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Immer wieder dieser Mist.....

Hilfe bei Alkohol von Alkoholikern für Alkoholiker. Rückfall - und Neuanfang, Suchthilfe, Leben ohne Alkohol, Alkoholismus und Alkoholkrankheit

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Topaz
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Topaz » 11.03.2019, 19:07

Hallo Gerhard,

ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich habe das Gefühl, dass du noch nicht so weit bist, um Verantwortung für dich und deine Sucht zu übernehmen.

Ja, ich weiß genau, was du meinst. So ging es mir früher auch.

Ich würde immer eine stationäre der ambulanten Therapie vorziehen. Auch eine ambulante Therapie geht über den ganzen Tag, nur das du abends wieder nach Hause fährst.
Eine stationäre Therapie hat den Vorteil, dass du erst einmal komplett aus deinen gewohnten Umfeld raus bist. Du kannst dich komplett auf dich konzentrieren.

Gruß

Topaz

Carl Friedrich
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Carl Friedrich » 11.03.2019, 19:49

Topaz hat geschrieben:
11.03.2019, 19:07

Ich würde immer eine stationäre der ambulanten Therapie vorziehen. Auch eine ambulante Therapie geht über den ganzen Tag, nur das du abends wieder nach Hause fährst.
Eine stationäre Therapie hat den Vorteil, dass du erst einmal komplett aus deinen gewohnten Umfeld raus bist. Du kannst dich komplett auf dich konzentrieren.
Hallo!

Die stationäre Form hat den aufgezeigten Vorteil.

Ich habe "nur" eine ambulante Therapie durchlaufen und die dauerte gerade nicht den lieben langen Tag, sondern fand wie folgt statt:

1xwöchentlich Gruppensitzung ( 3 Stunden von 17.00 -20.00 Uhr) ; zusätzlich alle 1-2 Wochen noch Einzelsitzungen (60-90 Minuten) beim Therapeuten, wobei auf berufliche Verpflichtungen und Termine besondere Rücksicht genommen wurde.

Welche Form für den einzelnen in Betracht kommt, sollte mit der Suchtberatung geklärt werden. In die ambulante Therapie schafften es nur diejenigen, die während der Vorgruppenphase trocken blieben.

Einem Berufstätigen würde ich grundsätzlich erst mal die ambulante Variante nahe legen, insbesondere wenn man zuvor auf der Arbeit noch nicht als Trinker aufgefallen ist und man nicht vorhat, sich dort ohne Not zu outen. Aber wohlgemerkt, das ist mit der Suchtberatung zu klären, die sich auch um die Kostenzusage kümmert.

Also kläre die Angelegenheit mit der Suchtberatung, die kennen sich mit so was aus, sie sollten es zumindest.

Gruß
Carl Friedrich

Gerhardt81
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Gerhardt81 » 12.03.2019, 08:51

Hallo ihr beiden und danke für eure antworten....,

Topaz, nein du trittst mir mit deiner Vermutung nicht zu nah. Mich würde interessieren, wieso du dieses Gefühl hast? Weil ich eine stationäre Therapie nicht möchte? Naja viele raten ja zur stationären Therapie. Und sicherlich ist das im Grunde auch richtig so. Allerdings bin ich da ähnlicher Ansicht wie Carl Friedrich. Also es ist so, das ich kein Problem damit habe, jemandem auf nachfrage zu sagen, das mein Alkoholkonsum problematisch ist. Aber ich will das auch wieder nicht wie eine „Standarte“ vor mir hertragen. Es geht mir jetzt auchnicht darum, mit dem minimalsten Aufwand die Sucht zu besiegen. Im Gegenteil. Aber mich ängstigt die Vorstellung, meinem Arbeitgeber sagen zu müssen: ich bin jetzt mal 2 Monate in einer Entzugsklinik. Ich arbeite in ner kleinen Firma, das spricht sich dann da sofort rum. Dazu bin ich nicht bereit, zumal ich auch nicht auffällig bin. Was natürlich auch nicht heissen soll das ich das gänzlich ausschließe, aber wenn ich eine „Verträglichere“ alternative haben kann, würde ich das mir schon auch mal ansehen wollen. Naja ich werde sehen was die Suchtberatung sagt und was sie als notwendig ansehen. Der Termin ist ja diese Woche.

Wenn ich Fragen darf, wie lange seit ihr jetzt schon trocken und was hat euch über die ersten Wochen geholfen? Ich meine, ich kenne das von meinem Vater der leider auch trinkt( und nicht die Kraft hat es sein zulassen), da dauerte es von den 2 Wochen Entzug bis zur LAngzeit ja such immer noch ne ganze Weile......

Grüsse 🙂

Topaz
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Topaz » 12.03.2019, 09:50

Hallo Gerhard,

ich habe dieses Gefühl, weil du einerseits sagst, dass du aufhören willst, dich andererseits aber nicht um schnelle Hilfe bemühst.
Aber ich denke, der Termin bei der Suchtberatung wird dir sicherlich helfen, zu entscheiden, welches der richtige Weg ist.
Die von Carl Friedrich beschriebene ambulante Therapie hätte mir nicht geholfen.
Ich habe grundsätzlich nur abends nach der Arbeit getrunken, zuerst nur Wein. Als ich merkte, dass die Zeit zu kurz ist, da sich ja die Toleranz verändert, bin ich auf Wodka und Gin umgestiegen.
Auch ich bin auf der Arbeit nie auffällig geworden und habe mich nie krank gemeldet.
Als ich in die Suchtreha gegangen bin, habe ich meinem Arbeitgeber gesagt, dass ich in eine psychosomatische Klinik gehe.

Ich habe vor der Reha keinen Entzug gemacht. Als der Bescheid von der Rentenversicherung kam, dass meine Reha bewilligt ist und ich für 16 Wochen in die Klinik soll, habe ich auch bis zum Termin weiter getrunken.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich mich nicht freiwillig dazu entschieden habe.
Letztendlich war ich 19 Wochen in der Klinik!
In der Zeit musste ich einmal für 3 Tage nach Hause fahren, quasi als Teil der Therapie. Um zu schauen, wie es mir in meinem häuslichen Umfeld ergeht.
Und zusätzlich mit der Aufgabe, einen Termin bei meinem Chef zu machen und ihm die wirklichen Gründe meiner Krankschreibung zu "beichten"!
Das Gespräch habe ich mit meinem Bereichsleiter und mit meinem direkten Vorgesetzten geführt. Beide saßen da und waren sprachlos. Das hat mich im ersten Moment total verunsichert.
Ich habe nachgefragt und sie sagten mir, dass sie geschockt wären, weil ihnen nie etwas aufgefallen wäre.
Sie fanden es aber sehr positiv, dass ich mich geoutet habe.

Auch hier gilt, dass jeder seinen Weg finden muss, wie er mit seiner Krankheit umgeht.

Gruß

Ute

Topaz
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Topaz » 12.03.2019, 10:02

Ach ja, eine Frage von dir habe ich vergessen.
Ich war 5 1/2 Jahre trocken, hatte jetzt aber einen Rückfall.

Gerhardt81
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Gerhardt81 » 12.03.2019, 10:46

5 1/2 Jahre trocken, wie ist es jetzt zu einem Rückfall gekommen? War das im Affekt? Oder hat sich das angekündigt? Einmalig oder oder öfter? Und was machst du jetzt? Und wieso hast du nicht freiwillig aufgehört? Fragen die eine umfangreiche Antwort nötig machen..... ich guck mal ob ich deine geschichte im vorstellungsbereich finde......

Naja du hast recht, das sieht etwas komisch aus das ich mich nicht schneller um Hilfe bemühe..... das liegt bei mir vielleicht daran, das es mir nicht so wahnsinnig schwer fällt, nicht mit dem trinken anzufangen (nur das wiederaufhören klappt zu 90% nicht)ich hab ja wie gesagt „nur“ 1-2 mal die woche getrunken, die Tage dazwischen nichts.... so dachte ich mir, das ich es bis zum Termin schon schaffen werde.... hat ja auch „fast“ geklappt. Vielleicht spielt da auch die Erfahrung mit rein, das ichs ja schonmal allein geschafft habe, mich für ein paar Jahre trockenzulegen.... wie gesagt, ich wills auch nich kleinreden, ist schon schlimm genug so wie es ist.

Ich freu mich natürlich trotzdem, das ich nach dem Ausrutscher jetzt wieder 2 Wochen ohne bin. stabil ist die ganze Sache natürlich noch lange nicht.
Gibt es eigentlich auch selbsthilfegruppen, die nicht wie die AA‘s sind? Ich war da ja schon ein paar mal. Alles nette leute aber der Ablauf bei denen hat mich iwie genervt. Jeder ist an der Reihe, aber zwischenfragen waren iwie nicht so erwünscht. Reden, Nächster. Da kommt natürlich kein ordentliches Gespräch zustande. Ausserdem ist dieser Gottbezug bzw. das glauben an eine höhere Macht. Damit konnte ich noch nie was anfangen.

Grüsse 🙂

Topaz
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Topaz » 12.03.2019, 11:14

Hallo Gerhard,

ich bin erst seit kurzem hier angemeldet und es gibt nicht so viel von mir zu lesen.
Ich glaube, den Rückfall im Affekt gibt es nicht. Es ist ein schleichender Prozess. Ich habe die Vorzeichen einfach übersehen.
Und nein, es war kein einmaliger Rückfall. Ich habe länger wieder getrunken.
Aber ich bin nicht mehr derselbe Mensch, wie vor 6 Jahren. Das hat mir geholfen, mich selbst aus dem Sumpf zu ziehen.

Ich habe nicht freiwillig aufgehört, weil ich wegen akuter Herzprobleme mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus musste. Da ist dann alles aufgeflogen. Mein Hausarzt hat sofort im Anschluss eine Rehaanfrage für mich gemacht.

Und ja, es gibt auch andere Selbsthilfegruppen. Ich kam weder mit den AA, noch mit Kreuzbund usw. klar.

Mach dir bitte klar, dass Alkoholismus nicht erst anfängt, wenn ich täglich trinken muss.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, was dein Gespräch mit der Suchtberatung aufzeigt.

Sunshine_33
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Re: Immer wieder dieser Mist.....

Beitrag von Sunshine_33 » 14.03.2019, 10:04

Hallo Topaz,
Ich glaube, den Rückfall im Affekt gibt es nicht. Es ist ein schleichender Prozess. Ich habe die Vorzeichen einfach übersehen.
Du kannst ja glauben, was Du willst, aber Glauben ist nicht Wissen :wink:
Ich habe während meiner Zeit in einer Realen SHG mit Menschen gesprochen, die sozusagen ein "Blackout" hatten und ich hatte nicht
das Gefühl, das die mir gegenüber sitzen und mir ins Gesicht lügen.
Ich wurde da also eines besseren belehrt... und zwar von Menschen, denen das passiert ist.

Ich sehe es aber auch als Ausnahme, in den allermeissten Fällen ist der Rückfall eher ein schleichender Prozess, auch das bestätigte sich so in meiner damaligen Gruppe.

Hallo Gerhard,
Gibt es eigentlich auch selbsthilfegruppen, die nicht wie die AA‘s sind? Ich war da ja schon ein paar mal. Alles nette leute aber der Ablauf bei denen hat mich iwie genervt. Jeder ist an der Reihe, aber zwischenfragen waren iwie nicht so erwünscht. Reden, Nächster. Da kommt natürlich kein ordentliches Gespräch zustande. Ausserdem ist dieser Gottbezug bzw. das glauben an eine höhere Macht. Damit konnte ich noch nie was anfangen.
Bei mir war es ebenso, ich war auch am Anfang meiner Abstinenz mal bei den AA, bin da aber sozusagen in der Pause rückwärts wieder raus.
Es war auch in meiner Gruppe so, das es so ablief wie von Dir geschildert.
Und das war absolut nichts für mich, ich suche eher das Gespräch mit Betroffenen und nicht den Monolog einzelner.
Und der Gottbezug war für mich eher abstoßend, ebenso das man sich bei seinen Angehörigen entschuldigen soll etc.
Sorry, aber ich habe noch nie gehört das sich andere Menschen mit einer chronischen Krankheit wie Diabetes oder was auch immer bei ihren Angehörigen dafür entschuldigen sollen.
Wir haben ebenfalls eine nicht selbstgewählte chronische Krankheit, und Punkt.
Wenn ich mich bei irgendjemanden entschuldigen möchte, dann mache ich das aus freien Stücken und nicht, weil das Konzept einer SHG das so vorsieht.

Es gibt aber auch andere Gruppen als die AA.
Ich war mal in einer realen Gruppe, die die Räume der hiesigen AWO (Arbeiterwohlfahrt) nutzen und finanziell von der Stadt unterstützt wird.
Ansonsten handelt es sich um eine ungebundene Gruppe, also weder AA noch Kreuzbund etc.
Die "Grundbausteine" dieser Gruppe glichen den unsrigen hier übrigens in beinahe allen Punkten.
Und diese besagte reale Gruppe gilt als sehr erfolgreich an meinem Wohnort.
Dann können also unsere Grundbausteine hier auch nicht sooo verkehrt sein ! :wink:

Dieses Forum sieht sich übrigens auch als vollwertige SHG, die sogar 24/7 geöffnet hat.
So gesehen hast Du also schon eine SHG gefunden :wink:
Schau ob es Dir hier gefällt, und ob Du Dir ein Leben nach unseren Grundbausteinen vorstellen kannst.
Denn ich würde sagen, darauf beruht hauptsächliche dieses Forum hier.
Wer sich damit nicht so wirklich anfreunden kann, der wird hier allerhöchstwahrscheinlich auch nicht besonders glücklich 8) und ist in einer
anderen SHG evtl. besser aufgehoben.

LG Sunshine

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