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Wie mache ich es richtig?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

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Nadless
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Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 16.04.2019, 18:24

Hallo alle miteinander,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Gefühlt geht grad mein Leben den Bach runter. Ich hatte gerade die Polizei gerufen weil ich Angst vor meinem, normalerweise sehr friedfertigen Freund bekam.
Jetzt ist er aus der Wohnung und ich sitze hier mit meinem Elend. Wir beide sind jetzt seit 10 Jahren zusammen. Seit 3 Jahren wohnen wir zusammen. Aber seitdem habe ich abwechselnd das Gefühl das ich immer wieder in sehr chaotische Verhältnisse mit hineingezogen werde. Dann gibts auch wieder Phasen die sind schön und normal.
Alkohol war immer ein Thema. Er lag selten besoffen in der Ecke rum. War auch nicht agressiv. Auch hatte ich das Gefühl das er sich um mich gekümmert und gesorgt hat. Er war meist für mich da wenn ich ihn brauchte.
Nur der Alk hat in den letzten Jahren einen immer größeren Stellenwert in seinem und leider dann auch in meinem Leben eingenommen.

Aber jetzt wo wir zusammen wohnen geht es immer mehr den Bach runter. Auch Beziehungstechnisch. Ich bin mehr und mehr auf körperliche Distanz gegangen. Aus hygienischen und Alk Fahne gründen. Für ihn war das ok als ich nachgefragt habe. Das habe ich dann immer gehört wenn ich eine Meinung von ihm wissen wollte. Über irgendwelche Probleme oder Gefühle mal sprechen konnte ich noch nie so richtig mit ihm.

Vor 2 Monaten dann kam er plötzlich mitten in der Schicht nach Hause. Hat mir dazu eine Geschichte erzählt und blieb (bis heute) zu Hause. 2 Wochen darauf sagte er mir das er einen stationären Entzug machen will. Ab dem Tag, so habe ich das Gefühl, ist seine Maske gefallen. Er trank sehr viel mehr als sonst. War sogar richtig voll. Bin innerlich durchgedreht. Eine Woche später ging er in die Klinik. Kam raus und trank wieder. Sein AG hat (so sagt er) gemeint er soll sich um sein Problem kümmern und dann kann er wieder arbeiten kommen. Er hat dort wohl sein Alk Problem gemeldet.
Später kam herraus das er bei der Arbeit aufgrund seiner Fahne auffällig geworden ist ( 1,4 Promille) und nach Hause geschickt wurde. Er steht jetzt bei einer Tagesklinik auf der Warteliste. Danac will er eine ambulante Suchtthera machen. Aber er trinkt...
Gestern kam von seinem Ag ein Anruf (er ist krankgeschrieben) das er gekündigt wird und zu einem Aufhebungsvertrag aufgefordert wurde. Er will den unterschreiben. Und trinkt weiter... Gehalt zum Monatsanfang hat er auch nicht bekommen, was ich gestern erst erfahren habe. Aber die Miete hat er bezahlt. Hatte wohl noch soviel Geld auf dem Konto. Von meinem Geld leben wir. Was nächsten Monat auch wegfällt, weil ich letzte Woche aufgrund meiner Knie Op gekündigt wurde (Probezeit)

Also ich bin total überfordert mit der ganzen Situation. Ich habe ihm vor knapp 2 Wochen die Pistole auf die Brust gesetzt das für mich ein Leben mit Alk nicht mehr in Frage kommt. Ich habe ihm eine Liste mit Bedingungen geschrieben, worüber er auch nicht viel gesagt hat. Ich habe totale Existenzängste mit ihm weil wir in einer Bedarfsgemeinschaft leben und ich auch gerade nicht alles finanziell alleine stemmen kann. Ich habe einfach nur noch Angst um meine Haut. Seit 2 Monaten weiß ich nicht wie der Nächste Tag oder Monat sein wird. Können wir die Miete bezahlen? Was passiert als nächstes? Erfahre ich auch wenn er gekündigt wird damit ich beim Jobcenter rechtzeitig die Frist einhalten kann?
Wie ist er heute drauf? ich stelle auch Gefühlsschwankungen bei ihm fest die sich dann prompt auf mich übertragen.

Heute war es so das er ausgerastet ist. Habe ihm gesagt das wir uns räumlich trennen müssen. Ich kann das so einfach nicht mehr. Nachmittags als er wieder alkoholisiert heim kam sagte ich ihm er soll bitte ins Schlafzimmer gehen. Dann fing er an ausfällig zu werden. Ich sagte das mich das hier alles einfach nur noch ankotzt. So schnell wie möglich getrennte Verhältnisse und gut. Dann ist er ausgerastet. So richtig, das ich Angst bekam. Ich wollte das er die Wohnung verlässt. Dann wurde er noch lauter, schmiss die Türen, warf meine Krücken mit voller Wucht gegen die Tür. Kann seit gestern erst wieder so halbwegs mit 2 krücken laufen. Dann rief ich die Polizei. Er hat jetzt freiwillig die Wohnung verlassen für heute. Keine Ahnung wie das jetzt weitergehen soll. Hab einfach nur noch Zukunftsängste.
Ich frage mich auch oft und jetzt gerade mal wieder das ich es bin an der alles liegt. Wenn ich ruhig bin gibts kein Theater. Wenn ich zornig bin und meine Grenze zeige gibt es Theater und habe kein Verständnis. Ich habe manchmal so Schuldgefühle. Er sagt das er Thera machen wilol, aber kann ich ihm das glauben? Ich weiß was Sucht bedeutet und wie schwer es ist damit aufzuhören bzw überhaut erstmal zu begreifen das man überhaupt süchtig von einem Stoff ist. Da ich mit abnehmender Tolleranzschwelle (Seit Monaten) den Dingen hier gegenüberstehe und beobachte, habe ich ihm heute morgen gesagt das wir uns räumlich trennen müssen. Er soll mir zeigen das er es ernst meint mit der Thera und dann sehen wir weiter.

Jetzt mache ich mir Sorgen um ihn. Ganz tief im inneren sagt mir eine Stimme das ich doch den Mund hätte halten sollen, dann wäre es nich eskaliert und wir hätten friedlich die räumliche Trennung geschafft.

Ps. Ich habe schon sehr viel gelesen hier. Bin sehr erschrocken aber auch sehr Dankbar für diese Offenheit

Aiko
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Aiko » 16.04.2019, 22:16

Hallo liebe Nadless,

ich bin eigentlich gerade auf dem Weg ins Bett, möchte Dich aber wenigstens hier kurz Willkommen heißen. Gut, dass Du hier bist. Hier bist Du richtig. Großartig, dass Du die Polizei gerufen hast. Ich habe es damals in solchen Situationen leider nicht gemacht, weil er mich ja nicht körperlich angegriffen hat. Ich habe das also vor mir selbst bagatellisiert, obwohl ich Angst vor ihm hatte. Da bist Du schon einen Schritt weiter! Schuldgefühle sind normal, aber unnötig. Mit einem Süchtigen an Deiner Seite eskaliert es immer irgendwann. Egal ob Du schweigst oder nicht.

Mein Rat in Kürze: Kümmer Dich so, schnell es geht, darum, dass Du da raus kommst, es ist Dein Leben. Um sein Leben kann sich dein XY selbst kümmern, er ist erwachsen.

Alles Liebe, Aiko

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 17.04.2019, 14:01

Hallo Aiko, vielen Dank für dein Feedback. Bei mir tun sich gerade Abgründe auf.

Er ist heute früh nach Hause gekommen und hat sich ins Bett gelegt. Er ist auch ganz ruhig.

Mein Problem ist dass er so furchtbar instabil ist und ich damit einfach nicht zurecht komme. Ich weiß was er braucht aber ich kann es ihm nicht geben. Und das tut mir so leid.
Meistens handle ich dann auch noch gegensätzlich, was mir hinterher dann noch mehr Leid tut. Mich aber zu dem Schluss bringt dass ich die Notbremse ziehen muss sonst gehe ich an Schuldgefühlen unter. Ich komme damit einfach nicht zurecht. Noch nie. Für ihn ist es jetzt natürlich das Schlimmste wenn ich ihn auch noch fallen lasse. Er hat ohnehin schon ein sehr sehr niedriges Selbstwertgefühl. Er versucht alles richtig zu machen und schafft es doch nicht. Ich kann das alles nicht mehr mit ansehen.
Dazu kommt noch eine unglaubliche Wut in mir. Nicht unbedingt auf ihm sondern einfach auf alles. Wir können einfach nicht über ernste Dinge sprechen.

Gestern kam wieder Neuigkeiten von seinem Arbeitgeber wo ich einfach nur gestresst gewesen bin. Er rief mich dazu an. Ich wollte mit ihm dann sprechen wenn er wieder zu Hause ist und dann war er betrunken und mir ist die Hutschnur geplatzt. Es kotzt mich einfach an.
Ich bin einfach an einem Tiefpunkt angekommen wo ich keine Hoffnung und Licht mehr sehe.

Mein Kopf platzt und ich denke viel zu viel über alles nach. Aber ich komme immer wieder an den Punkt in loslassen zu müssen. Für ihn und für mich. Es tut einfach nur weh

Speranza
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Speranza » 19.04.2019, 12:19

Hallo Nadless!
Mein Problem ist dass er so furchtbar instabil ist und ich damit einfach nicht zurecht komme. Ich weiß was er braucht aber ich kann es ihm nicht geben. Und das tut mir so leid.
Es muss dir nicht leidtun denn er ist für sein Wohl selber verantwortlich. Ich dachte früher auch immer wenn ich dies oder jenes ändere wird er nicht mehr trinken. Das war aber ein Fehlschluss denn er hat ja nicht wegen mir getrunken sondern weil er abhängig war.
Er hat ohnehin schon ein sehr sehr niedriges Selbstwertgefühl.
Das mag ja sein aber daran muss er selbst arbeiten und das für sich ändern indem er sich konsequent seiner Sucht stellt.
Ich bin einfach an einem Tiefpunkt angekommen wo ich keine Hoffnung und Licht mehr sehe.
Das glaube ich dir sofort es ändert sich ja nichts. Du kannst aber nur für dich sorgen und zusehen dass es wieder aufwärts geht. Du bist oberste Priorität - sonst nichts. Du hast ja selber genug eigene Probleme und brauchst auch nicht so einen Partner mit dem du nichts besprechen kannst weil er wieder mal betrunken ist.
Er sagt das er Thera machen wilol, aber kann ich ihm das glauben?
Das kannst du erst dann glauben wenn er zum Arzt oder ins Krankenhaus geht um zu entgiften. Aber selbst dann gibt es keine Garantie weil er schnell wieder rückfällig werden könnte. Aufhören zu Trinken reicht ja nicht es ist oft eine Lebensumstellung nötig um die Sucht zu stoppen.

Ich wünsche dir alles Gute!

LG Marie

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 21.04.2019, 15:25

Hallo.
Heute ist Tag 5 nach der Polizei. Wir haben bis jetzt kein Wort miteinander gesprochen. Er ist in seinem Zimmer und ich in meinem. Wir gehen uns aus dem Weg. Vor ein paar Wochen noch wäre ich daran kaputt gegangen, an diesem cut. Sowas habe ich noch nie gut vertragen. Aber jetzt komme ich gut damit klar. Natürlich ist schön was anderes aber ich komme klar.
Trotzdem mache ich mir Sorgen um ihn und möchte dass es ihm gut geht. Ob er getrunken hat weiß ich nicht weil ich ihn nicht sehe. Aber es deutet nichts darauf hin. Ich würde Ihnen gerne fragen wie es ihm geht oder einfach mal normal mit ihm sprechen aber ich lasse es.
Ich weiß weder ob er sauer auf mich ist, oder Was auch immer er denkt. Ich habe keine Ahnung. Aber es ist Ruhe.
Für mich hat sich nichts verändert. Ich will dieses Leben nicht mehr. Ich werde jetzt zusehen dass ich meine finanziellen Verhältnisse Regel und nötige Schritte dafür einleite.
Oft frage ich mich auch wie ich das die letzten 10 Jahre gemacht habe. Warum ich nicht schon früher auf den Trichter gekommen bin dass das nicht funktioniert. Weil diese Muster wiederholen sich ständig bei Konflikten. Stääääääändig.
Auch meine Muster habe ich hinterfragt. Und ich kann nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Will ich dieses Leben? Ein Leben mit Alkohol? Ein Leben mit Ungewissheit? Ein ganz klares NEIN.

Ich finde es großartig wie viele Trades es hier gibt die alle eins gemeinsam haben. Es tut unglaublich gut zu lesen und sich selbst zu reflektieren. Ich habe das Gefühl zusammen zu wachsen, mich zu finden und zu lieben.
Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit meinen inneren Kind Anteilen beschäftigt. Falls es euch was sagt, inner bonding. Das hat mir sehr sehr geholfen und mich sehr weit gebracht auf meinem Weg Frieden mit mir zu schließen. Mich unabhängig zu machen, unabhängig von den Folgen, der Fehler meiner Eltern die selber nur Opfer gewesen sind.
Mein kleines Mädchen in mir hat so viel Angst. Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem nicht geliebt werden. Vor allem Angst. Ich habe Kontakt zu meinem kleinen Mädchen aufgenommen und ich kümmere mich um sie.
Diese inneren Kind Anteile haben sehr viel mit unserem Beziehungsmodellen zu tun. Es ist wahnsinnig interessant und spannend zu lernen wer man eigentlich selber ist und was man eigentlich braucht um glücklich zu werden. Eigentlich ist es gar nicht schwer.
Trotzdem ist mir dieser Mann sehr wichtig. Ich weiß das er selber sehr verletzte innere Kind Anteile hat. Nur er hat keinen Zugang dazu. Ich befürchte dass er immer auf dieser Ebene bleiben wird ohne sich weiterzuentwickeln.
Es wäre dann der dritte Mensch der sich vor meinen Augen zugrunde richtet den ich sehr liebe. Aber ich bin bereit loszulassen. Weil ich weiß das es nicht in meiner Verantwortung liegt und ich ihm so am besten helfen kann. Ich hoffe er kann es eines Tages verstehen.

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 21.04.2019, 21:14

Nachtrag: ich kann ja jetzt endlich mit nur eine Krücke wieder laufen. Wenn auch nur sehr wackelig. Ich bin stocksauer. Seit 5 Tagen macht XY gar nichts. Weder aufräumen , noch irgendetwas für mich einkaufen oder sonst irgendetwas im Haushalt. Bis auf das Katzenklo und Katzen füttern macht er gar nichts.
Ich weiß ich sollte jetzt keine Ansprüche mehr stellen aber es kotzt mich trotzdem an. Musste gestern eine Freundin fragen ob die für mich einkaufen geht. Die Wäsche habe ich in einer großen Tüte um die Schultern getragen. Musste vom dritten Stock in den Waschkeller gehen. Aber ich muss auch sagen ich bin mir zu fein ihn zu fragen. Das schaffe ich auch allein.
Wollte nur noch mal damit anmerken dass es in einer gesunden Beziehung nie soweit kommen würde.

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 23.04.2019, 18:31

Heute ist kein guter Tag. Mein Knie macht mir zu schaffen und ich würde so gerne raus. Ich bin so gerne im Park und kann durchatmen dort. Stattdessen hocke ich in meinem kleinen Zimmer und höre meinem alkoholiker Freund bei Selbstgesprächen in seinem Zimmer zu. Völlig Hacke. Ich will hier raus.
Dazu kommt dass ich heute sehr traurig darüber bin, traurig darüber dass er so sein Leben wegwirft und im Suff seine Probleme runter spült. Ich bin traurig wenn ich an vergangene Zeiten denke. Das ist eigentlich am schlimmsten gerade. Das es vorbei ist.

Wir reden immer noch kein Wort miteinander. Jeder geht seinen eigenen Weg. Heute habe ich mich auch gefragt wie er sich eigentlich sein Alk finanziert. Er hat doch kein Geld. Ich glaube er geht Flaschen sammeln. Ich bin etwas im Zwiespalt ob ich ihm Geld geben soll. Ich kann ja noch nicht mal einkaufen gehen, der Kühlschrank ist leer und ich bin selbst total eingeschränkt wegen meinem Knie. Normalerweise ist der Kühlschrank ja auch voll. Aber ich kann ihm doch jetzt kein Geld in die Hand drücken. Er fragt auch nicht nach Geld. Er redet kein Wort. Mit dem Fernseher redet er gerade und seine Buddel in der Hand.
Ich frage mich auch wie lange das jetzt so noch weitergehen soll ohne dass man ein Wort miteinander spricht, man sollte doch eigentlich mal darüber kurzes Update geben wie es jetzt weitergeht. Oder glaubt er wirklich dass ich hier für immer und ewig mit ihm wohnen bleibe. Denkt er überhaupt irgendetwas?
Ich überlege seine Drogenberaterin zu kontaktieren. Sie aufzuklären was hier gerade abgeht. Vielleicht kann sie ja irgendetwas in die Wege leiten damit er eine Wohnung bekommt. Ich glaube nämlich nicht dass er selber dazu in der Lage ist.
Meine Gefühlswelt steht heute Kopf, komme aber trotzdem gut mit mir zurecht. Es fühlt sich immer noch richtig an. Nur er tut mir so leid. Ich habe schon sehr das Bedürfnis ihn in die Arme zu nehmen und ihm sagen dass ich ihn trotzdem Liebe. Er muss sich jetzt unglaublich verlassen vorkommen. Schuldig fühle ich mich aber trotzdem nicht. Aber er tut mir leid. Völlig unfähig mit Konflikten umzugehen. Habe mich heute auch gefragt ob er schon Folgeschäden davon getragen hat. Ich hoffe nicht. Ich hoffe er hat noch eine Chance.
Und ich sitze hier und komm nicht raus. Ich könnte heulen. Ich würde so gerne Fahrrad fahren, mich in den Park setzen, ein Buch lesen, aber hier in der Wohnung kann ich gar nichts außer in mein Zimmer hocken und über dieses Elend nachdenken. Heute jedenfalls.
Kennt das jemand? Dieses ewige Mauern?

Nadless
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Re: Wie mache ich es richtig?

Beitrag von Nadless » 23.04.2019, 18:58

Aber jetzt noch mal zu meiner Frage. Ist es wirklich so richtig was ich tue? Weil hin und wieder kommt doch ein kleiner Zwiespalt in mir hoch. Vielleicht war ich ja doch zu hart? Zu ungeduldig und ablehnen?

Ich glaube ich bin mir sicher dass er die Tagesklinik jetzt nicht mehr macht. So wie er heute jedenfalls aussieht kommt mir das in den Sinn.

Ich glaube einfach nicht dass er es für sich tun wollte sondern für andere. Um seinen Arbeitsplatz und mich zu erhalten. Ist das der richtige Weg? Es für andere zu tun? Natürlich ist es gut etwas zu tun wenn solch existenzielle Krisen auf dem Spiel stehen. Aber bringt das auch langfristig etwas? Nur so viel wie es sein muss? Nur so viel wie der andere es verlangt und sich dann zufrieden gibt? Na ich weiß ja nicht. Mein Vertrauen dahingehend ist jedenfalls kaputt.
Ich sehe einen Mann der trinkt und nicht der an sein Problem arbeitet. Ich sehe auch nicht das er zu Selbsthilfegruppen geht obwohl er es gesagt hat. Ich sehe ein Mann der trinkt und nicht aufhören will oder kann.

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