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wertschätzende Kommunikation

Jede Woche mindestens ein neues Thema zu Themen der Co-Abhängigkeit, für Angehörige und Kindern von alkoholkranken Eltern
Karsten
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wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Karsten » 25.07.2018, 16:04

Hallo,

ich möchte als Wochenthema mal die

wertschätzende Kommunikation

in den Raum werfen. :)

Ich bin ja eh ein Freund von Kommunikation auf Augenhöhe.
Das bedeutet für mich, es spielt keine Ausbildung, keine Qualifikation und auch keine Erfahrungen eine Rolle.

Anders gesagt, ich lasse mich nicht von oben herab behandeln, egal wie wichtig sich ein anderer Mensch nimmt.

Die wertschätzende Kommunikation sollte ja so aufgebaut sein, dass jeder aus dem Gespräch etwas mitnehmen kann.

Es geht ja nicht darum, jemanden zu etwas zu zwingen und auch nicht darum, jemanden zu bestimmten Handlungen zu bewegen, sondern um Vertrauen aufzubauen, wo er oder sie dann Gedanken für das eigene Leben ableiten kann.

Eine Ich-Bezogenheit ist zwar gut und richtig, weil wir ja eigene Erfahrungen vermitteln wollen, aber das sollte nicht dazu führen, dass sich ein Gesprächspartner untergebuttert oder minderwertig fühlt, weil er oder sie noch nicht so weit ist.

Gruß
Karsten

Penta
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Penta » 26.07.2018, 16:57

Hallo Karsten,
Anders gesagt, ich lasse mich nicht von oben herab behandeln, egal wie wichtig sich ein anderer Mensch nimmt.
Wie verhinderst du, dass du nicht von oben herab behandelt wirst?

Grüße, Penta

Penta
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Penta » 26.07.2018, 16:58

:roll:
Ist ein bisschen heiß heute. Die Frage sollte heißen:
Wie verhinderst du, dass du von oben herab behandelt wirst?

Gruß, Penta

Karsten
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Karsten » 26.07.2018, 17:04

Hallo Penta,

ich beende dann einfach das Gespräch und verlasse den Raum :)

Gruß
Karsten

Eule89
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Eule89 » 30.07.2018, 15:57

Hallo zusammen,

ich finde Kommunikation auf Augenhöhe sehr wichtig. Mit allem anderen kann ich auch nicht umgehen. Ich werde dann wütend und unfair, wenn ich mich ungerecht oder unterdrückt behandelt fühle.

Ich musste grade an dieses Thema hier denken, weil ich gerade ein sehr nettes Gespräch mit meinem "Chef" hatte. Er ist nicht wirklich mein Vorgesetzter, aber mir schon übergeordnet. Das lässt er aber nicht spüren. Wir reden wie Kollegen. Er wollte mir nur schnell noch was erzählen... Wir haben auch unsere Handynummern ausgetauscht und schreiben auch ab und an privat. Ich habe schon viele Leute mir übergeordnet erlebt, die meisten davon auch wirklich toll im Umgang mit "uns Fußvolk", aber er ist eben noch ganz besonders. Da merkt man die unterschiedliche Position hier bei uns absolut nicht. Ich finde das sehr wichtig und bin auch ein wenig traurig, dass ich übermorgen die Abteilung wieder verlassen muss. Denn diesen Kerl werde ich ein wenig vermissen :D auch wenn ich nur ein paar Zimmer weiter sitze, wir haben dann nichts mehr miteinander zu tun.

Das wollte ich nur mal dazu sagen.

Liebe Grüße,
Eule

Karotte 2.0
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Karotte 2.0 » 01.08.2018, 00:08

Das ist ein schönes Thema, und ein schwieriges. Obwohl ich mich damit echt viel befasst habe fällt es mir bei manchen Leuten sehr schwer und noch schwieriger finde ich oft wie Menschen mit einem so reden. Es ist doch sehr verbreitet viel zu interpretieren, und zu urteilen und ungefragt seinen Senf dazuzugeben. Viele Menschen sind ganz schön überheblich oder denken sie wüßten alles besser. Wertschätzend heißt für mich auch fragend zu sein und staunend. Nicht immer alles schon wissen zu wollen, und nicht zu denken das der eigene Weg auch für andere funktioniert.
Ich muß sagen da bin ich ziemlich zurückhalten - vielleicht auch geworden.
Eben weil ich vieles selber kenne und es nicht mag. Ich finde diesbezüglich TheWork sehr interessant und die Frage nach den eigenen Angelegenheiten. Man kann sich sicher einiges zur Gewohnheit machen und so eine andere Art etablieren. Aber wenns dann emotional wird ist das oft schwierig. Aber den Versuch find ich auch schon wichtig... es heißt dranbleiben wie bei sovielem.
Auch die gewaltfreie Kommunikation hat mich schon oft Unterstützt.
Was nehme ich wahr (Fakten) wie fühlt sich das für mich an (Gefühle dabei) - kann man auch schauen was für Gedanken da gleich mitkommen.
Was wünsch ich mir diesbezüglich bzw. was für ein Bedürfniss habe ich demenstprechend. Dem Gegenüber, falls da, steht es natürlich frei ja oder nein zu sagen.

Karsten
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Karsten » 09.08.2018, 17:24

Hallo Karotte,

ein sehr schöner Beitrag.
Ich habe auch meine Probleme, wenn andere Menschen mir erzählen wollen, was für mich gut oder schlecht ist.
Auch hier bei unserer Kommunikation, wo man ja oft Ratschläge bekommt, die zwar aus der Sicht des Schreibers logisch erscheinen mögen, aber für den Empfänger oft nur Druck ausüben.

Gerade auch das hinein interpretieren oder Wortglauberein sind sehr verbreitet.

Eine sachliche Kommunikation sollte ja eher so sein, dass sie beiden Seiten etwas bringt und damit meine ich nicht, dass jemand recht haben muss.

Gruß
Karsten

Aurora
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Re: wertschätzende Kommunikation

Beitrag von Aurora » 10.08.2018, 10:28

Hallo,

eine wertschätzende Kommunikation... ein gutes Thema.

Da habe ich auch einiges zu gelernt in den letzten Jahren. Zum Beispiel ist es wichtig, das Wort "ich" zu benutzen. Also zum Beispiel:

" Du erzählst nur wieder völligen Blödsinn" kann heißen
"ich verstehe nicht, wie du das jetzt wieder meinst"

Das nimmt schon alleine durch diese Wortstellung und das "ich empfinde es so" eine Menge Druck raus.

"Du bist doch völlig neben der Spur" hört sich anders an wie
"ich finde, du bist gerade nicht wirklich gut drauf"

Sowas geht nicht immer anzuwenden aber es geht ganz gut, vor allem bei Gesprächen, die auch sehr wichtig sind. Und es ist eine Übungssache. Es geht mir immer besser von "der Hand". Und es ist erstaunlich, was es mit dem Gegenüber macht. Denn das stellt eine gute Ebene her, mein Gegenüber fühlt sich nicht von vornherein abgewertet und platt gemacht.

Ich glaube das ist das, was du mit "Ratschlägen" meinst, Karsten. Auch Worte wie

"du must, du sollst"

sind so eher Totschlagworte. Sag ich mal bewusst krass. Denn ich muss gar nichts... Besser ist doch

"hast du schon mal überlegt, hast du schon mal probiert" oder so.

Ich habe auch große Schwierigkeiten, wenn mir jemand seine Meinung oder seinen Weg aufdrücken will. Da mache ich zu, fühle mich als blöd, unzureichend usw. Und komme deshalb nicht in's Handeln. Aus Bock gewissermaßen...Es blockiert mich und nimmt mir die Möglichkeit dass ich fühlen kann, selbst auf diese Idee gekommen zu sein.

Den Menschen mir gegenüber als das annehmen, was er ist, einfach als Menschen, das ist gar nicht so einfach... Und am schwierigsten scheint es zu sein zu akzeptieren, wenn derjenige dann nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe...

Aurora

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