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Selbstverantwortung und Eigenverantwortlichkeit

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Karsten
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Selbstverantwortung und Eigenverantwortlichkeit

Beitrag von Karsten » 16.07.2018, 15:48

Hallo,

dieses Thema beschäftigt mich schon länger und deshalb möchte ich es mal zur Diskussionen stellen :)

Selbstverantwortung und Eigenverantwortlichkeit sind ja eher gleichgelagert, aber nimmt man sie denn auch war?

Gerade bei unserem Thema ist es wichtig, von etwas zu überzeugt zu sein, was man in seinem Leben ändern möchte oder auch ändern muss.

Es hilft nichts, wenn mir jemand seine Meinung über bügeln möchte, ich aber nicht dahinter stehe.

Gut am Anfang meiner Nüchternheit habe ich eh nicht gewusst, was richtig oder falsch ist. Da habe ich einfach gemacht, was andere Langzeittrockene gemacht und gesagt haben. Sie werden schon recht haben, denn sie waren ja schließlich lange trocken.

Mit den Jahren meiner eigenen Trockenheit habe ich natürlich auch selbst denken gelernt und ich traue mir auch zu, über mein Leben selbst entscheiden zu können.

Erfahrungen zu lesen, helfen, denn man kann aus Erfahrungen lernen und sie in seinen eigenen Entscheidungen mit einfließen lassen.

Meinungen und Sichtweisen sind ja keine eigenen Erfahrungen und da kann es einen schon eher schwerer fallen, diese Meinungen einfach so anzunehmen.

Wie geht ihr mit eurer Selbstverantwortung und Eigenverantwortung um?

Das trifft ja jetzt nicht nur auf die Menschen zu, die schon wieder ein selbstbestimmtes Leben führen, sondern auch auf unsere neuen Mitglieder, die noch ganz am Anfang stehen.

Lösungen wären ja:
  • hinterfragen der Beiträge
  • nachhaken, wenn ich was nicht verstehe
Niemand wird ja hier an die Hand genommen und keinem wird der neue Weg zu einem selbstbestimmten Leben auf dem Silbertablett gereicht.

Dazu sind wir auch viel zu verschieden, auch wenn es uns ein gemeinsames Ziel eint.
Vor allem die Grundvoraussetzungen sind sehr unterschiedlich.
Man schmeißt auch nicht so einfach sein bisheriges Leben weg, nur weil andere Menschen dieser Meinung sind.

Welche Gedanken habt ihr zum Thema Selbstverantwortung und Eigenverantwortlichkeit?


Gruß
Karsten

kossi
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Re: Selbstverantwortung und Eigenverantwortlichkeit

Beitrag von kossi » 23.07.2018, 13:42

Für mich ist es ganz wichtig, mich nicht hinter dem Wort Krankheit zu verstecken.
Meine Eigenverantwortung ist, Achtsam zu sein, zu wissen was ich gerade mache, bei mir sein.
Mich reflektieren, wo habe ich getrunken? Warum habe ich getrunken? Wo den Alk. eingekauft?
Pläne für die Woche machen, Tagesstruktur, ganz wichtig.
Alte Verhaltensweisen ablegen, neue lernen. Wissen wo bekomme ich Hilfe? Hilfe auch annehmen.
Das was hier steht können mir meine Frau, Familie und gute Freunde, nicht abnehmen.
Wenn ich das was hier steht umsetze, schaffe ich Rahmenbedingungen, für die Menschen die mir wichtig sind,
mich zu unterstützen.

Grüße
kossi

Hull
neuer Teilnehmer
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Re: Selbstverantwortung und Eigenverantwortlichkeit

Beitrag von Hull » 23.07.2018, 20:17

Sicherlich ist die Selbstverantwortung der Grund, weshalb ich nichts mehr trinke. Obzwar es sehenden Auges zwei Jahrzehnte langsam bergab ging, reichte irgendwann der Vorgeschmack des Tiefpunktes eben doch aus, um das schöne Leben ohne dem Untergang mit Alkohol vorzuziehen.

Mit "Krankheit" kann ich dabei wenig anfangen, da es für mich letztlich eine Frage der Logik ist. Die scheinbare Erkenntnis, dass jeglicher (Substanz)missbrauch negative Auswirkungen hat, halte ich für banal.

Wenn ich heute an Alkohol denke, empfinde ich nur noch Verachtung für diese Zeitverschwendung und vor allem auch Verachtung für das bei Trinkern typisch schwächliche Verhalten des Schönredens.

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