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2 Alkoholiker und ein Kind

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Aurora
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Aurora » 10.09.2018, 10:29

Hallo Yvonne,

das ist ja echt blöd :( .

Es ist schwer da was zu sagen, für mich. Vielleicht vertraust du deinem Bauchgefühl? Wenn er dir betrunken erscheint lässt du das Kind nicht mit ihm gehen. Was aber sagt das Kind dazu? Er freut sich ja auf seinen Papa. Es ist leider eine so schwierige Sache.

Hast du mit deinem Kleinen schon mal darüber gesprochen was es bedeutet, alkoholkrank zu sein? Kinder können das durchaus verstehen. Sie merken ja immer selbst, dass da was nicht stimmt, auch wenn wir als Eltern, Mütter, denken, sie kriegen nix mit. Ein Gespräch, in dem nicht der Papa am Pranger dann steht sondern es darum geht, dass er suchtkrank ist, kann da viel bewirken und erleichtern.

Ich weiß, dass du nicht darauf herumreiten möchtest, dass alles an dieser Alkoholkrankheit liegt. Und er dafür Absolution bekommt. So soll das nicht sein! Und so wie du deinen Mann beschreibst ist er generell nicht gerade der beste Typ... egal ob mit oder ohne Suff. Aber diese Dinge sind ja zwischen euch Erwachsenen und haben erst mal mit eurem Kind nichts zu tun.

Es ist für Kinder wichtig, dass sie da informiert sind, dann ist vieles einfacher zu erklären. Kinder fühlen sich ja meistens schuldig an Dingen. Wenn zum Beispiel was verabredet wurde und Papa nicht kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass es für deinen Sohn einfacher ist wenn er bestimmte Dinge weiß. Da kann er besser einordnen.

Ich bin gespannt, wie das nun abläuft heute...

Liebe Grüße
Aurora

Aurora
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Aurora » 11.09.2018, 09:47

Hallo Yvonne,

wie ist es gelaufen mit deinem Mann und dem Kleinen?

Liebe Grüße
Aurora

Yvonne78
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Yvonne78 » 11.09.2018, 11:11

Hallo Aurora,

seit gestern ist Einiges anders: mit dem Kurzen lief alles gut...mein Mann macht einen eigenartigen Eindruck. Körperlich vielleicht gesund, aber im Kopf...ich weiß nicht, ist schwer zu erklären. Wir haben abends nochmal telefoniert und da habe ich ihn gefragt. Ich würde ja nur darauf warten, daß er rückfällig wird...und ich will ihn und sein Kind entzweien. Naja...letzlich muss ich jetzt abwarten und Vertrauen haben ( was ja eigentlich gar nicht da ist ). Ich werde nie mit ihm normal über das Thema sprechen können....ich bin jetzt die Hexe und er der arme Pfropf. Ich halte jetzt die Füße still und beruhige mein Kind Nacht nachts, wenn es wieder Alpträume hat...wobei ich vermute, daß es nicht wegen meinem Mann ist sondern der Allgemeinsituation geschuldet.

Aurora
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Aurora » 11.09.2018, 19:40

Hallo Yvonne,

dass du kein Vertrauen zu ihm hast ist verständlich. Sowas funktioniert ja auch nicht auf Knopfdruck, wie alles andere auch nicht auf Knopfdruck funktioniert. Dass du nun die Böse bist und er der Gute - das ist mir auch so passiert. Im Grunde war es mir dann aber irgendwann egal, Hauptsache ich hatte wieder ein normales Leben. Mit meinem Ex hatte es keinen Sinn darüber zu reden, er war der Meinung und basta. Oookay, soll er. Er ist heute noch der Meinung, denke ich. Na jut, wenn es ihn glücklich macht. Ich weiß dass es nicht stimmt! Und das ist wichtig. Alles andere kann ich nicht beeinflussen.

Aber ich gebe zu, es hat mich sehr lange sehr verletzt, dass es so war. Das ist wirklich ein Prozess, der Zeit braucht, dass du dich nicht mehr darüber aufregst.

Es tut mir leid, dass dein Kleiner böse Träume hat. Gut, dass du für ihn da bist! Wer weiß was da in seinem Kopf spukt.

Liebe Grüße
Aurora

Yvonne78
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Yvonne78 » 11.09.2018, 21:22

@Aurora

es ist ganz eigenartig...gestern am Telefon (wir müssen ab und an reden....sind ja noch verheiratet ) hat der Dinger rausgehauen...mir ist immernoch schummerig. Unsere ganze Beziehung/Ehe nur aus Mitleid...gesoffen wegen mir...ach die ganze Palette. Jetzt geht´s mir gut, denn so hat er mir seinen wahren Charakter noch nie dargelegt und ich habe erst gestern verinnerlicht, daß das Leben ohne ihn warscheinlich doch die bessere Idee ist. Der Brief heute vom Gericht hats mir noch bestätigt...jetzt wirds hässlich für ihn. Saufen und Auto fahren ( 2,9 Promille )ist eine Straftat....+Fahrerflucht+Sachbeschädigung. Jetzt wird mir bewusst, wie sehr ich aus dem Schneider bin...mich nicht mehr mit seinem Quatsch beschäftigen muss.
Mein kleiner Mann macht immer einen vergnügten Eindruck...deswegen lasse ich es laufen wie bisher. Ich selbst muss mich am Riemen reissen...nicht mehr respektlos mit seinem Papa reden...das ging heute gut. Leider ist es nun auch bei uns passiert, daß dieser kleine Mensch zwischen die Fronten geraten ist...ich machs wieder gut.

Ziele
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Ziele » 11.09.2018, 22:00

@Yvonne

Ich wünsche dir viel Kraft.

Hartmut
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Hartmut » 16.09.2018, 09:33

Hallo Yvonne,
@Hartmut
Das ist ja mal ehrlich und bestätigt genau meinen Eindruck vom Verhalten meines Mannes. Er hatte nach der Langzeit die Wahl zwischen mir und einem Leben in absoluter Abstinenz und einem Leben umgeben von Alkohol. Er hat sich für seine Familie entschieden...also seine Brüder und Schwester...Mutter nebst Anhängen. Es hat noch nie ein Aufeinandertreffen gegeben, bei dem kein Alkohol auf dem Tisch stand und in die Kehlen floss...egal zu welcher Urzeit. Als ich ihn kürzlich fragte, ob die für ihn jetzt in seiner Anwesenheit auf Alkohol verzichten verneinte er. Zudem hat er ja jetzt eine neue Wegbegleitung in Form einer Alkoholikerin, die ja zur gleichen Zeit die Therapie beendete wie er
.

Nun habe ich noch nicht alles gelesen bei dir. Habe jedoch eine Frage. Schiebst du die Trennung deines Mannes von dir auf den Suff/ Alkoholismus? Oder denkst du das nur der Suff Euch nur noch zusammengehalten hatte? Er ist ja trocken oder auf den Weg dahin? Liege ich da richtig?

Ich kenne viele Partnerschaften, die nur noch der Suff zusammenhält oder gehalten hat. Ich bin auch viel in REHA oder Krankenhäuser unterwegs. Das sich da auch Menschen zusammenfinden und nach der Reha ein neues gemeinsames Leben beginnen und alles zu Hause in die Tonne klopfen ist nicht ungewöhnlich. Das dann daraus ein Rosenkrieg, Unverständnis, Verletzlichkeit des Alleingelassenen Partners zurückbleibt auch nicht.

Nur hat das nichts mit der Sucht zu tun. Da war ja dann schon weit vorher was das nicht mehr gepasst hatte und jemand nicht den A... in der Hose hatte es zuzugeben. Ist ja auch bequemer. Das Saufen trübt dann in der nassen Beziehung die Sinne und es lässt sich ertragen.


Gruß Hartmut

Yvonne78
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Re: 2 Alkoholiker und ein Kind

Beitrag von Yvonne78 » 16.09.2018, 09:57

Ja Hartmut...so fühlt es sich jetzt an...er hat sich unsere Beziehung schön gesoffen...mich jahrelang belogen und ich war zu verliebt um es zu merken. Daß er die Ehe nicht mehr will, hat er aber noch unter Alkoholeinfluss festgestellt...im Januar schon. Hat sich aber noch von mir versorgen und herumfahren lassen...mir Liebesgesäusel durchs Telefon geschickt...mich benutzt sozusagen. Und genau das ist der Grund, weswegen ich so unsäglich wütend auf ihn war....nicht wegen der Trennung selbst. Er hat meine Kinder betrunken herumgefahren, hat gesoffen, als er auf den Kleinen aufpassen sollte...kam betrunken in die Klinik nach der Entbindung...hat gesoffen davor...was wäre gewesen, wenn etwas mit mir oder dem Baby passiert wäre??? Alles Themen, die mich wütend machten, die ich jetzt aber abgehakt habe.
Unsere Trennung ist dem Charakter meines Mannes geschuldet. Ich bin die dritte Ehefrau, die er nach dem gleichen Muster verlassen hat...wobei ich für mein Ehrgefühl mal erwähnen will, daß ich mich getrennt habe...sonst würde er mich heute noch bescheissen. Er ist ein Blender und Lügner in einer lieblichen Hülle...ohne Alkohol kommt das deutlicher zum Vorschein.
Daß sich Gleich und Gleich gern gesellt ist oft so...deswegen zog es ihn auch zu seiner Familie nehme ich an. Daß es das genaue Gegenteil von dem ist, was er in der Langzeit gelernt hat begreift er nicht...ob es Konsequenzen hat, wird sich zeigen...ich denke ja...es war nicht sein erster Abstinenzversuch. Das heisst nicht, daß ich es ihm wünsche, sondern weil ich seinen schwachen Charakter kenne und niemand...wirklich niemand da ist, der das Bedürfnis hat, ihn ernsthaft davon abzuhalten. Wie es mit seiner neuen Perle aussieht weiß ich nicht.

Hartmut..ich kann erhobenen Hauptes sagen, daß es mir völlig gleichgültig ist, was mit ihm passiert. Es mag hart klingen, aber ich habe genug gelitten. Er will meine Hilfe nicht, also liegt es eh nicht mehr in meiner Hand.
Ein Rosenkrieg ist nicht entstanden. Er hat fast alles da gelassenund sieht sein Kind wann immer er es einrichten kann. Dies habe ich auch in meiner schlimmsten Hass-Phase durchgehalten...für unser Kind!

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