Startseite - PortalHilfsangebote der SuchthilfeSelbsthilfeforumInformationen zur Suchthilfe

Warum tu ich mir das an?

Hilfe für Co-Abhängige, Partner und Angehörige von Alkoholikern bei der Coabhängigkeit

Moderator: Moderatoren

Danny-Dog
neuer Teilnehmer
Beiträge: 21
Registriert: 12.05.2019, 20:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Danny-Dog » 19.05.2019, 01:52

Hallo alle,

ein paar Tage habe ich nun nicht geschrieben, es schien Mal wieder alles roger......aber eigentlich bin ich nur mal wieder auf leere Versprechungen reingefallen.
Heute Abend war es dann mal wieder soweit,
Als er sagte, er müsse noch einkaufen fahren, hatte ich schon den Verdacht, dass es nur darum ging, Schnaps zu besorgen, neben ein paar Alibi-Einkäufen.
Da ich gestern einkaufen war, völlig sinnfrei.
Ich war mit Freunden verabredet und kam ca. 21.30h zurück. Da war er noch halbwegs normal.
Fütterte dann unsere Hunde und machte es mir im Wohnzimmer gemütlich. Er war im Büro vor dem Rechner.
Gegen 0.15h hörte ich ein Krachen von oben....er war in seinem Schlafzimmer gestürzt und blutete stark aus einer Kopfwunde.
Es ist jetzt das dritte Mal, dass ich nachts den Notarzt rufen musste, weil der Herr stockbesoffen gestürzt ist und sich die Rübe aufgehauen hat.

Noch während ich die Blutung erstmal stillte, wurde ich mit Vorwürfen überhäuft, dass ich ja schuld an allem bin blabla....klar, früher war es seine Exfrau, heute ich. :mrgreen:
Aber den Schuh zieh ich mir nicht mehr an, habe mich oft genug hinterfragt.
Natürlich habe ich mich mit der Zeit etwas von ihm zurückgezogen, weil er mich immer wieder enttäuscht hat und auch bezüglich Alkohol gnadenlos belogen hat. Dazu kommt noch, dass er mich unter Alkoholeinfluss beschimpft und psychisch fertig macht.
Komischerweise weiß er dann ganz genau, welche Knöpfe er dann drücken muss, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen.

Kein Mensch in meiner Umgebung versteht, warum ich noch mit ihm zusammen bin, bin auch in keiner Weise von ihm abhängig.

Allerdings muss ich ihm zugestehen, dass er auch viel für mich getan hat. Verwalterische Aufgaben, die ich hasse wie die Pest, hat er übernommen und auch sehr gut gelöst.
Ohne seine Alkoholsucht wäre er ein toller Mann. .....aber so?? Kapiert der nicht, dass meine Gefühle kontinuierlich den Bach runtergehen???

Bei den beiden letzten Malen habe ich ihn noch nachts aus der Ambulanz abgeholt. Heute werde ich mir einen Teufel tun!
Habe den Sanitätern gesagt, dass sie ihn dabehalten sollen, am besten von da direkt in eine stationäre Therapie.
Ich habe soooo die Schnauze voll!!!

Danke fürs Zuhören.

Liebe Grüße,
Danny-Dog

Nadless
neuer Teilnehmer
Beiträge: 37
Registriert: 07.04.2019, 00:46
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Nadless » 19.05.2019, 10:29

Hallo Danny, warum Du Dir das antust kannst Du nur Dir selbst beantworten. Das ist auch gar nichtmal so einfach. Allein schon dafür Worte finden bei einem selbst ist und bleibt ein Mysterium :D Wenn wir es uns schon fragen und oft nicht verstehen, wie soll es dann die Aussenwelt?

Bei mir ist das ähnlich gewesen. Mein XY hat auch Aufgaben übernommen die mir so gar nicht liegen. Hat sich im großen und ganzen gut ergänzt. Aber der Alk und seine Persönlichkeit die immermal wieder auffällig waren das ich einfach an eine Grenze gekommen bin, soooo oft, die das Ende eingeläutet haben. Irgendwann muss ja auch mal Schluss sein.

So wie die Alkoholiker ihre Zeit zur Einsicht brauchen, so ist es auch bei uns. Eigentlich ist es genau das gleiche. Jeder hat sein eigens Zeit und Belastungslimit. Mit Deiner Frage hast Du Deines noch nicht erreicht oder?

Ich habe für mich erkannt das man mit einem Menschen, der eine solche Suchtproblematik auslebt nicht zusammensein kann. Es ist ein ständiges auf und ab. 10 Jahre hat es gedauert bis ich das endlich eingesehen habe.

Solche Unfälle wie Du sie schilderst habe ich auch schon mit ihm erlebt. Das wird auch nicht der letzte gewesen sein.

Wie lange seid ihr denn zusammen? Wie lange willst Du Dir das noch antun? Mein XY ist ohne seine Sucht auch ein ganz toller Mann, so wie alle anderen auch :D , das ändert aber nichts an der Tatsache das diese Emotionale Achterbahnfahrt und Suchtproblematik nicht nur das eigene Leben schwer machen, sondern auch kaputt machen. Mein XY hat zwei Gesichter. Ein liebes und ein besoffenes. Nicht das er dann aggressiv ist aber anders. unbrauchbar und fremd. Da ist gar nicht von dem tollen menschen übrig. Wenn ich ihn im alkoholisierten Zustand bedränge wird er aggressiv und ist mit Vorsicht zu geniessen. Ein schönes Leben mit einem solchen Mann ist unmöglich und nur mit Entbehrungen verbunden.

Danny-Dog
neuer Teilnehmer
Beiträge: 21
Registriert: 12.05.2019, 20:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Danny-Dog » 19.05.2019, 11:29

Moin Nadless,

einige Dinge scheinen ja bei uns sehr ähnlich zu laufen. Ich bin jetzt seit knapp 6 Jahren mit ihm zusammen, nachdem ich, früh verwitwet durch Motorradunfall, 2,5 Jahre allein war.
Obwohl das Alleinleben durchaus einige Vorteile hat, war ich doch sehr froh, wieder einen Partner auf Augenhöhe gefunden zu haben.
Das Alkoholproblem habe ich nicht gesehen oder nicht sehen wollen??
Ich kannte bis dato nur einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Zeug. Alkohol in Maßen und niemals besaufen.
Er trinkt allerdings auch nie tagsüber und ist daher auch der Meinung, kein Alkoholiker zu sein.
Abends geht's dann los, wobei ich Bier immer akzeptiert habe, macht ihn auch nicht aggressiv.
Schnaps gehört zu den Dingen, die ich weder akzeptiere, noch in meiner Umgebung anderen erlaube.
Ich habe ihm oft genug gesagt, dass es in meinem Haus keinen Schnaps gibt und er sich daran zu halten hat!

Dann kommen gern so Sprüche wie: du hast mir nix zu sagen! Doch, hab ich! Es ist mein Haus und die Haltung von Vogelspinnen würde ich auch nicht erlauben!
Also wurde der Schnaps heimlich besorgt. Entgegen aller Versprechungen, die er mir in guten Momenten gemacht hat.
Ich bin so doof! Ein Versprechen ist für mich bindend, für den Alki definitiv nicht! Lernprozess!

Ich weiß, dass ich mich dringend trennen muss.
Auf der einen Seite habe ich ein bisschen Angst davor, wieder alles allein wuppen zu müssen, auf der anderen Seite ist der Gedanke verlockend, wieder ohne Angst zu leben, dass unter Alk was passiert, siehe gestern Nacht.
Dazu kommt, dass er auch ohne Alk sehr anstrengend ist, seine narzisstischen Züge verlangen permanente Aufmerksamkeit.

Gerade merke ich, wie sehr ich den ruhigen Sonntagmorgen genieße, keiner da, der Aufmerksamkeit verlangt und mich zutextet :mrgreen:
Eine WA kam von ihm, dass er seine Brille, Zigaretten und Tablet geliefert haben möchte......nun, muss er noch warten. :mrgreen:

Ich hoffe, dass er noch ein bisschen im Krankenhaus bleibt...... vielleicht können die ihn wieder auf Spur bringen, die Ärztin, die mich die Nacht noch anrief, wollte sich kümmern.
Die Hoffnung stirbt eben doch zuletzt!
Oder ich habe auch ein kleines Mädchen in mir, das Schiss vor dem Alleinsein hat....?
Interessantes Thema übrigens. Woher hast du das?

Trotz allem einen angenehmen Sonntag und liebe Grüße,
Danny-Dog

Nadless
neuer Teilnehmer
Beiträge: 37
Registriert: 07.04.2019, 00:46
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Nadless » 19.05.2019, 12:09

Wir alle haben diese kleinen Mädchen in uns. Wirklich wir alle. Aber dazu gleich mehr.

Deinen Freund in die Spur bringen in der Klinik, wird wenn dann nur kurzfristig sein. in null komma nix wird sich das alte Schema wieder einpendeln. Genieße die Ruhe. Allein dieses Gefühl, den Sonntag jetzt mal Ruhe zu haben, wie schön es ist, ist doch ein klares Zeichen welch Belastungsfaktor in Deinem Kopf bereits herrscht. Das darfst Du auf keinen Fall über Deine Angst des alleinseins stellen. Mache Dir das mal bewusst. Wenn Deine Angst davor aber noch größer ist bist Du noch nicht soweit.
Niemand hier wird Dir einen Vorwurf machen. Das Alkoholproblem habe ich auch nicht gesehen oder sehen wollen. Habe es mir immer wieder schön geredet oder verharmlost das der Rest ja doch läuft. Also es könnte ja viel schlimmer sein. Je mehr ich es aber angesprochen habe desto mehr wurde es verheimlicht. ich habe mich echt verarschen lassen. ich habe es ja doch mitgemacht. Verantwortung übernehmen. Nicht immer alles auf den Alki schieben. Wir stehen ja auch in der Pflicht uns selbst gegenüber. Das verlernt man tatsächlich wenn man so einen Umgang mit sich selbst pflegt und dann auch noch an eine solch Hilfebedürftige Person gerät ist es ganz vorbei. Man verliert sich immer mehr.

Mein größter Fehler war mit ihm zusammenzuziehen. Vorher hat er sich ja noch an "meine" Regeln in meiner Wohnung gehalten. Wenn es jetzt aber zum Streit kam sah die Sache und der Ton ganz anders aus. Das war für mich ganz schlimm.

Ich habe auch Angst vor dem Alleine sein. Aber nichts ist schlimmer als aktuell seine Anwesenheit hier ertragen zu müssen. Das hätte ich vor ein paar Monaten noch nicht geglaubt hätte mir das einer gesagt wie es jetzt ist.

Das mit dem inneren Kind ist ein Therapie Konzept aus der Traumatherapie. Ich habe mich zu gegebener Zeit mit diesem Thema (ohne Therapeut) beschäftigt. Als ich verstanden habe was es mit diesem kleinen Mädchen auf sich hat war mir klar das es das ist. Also fing ich an nach meinem kleinen Mädchen zu suchen. Ich habe mich belesen und inspirieren lassen wie ich mich mit meinem kleinen Mädchen versöhne und kommuniziere. Inwiefern ich zugang bekomme und Wirkung erziele. Diese ganzen Therapiekonzepte (die man wirklich nur mit einem qualifizierten Therapeuten machen sollte) habe ich nicht angewandt. Einfach nur der Kontakt, die Kommunikation und das wichtigste, Verständnis.
Das ist wirklich ein Prozess und viel Arbeit. Es erfordert sehr viel Selbstreflektion und ehrlichkeit mit sich Selbst. Sehr viel Schmerz kommt hoch der angenommen werden muss. Durch mein Mädchen, wenn ich es visualisiere, kann ich die Gefühle (von ihr) abspalten und aus einem anderen Blickwinkel wahrnehmen die ich aber trotzdem bewusst, mit meinem ganzheitlichem Ich wahrnehme. Dadurch schaffe ich es diese gefühle bewusst wahrzunehmen und zu benennen und dementsprechen auch damit umzugehen. Zu verarbeiten.

Ich habe von meinem Therapeuten eine Entscheidungshilfe bekommen. Das war genial. ich habe ja auch lange rumgeeiert und kurz bevor ich anfing hier zu schreiben habe ich diese Hilfe genutzt. ich hätte nicht gedacht das mir das so deutlich wird was für eine Beziehung ich habe und wie unglücklich ich eig bin.
Diese Hilfe sieht so aus. Du nimmst zwei Blätter Papier. 1.Papier teilst du eine Tabelle in zwei Spalten. 1 Spalte Überschrift: Wenn ich mich trenne: Vor und Nachteile in jeweils die Spalten. 2. Blatt das gleiche, nur die Überschrift: Wenn ich mich nicht trenne. Vor und Nachteile in jeweils eine Spalte.
Das habe ich 10 Tage gemacht und nach zwei Tagen schon war die Sache klar für mich. habe es aber trotzdem 10 Tage weiter geschrieben.
Das war echt heftig. Als die Trennung für mich klar war bekam ich ganz schlimme Panikzustände. Stress ohne ende durchflutete meinen Körper. Tagelang. Dann hielt ich Sitzung mit meinem kleinen Mädchen. Das war echt nicht einfach. Man muss sich echt konzentrieren. Aber da wusste ich was mich dann so stresst. Einfach sensationell.

Danny-Dog
neuer Teilnehmer
Beiträge: 21
Registriert: 12.05.2019, 20:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Danny-Dog » 19.05.2019, 17:41

Hallo Nadless,

die Idee mit der Tabelle hatte ich auch schon, aber noch nicht durchgeführt.
Sollte man wirklich über mehrere Tage machen. Kann mir vorstellen, wie das bei mir aussieht. :shock:

Ich war eben bei ihm im Krankenhaus, er muss noch mindestens bis morgen bleiben, Halleluja!

Natürlich war er lammfromm und klein mit Hut, er liebt mich doch usw. usw.
Zieht aber nicht mehr wirklich.
Er ist bereit, eine Psychotherapie zu machen, sein Alkoholmissbrauch käme doch einzig und allein von seinem verqueren Seelenleben,
an dem ich logischerweise mindestens zur Hälfte Schuld habe, aha!

Nun hoffe ich, dass die Psychotherapie auch einen Alkoholentzug beinhalten kann, ich vermute mal, dass ein guter Psychiater merkt,
wo der Hase langläuft.
Werde auch darauf bestehen, dass die Therapie stationär ist, ambulant wird zuviel vom Patienten geschludert.

Wenn er mir heute aufmerksam zugehört hat, müsste er eigentlich wissen, dass das jetzt seine allerletzte Chance ist.
Schaun mer mal, ob wir damit den Kreis durchbrechen, ich bin es leid, mich weiter in dieser Endlosschleife zu verlieren.

Liebe Grüße,
Danny

Sunshine_33
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 4086
Registriert: 25.07.2013, 11:35

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Sunshine_33 » 20.05.2019, 01:53

Hallo Danny-Dog,
Herzlich Willkommen hier im Forum.
Nun hoffe ich, dass die Psychotherapie auch einen Alkoholentzug beinhalten kann, ich vermute mal, dass ein guter Psychiater merkt,
wo der Hase langläuft.
Eine Therapie mit einem nassen Alkoholiker macht eh wenig Sinn.
Darum sollte man auch erstmal ne Weile abstinent leben, denke ich. Denn was soll denn sonst ne Therapie überhaupt bringen?
Das wäre, als würde man ein Pferd von hinten aufzäumen wollen.
Also erstmal das Alkoholproblem angehen, und dann ne Therapie. Da würde eher n Schuh draus, wenn überhaupt
Werde auch darauf bestehen, dass die Therapie stationär ist, ambulant wird zuviel vom Patienten geschludert.
Wenn ich Dich lese, bekomme ich den Eindruck, Du schreibst von Deinem Kind, und nicht von einem erwachsenen Partner.
Du hast doch nicht zu bestimmen, wie sein Leben abzulaufen hat. Und wie er eine Therapie anzugehen hat.
Sich kümmern kann auch in eine Art Entmündigung ausarten.
Und den Eindruck bekomme ich hier schon sehr oft bei den CO-Abhängigen.
Natürlich geschieht das alles unter dem Deckmäntelchen der "Liebe", schon klar. 8)
Ich glaube eher, ein CO hat sehr genaue Vorstellungen, wie das eigenen Leben und auch das Leben anderer zu verlaufen hat.
Ärgerlich nur, wenn die sich nich dran halten, nicht wahr? :wink:
Ich bin so doof! Ein Versprechen ist für mich bindend, für den Alki definitiv nicht! Lernprozess!
So isses.
Ein nasser Alkoholiker wird sich nicht an Verprechen halten, weil er es längst nicht mehr kann.
Das ist nicht persönlich gemeint, es ist ein typisches Symptom unserer Krankheit würde ich glatt sagen.

Du weist ja nun, das Du Dich auf Versprechen von einem nassen Alkie nicht verlassen kannst.
Und das weisst Du sicher auch nicht erst seit Neuestem, oder?
Geblieben bist Du trotzdem freiwillig, denn gezwungen wird in unserem Land niemand dazu.
Vielleicht solltest Du nun mal mehr auf Dich und DEIN Verhalten schauen, anstatt auf ihn wie die Schlange aufs Karnickel zu starren?
Es steckt ja irgendwas dahinter, wenn man jahrelang ein Leben mitmacht, worunter man eigentlich schon lange leidet.
Schnaps gehört zu den Dingen, die ich weder akzeptiere, noch in meiner Umgebung anderen erlaube.
Ich habe ihm oft genug gesagt, dass es in meinem Haus keinen Schnaps gibt und er sich daran zu halten hat!
Sorry, aber ich muss gerade etwas schmunzeln... als ob ein nasser Alkoholiker sich sowas verbieten lassen würde.
Sowas geht in ein Ohr rein, man sagt, was der andere hören will, und dann gehts auch schon auf direkten Wege aus dem anderen Ohr wieder raus.
Also wurde der Schnaps heimlich besorgt. Entgegen aller Versprechungen, die er mir in guten Momenten gemacht hat.
Ich hätte alles versprochen, nur um in Ruhe weiter saufen zu können.
Und manchmal habe ich es sogar selbst geglaubt, aber der Alk war viel stärker als ich.
Der hatte mich so fest im Griff, das ich mich an kein Versprechen mehr halten konnte.
Insofern ich mich überhaupt noch dran erinnerte...

LG Sunshine

Cadda
sehr aktiver Teilnehmer
Beiträge: 1138
Registriert: 04.09.2017, 20:53

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Cadda » 20.05.2019, 11:42

Hallo Danny,

es ist überall gleich: Der Alki säuft angeblich nur, weil er solche Sorgen hat und wenn er die nicht hätte, würde er weniger saufen... nee, is klar!

Bitte glaube das nicht ansatzweise. Ich versichere Dir, es werden sich IMMER irgendwo neue Sorgen finden, um saufen zu können. Die Gründe werden niemals aus gehen.

Man hört nicht plötzlich auf, zu saufen, weil es weniger Sorgen gibt. Es ist höchstens anders herum:
Die Sorgen werden weniger, wenn man aufhört zu saufen.

Mein Ex-Partner arbeitet schon seit Jahren daran, dass seine Probleme weniger werden, damit er nicht mehr saufen „muss“. Was hat er doch für ein Glück, dass sich im Leben immer wieder neue Probleme finden, um in Ruhe weiter saufen zu können....

Ich selbst trinke seit 1,5 Jahren nicht mehr und seit dem will ich seine dämlichen Ausreden nicht mehr hören. Du solltest Dir das auch nicht mehr antun. Es wird sich nämlich nicht ändern. Auch nicht jetzt, bei der „allerletzten Chance“. Es hat nicht geklickt. Sonst würde er nicht immer noch Gründe fürs Trinken finden. Es ist verschenkte Zeit, glaub mir!!!

Danny-Dog
neuer Teilnehmer
Beiträge: 21
Registriert: 12.05.2019, 20:23
Geschlecht: Weiblich
Alkoholiker/in oder Angehörige/EKA: Angehörige

Re: Warum tu ich mir das an?

Beitrag von Danny-Dog » 21.05.2019, 23:25

Hallo Sunshine,

interessant, was du als Ex-Alkoholabhängige zu sagen hast. Natürlich siehst du die ganze Sache aus der Perspektive, die er auch hat.

Deine Sicht der Dinge macht mich sehr nachdenklich, trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass ich in MEINEM Haus nicht alles dulden muss.
Er ist ein freier Mensch und kann gehen, wenn ihm was nicht passt. Punkt.

Liebe Grüße, Danny


Hallo Cadda,

ja, die Bilder gleichen sich sehr. Auch deine Worte haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Möglich, das wieder alles nur warme Luft ist und die ganze Sch**** in 3 Wochen wieder von vorne anfängt.
Wir werden sehen,die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Vielleicht haben die 2 Tage Krankenhaus, die relativ schweren Kopfverletzungen und der peinliche Arztbericht ja was bewirkt.
Nach unserem langen Gespräch gestern könnte man das meinen.....
Freitag kommen seine Töchter, da gibt es auch wieder Kasalla :mrgreen:

Und nein, seine dämlichen Ausreden höre ich mir auch nicht mehr an, werde auch nicht mehr jedes Wort auf die Goldwaage legen, er ist erwachsen und muss es abkönnen, dass mal einer ne andere Meinung hat als er. Ich habe mich zu oft um des lieben Friedens Willen zurückgehalten. Damit ist ab sofort Schluss!

Liebe Grüße, Danny

Antworten