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Jetzt ist Schluss

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Hope24
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hope24 » 09.11.2018, 00:04

Hallo MieLa,

Lieb dass du fragst. Ich lese hier viel aber hab aktuell keinen Grund zum schreiben gehabt.

Ich bin im Moment dabei viel zu analysieren. Warum bestimmte Dinge so waren wie sie waren. Ein Thema das mich viel beschäftigt war die Menge. Es war zwar nicht viel aber ich versuche zu verstehen. Warum nicht nur ein Bier? Das erste hat geschmeckt, da muss noch eins her,... Gut, aber warum das dritte? Das hat mir das beschwipste und sorglos Gefühl gegeben... Wieso dann kein viertes? Soweit hatte ich mich immer im Griff, musste ja an den nächsten Tag mit den Kids denken und das war meine Schmerzgrenze. Wirre Gedanken, aber ich glaube es gehört dazu, mich damit auseinander zu setzen.

Ich erkenne immer noch alte Verhaltensmuster und bin dabei sie durch neue zu ersetzen. Um den dauerhaft abstinenten Weg zu festigen. Ein Punkt war ja das Essen, den konnte ich nun für mich lösen. Ich lasse es einfach zu wie es es ist. Wir setzen uns zusammen hin und grad der kleinste macht eine riesen Sauerei. Aber es stresst mich nicht mehr. Ich lasse ihn einfach. Danach wird kurz weggeputzt und gut ist. So essen wir nun wieder als Familie zusammen und ich atme einfach tief durch wenn der Teller mal wieder am Boden landet. Wieder ein kleiner Schritt auf meinem Weg in die richtige Richtung.

Wir gesagt, ansonsten versuche ich grade alte Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern. Heute war ich bis 22 Uhr unterwegs, eigentlich wäre der erste Weg in die Garage gegangen um ein Bier zu holen... Ich brauchte das zum Abschalten. Aber warum eigentlich? Mittlerweile, wenn der drang da ist, gehe ich zum wasserkocher und bereite meine Tasse Tee vor. Die Minuten, die es dauert, bis es soweit ist, helfen mir den Gedanken zuende zu denken. Und der Tee, eingekuschelt in die Decke mit einem guten Buch tut es dann auch.

Ich würde lügen, wenn ich sage dass es einfach ist, aber nach und nach merze ich alle Gewohnheiten aus.

Liebe Grüße Hope

Hull

Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hull » 09.11.2018, 07:14

Hope24 hat geschrieben:
09.11.2018, 00:04
Hallo MieLa,

Lieb dass du fragst. Ich lese hier viel aber hab aktuell keinen Grund zum schreiben gehabt.

Ich bin im Moment dabei viel zu analysieren. Warum bestimmte Dinge so waren wie sie waren. Ein Thema das mich viel beschäftigt war die Menge. Es war zwar nicht viel aber ich versuche zu verstehen. Warum nicht nur ein Bier? Das erste hat geschmeckt, da muss noch eins her,... Gut, aber warum das dritte? Das hat mir das beschwipste und sorglos Gefühl gegeben... Wieso dann kein viertes? Soweit hatte ich mich immer im Griff, musste ja an den nächsten Tag mit den Kids denken und das war meine Schmerzgrenze. Wirre Gedanken, aber ich glaube es gehört dazu, mich damit auseinander zu setzen.

Ich erkenne immer noch alte Verhaltensmuster und bin dabei sie durch neue zu ersetzen. Um den dauerhaft abstinenten Weg zu festigen. Ein Punkt war ja das Essen, den konnte ich nun für mich lösen. Ich lasse es einfach zu wie es es ist. Wir setzen uns zusammen hin und grad der kleinste macht eine riesen Sauerei. Aber es stresst mich nicht mehr. Ich lasse ihn einfach. Danach wird kurz weggeputzt und gut ist. So essen wir nun wieder als Familie zusammen und ich atme einfach tief durch wenn der Teller mal wieder am Boden landet. Wieder ein kleiner Schritt auf meinem Weg in die richtige Richtung.

Wir gesagt, ansonsten versuche ich grade alte Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern. Heute war ich bis 22 Uhr unterwegs, eigentlich wäre der erste Weg in die Garage gegangen um ein Bier zu holen... Ich brauchte das zum Abschalten. Aber warum eigentlich? Mittlerweile, wenn der drang da ist, gehe ich zum wasserkocher und bereite meine Tasse Tee vor. Die Minuten, die es dauert, bis es soweit ist, helfen mir den Gedanken zuende zu denken. Und der Tee, eingekuschelt in die Decke mit einem guten Buch tut es dann auch.

Ich würde lügen, wenn ich sage dass es einfach ist, aber nach und nach merze ich alle Gewohnheiten aus.

Liebe Grüße Hope
Hallo Hope,

der Kontrollverlust, nachdem auch nur ein Schluck Alkohol getrunken wurde, ist ja das typische Merkmal, weshalb es nicht möglich ist, reguliert zu trinken. Auch der Gedankengang "dieses eine Bier oder das eine Glas Wein zu besonderen Anlässen" ist nur nicht fertig gedacht. Die Logik wird durch das körpereigene Belohnungssystem getäuscht. Das Gehirn verbindet mit diesem einen Glas fälschlicherweise Vorfreude, Euphorie usw., obwohl es auch (oder gerade) den verachtenswerten Zustand des nächsten Tages berücksichtigen müsste, um den Sachverhalt vollständig zu erfassen. Aber auch das ist nichts alkoholspezifisches, wir sehen es an Aktienmärkten, Versteigerungen, Werbung usw.

Grüße

MieLa
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von MieLa » 09.11.2018, 10:31

Liebe Hope,

schön, dass es dir gut geht und du weiter am nüchternen Weg arbeitest!
Ich bin im Moment dabei viel zu analysieren. Warum bestimmte Dinge so waren wie sie waren
Ich erkenne immer noch alte Verhaltensmuster und bin dabei sie durch neue zu ersetzen.
Ich glaube, dass es nur so geht. Wenn du die Mechanismen erkennst, die dich zum Bierholen gebracht haben, kannst du bewusst anders mit diesen Situationen umgehen und dem Trinkverlangen etwas entgegensetzen.

Ich wünsche dir eine gute vierte trockene Woche,
MieLa

Hope24
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hope24 » 27.11.2018, 21:34

Puuuuuh, hab ich wirklich fast 3 Wochen nichts geschrieben? Die Zeit vergeht im Moment einfach viel zu schnell.

Der grobe Wochenplan ist immer gleich, wir haben unsere festen Termine. Allerdings vergehen die Tage nun wie im Flug. Hatte ich am Vorabend getrunken, hatte ich immer die Uhr im Blick und auf meinen Feierabend gewartet. So waren die Nachmittage oft endlos lang... Nun habe ich so viel Kraft und Energie. Wir toben, wir spielen, sind immer in Action und der Tag ist schneller um als ich schauen kann. Auch unternehme ich jetzt allgemein mehr mit den Kindern und freue mich über gute Tage, auch wenn die Nacht mal wieder nicht so gut war. Nüchtern ertrage ich diesen Schlafmangel ohne Probleme.

Die Gedanken ans Trinken sind ab und an da, ich will sie nicht leugnen oder schön reden, sie gehören dazu. Allerdings merke ich, wie sie im Moment immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden und das Thema ist zumindest nicht mehr täglich aktuell für mich.

Habt eine gute Woche 😉😁

Carl Friedrich
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Carl Friedrich » 27.11.2018, 22:16

Hope24 hat geschrieben:
27.11.2018, 21:34
Die Gedanken ans Trinken sind ab und an da, ich will sie nicht leugnen oder schön reden, sie gehören dazu. Allerdings merke ich, wie sie im Moment immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden und das Thema ist zumindest nicht mehr täglich aktuell für mich.
Hallo!

Die Gedanken an das Trinken werden immer wieder mal aufkommen. Die Abstände werden mit zunehmender Zeit immer größer. Das merkst Du gerade nach ein paar Wochen Abstinenz schon selbst.

Die Umstellung auf ein abstinentes Leben ist ein ordentliches Stück Arbeit. Du machst es -soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann- gut.

Weiter so.

Gruß
Carl Friedrich

MieLa
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von MieLa » 28.11.2018, 13:25

Hallo Hope,

drei Wochen! Das ist prima und schon eine Zeit, die dir selbst zeigt, dass ein nüchternes Leben möglich und machbar ist :D Die anfängliche Sorge, dass die Abende ohne Alkohol nicht zu "stemmen" sind, hat sich in den Hintergrund verzogen.

Ich wünsche dir weiter alles Gute,
MieLa

Hope24
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hope24 » 28.11.2018, 16:06

Hallo MieLa,

Ja auf jeden Fall. Insgesamt sind es morgen jetzt 6 Wochen und ich kann das noch gar nicht so recht glauben. Es kommt mir nicht so lange vor. Ich hoffe das ist ein gutes Zeichen 😁

Ernest
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Ernest » 28.11.2018, 17:35

Salve Hope24

Gratulation auch von meiner Seite her für Deine 6 Wochen Trockenheit!

Irgendwann in der Anfangsphase meiner Trockenheit machte ich mir keine Gedanken mehr, warum ich soff. Irgendwo in diesem Forum las ich - was ich dann auch umsetzte - "das Warum ist unwichtig und die Suche auf das Neue wichtig".
Und als ich aufhörte das Warum zu analysieren, verblassten auch die Saufgelüste.
Aber wir Menschen sind alle verschieden und dies soll kein Tipp sein, sondern einer meiner eigenen Gedanken.

Ich wünsche Dir weiterhin starken Willen und viel Freude an den Kindern

Lieber Gruss
Ernest

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