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Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Was wünscht Ihr Euch für Hilfe im Selbsthilfeforum zum Thema Alkohol, Selbsthilfe, Alkoholismus, Alkoholsucht, Alkoholkrankheit, Alkoholabhängigkeit und Coabhängigkeit?

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Karsten
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Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von Karsten » 28.11.2018, 20:17

Hallo,

ich möchte heute mal ein Thema aufmachen, wie ernst jeder den Erfahrungsaustausch in unserem Forum nimmt.

Ich meine damit nicht, keine andere Hilfe in Anspruch zu nehmen und nur auf die Erfahrungen hir zu "hören".

Es geht eher darum, ob jemand die Erfahrungen oder den Erfahrungsaustausch in seine Gedanken, wie man dauerhaft trocken bzw. frei von Co-Abhängigkeit werden kann, mit einbezieht.

Manchmal habe ich das Gefühl, einige Mitglieder nehmen das hier nicht wirklich ernst, haben andere Hilfesangebote, die für sie alleine der Grad ihrer Gedanken und Handlungen ist.

Bringt dir der Erfahrungsaustausch etwas?
Lernst du hier, dein Leben zu verändern?

Gruß
Karsten

Carl Friedrich
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Re: Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von Carl Friedrich » 28.11.2018, 22:29

Hallo!

Gerade in den ersten Monaten waren mir das Forum und dessen zahlreiche Ratschläge eine ganz wichtige Hilfe. Sie korrespondierten mit meiner ambulanten Therapie und der von mir gelesenen Literatur.

Insbesondere mein ehemaliger Therapeut war immer wieder überrascht, was ich schon alles wusste. Zumeist hat er mit Herrschaften zu tun, die ausschließlich auf die Karte Therapie setzen. Dafür bin ich zu kritisch. Ich musste doch das, was mir erzählt wurde, noch mal anderweitig abklopfen.

Der Austausch hilft, am Ball zu bleiben, nicht dass die Krankheit in den Hintergrund tritt und das immer noch blendend funktionierende Suchtgedächtnis anfängt, mich zu bearbeiten getreu dem Motto: "Steter Tropfen höhlt den Stein."

Ja, mein Leben hat sich verändert, auch durch das Forum.

Gruß
Carl Friedrich

Twizzler
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Re: Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von Twizzler » 29.11.2018, 06:55

Ich war bereits früher hier in diesem Forum angemeldet.
Für meine Denkweise habe ich schon Schelte einstecken müssen. Aber die war auch sehr berechtigt.
Mir hilft es wahnsinnig hier zu lesen und die Erfahrungen der LZT nehme ich sehr gerne mit.

Mit meinen 46 Tagen fühle ich mich nicht berechtigt, hier groß in den Erfahrungsaustausch zu gehen.
Ich habe noch kaum Erfahrung.
Ich kann mal trösten oder jemanden sagen, wenn ich etwas toll finde.
Mehr ist allerdings einfach nicht drin zur Zeit.
Dafür muss ich erstmal ein gutes Stück weiter kommen.

Ehrlich gesagt, habe ich auch immer noch etwas Angst, dass ich eine Denkweise an den Tag lege, die nicht gesund für mich ist.
Darum halte ich mich vielleicht auch noch etwas zurück mit dem Schreiben von Beiträgen.

Fakt ist aber: So lange ich noch am Anfang stehe, profitiere ich sehr von den Erfahrungen anderer. Wenn ich weiter wäre, würde ich meine ebenfalls sehr gerne hier einbringen.

Ich habe aber auch gemerkt, wieviel es noch zu lernen gibt.
Es ist als wäre man wieder in der 1. Klasse der Grundschule. :)

ideja
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Re: Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von ideja » 29.11.2018, 23:49

Ich bin auch nicht lange hier, als angehörige und ? co-abhängige.
in dieser, relativ kürzer Zeit, hat mich Forum, nicht nur bewegt, sondern auch weiter gebracht. Nämlich, durch lesen von vielen Erfahrungen, von Alkoholiker und CO-s, habe ich für mich herausgefunden wie ich leben kann und will. Wie ich es bewirken kann...
Durch Kommunikation mit anderen Teilnehmer fühlte ich mich bestätigt. Wie Twizzler, habe ich vor noch lange Teil dieses Forums zu sein :D

Wie schnell alle gute Vorsätze vergessen werden können, werde ich immer wieder bewusst während ich hier lese. Dieses Bewusstsein zu erhalten, wäre für mich Grund genug, hier so lange wie möglich zu bleiben.

Ernest
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Re: Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von Ernest » 30.11.2018, 21:31

Salut Karsten

Analog zu Carl Friedrich war mir das Forum zu Beginn meiner Alkoholabstinenz überlebenswichtig (ok, tönt pathetisch, fällt mir gerade kein anderes Wort ein). Ich war damals und auch heute nicht in einer realen SHG und das Forum war und ist wieder meine einzige Stütze.

Ich las dieses Forum, bevor ich beschloss auf das Trinken definitiv zu verzichten. Die Lebensgeschichten von LZT fuhren und fahren schon ein. Wohin der Weg Alkoholismus führen kann, wenn nicht die Notbremse gezogen wird. Und manche fürchterlichen (sorry) Geschehnisse gaben den letzten Kick zu meinem Entschluss. UND die Hoffnung, dass ich es auch kann, wie so viele hier im Forum: Auf das Saufen zu verzichten.

Nach dem Anmelden wurde ich oft und gut unterstützt. Manchmal meldete ich mich auch zu Wort, heute muss ich zwischendurch schmunzeln über meine Gedankengänge... Aber es war/ist halt so. Man(n) hat eben auch seinen eigenen (Stur-)kopf.

Karsten, man kann es wenden und drehen wie man will: das Forum ist wichtig und die dargebotene Hilfe ist grandios. Und dies schleckt keine Geiß weg.

Und für die Zukunft des Forums: Wird schon schiefgehen :)

Merci und Gruss
Ernest

la vie
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Re: Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von la vie » 02.12.2018, 07:58

Hallo Karsten,
dieses Forum bringt Menschen ins Leben zurück.
Schade, dass es sich nach einem Monat nicht mehr jeder leisten kann. Das ist kein Wille, die Zahlung nicht zu leisten. Es ist bittere Realität es nicht zu können. Diese Menschen sind dann raus nach einem Monat. Sie können sich nicht entscheiden, da sie den Beitrag nicht übrig haben. Das stimmt mich traurig.

Der Erfahrungsaustausch hier ist mir persönlich sehr, sehr ernst. Er rettet Menschen. Führt sie zurück ins Leben.
Es ist deine Entscheidung, ob das Forum weitergeht und wie, denn du gibst hier so sehr viel von deiner Lebenskraft. Chapeau an dich und das Moderatorenteam.
LG, la vie.

Cadda
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Re: Wie ernst ist dir der Erfahrungsaustausch?

Beitrag von Cadda » 02.12.2018, 09:13

Guten Morgen,

mir ist der Austausch hier sehr, sehr wichtig. Manchmal schreibe ich und ordne mich dabei. Oft lese ich und lerne sehr viel. Ich habe schon gelesen, als ich noch gesoffen habe und somit endlos viel Geld in Wein- und Sektflaschen investiert habe. Ich möchte gar nicht wissen, was mich das im Monat gekostet hat.

Ich kann Deine Entscheidung nach wie vor verstehen. Es geht ja im Grunde genommen auch darum, dass sich ein Neuankömmling die Frage, ob er sich hier regelmäßig austauschen möchte, ganz genau überlegt. Wenn es kostenlos ist, sagt jeder mal schnell „Ja“ und wenn es etwas kostet (auch wenn es nur einige Cent am Tag sind), wird da schon mal genauer nachgedacht, ob man an diesem „Konzept“ wirklich teilnehmen möchte.

Im übrigen wird sich hier über ständige Änderungen beschwert. Aber warum wird denn ständig etwas geändert? Doch nur, weil Karsten versucht, es möglichst vielen Recht zu machen.

Seine Entscheidung stand und das Forum bestand aus endlos vielen negativen Reaktionen darauf, weil die vielen User hier schon so lange schreiben und helfen. Karsten reagiert darauf, zeigt damit, wie viel ihm die langjährigen Mitglieder wert sind und möchte nur für zukünftige Anmeldungen mit der Kostenpflicht verfahren und was passiert?? Alles wieder nicht richtig, weil geändert wurde.

Dazu fällt mir ein „Wie man‘s macht, macht man‘s verkehrt“.

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