Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
Hartmut
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von Hartmut » 07.07.2018, 11:04

Hallo ,
Können wir dann - vom Alkoholrausch stark abweichende - Rauscherlebnisse haben?
Wenn ich mir über sowas Gedanken mache,würde ich aktive Suchtverlagerung Raum und Tor öffnen. Alles was ich zu mir nehme, das eine künstliche hergestellte Rasuchwirkung auslöst ist "nasses" Verhalten. Ich sollte mich dann eher fragen wieso ich einen zusätzlichen Kick im Leben brauche. Was mir fehlt um es zu temporär zu übertünchen.

Gruß Hartmut

garcia
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von garcia » 07.07.2018, 15:07

Was nicht ganz verkehrt gewesen wäre darauf hängen zu bleiben, denke ich, also auf dem Laufen. Das aktiviert körpereigene Highs. Das ist gesund.

Zu illegalen Sachen: ein Grund daß ich die Gefahr daß Alkohol mich fertig macht so lange übersah war war daß ich mich immer als Kiffer gesehen habe. Alk hielt ich noch für eine zu vernachlässigende Dreingabe als er längst die Hauptrolle spielte.

Als ich noch nicht den Überblick hatte und in fruchtlosen Trinkpausen hing hatte ich noch gedacht, kiff doch ab und an und laß den Alk weg... Hat nie geklappt weil jeder Substanzrausch das Suchtgedächtnis antriggert.

Mit andren Worten: entweder ich lerne Klarheit zu schätzen oder die ganze Sche*** holt mich wieder ein, das ist nicht aufspaltbar.

Das ist meine Erfahrung. Ist sie allgemeingültig? Ich fürchte schon...

LG

Slowly
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von Slowly » 08.07.2018, 22:28

Hallo miteinander,

ich mochte die Wirkung des Alkohols auch sehr gerne und ich verabscheute sie.

Ich würde so gerne aus meinem begrenzten Dasein heraustreten um anders....neu ....zu empfinden, zu denken und zu handeln.

Aber würde ich das mit Drogen probieren, dann wäre es nicht echt und somit für mich wertlos.

Meine Psychotherapie, Bücher und viele viele Gedanken und ein paar wenige Gespräche können vielleicht noch etwas rütteln an meinem inneren Erleben.

Alkohol und Drogen würden mich nur daran hindern klarer zu sehen..... zumindest zeigt das meine Vergangenheit

Darum lasse ich es auch weiterhin sein.

LG Slowly

Horizont
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von Horizont » 09.07.2018, 22:18

Hallo zusammen,

danke für eure Antworten. Muss mich wohl noch aktiver mit Suchtverlagerung auseinandersetzen. Wobei: Kiffen hat sich nach einigen Jahren mehr oder weniger von selbst aus meinem Leben verabschiedet - hat anscheinend nicht dieselben, für mich persönlich wichtigen, Hebel bedient wie Alk.

Ich bin damit gedanklich trotzdem noch nicht fertig. Um noch einmal bei den Hebeln zu bleiben: Alkohol hat gewisse Hemmungen abgebaut. Mir ist klar, dass ich mich damit auseinandersetzen muss, deshalb habe ich mich auf den nüchternen Weg begeben. Um klar zu sehen und ganz zu werden, endlich anzupacken, was ich die ganzen Jahre mit dem Stoff übertüncht habe.

Was aber bleibt, ist eine Art von Sehnsucht nach anderen "Welten" oder einer von meinem Wachbewusstsein unterschiedlichen Wahrnehmung. Ich habe eine Weile sehr intensiv meditiert, auch da gab es solche Erlebnisse. Da geht es aber nicht um einen Kick, auch nicht darum, mutiger oder weniger ängstlich zu werden, um im Normalbetrieb zu funktionieren, sondern eher um eine Erweiterung der eigenen Sinne.

Wie dem auch sei, danke euch. Derweil bin ich schon ganz froh um die Erweiterung der eigenen Sinne, die mir die Nüchternheit verschafft :-)

Lieben Gruß
Horizont

Mario B.
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von Mario B. » 10.07.2018, 12:50

Karsten hat geschrieben:
04.07.2018, 22:27
Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?
Warum nicht? Was spräche, provokativ gefragt, dagegen?

Meine vorherige Sauferei und deren Auswirkungen und Konsequenzen war ja ein Trinken das ich eben NICHT konnte und eignet sich daher auch schlecht als Argumentation dagegen.

Gruss,

Mario B.

Hull
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von Hull » 12.07.2018, 13:27

Ich denke, die Frage hat einen Logikfehler. Mit dem jetzigen Wissen und den Erfahrungen wissen wir, dass wir keinen Alkohol mehr trinken können. Voraussetzung dafür, dass wir wieder Alkohol trinken könnten, wäre, dass wir vergessen, dass wir es nicht können und dann wäre die Antwort wahrscheinlich "Ja".

Es ähnelt der Frage, ob wir nicht früher (in der guten alten Zeit) hätten gelebt haben wollen.

schatzmeister
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Re: Würdest du wieder trinken wollen, wenn du könntest?

Beitrag von schatzmeister » 13.07.2018, 23:02

Hallo,
Ich würde lügen,wenn ich sagen würde ich habe nie daran gedacht,wie es wäre in bestimmten Momenten -Veranstaltungen ein Gläschen zu trinken.
Ich bin nun fast 5 Jahre trocken und noch immer habe ich dieses peinlichen Momente und die Schrecklichen Abstürze vor Augen,die mir zeigen,Du bist süchtig-eine Suchtpersönlichkeit,die mit Sucht/Rauschmitteln nicht umgehn kann,die krank ist.
Warum sollte ich das wieder wollen,dieses schreckliche Leben.
Jetzt wo ich die Klarheit kennengelernt habe über die lange Zeit,möchte ich die verschwommene vertane Zeit nicht mehr.
LG schatzmeister

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