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Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
sorra
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von sorra » 07.10.2018, 12:11

Hallo Emma und Sunny,

vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt, das zu lesen und zu antworten.

Ich denke es gibt einpaar Missverständnisse bezüglich meiner damaligen Familienverhältnisse, und möchte es kurz erklären.
Mein Vater war psychisch und physisch gewalttätig. Er war kein Alkoholiker. Die Wut hat sich gegen alle gerichtet. Mein Bruder, der älter ist als ich, hatte es mit Abstand am schlimmsten. Mit Abstand. Es war... brutal. Warum gerade er kann man sich jetzt fragen, aber Antworten wird es viele geben. Ich denke, er hatte meinem Vater unwissend genug Angriffsflächen gegeben und hat sich selbst in meinem Bruder sehen können, wer weiß.

Meine Mutter hat nichts dergleichen gemacht, sie war sehr weich. Ihr Problem war, dass sie teilweise nicht mitbekommen hat, was passiert, es nicht wahrhaben wollte, zu wem ihr Mann geworden war, und dachte (wie so viele Frauen leider) sie könnte ihm "helfen"/ändern. Zudem wurde sie auch von ihm fertig gemacht bzw. in seinen verrückten Machtspielchen involviert. Sie sagt auch selbst, dass sie sehr naiv war damals. Sie hat sich zu unserem Schutz getrennt von ihm, auch wenn erst spät. Ich mache ihr keine Vorwürfe, vielleicht kann ich mich als Frau auch besser in ihre Situation damals hineinversetzen, meine Brüder haben eine etwas andere Meinung dazu.
Mein Vater hat ziemlich sicher eine psychische Krankheit, ich weiß aber nicht genau was. Er war sehr irrational, leicht gereizt, und irgendwie auch paranoid.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass meine Familie Migrationshintergrund hat.
Wenn man in ein neues Land kommt, gibt es viele große Herausforderungen und Belastungen, die man sich schwer vorstellen kann, wenn man es selber nicht erfahren hat. Es geht über finanziell, sprachlich, sozial, kulturell usw. Vorallem wenn die Kinder noch so jung sind, wie wir es waren. Da meine Mutter beteuert, dass er damals nicht so war, vermute ich, dass die Migration zum Ausbruch der Krankheit geführt hat. Weil er die ganzen Belastungen und Verpflichtungen nicht standhalten konnte. Aber vielleicht wäre es auch ohne dem, dazu gekommen, dass kann man natürlich nicht wissen.
Es ist nur meine Vermutung, ich bin kein Fachexperte. Ich schätze aber, dass es viele Migranten gibt, die unter vielen psychologischen Problemen leiden, als Folge von den Problemen der Migration.

Wie ich damit klargekommen bin? Schlecht. Ich habe viele Probleme. Es hat mich auch kaputt gemacht, so wie alle, das ist nicht zu leugnen. Ich bin aber bei der Reparatur, das dauert aber ein Leben lang und oft auch darüber hinaus. Aber es geht schon viel besser. Ich war sehr depressiv. Dadurch, dass ich sooft die Gewalttaten mitansehen musste, habe ich so ein großen Rettungsdrang. Und natürlich die fehlende Sicherheit, man ist ständig in Alarmbereitschaft, weil die Gefahr immer kommen könnte. Das schlimmste war die lähmende Machtlosigkeit, die man als Kind verspürt. Deshalb fällt es mir als Erwachsene sehr schwer, vollkommene Machtlosigkeit zu akzeptieren.
Was mir geholfen hat: Kunst/Literatur, (Haus)tiere, und 1-2 starke (weibliche) starke, soziale Stützen und Vertraute. Ich denke, dass dies für jeden eine heilende Wirkung haben kann.

Emma, ich stimme dir vollkommen zu, mein Bruder sauft wegen dieser Erlebnisse, er hat früh zu trinken begonnen. Und wäre mir das Gleiche passiert, würde ich wahrscheinlich auch saufen. Und ja, es ist tragisch und traurig. Er war manchmal in Therapie, aber da gebe ich dir auch Recht, das hat nur Sinn, sobald er trocken ist.
Interessant finde ich, dass er einer Therapie zumindest etwas aufgeschlossener ist/war als die AA.
Aber ja prinzipiell braucht er nicht seine kleine Schwester, die ihm das Leben richtet, sondern professionelle Hilfe.

Danke für deinen Ratschlag Emma, ich kann mir das noch am Besten vorstellen zu realisieren.

alles Liebe,
sorra

sorra
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von sorra » 07.10.2018, 12:27

Sunny, du schreibst, er ist trotzdem ein selbstständiger Mensch, aber wo ist die Grenze zur Unselbständigkeit? Es gibt doch Menschen die so psychisch krank sind, oder so süchtig, dass sie eben nicht mehr als selbstständig anzusehen sind? Es fällt mir schwer, die Grenze zu sehen.
Ich weiß, was du meinst, aber gefühlsmäßig fühlt es sich trotzdem wie eine Bestrafung an, aber vielleicht bin ich da einfach zu weich.

Ja mein Leben beeinflusst es auf jeden Fall, das streite ich nicht ab. Aber ich denke, trotzdem dass ich ein selbstständiges Leben führen kann und mich trotzdem damit befassen kann. Es dreht sich ja nicht automatisch alles darum. Ich muss sagen, die örtliche Distanz hilft immens. Früher hätte ich das nicht sagen können.

Das mit deinem Ex-Mann klingt sehr interessant. Wie macht ihr es möglich? Ist er trocken? Wie wird über das Thema Alkohol, wenn überhaupt gesprochen? Gibt es Rahmenbedingungen (zB nur zu bestimmten Zeiten, nur nüchtern etc.).

Es tut mir leid, ich wollte nicht Leid untereinander aufwiegen zwischen Familienmitglied oder Partner. So was ist individuell und sollte nicht verglichen werden. Ich wollte nur damit sagen, dass die Konstellation anders ist, da ich viel im Forum gelesen habe, wo die alkoholkranken Menschen hauptsächlich Partner sind. Und ich finde doch, dass durch die Position als Schwester, wie als Frau sich eine andere Problematik ergibt und das einen Unterschied macht. Ein Partner kann zum Ex-Partner werden, ein Geschwisterteil wird nie aufhören, dass zu sein und du kannst keinen neuen finden. Aber schwer ist es immer, tut mir leid, falls es anders verstanden worden wurde.

Ich erkundige mich natürlich auch für mein Wohl, danke für deine Anteilnahme.

Mir hilft jede Antwort, aber ich möchte nochmals betonen, dass es mich auch interessiert, was die Alkoholiker dazu zu sagen haben. Ich bin neu hier und ich habe noch nie mit trockenen Alkoholiker über das Thema gesprochen, es würde mich sehr freuen und bereichern. Ich möchte die Sicht besser verstehen, ich denke das würde mir helfen.
Danke.

Alles Liebe,
sorra

Emma2010
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von Emma2010 » 07.10.2018, 14:37

Hi Sorra,

ich wollte keinesfalls was schlechtes über deine Eltern sagen. Als Kind trägt man ja auch einen Teil der Eltern in sich und sicher war auch nicht alles schlecht. Auch aus religiöser Sicht, gilt es im gewissen Sinn, seine Eltern zu achten. Das wird so von Generation zu Generation weitergeben, weil ein Teil in uns will ja auch in Liebe mit den Eltern verbunden sein.

Aus der Sicht deines Bruder, wurde er von seinem Vater gequält und von seiner Mutter nicht geschützt, daher hat er zu Beiden keine Beziehung.
Die Gründe, dass der Vater krank war und die Mutter in Abhängigkeit und in der Not, konnte die Kinderseele nicht differenzieren.
Es gibt viele dramatische Geschichten, durch Krieg, Flucht, Missbrauch etc., Traumen, die über Generationen weiter wirksam sind.

Ich kenne dich zwar nicht, aber entnehme aus deinen Erfahrungen und deiner Ausdruckskraft, dass du die Kreativität und den Willen hast, auch wenn es schwer war und ist. Es kostet halt enorm Kraft, sich mit möglichen Belastungen auseinander zu setzen, für sich und die Angehörigen zu kämpfen.
Deine Mutter hat es sicher nicht leicht gehabt und ist, nach deinem Gefühl zu ihr entnommen, eine gute Frau.
Hilfreich ist immer, sich seiner Stärken und seiner Resilienz bewusst zu sein, sich innerlich einen Raum zu schaffen (Fantasiereise), der Schutz und Halt gibt, soziale Kontakte zu pflegen, die Kraft geben und Verbindung schaffen.

Ich hoffe, für deinen Bruder, dass er sich Rat und Hilfe in allen Lebensfragen, bei den zuständigen Beratungsstellen zu holen vermag. In den Drogenberatungsstellen gibt es Angebote und geschulte Sozialarbeiter, auch dann, wenn man nicht suchtfrei ist.
Dafür sind sie da.

Ich finde, deine Entwicklung ist sehr beachtlich, mach weiter so!
Alles Gute
Emma

Sunny1976
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von Sunny1976 » 08.10.2018, 19:53

Liebe Sorra,

das ist eine schwierige Frage wo die Grenze zur Unselbstständigkeit anfängt... aber solange er nicht für sich direkt oder andere Menschen eine Bedrohung darstellt kannst Du meiner Meinung nicht aktiv in sein Leben eingreifen.

Mein Ex-Mann ist leider weiter am trinken. Er hatte bereits einen Entzug, ist aber rückfällig geworden. Ein Kontakt geht mittlerweile nur, weil ich gelernt habe, ihn so zu nehmen wie er ist. Wir behandeln uns mittlerweile wieder mit Respekt, jeder hat sein Leben. Er ist der Typ der zuhause alleine trinkt, das schaue ich mir natürlich nicht mehr an. Aktiv spreche ich ihn nicht mehr auf den Alkohol an, es ist doch eigentlich auch alles gesagt worden in den letzten Jahren.

Ich habe leider auch bei meiner Schwester das Gefühl das sie entweder schon süchtig oder kurz davor ist in die Sucht zu rutschen. Ich habe sie einmal darauf angesprochen, ihr meine Bedenken dazu mitgeteilt. Sie hat es bestritten, auch wenn mein Schwager mir es eigentlich bestätigt hat. Ich kann auch da nichts machen!

Ich kann für mich nur darauf achten, das mich so etwas nicht mehr so mitnimmt. Notfalls den Kontakt einschränken. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, und gerade wenn es um eine Sucht geht, rennt man einfach gegen Windmühlen.

Sunny

Penta
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von Penta » 09.10.2018, 06:50

Hallo sorra,

ich bin Alkoholikerin und war sehr dankbar für deinen Beitrag an anderer Stelle, in dem du deine Erlebnisse mit einer Therapeutin geschildert hast.
Ich bin derselben Meinung wie diese Therapeutin.
Es ist und bleibt übergriffig, wenn sich jemand (egal wer) anmaßt zu wissen, was für jemand anderen gut wäre und ihm vorschreibt, was zu tun ist. Jedenfalls ist es das so lange, wie der Betroffene noch für sich selbst entscheiden kann.
Ich bin nicht nur trockene Alkoholikerin, sondern litt sehr lange auch unter Depressionen. Mich hättest du zu meinen Tiefstzeiten mit irgendwelchen Animationen eher aggressiv gemacht, als motiviert. Ähnlich verhielt es sich bei mir, als ich noch soff. Gutes Zureden, Verständnis oder gar andauernde "versteckte" Hinweise auf Therapien hätten mich schlichtweg genervt.
Was mir letztlich geholfen hat, waren echte Konsequenzen und Ansagen. Mehrere Menschen in meiner Umgebung haben mir gesagt, dass sie meinen Suff nicht mehr aushalten wollen (können) und brachen den Kontakt zu mir ab. Es lief darauf hinaus, dass ich ganz allein dastehe.
Ich wählte den wahrscheinlich vollkommen unlogischen Weg und beendete auch noch den letzten Rest an Beziehung und begann nochmal ganz allein. Allerdings so, wie ich es nun wollte, abstinent.
Nachdem ich eine Weile trocken war, fand sich der eine oder andere wieder bei mir ein. Dabei waren auch welche, die, ohne Alkoholiker zu sein, zu wissen meinten, was gut für mich wäre und was nicht. Schließlich war ich aufgrund ihrer Intervention trocken!
Ich habe seither niemals wieder Kontakt zu einem dieser Menschen gehabt. Ich zog anfangs ihren Unmut und die Wut auf mich. Aber das war es mir wert. Ich war es mir wert. Wer weiß, wären sie weniger aufdringlich gewesen, wären sie vielleicht heute noch meine Freunde.
Was ich sagen will. Loslassen bedeutet nicht, jemanden fallen zu lassen, sondern ihm seine Entscheidungen zuzugestehen. So schwer es auch mir manchmal fällt; jeder hat ein Recht auf sein eigenes Glück, aber auch auf sein eigenes Unglück.
Auch dein Bruder. Ich bin sogar der Meinung, dass du Gefahr läufst, ihn zu verlieren, wenn du ihn nicht loslässt.
Du scheinst unter deiner Nähe (gefühlsmäßig) zu deinem Bruder zu leiden. Also schau, dass du dich von deinem Bruder unabhängig machst, so schwer das auch ist. Dein Bruder darf seine eigenen Entscheidungen treffen.
Du kannst für dich sorgen, indem du deine eigenen Grenzen erkundest und sie mit deinem Bruder besprichst.
Vielleicht bewegt es etwas in ihm, wenn er deine Grenzen zu spüren bekommt? Keine Ahnung. Aber dich kann es eventuell etwas entlasten.
Ich wünsche dir alles Gute.
Penta

Morgenrot
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von Morgenrot » 09.10.2018, 13:11

hallo Sorra,

ich bin dir noch eine Antwort schuldig.
Wieso findest du, soll ich gar keinen Kontakt zu ihm haben? Ist das nicht wie Bestrafung? Als würde ich ihm den Rücken kehren, wenn es ihm am schlechtesten geht?
Das Verhalten im Umgang mit Suchtkranken ist ein anderes, als mit vielen anderen kranken Menschen.
Du kannst keinem Suchtkranken helfen, wenn er es nicht will, du solltest dich schützen, da ist es egal ob Bruder, Partner oder Freund.
Ich habe auch mal einen solchen Satz in der Suchtberatung gehört, vom "Größenwahnsinn der CO`s". zuerst war ich sehr wütend, aber als ich mich immer weiter vorgearbeitet habe, wußte ich, das dieses Dame recht hat.
Gestehe dir deine eigene Hilflosigkeit doch erst einmal ein, denn nur dann kannst du den nächsten Schritt gehen.
Solange du immer noch denkst, dies und das könnte ich noch tun, wird das nichts.
Es ist in den meisten Fällen so, das der Alkoholiker seinen persönlichen Tiefpunkt braucht, und den sollte kein CO hinauszögern. Denn das tun wir, mit unserer Hilfe.
Es hat lange gedauert bis ich das so annehmen konnte, und es umsetzen konnte.
Räumlich habe ich mich nicht getrennt, wir haben unter einem Dach gelebt, aber ich habe mich nicht mehr um seine Belange gekümmert, ihn nicht versorgt.
Er ist für sich selbst verantwortlich und ich habe mich Schritt für Schritt in ein Leben gewagt, wie ich es wollte, egal was der nasse Alkoholiker dazu sagte.
Er hat sich in dieser Zeit sehr vernachlässigt, sah teilweise sehr schlecht aus, und ich hatte ihn aufgegeben, ich habe gedacht, er lebt nicht mehr lange.
Irgendwann kamen 2 Ereignisse, wo es anscheinend bei ihm gefunkt hat, auf jeden Fall hat er jetzt seit einem Jahr nicht getrunken.



lg Morgenrot

sorra
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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von sorra » 13.10.2018, 01:09

Hallo Emma,
Emma2010 hat geschrieben:
07.10.2018, 14:37
ich wollte keinesfalls was schlechtes über deine Eltern sagen.
Kein Problem, ich habe es auch nicht gedacht, dass du diese Intention hast. :)
Emma2010 hat geschrieben:
07.10.2018, 14:37
Als Kind trägt man ja auch einen Teil der Eltern in sich und sicher war auch nicht alles schlecht. Auch aus religiöser Sicht, gilt es im gewissen Sinn, seine Eltern zu achten. Das wird so von Generation zu Generation weitergeben, weil ein Teil in uns will ja auch in Liebe mit den Eltern verbunden sein.
Aus der Sicht deines Bruder, wurde er von seinem Vater gequält und von seiner Mutter nicht geschützt, daher hat er zu Beiden keine Beziehung. Die Gründe, dass der Vater krank war und die Mutter in Abhängigkeit und in der Not, konnte die Kinderseele nicht differenzieren.
Es gibt viele dramatische Geschichten, durch Krieg, Flucht, Missbrauch etc., Traumen, die über Generationen weiter wirksam sind.
Ich bin zwar gar nicht religiös, stimme dir aber zu, was du über die Generationen sagst. Vorallem mit dem Älterwerden, sehe ich das immer deutlicher, wie Traumen und andere Themen von Generation über Generationen weitergegeben werden.

Danke für deine aufbauenden Worte.
Alles Liebe,
sorra

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Re: Die Kunst des Rettens oder: Mein Bruder, der keine Hilfe will

Beitrag von sorra » 13.10.2018, 01:15

Hallo Sunny,

du hast du wohl Recht mit den Windmühlen, es ist so frustrierend.
Sunny1976 hat geschrieben:
08.10.2018, 19:53
Mein Ex-Mann ist leider weiter am trinken. Er hatte bereits einen Entzug, ist aber rückfällig geworden. Ein Kontakt geht mittlerweile nur, weil ich gelernt habe, ihn so zu nehmen wie er ist. Wir behandeln uns mittlerweile wieder mit Respekt, jeder hat sein Leben. Er ist der Typ der zuhause alleine trinkt, das schaue ich mir natürlich nicht mehr an. Aktiv spreche ich ihn nicht mehr auf den Alkohol an, es ist doch eigentlich auch alles gesagt worden in den letzten Jahren.
Aha, das finde ich sehr beachtlich, dass ihr weiter respektvollen Kontakt haben könnt, obwohl er trinkt. Wie ist den die Stimmung so? Ich habe bei meinem Bruder oft das Gefühl, als wäre aufgrund der Sucht, diese Mauer bzw. dieses unausgesprochene Problem zwischen uns, die es verhindert, dass die Atmosphäre wirklich entspannt ist.
Hast du Kinder mit deinem Ex-Mann oder seid ihr einfach so in Kontakt? Fühlst du dich irgendwie verpflichtet mit ihm den Kontakt zu halten, oder gibt es dir auch was?
Sunny1976 hat geschrieben:
08.10.2018, 19:53
Ich habe leider auch bei meiner Schwester das Gefühl das sie entweder schon süchtig oder kurz davor ist in die Sucht zu rutschen. Ich habe sie einmal darauf angesprochen, ihr meine Bedenken dazu mitgeteilt. Sie hat es bestritten, auch wenn mein Schwager mir es eigentlich bestätigt hat. Ich kann auch da nichts machen!
Das tut mir Leid, wegen deiner Schwester. Sie ist wahrscheinlich noch an einem anderen Punkt. Wie verhält sich ihr Mann diesbezüglich?

Alles Gute,
sorra

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