Hallo ich bin neu hier...

Hilfe für erwachsene Kinder von Alkoholikern
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Jullenmat
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Hallo ich bin neu hier...

Beitrag von Jullenmat » 22.07.2018, 11:27

Hallo ich bin neu hier und durch meine momentane Situation auf eure Seite gestoßen. Ich bin w und 33 Jahre alt, ich habe 2 Kinder und bin verheiratet. Meine Mutter ist Alkoholikerin. Meinen Vater habe ich am. 30.12. 2016 verloren, vermutlich ein akuter und heftiger Herzinfarkt. Meine Mutter ist seit vielen Jahren, vermutlich schon länger als es mir gewusst ist, alkoholkrank. Die letzten 20-25 Jahre habe ich es bewusst mit bekommen. Mein Vater war dem Alkohol auch nicht abgeneigt und hat während meiner Kindheit auch öfter zu viel getrunken. Im Gegensatz zu meiner Mutter hatte er trotzdem ein geregeltes Leben und vor allem in den letzten 7 bis 10 Jahren kaum Alkohol getrunken. Anfangs war meine Mutter eine typische Quartalstrinkerin aber mit der Zeit wurden sie nüchternen Phasen kürzer. Sie war auch schon ca 5 mal zum Entzug, hat aber nie eine Langzeittherapie gemacht. Sie hat zweimal nach einem Entzug eine Tagestherapie gemacht hat aber sogar Abends wenn sie von dort kam getrunken. Ich habe viel versucht, ihr immer meine Hilfe angeboten, Therapiemoglichkeiten und Therapieplätze gesucht. Oft war die Hoffnung schnell vorbei, sobald es ihr körperlich besser ging ist sie viel zu flapsig mit der Therapie und allem umgegangen und dachte alles im Griff zu haben. Die Enttäuschung war jedesmal sehr gross. Alle Vorkommnisse kann ich gar nicht aufschreiben. Es war schlimm. Immer diese Angst im Nacken das ihr was schlimmes passiert, Freude einen schönen Tag verbracht zu haben und die Enttäuschung das gleich wieder zu Flasche gegriffen wird. Momentan ist meine Mutter in Krankenhaus, sie hat wieder einige Tage getrunken. Laut der Aussage meiner Oma liegt sie auf der Intensivstation. Sie hater schon 2 mal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und ihre Allgemein Verfassung aufgrund des Alkohols ist auch nicht gut. In den letzten zwei Jahren hat unser Kontakt sehr abgenommen da sie gar nicht mehr wirklich an meinem Leben teilhaben will. Als sie im letzten Jahr schon einmal im KH war, hatte ich mir gesagt, das ist für mich das letzte Mal. Ich habe nochmal einen Therapieplatz gesorgt und habe nach Möglichkeiten für die Zeit nach dem Entzug gesucht, nichts hat etwas gebracht. Seit dem habe ich mich zurück gezogen, habe den Kontakt eingeschränkt. Ich konnte einfach mit diesen ständigen Enttäuschungen nicht umgehen. Ich will das alles auch für meine Kinder nicht, sie spüren wie ich leide. Und meine Kinder sollen ein glückliches Leben führen und Menschen um sich haben die sie lieben. Meine Mutter zeigt auch absolut kein Interesse an unserem Leben. Dazu kommt das sie einen Partner hat der nicht möchte das sie Kontakt zu mir hat. Er will sie für sich allein und will mich weg drängen. Ich habe ihm wirklich nie etwas getan. Ich lade ihn auch immer mit ein und bin freundlich zu ihm. Er hat mir auch nicht gesagt das meine Mutter jetzt im KH ist. Meine Oma meinte aber das er sie angerufen hat. Meine Mutter soll auf der Intensivstation liegen, kann wohl nicht sprechen, nicht sehen, nicht laufen und nicht essen. Angeblich wird sie künstlich ernährt und es sieht nicht gut aus. Ich habe Angst. Aber ich kann auch nicht ins Krankenhaus gehen oder ihn anrufen. Irgendwie will ich gar nicht genau wissen was los ist. Ich kann es nicht ändern. Ich kann es seit 25 Jahren nicht ändern. Ich will sie so nicht sehen. Wenn ich alles genau weiss, dann geht es mir noch schlechter. Ich spüre das ich es einfach nicht kann. Trotzdem habe ich wieder das Gefühl das alle von mir erwarten das ich hin gehen muss, es ist ja meine Mutter. Und ich habe das Gefühl ein Feigling zu sein weil ich die Kraft nicht aufbringen kann. Ich versuche dann mir vor Augen zu halten was ich alles durchmachen musste und wie oft ich ihr geholfen habe oder ihr helfen wollte, dann denke ich vielleicht war es nie genug. Ich habe so Angst davor das sie stirbt oder ein Pflegefall wird, ihr Gehirn so stark geschädigt ist, ihr ganzer Körper kaputt ist. Es macht mich krank und kaputt... Vielleicht versteht mich einer von euch...

Karsten
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Re: Hallo ich bin neu hier...

Beitrag von Karsten » 26.07.2018, 17:20

Hallo Jullenmat,

es tut mir leid, dass du noch keine Antwort erhalten hast.
Ich kenne mich mit dem Thema nicht so aus, weil ich Alkoholiker bin.

Ich möchte dir aber zeigen, dass du von mir hier nicht übersehen wirst.

Gruß
Karsten

Eule89
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Re: Hallo ich bin neu hier...

Beitrag von Eule89 » 30.07.2018, 15:52

Hallo Jullenmat,

ich kann dich verstehen.
Du bist kein Feigling! Du tust gerade das, was DIR guttut. Deiner Mutter kannst du nicht helfen. Sie hat sich für dieses Leben entschieden.
Was andere erwarten oder nicht, sollte egal sein. Du bist nur für ein Leben verantwortlich (und in gewissem Maße für das deiner Kinder natürlich).

Ich kann aber auch deine Angst nachvollziehen. Ich glaube die hätte ich auch. Bzw. ich habe sie. Jeden Tag. Bei jedem meiner nächsten Angehörigen. Ich habe immer Angst, dass sie irgendwann mal nicht mehr sind.

Weiter kann ich dir da leider nicht helfen und mehr kann ich dazu auch nicht sagen, denn ich bin zwar auch EKA, aber meine Mutter ist schon lange trocken. Bei uns lief das auch alles anders ab. Daher ist das weniger Erfahrung, aus der ich spreche, sondern mehr Empathie.
Ich bin auch nicht wegen meiner Mutter in diesem Forum, sondern wegen meinem Ex-Partner.

Liebe Grüße,
Eule89

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