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Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Yvonne78
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Yvonne78 » 12.10.2018, 06:10

Hallo nochmal,

mein Post ist ja etwas untergangen...bei dir war ja so viel in Wallung...deswegen ziehe ich ihn nochmal hier rein:
Yvonne78 hat geschrieben:
07.10.2018, 08:14
Hallo Emmaleah,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Meinen Unmut über das Verhalten deines Mannes tu ich noch am Rande kund...besser als alle Anderen hier kann ich ihn eh nicht ausdrücken. Es ist richtig und wichtig, daß du hier gelandet bist. Du bekommst hier Sichtweisen und Erklärungen, die dir sicherlich dabei helfen, dich selbst wieder zu finden bevor du dich endgültig in der Krankheit deines Mannes verlierst.
Ich möchte eigentlich kurz auf das S e x -Thema zurückkommen. Das kam mir doch sehr bekannt vor, wobei mein Mann nicht so eklig mit seinen Andeutungen war. Nein, er beschwerte sich nur immer öfter, daß unser S e x-Leben nicht mehr so war wie am Anfang ( vor 6 Jahren ). Natürlich nicht...er stank, er sah sche isse aus und küsste dann auch irgendwie anders..irgendwie widerlich. Also lief im Bett nichts mehr wenn er gesoffen hatte...gen Ende soff er jeden Tag. Will sagen: mein Mann war sich seiner Widerlichkeit nicht bewusst. Er verstand nicht, weswegen ich seine Fahne nicht riechen wollte...er selbst hielt sich doch für den Oberhirsch. Da kannste reden wie ein Buch...am Ende hat er sich eine trockene Alkoholikerin genommen...die sieht das bestimmt nicht so eng ( wobei er seit Kurzem trocken ist ).
Daß ich Schuld an seinen Sauf-Exzessen war, wollte er mir auch immer suggerieren...aber ich weiß es jetzt...auch dank diesem Forum...besser.

Manchmal hilft eine Für-und Wider-Liste: was gibt er dir...was ist Sch eisse oder welche Vorteile hätte das Alleinsein mit den Kindern...welche Nachteile...also im Bezug auf deinen Mann. Deine Kinder sind ja nicht mehr soooo klein...mein Großer ist auch 17 und im Notfall eine große Hilfe bei meinem 4jährigen.

Denk an die Freiheit...keine Beleidigungen mehr...keine Tränen....kein Gestank....und soooo viel mehr :-)

Liebe Grüße von Yvonne
Was du schreibst ist für mich so unglaublich furchtbar....sich hinzugeben, um seine Ruhe zu haben...wenn du jetzt noch nicht nicht zerbrochen bist, aber DARAN wirst du kaputt gehen. Wo ist deine Selbstachtung geblieben? Wo ist dein Stolz...dein Selbsterhaltungstrieb?
Ich verstehe dein Dilemma, wirklich und ehrlich...aber frage dich selbst, worauf du wartest!

Emmaleah13
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 12.10.2018, 09:52

Guten Morgen Yvonne,

irgendwie ging es vor 6 Jahren so los, dass sich sein Bierkonsum von drei mal wöchentlich schleichend auf täglich und immer mehr gesteigert hat... Durchs Baby damals bin ich abends gegen 22 Uhr meistens zu Bett gegangen. Er mit der Ausrede, er braucht nicht so viel Schlaf, dann halt wach geblieben. Irgendwann gab es schon mal ein Gespräch über unser Intimleben. Ruhig und entspannt. Da war noch alles in Ordnung soweit. Ich habe ihm gesagt, dass ich es gerne hätte, dass er abends mal mit kommt. Hat er auch zwischendurch mal gemacht. Ich habe ihm gesagt, dass ich es ekelig finde, wenn er nach Bier riecht und er dann komische Anwandlungen hat. Es war tatsächlich irgendwann soweit, ich schätze, vor knapp 3 Jahren, dass er die Ausrede nutzte, dass ich abends zu langweilig bin und das er deshalb nicht mehr mitkommt. Somit verlagerte sich alles auf tagsüber, was mir nicht immer passte. Ich fragte ihn oft, warum ich ihm den tagsüber reiche. Ich habe es nicht verstanden. Es gab immer öfter Streit deswegen. Er wurde von mal zu mal aggressiver. Fing an, Dinge kaputt zu machen, mich zu beleidigen... Ich weiß genau, dass es keinen Sinn mehr hat, weil er nur von mir Veränderung verlangt und selber seine Versprechungen nicht einhält... Es ist trotzdem nicht einfach.... Mal bin ich voller Tatendrang und dann wieder am Boden zerstört... Einem letzten klärenden Gespräch geht er erfolgreich aus dem Weg. Ich war gestern schon im Bett, als er trotz Urlaub, nach Hause kam.

Mich schockt es sehr, wie die Erfahrungen sich hier gleichen. Bin grad im Büro arbeiten, melde mich später nochmal

Aurora
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Aurora » 12.10.2018, 09:53

Hallo Emmaleah,

ich habe diese s.exuellen Dinge leider auch ähnlich erlebt. Ich meine, es ist ja auch eine normale und angenehme Sache, sag ich mal. Bei mir war es dann aber auch so, dass ich das nicht mehr wollte. Weil durch den Stress des Alltags, den Suff eben, dem Ekel vor ihm, den Dingen, die er mir auch antat usw., also unser ganzes Zusammenleben einfach nicht mehr hingehauen hat. Und ich hatte keine Lust. Er hat mich nicht mehr gereizt. Ich habe keine Liebe mehr gehabt. Ich fühlte mich von ihm benutzt, schon im Alltag und auch eben dann wegen seiner Befriedigung. Denn darum ging es irgendwann nur noch. Um ihn und seinen Drang.

Es war so entwürdigend für mich. Und ich fühlte mich nur noch auf "das Eine" reduziert. Ich beschreibe jetzt hier nicht, was da gerade in den letzten Wochen unseres Zusammenlebens passiert ist. Aber unser erwachsener Sohn hat da auch genug mitbekommen, wie schlimm das für mich war. Von meinem Sohn und seinen Gefühlen mal zu schweigen. Er redet darüber auch nicht...

Und das ist auch Gewalt! Das ist Gewalt und Gewalt! Das ist schlimmer bald noch als Schläge! Ich habe mich so beschmutzt gefühlt, so missbraucht (hat er ja auch). Mir war oft so übel, ich kann es nicht beschreiben. Mein Exmann hatte sich dann regelrecht in einen Wahn gestürzt. Ich habe mich nicht mehr getraut nach Hause zu kommen. Aber ich musste ja, ich hatte ja kein anderes zu der Zeit. Ich habe mich in einem Zimmer dann verbarrikadiert zum Schlafen. All sowas.

Und für mich war das dann auch mein tiefster Tiefpunkt. Ich bin dann gegangen, habe mich getrennt. Ich habe mein kleinstes Fitzelchen Würde genommen was ich noch hatte. Mein kleinstes bisschen Selbstachtung, was noch da war.
Eigentlich hat es schon klick gemacht bei mir. Aber ich will es noch nicht wahr haben.
Ich bin immer dafür, langsam seinen Weg zu machen. Nichts geht von heute auf morgen. Es hat "klick" gemacht, schreibst du. Nun hab den Mut und schau da hin! Ein langsamer Weg kann das nicht mehr sein in deinem Fall. Wo ist deine Selbstachtung, deine Würde? Du hast es nicht nötig, dich wie eine Prostituierte behandeln zu lassen! Und was anderes ist das ja nicht. Du bist kein Gegenstand, du bist ein Mensch! Du hast das nicht verdient!

Und vor allem: denk auch an deine Kinder! Sie sind noch klein aber sie bekommen so viel mehr mit als du glaubst! Mein Sohn war damals erwachsen, meine Tochter lebte schon nicht mehr zuhause. Ich habe heute noch Schuldgefühle, was ich gerade ihm da zugemutet habe! Kinder sollten so etwas nicht erleben müssen!

Liebe Grüße
Aurora

Emmaleah13
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 12.10.2018, 10:14

Worauf ich warte? Lange hab ich gehofft, dass alles in Ordnung kommt. Jedesmal, wenn es schlimm wurde, hat er seinen Konsum ein bisschen runtergefahren. Hielt immer nur ein paar Tage an... Ich verlange nicht, dass er nie wieder trinkt. Aber bitte nicht jeden Abend! Er sieht es nicht ein und damit war es das dann halt...

Aurora, richtig, ich fühle mich auch nur noch auf das eine reduziert... Schon sehr lange! Immer diese dämlichen Anspielungen, sogar vor den Kindern...

Yvonne78
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Yvonne78 » 12.10.2018, 10:33

Emmaleah...ein Alkoholiker darf nie wieder trinken, wenn er einmal trocken war, aber davon ist dein Mann ja weit entfernt.

Ich möchte dir etwas mit auf den Weg geben: du musst aufhören, deinen Mann ändern zu wollen...du musst dich selbst ändern. Du musst deine ganze Kraft mobilisieren und dich, sowie die Kinder inn Sicherheit bringen. Wenn man es auf den Punkt bringt, lässt du es sehenden Auges zu, daß dein Mann euch zerstört. Dein Mann wird es dir nie danken und deine Kinder nicht verzeihen können.

Versuche doch mal spaßenshalber nur aus deiner Sicht zu schreiben...ohne deinen Mann zu erwähnen....die Ich-Perspektive...weeßt wie? Das war damals eine Forderung meiner Psychologin und es war wahnsinnig schwer, denn meine Gefühle waren nur noch davon abhängig, wie es meinem Mann ging und was er tat.

Und noch was: ich habe als junge Frau auch mal in einer Beziehung nur hingehalten, damit mein Ex-Freund Ruhe gibt...es hat mich innerlich abgetötet und es hat lange gedauert, bis ein anderer Mann mir dieses Gefühl wieder nehmen konnte. Tu dir das nicht an....

Taxi
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Taxi » 12.10.2018, 10:34

Hallo,
ich denke der Punkt zum Handeln ist noch lange nicht erreicht.
Hier kommen Erfahrungen und Antworten,obwohl kaum/ keine Fragen gestellt wurden.
Es besteht viel Mitgefühl und der Wunsch, ein Schicksal zB auch von den Kindern abzuwenden.

Und es ist doch nie nie nie möglich, jemanden in eine Richtung zu ziehen.
Ich bin auch drauf angesprungen, erkenne meine Helferdenke und lasse es jetzt auch wieder ganz schnell.
Trotzdem wünsche ich alles Gute.

Emmaleah13
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Emmaleah13 » 12.10.2018, 11:12

Taxi, aus meiner Sicht ist der Punkt zum Handeln schon erreicht. Was mich daran hindert? Die Angst vor Veränderung, das Alleinsein (obwohl ich es eigentlich schon bin). Ich war zulange in meinem Wunschdenken gefangen, dass er sich ändert. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt... Ich will nicht aus diesem Haus ausziehen...meine Kinder wollen auch nicht hier weg. Ich will das er geht!
Ich bin im Moment viel unterwegs mit den Kindern, einfach weil ich seine Nähe nicht ertrage. Ich krieg automatisch schlechte Laune...
Was soll ich groß fragen? Ich weiß ja, was ich tun muss. Ich brauche einfach ein bisschen mehr Mut :oops: und den geh ich jetzt mal suchen :D

Cadda
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Re: Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Beitrag von Cadda » 12.10.2018, 16:48

Hallo Emmaleah,

der Punkt zum Handeln ist nicht erreicht. Dann nimmt man nämlich auch Veränderungen gern in Kauf, auch wenn man etwas Angst davor hat.

Ich denke, so lange Du noch nicht erkannt hast, dass Dein Mann nie wieder kontrolliert trinken können wird, wirst Du auch noch sehr, sehr lange weiter hoffen.

Wenn Du Deine persönliche Schmerzgrenze noch nicht erreicht hast, ist das eine Sache. Aber ich hoffe, dass sie bald erreicht ist, denn Deine Kinder haben die Grenze bestimmt schon erreicht :-(

Du wirst Dich sicherlich freier fühlen, wenn Du gehst. Aber momentan geht es Dir glaub ich nur darum, Dir das Leid von der Seele zu schreiben. Ändern wird sich Dein Zustand und der Zustand der Kinder nur leider dadurch nicht.

Ich hoffe für Euch, dass Du bald soweit bist, zu erkennen, dass weniger trinken nicht funktioniert.

Und mal ehrlich, selbst WENN: Wer sich betrunken so widerlich verhält, wie Dein Mann, der kann nüchtern wohl auch nicht gerade der Knaller sein.

Du bist mit Deinen Kindern mit Sicherheit allein besser dran. Ich wünsche Dir, dass Du das schaffst. Und den Kindern wünsche ich das!!!

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