal für die aufmunternden Worte von dir. Ich weiß, das das kein leichter Weg für mich wird, aber ich will ihn gehen und ich möchte auch ins Ziel kommen....
@ Hull: Hallo Hull.. Getrunken habe ich eigentlich schon immer. Ich stamme aus der ehemaligen DDR und da gehörte Alkohol eigentlich zu jeder Gelegenheit dazu.. Aber das waren eigentlich nur so die Anfänge die wohl fast jeder erlebt hat. Gruppenzwang, Freunde, Disco, etc. etc.Mein eigentliches Trinkverhalten hat sich erst so die letzten 3-4 Jahre eingestellt. Wenn ich so zurückschaue waren es täglich 6,7..8 Flaschen Bier. Die letzte Zeit war so schlimm das ich mir schon immer sehnlichst den Feierabend in der Arbeit herbei sehnte um wieder auf meinen Pegel zu kommen. Teilweise konnte ich selbst den Kaffeebecher vor lauter Zittern nicht gerade halten. Schreiben fiel mir auch total schwer. Erst als ich am Abend meinen Pegel wieder hatte funktionierte ich wieder.... Die 14 Tage Weihnachtsurlaub haben mir dann den Rest gegeben. Hier trank ich schon früh 2 Bier um ruhig zu werden.....Das alles ist natürlich nicht heimlich an meiner Frau vorbeigegangen.. Sie war es letztlich die gesagt hat. Hör auf oder ich geh. Das war dann auch für mich der entscheidende Punkt... Hier hab ich mir dann gesagt. Jetzt ist Schluss.... Eigentlich bin ich froh diesen Krampfanfall bekommen zu haben. Sonst wäre ich wahrscheinlich nicht freiwillig zum Entzug gegangen. Momentan gehts mir pudelwohl... Kein Suchtdruck, keine Angst das das Bier ausgeht. Ich habe heute z.B. den ganzen Tag im Garten geackert... Einfach so ohne Druck.... Das hab ich die letzte Zeit nicht gekonnt. Da hab ich immer alles ohne Lust und schnell schnell gemacht. Weil da stand schon wieder der Teufel Alkohol hinter mir und hat mich gerufen......Ich hätte nie geglaubt das es mir ohne Alkohol so gut gehen kann.... Jetzt muss ich noch eine Woche aushalten.. Dann kann ich wieder Auto fahren.... Die Ärzte hatten mir empfohlen ein Vierteljahr nicht zu fahren weil die Gefahr eines Anfalles weiterhin besteht. Darüber freue ich mich auch wieder das ich zu jeder Tages- und Nachtzeit fahren kann. Das konnte ich die letzten Jahre ja auch nicht weil ich schon nach der Arbeit das erste Bier intus hatte......

Carl Friedrich
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1286
Registriert: 06.07.2015, 22:47

Beitrag von Carl Friedrich » 02.04.2018, 16:51

malo hat geschrieben: Ich stamme aus der ehemaligen DDR und da gehörte Alkohol eigentlich zu jeder Gelegenheit dazu..

Das alles ist natürlich nicht heimlich an meiner Frau vorbeigegangen.. Sie war es letztlich die gesagt hat. Hör auf oder ich geh. Das war dann auch für mich der entscheidende Punkt... Hier hab ich mir dann gesagt. Jetzt ist Schluss....
Hallo malo!

Ach, dass mit der DDR ist kein Grund. Im Norden, Westen und Süden der Republik ist ein Grund/Vorwand schnell gefunden.

Ich sage ja immer, der Anstoß kommt häufig von außen wie von der Familie, dem Chef, der Führerscheinstelle dank MPU oder dem Arzt auf der Intensivstation...

Man muss es nur zulassen, dass der Zündfunke auch überspringt.

Weiterhin viel Erfolg
wünscht
Carl Friedrich

malo
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 01.04.2018, 18:13

Beitrag von malo » 02.04.2018, 17:23

Hallo Carl, du hast ja Recht die DDR hat da keine Schuld daran. Schuld hab ich..... Ich wollte damit nur sagen das meine Jugend in der DDR geprägt waren von Jugendclub, Disco- und Tanzveranstaltungen, abhängen mit der Clique, etc.. Alkohol war eben hier schon mein ständiger Begleiter.. aber mehr auf das WE beschränkt.... Vielen Dank für die guten Wünsche.....

malo
neuer Teilnehmer
Beiträge: 6
Registriert: 01.04.2018, 18:13

Beitrag von malo » 04.04.2018, 19:31

So, nun ist es bald soweit.... Habe heute die Zusage von der Rentenversicherung bekommen.. 8 Wochen stationäre Therapie... Hoffentlich können die mich wieder soweit umerziehen das ich dem Teufel Alkohol in Zukunft kräftig in den Hintern treten kann wenn er das Gespräch mit meinem Hirn sucht.... Drückt mir bitte die Daumen.....

Martin

Beitrag von Martin » 04.04.2018, 20:39

Hallo malo,
Hoffentlich können die mich wieder soweit umerziehen das ich dem Teufel Alkohol in Zukunft kräftig in den Hintern treten kann wenn er das Gespräch mit meinem Hirn sucht...
das können die nicht und dazu sind sie auch nicht da :!:

Das ist dein Job, sie können dich höchstens unterstützen.

LG Martin

Antworten