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Am Rückfall selbst schuld?

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.
NNGNeo
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1422
Registriert: 27.09.2012, 21:30

Re: Am Rückfall selbst schuld?

Beitrag von NNGNeo » 10.08.2018, 17:55

hallo karsten

du hast ja deine rückfälle bereits im voraus geplant, so wie du es beschreibst.
du schreibst es ja selbst, du wolltest wieder saufen und hast es ja auch letztendlich getan.
hatte dies eigentlich einen grund? was war der auslöser das du nach 1 jahr wieder saufen wolltest?
und das sogar mehrmals. wolltest du damals nicht wirklich trocken werden oder hatte das einen anderen grund?
Karsten hat geschrieben:Was deinen Weg zur Tanke betrifft, bestätigt er, was ich immer von alkoholfreiem Umfeld und alkoholfreier Wohnung sage.

Das du erst zur Tanke musstest, hat dir Zeit zum überlegen verschafft.
Hättest du Alk in der Wohnung, dann hättest du weniger Zeit zum überlegen.
selbstverständlich ist ein alkoholfreies zuhause wichtig, auch für mich heute noch nach jahrelanger trockenheit möchte ich keinen alk in meiner bude haben. wenn ich welchen zuhause hätte, ich denke nicht das ich mich wie ein wahnsinniger gleich drauf stürzen würde, sollte es aber mal zu einer kritischen situation kommen kann ich nicht versprechen das ich den alkohol nicht auch trinken würde. deswegen, keinen alk in meinen 4 wänden. ich würde mich auch nicht wohl fühlen wenn ich wüsste ich habe alkohol in meiner wohnung.

ich musste erst zur tanke fahren, das ist richtig, nur hatte ich gar keine möglichkeit zu überlegen. der entschluss wieder zu trinken stand schon fest, das ist ja das komische an der sache.
selbst als ich die tankstelle betreten habe stand für mich fest das ich saufen will. ich bin wie ein ferngesteuerter roboter da rein, hab mir das sixpack geschnappt und bin zur kasse. selbst wenn ich gewollt hätte es war so als hätte ich nichts dagegen tun können. irgendwie im letzten moment habe ich realisiert was ich da gerade mache und habe sofort die tankstelle verlassen, ohne das bier. wenn ich es gekauft hätte dann hätte ich es auch gesoffen, zu 100%.
genau das selbe wäre gewesen wenn ich alkohol zuhause gehabt hätte, dann wäre ich mit sicherheit rückfällig geworden in dieser situation.

das war das einzigste mal das mir sowas passiert ist, klar hatte ich zwischendurch mal gedanken an alkohol, hatte auch suchtdruck konnte aber da immer gegensteuern und durch meinen festen willen keinen alkohol mehr zu trinken und konnte so alle situationen bewältigen.
ich glaube ich habe in dieser situation gerade noch so die kurve gekriegt.
grüße
NNGNeo

Karsten
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Re: Am Rückfall selbst schuld?

Beitrag von Karsten » 10.08.2018, 18:05

Hallo NNGNeo,

ich wollte damals immer wieder saufen.
Da jeweils eine Jahr Nüchternheit war zwar irgendwie schön, aber auch nicht wirklich.
Ich hatte während meiner Saufzeit viel Schaden angerichtet, der mir immer im Nacken saß und sich irgendwie auch nicht beseitigen lies.
Da sah ich eh keine Perspektive, aus meinem Leben etwas machen zu können und versoff die Probleme einfach.
Damals konnte ich auch noch saufen, ohne ins Delir zu fallen.
Seit meinem ersten Delir ging ich konsequenter vor und schaffte es ja auch letztendlich, trotz Probleme aus der Saufzeit.

Ich war damals trotzdem Schuld, denn die Probleme sind vielleicht verständlich, aber keine Entschuldigung.

Gruß
Karsten

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