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Kein Licht am Ende des Tunnels

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit
Moony007
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Moony007 » 02.11.2018, 10:45

Danke euch für eure Rückmeldungen.

Die letzten Tage waren in Ordnung und eigentlich sogar harmonisch, vorgestern ging es dann aber wieder los... eine Kleinigkeit und es gab einen großen Streit. Ich bin inzwischen auch sehr schnell emotional und es nimmt mich so sehr mit. Habe manchmal das Gefühl gar nicht mehr atmen zu können.

Gestern war absolute Eiszeit. Ich war auf dem Heimweg von der Arbeit und hatte Angst was mich daheim erwartet. Und habe dann den schlimmsten Fehler überhaupt gemacht und mich selbst betrunken. Ich trinke fast nie daher hat es mich extrem mitgenommen. Ich kann mich an absolut nichts mehr erinnern!! Er hat mir dann erzählt ich habe ihn beleidigt angeschrien und geschlagen. Ich schäme mich so wahnsinnig dafür und komme überhaupt nicht mehr klar. Ich werfe ihm Dinge vor dir ich selbst tue. Ich fühle mich einfach nur schlecht und weis gar nicht mehr wohin mit mir, bin absolut verzweifelt :(

Thalia1913
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Thalia1913 » 02.11.2018, 11:13

Hallo Moony,

es klingt wirklich, als tätet ihr euch nicht gut.
Vielleicht ist dies jetzt ja für dich ein hilfreicher „Aufrüttler“, der dir hilft, dich aus der Situation (Beziehung) zu lösen?

Mir ist neulich ein Absatz von dir aufgefallen:
Vllt ist es auch nur seine Verletzlichkeit, diese zarten Momente kurz nach der Entgiftung die mir das Gefühl geben ich bin stark für ihn und wir sind ein Team und wir schaffen das, die dieses "zusammen eins" auslösen. Das Gefühl ist nicht oft da aber wenn dann haut es mich regelrecht um.
Vielleicht liegt darin ja auch eine wichtige Erkenntnis für dich: warum du bisher weiterhin an der destruktiven Beziehung festhältst? Was bekommst du?
Kannst du dir Hilfe (Gespräche, Therapie) suchen, damit du deine eigenen Bedürfnisse, die die destruktive Beziehung für dich erfüllt, anders befriedigen lernst?

Viele Grüße und alles Gute,
Thalia

Moony007
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Moony007 » 05.11.2018, 13:08

Liebe Thalia,

gut möglich, dass auch mir das irgendwas gibt. Das Gefühl gebraucht zu werden? Auch mal stark zu sein? Ich weis es nicht...Dazu kommen Unmengen von Schuldgefühlen. Die Vorwürfe die ich immer wieder bekomme. Natürlich, ich habe ihn ab und an angelogen. Allerdings waren dies keine elementaren Dinge sondern Lügen um weiteren Ärger zu vermeiden. Aber es waren nun einmal Lügen. Das nutzt er um mir zu zeigen wie wenig kkorrekt ich bin. oder die Tatsache, dass ich mit Freunden gesprochen habe. Ja, das habe ich um mir das von der Seele zu reden. Natürlich konnte ich hier nicht nur positive Dinge erzählen. In seiner Wahrnehmung ist das nun so, dass ich ihn komplett schlecht gemacht habe und alle ihn hassen. Das ist nicht mal so und doch wirft er mir dies vor. Und ich mache mir nun selbst die Vorwürfe über die Beziehung gesprochen zu haben oder Notlügen verwendet zu haben. Denn im Ansatz hat er ja irgendwie Recht - oder doch nicht? Ich traue meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr, das macht es noch schwerer...
aber die Streits werden immer schlimmer, und immer wieder höre ich dieselben Vorwürfe. Und immer wieder: und so unterstützt du mich dann also trocken zu bleiben? Ist doch kein Wunder dass ich dann Suchtdruck bekomme.

Diese Streits machen mir Angst, lösen Druck und Fluchtgefühle aus, machen mich nervös und fahrig. und egal was ich in diesen Gesprächen sage es ist immer das Falsche. Sage ich nichts oder nur "ok" ist das aber genau so falsch. Ich weis nicht mehr wie ich mich verhalten kann / soll.

Seit heute morgen ist er wieder milde gestimmt. Ich bin sein "Baby" und das Beste was ihm passiert ist. Und obwohl ich vermeintlich O-Ton "solche Dinger abzieh und falsch bin und ihn immer wieder verarsch" versucht er die Beziehung zu retten weil er mich so liebt.

Ich habe ihm nun des Öfteren vorgeschlagen, dass wir uns trennen. Auch unter dem Hintergrund wir verstehen uns nicht, tun uns nicht gut usw... ich würde dies gerne im Guten mit ihm lösen. Aber jedes MAl lehnt er dies ab, rastet aus und schluchzt am Ende dass er mich doch liebt.

Ich weis auch nicht...ich glaube ja mittlerweile, er "braucht" einfach nur irgendwen. Da ihm an mir ja doch sehr viel nciht passt und er trotzdem nicht von mir lassen will. Für eine Trennung im "Bösen" habe ich nicht die Kraft bzw. Angst was da alles auf mich zukommt.

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach Therapeuten, die haben aber alle endlos Wartelisten...SHGs besuche ich regelmäßig. Tun auch gut, ich bräuchte aber auch jemanden der wirklich intensiv auf mich eingeht, glaube ich zumindest.

Diese Achterbahnfahrten zwischen beste Frau der Welt und größtes Miststück machen es nciht einfacher... Ich will das Ganze hinter mir lassen aber dann denke ich: jetzt lenkt er gerade wieder ein - da kann ich doch nicht so etwas tun?!

Correns
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Correns » 07.11.2018, 09:54

Moony007 hat geschrieben:
24.10.2018, 10:16
...In den zwei Jahren habe ich nun bald alles durch. Terror, Schläge & Gewalt, Aggressionen und Beleidigungen, Kaputtmachen und Verstecken meiner Sachen, Polizeieinsätze weil er irgendwo randaliert, Geld für Alk klauen usw...
Moony007 hat geschrieben:
05.11.2018, 13:08
...Ich habe ihm nun des Öfteren vorgeschlagen, dass wir uns trennen. Auch unter dem Hintergrund wir verstehen uns nicht, tun uns nicht gut usw... ich würde dies gerne im Guten mit ihm lösen. Aber jedes MAl lehnt er dies ab, rastet aus und schluchzt am Ende dass er mich doch liebt...
Hallo Moony,

ich habe zwei Zitate von Dir gegeneinander gestellt.
Mich wundert, das Du immer noch Deinem Mann "des Öfteren" etwas vorschlägst.
Wie sehr muss dieser sich noch anstrengen, dass Du ins konkrete Handeln kommst?
Irgend etwas muss Dich wohl in Deiner Situation festhalten.
"...Terror, Schläge & Gewalt..."
Auf was wartest Du noch?

Viele Grüße
Correns

Morgenrot
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Morgenrot » 07.11.2018, 10:47

Hallo Moony,
Ich habe ihm nun des Öfteren vorgeschlagen, dass wir uns trennen
es ist ganz wichtig bei nassen Alkoholikern nur das anzukündigen, was ich oder du auch verwirklichen können und wo wir bereit dazu sind.
Nur ankündigen und nichts tun führt dazu das du nicht mehr ernst genommen wirst, das dein gegenüber denkt, er könne alles mit dir machen.
So habe ich das erlebt, und der Beitrag von Correns macht mir Gänsehaut, er zeigt das ganze Dilemma der COs kurz und knackig formuliert.
Ich habe damals auch mit Menschen gesprochen, die mir wichtig waren, und habe gesagt, wie es wirklich aussieht. Natürlich möchte das der nasse Alkoholiker nicht.
Aber diesen Kreislauf des Schweigens und Vertuschens zu durchbrechen ist für uns ein wichtiger erster Schritt.


lg Morgenrot

Taxi
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Taxi » 07.11.2018, 10:54

Hallo Moony,
es ist wie beim abhängigen Trinken. Solange die Kraft noch reicht, kann man den Zustand aufrecht erhalten.

Mach was, oder bleib halt unglücklich.

Es kommt nicht alles gleichzeitig auf dich zu, nur eins nach dem anderen.
Wie beim Trockenwerden.

Und es gibt dafür Unterstützung und jede Menge gute Erfahrungen. Alleine braucht man da nicht durch, das ist sehr praktisch.
Gruß taxi

Moony007
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Moony007 » 09.11.2018, 09:41

Guten Morgen zusammen,

danke euch allen fürs Feedback.

Ja...irgendwas muss mich wohl halten... ich denke darüber oft nach. Ich bin in dieser Beziehung eigentlich nur unglücklich. Ich fühle mich in seiner Nähe nicht mehr wohl, selbst wenn er mal einige Wochen durchgehend nüchtern ist und es sogar harmonisch verläuft. Ich habe innerlich abgeschlossen und schaffe den Cut trotzdem nicht. Versuche es irgendwie auszusitzen. Ich habe auch öfter in meiner SHG darüber gesprochen... und so langsam glaube ich, komme ich drauf. Es mag skurril und auch dämlich klingen, aber ich möchte einfach nciht "die Böse" sein. Wenn, dann würde ich mich gerne im Guten trennen. Also so, dass er auch versteht warum und keinen Hass auf mich hat usw. Vllt versteht ihr ja wie ich es meine. Aber das klappt mit ihm nicht. Er akzeptiert dies nicht. Wenn dann müsste ich ihn wohl wirklcih unter Geschrei und im lauten Streit rauswerfen. Sebst akzeptieren zu gehen wenn ich ihn drum bitte wird er nicht. Und das will ich eben nicht. Dann hätte ich schon wieder das Gefühl ich wäre die "falsche Schlange" die ihm nur etwas vorgespielt hat. Was er mir ja auch des Öfteren vorwirft.
Ich denke, ein weiteres Problem hat auch Morgenrot angesprochen...ich habe mich einfach schon zu oft getrennt und kam wieder zurück bzw. habe es angedroht ohne es durchzuziehen. Manchmal macht er sich sogar drüber lustig - zwar nicht auf die boshafte Art aber ich merke wie er es belächelt.
Wie komme ich nur zu diesem Schritt? Einfach egal was kkommt oder wie sehr er mich beleidigt udn beschimpft konsequent zu bleiben.
Ich weis dass es dazu keine Anleitung gibt aber es kann doch nicht sein dass ich so von ihm unterdrückt werde?! wenn ich meine Texte lese schüttel ich im Nachhinein oft selbst den Kopf. Ich meerke, wie sich eine Leere immer mehr in mir ausbreitet...

Eule89
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Re: Kein Licht am Ende des Tunnels

Beitrag von Eule89 » 09.11.2018, 15:58

Hallo Moony,

ich weiß genau, welche Gefühle du meinst. Dieses einerseits/andererseits.
Ich glaube es ist eine Eigenschaft von uns Cos, dass wir extrem Harmoniesüchtig sind und niemals "die Böse" sein wollen.
Ich habe noch 1 1/2 Jahre lang nach der Trennung immer wieder Kontakt zu meinem XY gehabt. Und nicht nur Kontakt... Und das obwohl ich ihn unter keinen Umständen zurück wollte und auch bis heute nicht will. Er hat mich angeekelt, ich habe ihn zum Teil sogar gehasst, konnte ihn aber trotzdem so lange noch nicht loslassen. Ich habe sogar das "Spiel mit dem Feuer" genossen. So im Nachhinein war das der größte Fehler in meinem Leben. Ich habe damit so viel Zeit und Energie verschwendet. Ich hätte schon viel früher loslassen müssen. Als ich endlich losgelassen hatte und mein Leben wieder so richtig aufwärts ging, er mir sogar vollkommen gleichgültig war, stellte ich fest, dass ich von ihm schwanger bin.
Nun bekomme ich also ein Kind von meinem nassen XY und werde ihn ja unweigerlich nicht mehr los.

Was will ich dir damit sagen?! Dass du nach vorne blicken musst. Dass loslassen sich lohnt. Egal, ob du "die Böse" bist oder nicht (obwohl ich das auch ganz gut nachvollziehen kann). Du lebst nur für dich, du kannst entscheiden, was du für dich möchtest.

LG Eule89

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