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Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Hier werden wir jede Woche mindestens ein allgemeines Thema eröffnen, wo jeder seine Sichtweise dazu schreiben kann.

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Karsten
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Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Karsten » 10.03.2019, 15:11

Hallo,

ein neues Wochenthema.
Es wird ja gern mal über unsere grundbausteine-der-nuechternheit geschrieben, dass es nicht der einzigste Weg zur Nüchternheit ist.
Genauere Beschreibungen über individuelle Wege konnte ich bosher nicht wirklich lesen.

Welche individuellen Wege zur Nüchternheit gibt es denn?

Gruß
Karsten

Mario B.
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Mario B. » 10.03.2019, 18:15

Hallo,

ich habe gestern noch hier in einen Thread gelesen wo der Lebenspartner sich regelmässig in den gemeinsamen 4 Wänden Piccolo gönnt. Dies übrigens laut Schreiber von Anfang seiner Trockenheit an, der Threadhersteller geht übrigens in sein 5tes Jahr Trockenheit. Diese Vorgehensweise wird meines Wissens nach nicht in den Grundbausteinen empfohlen. Eher das Gegenteil. Trotzdem ist der Threadersteller jetzt schon seit fast 5 Jahren trocken.

Somit hast du schon einen 1ten individuellen Weg.

Gruss,

Mario B.

Karsten
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Karsten » 10.03.2019, 18:33

Hallo Mario,

danke, solche Beispiele meine ich.
Es ist dem Threadhersteller zu wünschen, dass er oder sie weite trocken bleibt.
Das Risiko scheint ja bekannt zu sein.

Es kann natürlich gut gehen, aber wie du schon schreibst, die Grundbausteine empfehlen es nicht und die Grundbausteine sind die Erfahrungen vieler trockener Alkoholiker/innen.

Die Frage ist eben, möchte ich nach einem Strohhalm greifen, wo eine Ausnahme es auch so schafft, trocken zu bleiben oder möchte ich aus Erfahrungen vieler trockener Alkoholiker/innen lernen?

Jeder muss das für sich selbst entscheiden.
Gruß
Karsten

Carl Friedrich
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Carl Friedrich » 10.03.2019, 19:39

Mario B. hat geschrieben:
10.03.2019, 18:15

ich habe gestern noch hier in einen Thread gelesen wo der Lebenspartner sich regelmässig in den gemeinsamen 4 Wänden Piccolo gönnt. Dies übrigens laut Schreiber von Anfang seiner Trockenheit an, der Threadhersteller geht übrigens in sein 5tes Jahr Trockenheit. Diese Vorgehensweise wird meines Wissens nach nicht in den Grundbausteinen empfohlen. Eher das Gegenteil. Trotzdem ist der Threadersteller jetzt schon seit fast 5 Jahren trocken.

Somit hast du schon einen 1ten individuellen Weg.
Hallo Mario!

Falls Du mich meinst, dann sind es erst knapp 4 Jahre. Meine Frau trinkt ab- und an mal einen Piccolo, ich schätze mal, 1-2 im Monat. Und für den braucht sie dann 2 Abende.

Das ist dann aber die einzige Abweichung. Mir macht das nichts aus, da ich keinen Sekt mag und auch nie mochte.

In meinem thread habe ich ausgeführt: viewtopic.php?f=2&t=33635&start=416

Gruß
Carl Friedrich

Topaz
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Topaz » 11.03.2019, 20:40

Ich finde die Grundbausteine der Nüchternheit zunächst einmal sehr wichtig, zumindest für die Anfangsphase.

Aber ich finde, ich kann nicht permanent erwarten, dass meine Familie und mein näheres Umfeld Rücksicht auf mich nimmt.
Damit würde ich für mein Gefühl wieder Verantwortung abgeben.
Ich lebe nicht in einem alkohlfreien Umfeld. Es ist meine Entscheidung, ob ich mich darauf einlasse oder nicht.

Das andere: Ich habe nie kapituliert, sondern mich auf den Weg begeben, mein Suchtgedächtnis quasi zu überschreiben.
Ich habe begonnen, meinen erwünschten Zustand per Imagination zu visualisieren. Und zwar täglich.
Ich weiß, dass das Suchtgedächtnis damit nicht verschwindet, aber es rückt in den Hintergrund.

Stell dir vor, dass dein Gehirn aus ganz vielen Strassen und Wegen besteht. Breite und schmale.
Meine Sucht war mal eine vierspurige Autobahn. Im Laufe der Jahre ist daraus ein zugewucherter Pfad geworden.
Dafür haben sich andere Wege verbreitert. Sich zu Autobahnen entwickelt.

Gruß

Topaz

Carl Friedrich
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Carl Friedrich » 11.03.2019, 22:20

Topaz hat geschrieben:
11.03.2019, 20:40

Das andere: Ich habe nie kapituliert
Hallo!

Was verstehst Du denn unter dem Begriff der Kapitulation?

Er wird im Zusammenhang mit der Abstinenz häufig genannt und als deren wesentliche Voraussetzung angeführt.

Gruß
Carl Friedrich

Topaz
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Topaz » 12.03.2019, 07:57

Hallo!

Mir ist dieser Begriff nicht geläufig. Für mich ist er negativ belegt, darum mag ich ihn für mich nicht verwenden.

Gruß

Topaz

Hartmut
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Re: Der individuelle Weg zur Nüchternheit

Beitrag von Hartmut » 12.03.2019, 13:47

Hallo Topaz,

nun sind das deine Ansatzpunkte die du ja auch früher, wenn ich es richtig raus gelesen habe, angewendet hattest. Warst jahrelang trocken und wurdest rückfällig, weil "keine Hilfsangebote" da waren. Habe ich das so richtig verstanden? Wenn das so ist warum meinst du denn das dieser Weg der richtige ist? Angelehnt an den Thread Titel ging ja dein "individueller Weg" schon mal in die Hose.

Ich erwarte nicht von meinem Umfeld, das sie Rücksicht nehmen, das erwarte ich nur von mir. Wenn jemand bei mir zu Hause Alkohol haben muss, hat er ja ein Problem, nicht ich. Oder in mir ist der Alkohol noch so präsent, da ich ihn Handbreit vor mir haben muss.
Ich hatte das Wort Kapitulation am Anfang auch negativ gesehen. Da stand ich jedoch im Kampf gegen die Sucht und wollte willentlich dagegenhalten, um bloß keine Veränderungen zu zu lassen. Da hatte ich die Krankheit Sucht auch nicht anerkannt, sondern als Schwäche angesehen
Stell dir vor, dass dein Gehirn aus ganz vielen Strassen und Wegen besteht. Breite und schmale.
Meine Sucht war mal eine vierspurige Autobahn. Im Laufe der Jahre ist daraus ein zugewucherter Pfad geworden.
Dafür haben sich andere Wege verbreitert. Sich zu Autobahnen entwickelt.
interessanter Ansatz. Jedoch für mich wertlos. Sucht hat keine Spuren. Es ist eine Einbahnstraße.
Gruß Hartmut

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