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Jetzt ist Schluss

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit
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Carl Friedrich
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Carl Friedrich » 30.11.2018, 19:43

Ernest hat geschrieben:
30.11.2018, 18:38

Anmerkung zu wem sage ich, dass ich AlkoholikerIn bin:
Zu Beginn weigerte ich mich standhaft dies gegenüber Dritte (nicht enge Familienmitglieder) auszusprechen. Sei es aus Scham oder "Geht niemand etwas an", aber sicher auch, weil ich ganz und gar nicht sicher war, ob ich das Nicht-Trinken durchziehen kann.
Heute ein Jahr später, weiß quasi mein ganzes Umfeld Bescheid und es ist mir wurscht. Vielleicht auch, weil ich auch ein älterer Knochen bin... :)
Nur die Info an die Familie, die muss so rasch wie möglich raus. Und das hast Du ausgezeichnet gemacht.
Hallo!

Das ist eine alt bekannte Frage. Das wird hier unterschiedlich gehandhabt.

Ich für mich habe nur die eingeweiht, die es was angeht, die ich auch von sonstigen schweren Krankheiten informieren würde. Der Kreis ist überschaubar.

Gruß
Carl Friedrich

Hope24
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hope24 » 30.11.2018, 22:02

Carl Friedrich hat geschrieben:
30.11.2018, 19:43
Ernest hat geschrieben:
30.11.2018, 18:38

Anmerkung zu wem sage ich, dass ich AlkoholikerIn bin:
Zu Beginn weigerte ich mich standhaft dies gegenüber Dritte (nicht enge Familienmitglieder) auszusprechen. Sei es aus Scham oder "Geht niemand etwas an", aber sicher auch, weil ich ganz und gar nicht sicher war, ob ich das Nicht-Trinken durchziehen kann.
Heute ein Jahr später, weiß quasi mein ganzes Umfeld Bescheid und es ist mir wurscht. Vielleicht auch, weil ich auch ein älterer Knochen bin... :)
Nur die Info an die Familie, die muss so rasch wie möglich raus. Und das hast Du ausgezeichnet gemacht.
Hallo!

Das ist eine alt bekannte Frage. Das wird hier unterschiedlich gehandhabt.

Ich für mich habe nur die eingeweiht, die es was angeht, die ich auch von sonstigen schweren Krankheiten informieren würde. Der Kreis ist überschaubar.

Gruß
Carl Friedrich
Hallo,

Ich habe auch nicht vor, alle einzuweihen. Nur die Leute mit denen enger Kontakt besteht. Aber eben nur dann wenn eine Situation bestehen sollte, die es erfordert. So wie jetzt mit meinen Eltern.

Eine schwere Krankheit habe ich vor einigen Jahren hinter mir (ich habe sie noch aber die akute gefährliche Zeit ist vorüber) und ich fand es schrecklich, dass alle, wirklich alle bescheid wussten. Die ständigen Fragen, wie es geht, wie man klar kommt, die mitleidigen Blicke, die gespielte Anteilnahme... Nein danke, das brauche ich nicht.

Liebe Grüße Hope

Ernest
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Ernest » 01.12.2018, 19:27

Guten Abend Hope

Unrecht hast Du nicht. Meine Bekannten fragen mich manchmal, wenn wir beruflich in einem Restaurant essen: "Es macht Dir nichts aus, wenn ich ein Glas zum Essen nehme?". Zwar nett gemeint, aber ein bisschen nervst. Es wäre mir lieber sie bestellen und basta. Bin nicht so krank. Anders eben :)

Lieber Gruss
Ernest

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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hope24 » 01.12.2018, 23:12

Ernest hat geschrieben:
01.12.2018, 19:27
Guten Abend Hope

Unrecht hast Du nicht. Meine Bekannten fragen mich manchmal, wenn wir beruflich in einem Restaurant essen: "Es macht Dir nichts aus, wenn ich ein Glas zum Essen nehme?". Zwar nett gemeint, aber ein bisschen nervst. Es wäre mir lieber sie bestellen und basta. Bin nicht so krank. Anders eben :)

Lieber Gruss
Ernest
Genau das meine ich. Wäre ich der Situation nicht gewachsen, wäre ich ja nicht dort oder würde es bereits im Vorfeld klären.

Hope24
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Hope24 » 05.12.2018, 23:21

Hallo ihr Lieben,

Im Moment denke ich viel über das trinken nach,... Scheinbar gibt es derzeit an jeder Ecke Alkohol.

Was mir aber am meisten zu schaffen macht, ist das Plätzchen backen, das am Samstag ansteht.

Zur Erklärung, das letzte Mal gebacken habe ich vor den beiden kleinen. Dann hatte ich einen Säugling, wir haben ein Haus renoviert, wieder ein Baby und da fehlte die Zeit. Damals habe ich immer mit einer Freundin gebacken. Morgens ging es in den Supermarkt, alles holen was man braucht inklusive 6 Flaschen Glühwein. Und als der erste Teig im Kühlschrank stand wurde direkt einer heiß gemacht, ebenso bei Teig zwei und drei... Das erste blech is im Ofen? Gut, trinken wir einen. Und so weiter und so fort, den ganzen Tag.

Tja, nun steht Plätzchen backen an. Mein mittlerer hat bestimmt Freude daran und ich möchte gerne einen schönen Nachmittag mit ihm verbringen. Zutaten sind bereits gekauft und der Glühwein steht noch im Laden. Trotzdem triggern mich die Erinnerungen an vergangene Backtage im Moment sehr und ich merke wie der Suchtdruck immer wieder vorspitzt. Sogar der Gedanke, ach, trink doch nen Glühwein, damit hast du doch kein Problem, nur das Bier ist dein Verderben, war mit dabei...

Der Dezember war der versoffenste Monat, da ein Geburtstag, da ne Weihnachtsfeier, Noch ein Geburtstag, Weihnachten, Silvester... Da hab ich dann nicht mal mehr den obligatorischen Tag Pause geschafft, war ja immer ein Grund zum Feiern da... Naja, keine Ahnung was ich euch damit sagen will, aber um stark zu bleiben muss ich mir auch meine Ängste eingestehen und darüber reden bzw. Schreiben...

Ich weiß definitiv, dass ich beim backen nichts trinken werde, es is nix da und das bleibt auch so, aber dass meine Gedanken nun ständig darum kreisen verunsichert mich im Moment ein bisschen. So schlimm war es seit dem aufhören nicht mehr, also warum jetzt? Ich hatte gehofft es wird leichter, aber das gerade wirft mich doch ein bisschen zurück.

Sry falls alles ein bisschen wirr ist, in meinem Kopf ist gerade ein bisschen Chaos.

Lunki
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Lunki » 06.12.2018, 06:50

Hallo Hope,

das Suchtgedächtnis ist teuflisch, wäre es nicht so, wäre Alkohol ja nicht so ein Problem. Du backst doch jetzt allein mit deinen Kindern, richtig? Also deine Freundin mit der du damals getrunken hast ist nicht dabei? Aber das backen an sich ist ja auch nicht das Problem, sondern vielmehr der Suchtdruck an sich, der dich ängstigt. Aber die Situation jetzt ist ja eine andere. Du backst nicht um einen Grund zum trinken zu haben, sondern weil du eine schöne Zeit mit deinen Kindern verbringen möchtest. Und es ist kein Alkohol da, also wirst du auch nicht trinken. Die Angst ist ja im Grunde nicht dein Feind, sie zeigt dir nur, das es gut und richtig ist das sie da ist, denn sie hilft dir, nicht den Respekt vor dem Alkohol zu verlieren. Ich würde versuchen mich nicht zu sehr rein zu steigern, sondern wenn die Angst kommt sie zwar wahr zu nehmen, aber dann eher dieses alte negative Bild (vom saufen mit deiner Freundin) durch ein neues positives inneres Bild zu ersetzen. Du mit deinen Kindern, ihr habt eine schöne Zeit, hört Weihnachtslieder und backt leckere Kekse. Es duftet nach Weihnachten und du fühlst dich gut weil du eine tolle Zeit mit deinen Kindern verbringst. Und die ist so schön genug, dafür brauchst du keinen Alkohol.

sue05
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von sue05 » 06.12.2018, 06:54

Liebe Hope,

es ist gut, dass Du Deine Gedanken hier aufschreibst - ich finde immer, das erleichtert so ein bisschen das Kopf-Wirrwarr! Dass jetzt vermehrt Gedanken an Alkohol auftauchen, ist nicht ungewöhnlich, gerade, wenn Du in dieser Zeit immer besonders viel getrunken hast. Da hilft nur, einen guten Notfallkoffer bereitstehen zu haben (hast Du den?) und die gefährlichen Situationen/Orte zu meiden, sofern es geht.
Das Plätzchenbacken wirst Du Deinen Kindern zu Liebe wahrscheinlich nicht sein lassen, nehmen ich mal an?! Vielleicht kannst Du hier ein neues Plätzchenbacken-Ritual einführen, also anstelle des früheren Glühweins? Vielleicht einen besonderen Tee o.ä. oder warmen Apfelsaft/Orangensaft (ist ja auch so ein Wintergetränk, da kann man auch Gewürze rein machen), den Du dann gemeinsam mit Deinen Kindern zum Backen genießt?

Die Alkoholgedanken gehören dazu und kommen immer mal wieder - ich bin jetzt seit 6 1/2 Jahren trocken und habe solche Gedanken auch immer mal.
Wichtig ist, meiner Meinung nach, eben der Notfallkoffer, dann entsprechende Situationen möglichst zu vermeiden und mir hilft auch immer, den Gedanken weiter zu denken. Also bei mir eben z. B. dass es nicht bei diesem einen Glas Wein bleiben würde, sondern ich mindestens die ganze Flasche austrinken würde, etc. Allein dieser Gedanke reicht bei mir inzwischen, dass die Alkoholgedanken ganz schnell wieder verschwinden.

Ich wünsch Dir einen schönen Tag,
lg Sue

Twizzler
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Re: Jetzt ist Schluss

Beitrag von Twizzler » 06.12.2018, 09:08

Hallo Hope,

was Sue schrieb, kam mir auch als erstes in den Sinn.
Dieses alte Ritual durch ein neues zu ersetzen.
Ich dachte dabei jetzt nicht unbedingt an ein Getränk (wobei ich die Idee super finde), sondern an eine bestimmte Aktion die ihr durchführt während der Teig im Kühlschrank ruht.
Etwas basteln, etwas spielen etc.
Macht die Musik beim Backen etwas lauter und singt aus Leibeskräften :)
Das löst vielleicht auch etwas deine innere Anspannung.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft für Samstag. Versuch das Plätzchen-Backen als das anzusehen was es ist, gemütliche Zeit mit der Familie.

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